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Hohlbein - Elfentanz

==Wenn Hohlbein die Ideen ausgehen==

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

===Vor dem Lesen===

Als Leseratte lese ich rund 200 Bücher im Jahr und muss sehr häufig feststellen, das meine Anforderungen mit jedem Jahr etwas steigen. Dabei ist es in meinen Augen gar nicht so schwer mich zufrieden zu stellen. Ein guter Plot, ein angenehmer Stil, eine ideale Umsetzung, authentische Protagonisten und je nach Genre ein gute Portion Romantik, Fantasy oder Spannung. Keiner dieser Punkte sollte jedoch übertrieben werden. Mehr verlange ich nicht.

Wolfgang Hohlbein ist ein Autor der mich mit „Die Templerin“ so überzeugt hat, dass ich mir ein riesiges Buchpaket mit Werken aus seiner Feder ersteigert habe. Allerdings gehört der Autor auch zu Sorte: Ich schreib mal schnell, nehme alte Ideen auf und mach schnell Geld. Ganz oft hatte ich das Gefühl, dass ich bestimmte Ideen schon einmal in einem anderen Werke von ihm gesehen habe, aber auch oft, dass er Werke künstlich in die Länge zieht oder einfach nur schnell schnell ohne Logik Werke veröffentlicht. Bei Kinderbüchern hält sich das noch in Grenzen, sodass ich bei diesem Buch noch halbwegs Hoffnung hatte.

'''Buchdaten'''
Autor: Wolfgang und Heike Hohlbein
Titel: Elfentanz
Verlag: Carlsen (2002)
Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3551361789
ISBN-13: 978-3551361783
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Kosten: ab 1€ gebraucht
Serie: -

'''Leseinformationen'''
Genre: Fantasy
Niveau: leichte Kost
Leserschaft: Kids ab 12
Lesedauer: 3 Tage


'''Autor/in'''
Wolfgang Hohlbein, geb. 1953 in Weimar geboren, ist der meistgelesene und erfolgreichste deutschsprachige Fantasy-Autor. Seine Bücher decken die ganze Palette der Unterhaltungsliteratur ab von Kinder- und Jugendbüchern über Romane und Drehbücher zu Filmen, von Fantasy über Sciencefiction bis hin zum Horror. Der Durchbruch gelang ihm 1982 mit dem Jugendbuch 'Märchenmond', für das er mit dem Fantastik-Preis der Stadt Wetzlar ausgezeichnet wurde. 1993 schaffte er mit seinem phantastischen Thriller 'Das Druidentor' im Hardcover für Erwachsene den Sprung auf die Spiegel-Bestsellerliste. Die Auflagen seiner Bücher gehen in die Millionen und immer noch wird seine Fangemeinde Tag für Tag größer. Der passionierte Motorradfahrer und Zinnfigurensammler lebt zusammen mit seiner Frau und Co-Autorin Heike, seinen Kindern und zahlreichen Hunden und Katzen am Niederrhein. (Quelle: Amazon)

'''Optischer Eindruck'''
Obwohl ich eigentlich solche gezeichneten Cover total mag, und mir das Monster, das einen Gorm darstellen soll, sehr gut gefallen hat, spricht mich das Cover nicht wirklich an. Der Grund hierfür ist die gezeichnete Figur, die auf einem Einhorn fliegt. Sie ist in meinen Augen recht lieblos gezeichnet, sodass ich das Buch nicht mehr betrachtet hätte, wenn es nicht im Paket gewesen wäre.


'''Zitierter Klappentext'''
Schon immer ist es Timos sehnlichster Wunsch gewesen, die Hohe Feste und ihre Bewohner, die Elben, kennenzulernen. Doch jetzt kann er beim Anblick der marmornen Pracht keine Freude empfinden. Ahriman, der Dunkle Herrscher, ist aus seinem unterirdischen Reich gekommen und versucht die Herrschaft an sich zu reißen. Als die Tagnacht anbricht, beginnt der Kampf um das Schicksal der Welt. Und in Timos Händen liegt die Entscheidung (Quelle: Klappentext)

'''Leseprobe'''
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.

===Nach dem Lesen===

'''Sarahs eigene Inhaltsangabe'''
Timo, ein junger Helder, lebt mit seinen Eltern in den Bergen. Helder sind wie Elfen, Zwerge oder Trolle magische Wesen, die in diesem Fall jedoch recht menschlich sind. Normalerweise machen sie um die Menschen einen großen Bogen, sofern sie im Winter nicht Schutz in den Städten suchen müssen. Die Berge geben ihnen alles was sie brauchen. Doch die Zeiten haben sich geändert. Es gibt weniger zu essen es wird auch früher kälter. Timo nimmt diese Zeichen nur nebenbei wahr. Er steht kurz vor der Zeremonie zum Mann, die seine ganzen Gedanken in Beschlag nimmt. Als er seinen Eltern bei der Jagd helfen möchte, trifft eher auf ein Monster, das so schrecklich ist, dass ihm die Worte fehlen. Als er es seinem Vater erzählt, wird dieser ziemlich hektisch und möchte unbedingt die Stelle sehen, wo er den Gorm, so nennt er das Wesen, gesehen hat. Danach geht alles sehr schnell. Sie packen, um die Menschen in den Städten zu warnen. Die Prophezeiung, die für Timo nur eine alte Legende war, steht kurz bevor. In der Prophezeiung geht es darum, dass dunkle Mächte alles vernichten wollen. In der Stadt angekommen, müssen sie jedoch feststellen, dass der Statthalter auf der Seite des Bösen steht, und die Menschheit nicht warnen möchte. Gaukler, die sie erst wenige Stunden vorher durch Zufall kennen gelernt haben, retten ihnen das Leben, denn der Statthalter versucht Timo und seine Familie umzubringen. Die Flucht gelingt, doch sie müssen auf ihren Weg zur Elbenfestung, ihrer letzten Hoffnung, mehr als vorsichtig sein. Sie werden nicht nur verfolgt, sondern treffen auch auf eine Elfe und einen Gorm. Es kommt zum Kampf und als Timo wieder das Bewusstsein erlangt, ist nicht nur der Gorm, sondern auch die Elfe und seine Eltern verschwunden. Nur ein Spurhund hat schwer verletzt überlebt. Dieser führt ihn zu den Gauklern, die ihm helfen wollen zur Festung zur gelangen, bevor ihn der Stadthalter findet. Dort angekommen, muss er feststellen, dass die Gaukler auch Elben sind, die extra zur Rettung ausgesandt wurden. Doch lange Zeit zum überlegen hat die Gruppe nicht, denn der Statthalter greift die Festung an. Zu Hilfe gerufene Elfen können jedoch Schlimmeres verhindern. Sie nehmen Timo mit, denn seine Eltern leben nicht nur, sondern er, der Prinzensohn ist die einzige Hoffnung, dass die bösen Mächte nicht siegen. Ein tödlicher Kampf mit der Zeit und den bösen Mächten steht ihm bevor.

'''Sarahs Meinung'''
Obwohl Wolfgang Hohlbein ein Autor ist, der sich oft alter Idee bedient und manche Werke zur recht lieblos dahin schmiert, wenn ich mit einer freudigen Erwartung Lesevergnügen gestartet. Werke wie „Märchenmond“, die er mit seiner Frau zusammen verfasst hat, konnte mich schließlich überzeugen. Warum also nicht auch dieses Buch, wo auch wieder seine Frau mitgearbeitet hat. Nur wenige Kinderbücher im Fantasy-Genre seinerseits sind bei mir massiv durchgefallen.

Der Einstieg in die Geschichte ist dem Autor durchschnittlich gelungen. Auf der einen Seite hat er mich mit dem Auftritt des Gorms binnen weniger Minuten so gefesselt, dass ich einfach weiterlesen musste. Bücher, die von Anfang an eine Spannung beinhalten, finde ich meist überzeugend. Doch noch die Präsentation bzw. Einführung des Hauptakteurs ist ihm sogar nicht gelungen. Ich kenne Vampire, Elfen, Trolle, Hobbits, Elben und wie die magischen Wesen heißen. Schließlich habe ich früher gerne Fantasy gelesen. Jedoch ist mir die Gattung oder Rasse namens Helder gänzlich unbekannt. Statt den unwissenden Leser aufzuklären, erzählt er erst einmal den Anfang klärt erst im Verlauf des Buches wirklich auf, wie ein Helfer zum Beispiel aussieht und wie er sich von anderen Figuren unterscheidet. Ihr könnt euch nicht vorstellen überrascht ich war drin zu erfahren, dass Timo schlohweiße Haare hat. Da ich den Motoren kenne, weiß ich, dass er es definitiv besser kann. Normalerweise führt er seine Figuren oft zu langatmig. Dementsprechend hatte ich nicht nur anfangs in Bezug auf die Charaktere, sondern auch in Bezug auf die Örtlichkeiten meine Schwierigkeiten. Das erwartete Kopfkino kam beim besten Willen nicht zu Stande. Das lag nicht an den Schilderungen der Schauplätze, an der Tatsache, dass sich einfach nicht wusste wo diese Geschichte spielt. Ist es ein anderes Reich, wie bei Märchenmond, spielt es auf der Erde oder so. Besonders schade ist jedoch die Tatsache das andere Figuren, wie zum Beispiel Gorme, Elfen oder sogar Libellen bis ins kleinste Detail beschrieben werden. Hier merkt man einfach, dass der Autor eigentlich könnte wenn er wollte.

Obwohl mir persönlich das Kopfkino minimal fehlte, flogen die ersten Seiten nur so an mir vorbei. Ich wollte wissen, was es mit der Prophezeiung auf sich hat und inwiefern Timo involviert ist. Dadurch wird es gerade am Anfang recht spannend, denn an jeder Ecke lauern Gefahren. Doch irgendwann, ich befand mich gerade außerhalb der Stadt und floh vor dem Stadthalter, legte ich das Buch aus der Hand und hatte nur den Gedanken: Moment, irgendwo kommt dir das doch alles bekannt vor. Nicht die gleiche Geschichte, aber das was Hohlbein ausdrücken möchte. Es geht im Grunde darum, dass sich alles ändert, und man sich gegen die Veränderungen nicht wehren sollte. Alles ist irgendwann zu Ende und das sei auch gut so. Aber genau diesen Aspekt kenne ich aus zig anderen Werken. Schlagartig wusste ich auch wie das Buch ausgehen würde, obwohl ich wie gesagt noch recht am Anfang war. Ab dieser Stelle wurde es dann eher langweilig. Ständig taucht der Stadthalter an und immer wieder will er sich ausliefern. Zudem wird ewig darüber lamentiert, dass der Gegner Ahriman und seine bösen Schergen nicht mit Gewalt, Tod, Krieg und Waffen zu besiegen seien. Die Frage die sich stell, wie denn dann, wird jedoch immer gekonnt umschifft, sodass ich als Leser zumindest bald genervt war. Ich hatte sogar das Gefühl, dass er die Idee gut fand, aber am Ende nicht wusste, wie er es auflösen soll. So zieht sich alles in die Länge und ab der Hälfte war es ein echter Kampf, denn die Wiederholungen sind so präsent und nur durch Kleinigkeiten abgeändert. Immer wieder erzählt er seine Geschichte mal den Elben, dann einem Schmied. Auch das Bild, welches Hohlbein von Gut, also Elfen, Elben, Heldern und Co. , und Böse, also Gorme und Ahriman aufbaut, fangen an zu brökeln. Einerseits brauchen Kinder klare Linien, auf der anderen Seite finde ich es gut, auch zu zeigen, dass sich beides nicht so klar definieren lässt, wie man es oft möchte. Am Ende hat man hier jedoch das Gefühl dass die Rollen vertauscht wurden. Und das war im Grunde die einzige Überraschung in dem Buch, denn damit habe ich anfangs nicht gerechnet.

Wer nun zumindest auf eine große Schlacht am Ende oder auch zwischendurch gewartet hat, schließlich greift der Stadthalter die Festung der Elen an, dem sei gesagt, dass Kämpfe eher vermieden werden, und meist in letzter Sekunde Hilfe erscheint. Die aufgebaute Spannung sinkt sofort gen Nullpunkt.

Im Grunde birgt die Idee des Autors eine Menge Potential, dass jedoch nicht genutzt wurde. Der Schluss ist sicherlich nicht schlecht und kindgerecht, aber einfach sehr harmlos und mit der Pointe, wie ich sie schon gleich zu Beginn vorhergesagt habe. Da für mich persönlich kein Highlight dabei war, war die Enttäuschung recht groß. Wen es interessiert, hier ein kleiner Spoiler

SPOILER ANFANG
Im Grunde besteht das Buch aus ständigen Fluchten, Kämpfen, die in letzter Sekunde ausfallen, um dann mit Hilfe von Amuletten alles zu regeln. Ist ein Kampf unausweichlich, kommt das Amulett, so wie beim Schmied. Und am Ende geht alles nur darum, dass die Fabelwesen begreifen sollten, dass ihre Zeit abgelaufen ist und nun die Zeit der Menschen ist, und auch diese irgendwann endet. Die vielen Seiten für eine Erkenntnis, die die Mehrheit der Leser sicherlich wie ich schon recht früh hatte. Dafür hätte das Buch nicht so lang sein müssen. 200 Seiten weniger und dann wäre sicherlich mehr Spannung aufgekommen, denn in meinen Augen braucht auch Fantasy ein Minimum an Spannung.

SPOILER ENDE

Alles in allem ist es sicherlich eine schöne Geschichte, die jedoch, wenn man zu viel Hohlbein gelesen hat, nicht mehr die Erwartungen erfüllen kann. Der Enthusiasmus verfliegt mit jedem Buch aus seiner Feder mehr und kehr leider bei sehr wenigen Büchern wieder. Es ist okay, aber vom Hocker gehauen, wie Märchenmond hat es mich definitiv nicht.


'''Abschließendes Fazit'''


Pro: leichter Stil, tolle Idee
Contra: bekannter Lehrgehalt, langgezogen, keine Spannung, blasse Schilderungen
Empfehlung: 2 Sterne, nein




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