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Der Totenflüsterer / Jamie Denton


Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Bei einer Tauschbörse, auf der ich früher aktiv war, wurde ich vor zwei Jahren gefragt, ob ich Lust hätte ein Buch eins zu eins zu tauschen. Da ich zu diesem Zeitpunkt gerne Thriller gelesen habe, dachte ich mir, warum nicht. So kam das vorliegende Buch in meinen Besitz. Jetzt, wo ich es gelesen habe, hätte ich den Tausch am Liebsten rückgängig gemacht. „Schuster bleib bei deinen Leisten“ trifft es auf den Punkt. Warum, ich erkläre es euch.

'''o0o Allgemeine Daten o0o'''
Autor: Jamie Denton
Titel: Der Totenflüsterer
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Weltbild Verlag, (2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868001794
ISBN-13: 978-3868001792
Preis: 0,01€

'''o0o Leseinformationen o0o'''
Genre: Thriller
Niveau: leicht
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 2 Tage

'''o0o Wichtige Figuren o0o'''
Greer Lomax – Deputy, die sich vor ihrer Vergangenheit versteckt
Ash Keller – Mann von Greer, der sie nach zwei Jahren endlich wieder sieht
Vivi – Schwester von Greer
Parker – Täter

'''o0o Inhalt in eigenen Worten o0o'''
Greer Lomax lebt zurückgezogen als kleiner Deputy in einem ruhigen Ort und kümmert sich nebenbei um ihr Projekt „Pension“, als sie zu einer Exhumierung gerufen wird. Ein Routine-Eingriff, der sie jedoch an ihre Grenzen bringt, denn vor diesem Job hat sie beim FBI als Profilerin gearbeitet, war glücklich verheiratet mit Ash Keller, einem Kollegen, und wurde fast von einem Serienkiller umgebracht. Seitdem sind zwar ihre äußerlichen Wunden geheilt, aber sie ist vor ihrem Mann, dem Job und ihren Ängsten geflüchtet. Als bei der Exhumierung nicht nur eine Leiche, sondern eine zweite entdeckt wird. Wie die Frau in Archers Sarg kommt, ist unbegreiflich. Greer glaubt noch an einen Zufall, vielleicht sogar an ein Versehen. Doch als wenige Tage später ein Grab geöffnet vorgefunden wird, wo neben der Leiche von Thomas Gardner auch noch eine Frau liegt, ist klar, dass hier ein Serientäter vielleicht seit Jahren schon seine Spielchen spielt. Greers Erinnerungen werden geweckt, und als auch noch ihr Mann auftaucht, um ebenfalls den Fall zu untersuchen, holt sie die Vergangenheit wieder ein. Schnell können sie den Täterkreis verkleinern, und sind schon kurz vor der Lösung des Falls. Über eine Kontaktbörse sucht sich dieser Mann im Namen der Toten eine Frau aus, die für den Toten im Tode als perfekte Gefährtin mit in den Sarg gelegt wird. Und sein nächstes Opfer ist die Schwester von Greer. Gelingt es Greer diesmal den Täter vorher aufzuhalten?

'''o0o Wie gefällt das Buch o0o'''
Was macht einen guten Thriller aus? Für mich ist es der Nervenkitzel, die Spannung, gute Protagonisten und ein logischer Schluss. Es gibt genügend Bücher, die diese Erwartungen erfüllen, und „Der Totenflüsterer“ ließ großes hoffen. Der Klappentext konnte zumindest mich reizen. Doch nützt ein guter Ansatz nichts, wenn der Autor kein Talent hat. Jamie Denton mag Fans haben, aber in meinen Augen hätte diese Autorin lieber bei leicht prickelnden Romanen, die man mit dem Cora Verlag verbindet, bleiben sollen.

Schon der Einstieg in das Buch ist alles andere als glücklich gewählt. Schon im ersten Kapitel wird der Täter genannt. Es gibt viele Bücher, die auf diese Umsetzung setzen. Meist ist jedoch der Täter namentlich nicht genannt, sondern man begleitet ihn. In diesem Fall kennt man sowohl seinen Namen, seine Berufung, seinen Job, ja man lernt sogar seine Frau kennen. Kurz, dem Leser bleibt nur die Frage, ob, wann und wie er gefasst wird. Für mich war mit diesem Einstieg schon der größte Teil der Spannung verloren. Zum einen lag es an der Offenbarung des Täters, was in diesem Fall eher unglücklich gewählt war, aber zum anderen auch an dem Stil der ersten Seiten.

ZITAT S. 7
Berater. Beichtvater. Fürsorglicher Vertrauter. Absolute Perfektion. Darauf achtete er, und zeigte nie auch nur die leiseste Unsicherheit.

Viele kurze Sätze oder Gedanken, und gerne auch mal Wiederholungen, denn auf S. 9 steht im Grunde etwas sehr ähnliches. Ansonsten kann die Autorin mit umschreibenden Worten umgehen, und schafft zumindest einen guten Lesefluss, obwohl ich mich oftmals von unnötigen Details erschlagen fühlte.

Nachdem ich Parker, den Täter, kennenlernen durfte, wird die Perspektive gewechselt, wie so oft in dem Buch, und dann begleitet man Ash oder Greer, um so viele Blickwinkel wie nötigt zu bekommen. Nicht verkehrt und auch klar umgesetzt, aber die Verwirrung war groß, als die ganze Zeit von dem Serienkiller die Rede war. Gab es einen vorherigen Teil, wo diese Geschichte erzählt wurde, was war genau passiert und warum haben sich die beiden getrennt ohne ein Wort miteinander zu reden!? Bis zum Schluss habe ich immer wieder gegrübelt, ob es diesen vorherigen Band gibt, und sogar gegoogled. Es gibt ihn nicht, und dementsprechend hätte man die Vorgeschichte einmal wirklich anschaulich beschreiben sollen, statt immer nur kurze Rückblicke einzuwerfen, die leider kein klares Bild entstehen lassen. Warum sie nun genau leidet, muss man sich als Leser zusammenreimen. Mit diesen Andeutungen kann man leben, aber die Geschichte zwischen ihr und ihrem Mann zeigt, aus welchem Genre die Autorin eigentlich kommt. Es ist ein nerviges Hin-und Her. Warum sie ihn ohne ein Wort verlassen hat, kann man erahnen, aber es wird nie gesagt. Stattdessen heißt es ständig: Ich habe ihn vermisst, aber heute kann ich nicht mit dir reden. Rühre mich nicht an, oh lass kuscheln, warum kommst du mir zu nah. Das erste Mal ist es noch lustig, aber irgendwann nervt dieses Hick-Hack. Zumal wirklich alle paar Seiten davon die Rede ist. Spätestens als sie mit Ash schläft, nach einer solchen Szene und ihn dann wieder vor den Kopf stößt, war bei mir der Punkt erreicht, wo ich die Nase voll hatte. Die Ermittlungen selbst waren nämlich auch nicht unbedingt das, was man unter einen guten Thriller versteht. Statt von dem Täter, Mörder oder ähnliches zu reden, wird auf jeder Seite mindestens einmal vom UNSUB geredet. Dieser Begriff fiel immer und immer wieder, und das nervte. Die Ermittlungen selbst dümpeln vor sich hin, und als Thriller kann man das Buch in meinen Augen nicht bezeichnen. Nicht mal als wirklichen Krimi, denn das setzt für mich voraus, dass der Täter gesucht wir und man gut ermittelt, und nicht immer von einem banalen Ehegeplänkel, welches in meinen Augen sogar deutlich mehr Seiten umfasst, gestört wird.

Im Grunde kann man sagen, dass die ersten 230 Seiten wirklich zähflüssig wie Kaugummi sind. Ich weiß nicht, wie oft ich in Versuchung kam, eine Ehe-Szene zu überspringen. Zum Schluss kommt dann endlich vorhersehbare Spannung auf, die aber, wie ihr euch denken könnt, binnen kürzester Zeit wieder nachlässt. Danach kommt es zu einem Abschluss des Buches, der mich einfach nur enttäuscht hat. Deswegen ein kleiner Spoiler..

SPOILER ANFANG
Greer verlässt ihren Mann Hals über Kopf, redet zwei Jahre kein Wort mit ihm, will über die ganzen Seiten nicht über damals und noch weniger über die Beziehung reden. Dann sollte man es auch durchziehen, und nicht nachdem der Täter gepackt ist, sich in die Arme fallen, und plötzlich ist alles gut. Das kann man bei einem kitschigen Cora Roman bringen, aber nicht in einem halbwegs seriösen Thriller oder als was man das Buch auch immer einstufen mag. Denn wie gesagt, vorher ist es ein „Nein Schatz ich kann nicht reden, aber ich weiß wir müssen“-Alltag und dann ist Friede, Freude, Eierkuchen.

SPOILER ENDE

Es tut mir leid, aber für mich war es eins der schlechtesten Werke aus dem Bereich Thriller, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Ich bin zwar öfters nicht völlig überzeugt, aber hier fehlt gänzlich die Spannung, die einen Thriller ausmacht, und man merkt, dass die Autorin in diesem Genre nichts verloren hat. Mag jeder sehen wie er will, von mir gibt es 1 Nettigkeitsstein.



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