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Neuschwanstein / Norbert Klugmann

Diesmal habe ich ein Buch für euch, dass ich seit 2008 in meinem Buchregal habe. Als ich es im Buchpaket ersteigert hatte, fand ich den Inhalt zwar interessant, aber die vielen Seiten wirkten abschreckend. Bei guten Büchern können sie ruhig über 800 Seiten haben, aber die Erfahrung hat mich gelehrt, dass ich die meisten guten Bücher lediglich 500 Seiten haben. Hinzu kam ein Bauchgefühl, dass eher negativ war, und so habe ich das Buch stets vor mir hergeschoben. Für eine Lesechallenge brauchte ich jedoch ein Buch mit über 800 Seiten und so kam dieses in meine Hand.

'''Buchdaten'''
Autor: N. Klugmann
Titel: Neuschwanstein
Taschenbuch
Verlag: Heyne (1997)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453130561
ISBN-13: 978-3453130562
Kosten: 0,01€
Seiten: ca 800
Serie: -


'''Leseinformationen'''
Genre: Thriller
Niveau: leicht
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 10 Tage

'''Sarahs eigene Inhaltsangabe'''
Es ist ein Auftrag wie jeder andere. Tom soll eigentlich nur ein paar Bilder knipsen, und ich einen lumpigen Text schreiben. Okay, ich muss mich etwas anstrengen, denn es ist die erste Story für ein US-Magazin, aber eigentlich kann ein Bericht über Neuschwanstein und König Ludwig II doch nicht so schwer sein. Doch kaum sind wir angekommen, werden wir auch schon am ersten Tag brutal überfallen. Vier Halbstarke verprügeln uns und verlangen die sofortige Abreise. Nicht mit uns, und werden so Zeuge, dass am nächsten Tag ein Kronleuchter plötzlich herunterfällt. Schon komisch, denn genau an diesem habe ich am Tag vorher ein merkwürdig, fremdes Kabel entdeckt. Damit sind die Gewalttaten jedoch nicht beendet, und wir sind mitten drin.

'''Sarahs Meinung'''
Viele werden sich nun wundern, warum ich die Inhaltsangabe einmal anders, und zwar in der Ich-Perspektive geschrieben habe. Einfach weil ich einmal zeigen wollte, was euch erwartet. Mag sein, dass ich es mit meinem schlechten Namensgedächtnis überlesen habe, aber wie die Ich-Person heißt, habe ich bis zum Schluss nie bewusst gelesen.

Generell ist der Einstieg in das Buch ähnlich dem eigentlichen Klappentext. Nicht der im Buch steht, sondern der Klappentext von der Rückseite. Abgehackt, zusammenhangslos und blass. Ich fühlte mich regelrecht allein gelassen. Wer waren diese Figuren, warum waren sie dort. Was interessiert es mich, dass „Ich“ 38 bin und noch nie ein so knuspriges Brötchen gegessen habe, wenn ich nichts sonst zur Person, Lebensumstände, Aussehen oder so erfahre. Während die Ich-Perspektive recht blass definiert ist, wird sein Begleiter sehr ausführlich beschrieben. So muss der Leser damit leben, dass er regelmäßig von Pflaumengeschichten hört. Pflaumen sorgen bei unserem Arbeitskollegen nicht nur für stinkende Luft, sondern auch zum rasanten Gang zur Toilette. Etwaige Verstopfungen dieses Objektes werden natürlich nicht außen vor gelassen. Was jedoch der genaue Auftrag ist, wo die Figuren herkommen oder ähnliches wird nicht großartig beleuchtet.

Während manche Dinge kurz und bündig angesprochen und abgeschlossen werden, sind andere Szenen so ausschweifend beschrieben, dass man sich fragt, wo der Autor mit seinen Gedanken war. Sicherlich ist manches witzig gemeint, aber in der Regel kann man nur den Kopf schütteln, wenn es eben um die Pflaumen oder gar Spuck-Arien am Waschbecken geht. Oder stellt euch mal die Situation vor. Es ist früh am Morgen, ihr seid mit einem Freund auf einem Feld voller Kühe. Was würdet ihr machen? - Reden, die Kühe ärgern, mit ihnen aus Spaß reden.. Alles dabei, aber muss denn so was sein. Zitat Seite 10: „Versonnen zutzelte ich an einem Kuheuter.“ Abgesehen davon, dass ich dieses Wort nur in Kombination mit Weißwürsten kenne, eine komische Vorstellung.

Was mich auf den ersten Seiten verwirrt hat, stellenweise noch als lustig empfunden wurde, ist spätestens nach 100 Seiten einfach nur noch nervig. Das Schlimme ist in meinen Augen, dass der Autor durch seinen Stil und die unnötigen und aberwitzigen Schilderungen keinerlei Spannung aufbaut. Zwar wird es nachher etwas besser und ist nicht mehr so schlimm wie am Anfang, aber es ist auch nur minimal, und viele werden sicherlich nicht durchhalten, wenn die ersten 100 Seiten schon katastrophal sind. Es ist schwer zu beschreiben, daher versuche ich es mal auf meine Art und Weise. Ihr müsst euch den Einstieg so vorstellen. Zwei völlig fremde, leicht chaotische Männer haben den Auftrag über Neuschwanstein zu berichten. Sie gehen tralalalala den Berg zum Schloss hoch, der eine findet tralalala bei einem Durchfall-Verschwinderli ein Kabel. Genau so eins entdeckt sein Kollege wenig später auf einem Überwachungsmonitor und als er es sich ansehen will – Hokuspokus ist es weg. Dafür werden sie zusammengeschlagen, was jedoch eher wie TV-Erlebnis vermittelt wird. Ganz nach dem Motto, wir sehen es, aber fühlen oder ernst nehmen tun wir es nicht, da es ja nur auf dem Bildschirm passiert ist. Tralalla wir lachen darüber gehen schlafen und ui wie lustig, da ist doch glatt der Kronleuchter heruntergefallen.
Ich habe es nun bewusst so idiotisch geschildert, weil es so bei mir ankam. Alles Friede-Freude-Eierkuchen. Wir haben uns lieb und die Welt ist aus rosa Zuckerwatte. Ich habe noch nie erlebt, dass eine Schlägerei mit Einschüchterung so harmlos und langweilig dargestellt wurde.

Selbst später, wo es Schlag auf Schlag geht und immer wieder etwas passiert, weil jemand diese schöne Idylle stören will, wirkt es alles so harmlos. Spannung ist für mich was anderes. Nach 400 Seiten war ich wirklich am Punkt, wo ich erst einmal ein anderes Buch lesen musste, bevor ich mich an die letzten 400 Seiten gewagt habe. Der Schluss war wie eine Erlösung für mich. Dieser ist im Vergleich recht nett gelungen, aber kann den davor liegenden Teil nicht retten. Der Süddeutsche Rundfunkt sagt, ich zitiere vom Klappentext: „... und ihm fließen mitunter Dialoge aus der Feder, die hochgerühmte amerikanische Kollegen wie Langweiler aussehen lassen.“ Sind es Dialoge wie (Zitat Seite 11.): „Das knips ich locker auf einem Ei ab.“, die der Süddeutschen so gefallen? Oder sind es die Telefonate mit der Freundin, wo sie sich nur falsch meldet, und er dann auflegt. Für mich ist das keine Glanzleistung, sondern eher umgangsprachlich und oftmals schwach. Langweilig also in der Tat, weil keiner der amerikanischen Kollegen sich zu so etwas hinreißen lassen würde, denn die Dialoge sind massig, oft sinnlos und einfach nur unnötig. Zum Beispiel geht ein Dialog um den Kauf von Pflaumen. Tom versucht alles um sie zu kaufen, lockt mir Profi-Fotos und vielen mehr, während der Ich-Erzähler alles versucht, um die Verkäufer-Familie davon abzuhalten. Dieser Dialog ging gut eine Seite.

Es mag sein, dass viele das Buch gut finden, für mich war es jedoch eine echte Herausforderung.Wer mit der realitätsfremden Umsetzung und wirren Plot von Klugmann etwas anfangen kann, dann gut, ich kann es leider nicht und daher gibt es von mir nur einen Stern.


© Eure CQ für www.sarahs-buecherwelt.blogspot.com
Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.


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