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Edith Siemon - Als es Nacht war in Dresden


Autor: Edith Siemon
Titel: Als es Nacht war in Dresden
Broschiert: 478 Seiten
Verlag: Gmeiner; Auflage: 1 (4. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839213428
ISBN-13: 978-3839213421
Kosten: 11,99€
Serie: -

'''Leseinformationen'''
Genre: Biographie
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: jedermann
Lesedauer: 3 Tage


'''Autor/in'''
Edith Siemon wurde1926 in Rheinfelden geboren. Dies ist ihre Geschichte über die Zeit des zweiten Weltkrieges. Sie lebt inzwischen mit ihren Kindern im hessischen Bad Arolsen.

'''Optischer Eindruck'''
Eine schwarz-weiße Fotographie eines Gebäudes und im Vordergrund zwei Frauen aus längst vergangenen Tagen. Einziges Highlight ihre farbigen Kleider. Es passt und gefällt mir sehr gut, denn es stimmt auf die alten Zeiten gut ein.

'''Zitierter Klappentext'''
Dies ist die Geschichte einer großen Sehnsucht, die von der Zerbrechlichkeit des Lebens und der Liebe handelt. Sie beginnt mit einer großen Überraschung: Ein kleines Mädchen wird von seiner gerade einmal 17-jährigen Mutter in einer Kammer im Dachgeschoss zur Welt gebracht. Wir schreiben das Jahr 1926, die Zeiten sind schwer. Das Kind wächst heran, kommt nach Sachsen und ist begeistert von Dresden und den Menschen, denen es dort begegnet. Dann beginnt der Krieg. (Quelle: Klappentext)

'''Leseprobe'''
http://www.amazon.de/Als-es-Nacht-war-Dresden/dp/3839213428/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1361899912&sr=8-1

Aus rechtlichen Gründen verlinke ich nur die Leseprobe auf eine Seite, wo die Genehmigung vorliegt.

===Nach dem Lesen===

'''Sarahs eigene Inhaltsangabe'''
Im Jahr 1926 wird Edith geboren. Ihre Mutter, die älteste von 6 Mädels, hat sie unehelich geboren und kümmert sich auch nur wenig um sie. Aufgezogen wird sie von ihren Großeltern und ihrer Tante Ines. Sie ist ein liebenswertes Mädchen, dass gute Noten nach Hause bringt, hilfsbereit ist, aber auch ein Wirbelwind. Teile der Verwandtschaft sehen sie als Bastard, aber ihr Großvater liebt sie wie eine eigene Tochter. Doch je älter sie wird, desto mehr bekommt sie von den Anfängen der Nazis mit. Leute werden abgeholt, manche kommen wieder, andere nicht. Man muss aufpassen, was man sagt. Ihre beste Freundin trifft es am Schlimmsten. Erst verstirbt die Mutter plötzlich, und dann muss der Vater auch noch zur Therapie, wie sonst auch schon öfters. Sie kommt in eine Arbeitsstellung und die Jungs ins Heim. Kurze Zeit später verliert sie die Stellung und Edith bekommt sie angeboten. Für sie eine Chance neues zu entdecken, denn inzwischen wohnt sie bei ihrer Mutter und ihrem Mann. Zwar direkt in der Nähe der Großeltern, aber sie fühlt sich dort überhaupt nicht wohl. So kommt sie nach Dresden, wo der Krieg nicht auf sich warten lässt.

'''Sarahs Meinung'''
Das Thema Zweiter Weltkrieg ist für mich etwas Besonderes. Es ist nicht nur Deutsche Geschichte, die man nie vergessen sollte, sondern eben auch die Kindheit meiner Mutter. Durch sie habe ich viele Bücher mit diesem Thema gelesen. In diesem Fall habe ich mich eigenständig für dieses Buch entschieden, weil ich es ansprechend fand und mich die Kulisse eben sehr interessiert hat.

Wer frühere Rezis von mir bezüglich solcher Bücher gelesen hat, der weiß, dass ich inzwischen sehr genervt bin, weil viele Autoren einfach nur Müll von sich geben. Ganz nach dem Motto: Ich bin da aufgewachsen oder habe es erlebt, also schreib ich auch einmal ein Buch. Ich finde jedes Buch wertvoll, aber wenn man sie liest und auf Widersprüche und Fehler trifft, ist man einfach nur enttäuscht. Erst kürzlich las ich „Eine handbreit Hoffnung“ und die Ahnentafel war im völligen Widerspruch zu den Angaben im Buch. Die Autorin konnte nicht mal das Alter, als ihre Schwester starb, korrekt benennen. Gerade bei Jahresangaben gibt es häufig Fehler. Dementsprechend bin ich inzwischen schon sehr scheu, was ihr vielleicht verstehen könnt.

In diesem Fall schaffte es die Autorin mich im Grunde schon auf den ersten Seiten zum Heulen zu bringen. Nicht wegen dem Inhalt, sondern wegen eines Fehlers. Das Buch fängt mit einem Vorwort von Gaby Hauptmann an. „Sechs Töchter hatte meine Großmutter in neun Jahren geboren: die älteste 1909, die jüngste, unsere Mutter Heidi, 1918.“ (Zitat aus dem Vorwort). 2-3 Seiten später heißt es im Prolog der Autorin selbst: „Tante Ines ist die jüngste Schwester meiner verstorbenen Mutter, die die älteste von sechs Mädchen war.“ (Zitat aus dem Prolog). Am Anfang dachte ich, dass ich auf den Schlauch stehe und etwas verwechsel. Namen sind nun einmal nicht meine Stärke, doch auch mein Mann bestätigte mir, dass Heidi und Ines theoretisch eine Person sein müsste. Kein Hinweis nichts, also fragte ich nun beim Verlag nach und bekam den Hinweis, dass wirklich die gleiche Person gemeint ist, nur dass Gaby Hauptmann keine Änderung des Namens oder einen Hinweis wollte. Vielen würde das gar nicht auffallen, mir aber schon, und ich kann nur sagen, dass genau solche Sachen und fehlenden Hinweise die Zweifler wecken. Ich kann nur empfehlen, dass ein Hinweis in der nächsten Auflage sinnvoll wäre.

Mich hat dies jedenfalls bis zum Ende des Buches verfolgt und immer habe ich mich gefragt, ob ich nicht noch irgendwo Namen übersehen habe, wo dies vorkam. Davon abgesehen gab es nur zwei weitere Kritikpunkte, die ich auch in diesem Zuge nennen möchte. Die Kapitel-Längen haben mich sehr gestört. Einige Kapitel waren nur wenige Seiten lang, andere extrem lang mit über 50 Seiten. Ausgewogen gefällt mir da doch besser. Und das andere sind Fotos. Zu einer Biographie gehören für mich Fotos und sei es nur auf normalen Seitenpapier hinterlegte Bilder. Sie schaffen immer die richtige Stimmung und lassen alles noch eine Spur authentischer und verbundener erscheinen.

Nun aber zum Positiven, denn davon gibt es auch einiges. Der Stil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen. Bildhaft, manchmal leicht abschweifend, aber nie den roten Faden aus den Augen verlierend. Zeitgleich modern, lebendig und wenn nötig sachlich. Mit ihm fliegen die Seiten am Leser vorbei
Erzählt wird aus der Ich-Perspektive und diese passt hier sehr gut. Durch ihn wirkt alles so plastisch und man fühlt sich sofort in die Zeit versetzt. Die Emotionen und Tragik der damaligen Zeit werden so deutlich, dass man teilweise das Gefühl hat es selbst zu erleben. Trotzdem versucht die Autorin nicht auf die Tränendrüse zu drücken und schafft so in meinen Augen eine wirklich gelungene und authentische Biographie, die so manchen Leser, den zweiten Weltkrieg aus einer sehr interessanten Perspektive vermittelt.

Das Leben von Edith selbst ist kein besonderes Schicksal. Gemeint ist dies im positiven Sinne, denn viele Bücher handeln von Menschen die verfolgt wurden oder selbst als Helden anderen Menschen geholfen haben. Viele andere hatten Privilegien, aber hier trifft man einfach mal eine normale Person, wie du und ich, und genau deswegen ist das Buch auch wertvoll, denn diese Blickwinkel sollten auch nie vergessen werden. Besonders meine Mutter konnte mit diesem Werk sehr viel anfangen, denn vieles hat sie mehr an ihre Kindheit erinnert, als so manch anderes Werk.

Es ist ein wirklich gutes Buch und gerade bei diesem Thema fällt es mir schwer, auch nur einen Stern abzuziehen, denn jedes Erlebnis ist wichtig, damit wir nicht vergessen. Die Kapitel-Länge ist am Ende betrachtet ein Sandkorn und auch die fehlenden Fotos können noch mit einem Augenzwinkern übersehen werden, denn leider gibt es auch heute noch viele Biographien, wo keine Fotos verwendet werden. Die Tatsache mit dem Namen ist jedoch ein Punkt der mich stört, einfach weil er in mir das Gefühl weckt, dass auch andere Dinge nicht stimmen. Versteht es bitte nicht falsch, ich verstehe, wenn aus persönlichen und rechtlichen Gründen die Namen abgeändert werden, aber dann doch komplett oder mit einem Hinweis nach dem Vorwort. Aber ohne Hinweis entstehen Zweifel, ob auch alles im Buch wirklich stimmt. Da ich an die Ehrlichkeit glaube und hoffe, dass in der nächsten Auflage der Verlag sich durchsetzen kann, bekommt das Buch vier Sterne von mir.

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