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Sebastian Fitzek - Die Therapie

===Buchdaten===
Autor: Sebastian Fitzek
Titel: Die Therapie
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Knaur; Auflage: Originalausgabe, 11. Auflage, (Juni 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426633094
ISBN-13: 978-3426633090
Kosten: 9,99€
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: Psychothriller
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 2 Tage


===Autor/in===
Sebastian Fitzek wurde 1971 geboren und zählt inzwischen zur Elite, wenn es um Psychothriller geht. Seine Werke wurden in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und schafften es auch in den USA ein Erfolg zu werden. Trotzdem ist der Autor auf dem Boden geblieben und seine Fans sind ihm durchaus wichtig. Mails von seinen Lesern beantwortet er gewissenhaft unter fitzek@sebastianfitzek.de

===Optischer Eindruck===
Ein stürmisch, roter Himmel, der Unheil verkündet, eine Dünenlandschaft und am Rande die Silhouette eines Mädchens. Das Cover gefällt mir sehr gut und passt zum Inhalt des Buches.

===Zitierter Klappentext===
Josy, die 12-jährige Tochter des bekannten Psychiaters Viktor, verschwand unter mysteriösen Umständen. Ihr Schicksal blieb ungeklärt. Der trauernde Viktor hat sich in ein abgelegenes Haus zurückgezogen. Doch er wird von einer Frau aufgespürt, die an Wahnvorstellungen leidet. Ihr erscheint immer wieder ein kleines Mädchen. Viktor beginnt mit der Therapie, die mehr und mehr zum dramatischen Verhör wird (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
http://www.amazon.de/Die-Therapie-Sebastian-Fitzek/dp/3426633094/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1357035413&sr=8-1

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Viktor Larenz ist der Star-Psychiater in Berlin, als seine Tochter schwer erkrankt. Er nimmt sich eine Auszeit und kümmert sich nur noch um sie. Von einem Arzt geht es zum nächsten, doch niemand erkennt, welche Ursache ihre Symptome haben. Als er mit ihr erneut bei einem Arzt ist, verschwindet sie aus dem Wartezimmer spurlos, während er kurz auf Toilette ist. Anfangs denkt er, dass sie alleine ins Behandlungszimmer gegangen ist, da ein Arzthelfer sie aufgerufen hat, jedoch kommt sie nicht wieder heraus. Es vergehen kostbare Minuten bis er irgendwann nachfragt und feststellen muss, dass der angebliche Termin gar nicht existierte, genauso wenig wie der Arzthelfer, der seine Tochter aufgerufen hat. Die eingeschaltete Polizei tappt im Dunkeln. Vier Jahre lang quält sich Viktor, während seine Frau es eher gelassen hinnimmt. Ein Interview bei einer Illustrierten nimmt er zum Anlass sich mit dem Verschwinden endlich auseinanderzusetzen und sich vom Alkohol abzuwenden. Er fährt nach Parkum, einer kleinen abgeschiedenen Insel, um dort in Ruhe das Interview zu bestreiten. Vor Ort bekommt er von einer unbekannten Frau Besuch. Sie nennt sich selbst Anna Spiegel und sei eine erfolgreiche Kinderbuchautorin, die jedoch schizophren sei. All ihre Figuren erwachen zum Leben, sodass sie sich selbst schon in eine Klinik eingewiesen hatte. Nun wollte sie jedoch vom Besten behandelt werden. Anfangs hat Viktor kein Interesse daran. Schließlich ist er kein behandelnder Arzt mehr. Doch die Frau lässt nicht locker und reizt ihn mit ihrer aktuellen „Vision“. Es geht um ihre Romanfigur Charlotte, die genau wie seine Tochter an einer unbekannten Krankheit litt. Anna beschreibt in den einzelnen Sitzungen alles sehr detailliert und schnell wird Larenz klar, dass sie wahrscheinlich von seiner Tochter spricht. Er heuert einen Privatdetektiv an, wird von anderen Inselbewohnern gewarnt und kann trotzdem nicht aufhören. Während dieser Behandlungen wird er selbst immer kränker und muss feststellen, dass Anna versucht ihn zu vergiften, so wie seine Tochter wahrscheinlich auch vergiftet wurde. Steckt sie mit den Entführern zusammen, gibt es eine Verbindung zu seiner kaum trauernden Frau? Viktor muss erfahren, was mit seiner Josy in Wirklichkeit passiert ist und begibt sich in tödliche Gefahr.


===Sarahs Meinung===
Der Seelenbrecher“ war mein erster Fitzek und dieses Buch hat mir noch gar nicht so gut gefallen. Es war zwar ein sehr angenehmer Thriller, der jedoch stellenweise wie ein billiger Horrorfilm wirkte. Weitere Werke von Fitzek zeigten mir jedoch, dass er nicht ohne Grund an der Spitze und so erfolgreich ist. Dementsprechend hab ich mich echt gefreut, als ich dieses Werk damals gewonnen hatte. Allerdings muss ich sagen, dass ich bei einem Debüt-Roman auch wieder etwas skeptisch bin.

Es beginnt schon mit dem Einstieg in die Geschichte. Ein Mann bringt seine Tochter zum Arzt und diese verschwindet spurlos. Wer selbst ein geliebtes Kind zu Hause hat, weiß, dass man an dieser Stelle durchdrehen kann und würde. Aus diesem Grund empfinde ich die Umsetzung der Figuren auch sehr realistisch und illustrativ. Ohne Probleme hatte ich sofort Zugang zu ihrer Welt und konnte sie mir auch optisch ohne Probleme vorstellen. Durch eine übersichtliche Anzahl von Figuren und leicht zu merkende Namen ist es von den Charakteren her ein echter Genuss.

Die von Anfang an präsente und sich kontinuierlich aufbauende Spannung trägt zum Erfolg des Buches bei. Als Leser möchte man die Hintergründe der Krankheit, aber auch die Gründe für die Entführung erfahren. So fliegen die Seiten nur so an einem Vorbei und man fragt sich, ob man das arme, kleine Mädchen jemals lebendig wiedersehen wird. So fliegen die Seiten nur noch an einem vorbei und es ist auf alle Fälle eine greifbare Spannung, die bis zum Schluss unglaublich gut aufrecht erhalten wird.

Aber irgendetwas hat mich während des gesamten Buches gestört. Anfangs konnte ich dies nicht einordnen. Ich hatte das Gefühl eines Deja Vu. Es waren nur Kleinigkeiten und das noch nicht mal so, dass mir die Geschichte selbst bekannt vorkam, sondern die Idee und die Umsetzung. Am Ende des Buches hab ich lange überlegt und irgendwann kam dann auch die Erleuchtung. Es erinnerte mich an „Der Seelenbrecher“. Es waren nur Kleinigkeiten, wie ein Unwetter, abgeschieden von der Umwelt und der Mann selbst ist auch psychisch leicht angeschlagen. Dies ist sein erstes Werk und es kommt schon die Frage auf, ob ihm beim „Seelebrecher“ die Ideen ausgegangen sind. Für jemanden der sich dieses Buch hier später vornimmt, wie in meinen Fall, ist es natürlich schon etwas blöd, wenn man das Gefühl hat eine gleiche Idee, nur etwas abgewandelt zu lesen. Hier muss ich auch sagen, dass sich auch der Stil nicht so groß vom ersten Werk unterscheidet. Der Autor erwähnt viele Details und man kann gar nicht unterscheiden, welche nun relevant sind und welche nicht. Zudem ist alles sehr sprunghaft. Damit meine ich nicht nur zwischen Gegenwart und Vergangenheit, sondern auch zwischen einzelnen Szenen. Teilweise sind es unausgereifte Gedanken. Manchmal macht sich der Protagonist Gedanken zu einem bestimmten Thema und ohne dieses wirklich zu beenden oder abzuhaken, wird auf einmal ein ganz anderes Thema aufgegriffen. Aber es sind solche Wendungen oder offenen Fragen, die einen Psychothriller auch einen gewissen Reiz verleihen. In diesem Buch ist es der Faktor, dass der Leser erfährt, dass Viktor am Ende, also der Gegenwart, in einer Psychiatrie und an einer Bahre festgeschnallt ist. Der Wunsch aus seiner Sichtweise die Gründe hierfür zu erfahren, denn geschrieben ist das Buch in einer Ich-Perspektive, sorgt trotzdem für einen gewissen Reiz und überdeckt eben die vielen Sprünge und belanglosen Details.

Egal wie spannend es ist und egal wie viele neue Details der Autor einbaut, nach rund 200 Seiten wünschte ich mir persönlich endlich eine Auflösung und keine neuen Details oder Wendungen. Als diese dann endlich kommt, war ich schon etwas überrascht, aber hauptsächlich erleichtert. Am Ende ist es in meinen Augen stark übertrieben und deswegen war ich so erleichtert. Sebastian Fitzek versucht einfach zu viele Möglichkeiten einzubauen, ohne die Gedanken jedoch völlig abzuschließen. Erst will ihn Anna angeblich umbringen und soll mit seiner Frau unter einem Hut stecken, ohne weiter Gründe wird dies abgehakt und der Bürgermeister von Parkum ist darin verwickelt, dann wiederum seine Frau, doch auch hier wird der Gedanke nur genannt und nicht ausgeführt. Kann man machen, muss man jedoch nicht. Ein kleiner Funke hätte schon gereicht, statt zahlreicher Baustellen.

Als dann alles aufgeklärt wird und ich diese Erleichterung verspürt habe, war ich echt glücklich. Die Auflösung war logisch, passend, aber hat zumindest bei mir Fragen aufgeworfen. Da ich nicht zu viel verraten will, arbeite ich hier mit einem Spoiler.

SPOILER
Viktor weiß was passiert ist, verdrängt diesen Gedanken ist einer Scheinwelt, während er in Wirklichkeit in der Anstalt liegt und keine Medikamente ansprechen. Am Ende behaupten alle, dass er in einer glücklichen Welt mit seiner Tochter verweilt und lieber so lebt, als sie noch einmal in Gefahr zu bringen. Okay, aber die angebliche Zeit auf der Insel aus seiner passiven Phase heraus, war doch alles andere als schön...

SPOILER ENDE

Auch sonst hätte ich mir einen kürzeren Schluss gewünscht, denn auch hier zieht der Autor ihn etwas in die Länge. Er verrät erst einen Teil, bei dem man schon denkt, dass ist das Ende. Zwar traurig, aber perfekt. Hier muss Fitzek sich jedoch gedacht haben, dass kann ich so nicht belassen. Es folgt eine weitere kleine Auflösung, die noch einmal zu einer guten Verlängerung führt, aber man bekommt das Gefühl, dass man dies auch hätte kürzer schreiben können. Ich denke ein heutiger Fitzek hätte die Geschichte in 200 Worten perfektioniert. Daran erkennt man, dass der Autor sich seit seinem Erstlingswerk deutlich weiter entwickelt hat. Da nützt es auch nichts, dass man alle 5 Seiten dank eines neuen Kapitels pausieren kann...

===Abschließendes Fazit===


Pro: Figuren, Idee, Schluss, Einstieg
Contra: viele unausgereifte Gedanken, unnötige Details, langgezogen
Empfehlung: Ja, 3 Sterne

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