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Heiko Grießbach - Im finsteren Wald

Bei diesem Buch konnte ich ebenfalls nicht widerstehen, denn die filmartigen, kurzen Kapitel und der Schauplatz im Herzen von Thüringen hatten einen gewissen Reiz ausgeübt. Obwohl ich genügend zu lesen hatte musste ich mir deswegen das Buch holen, als mich der Autor bezüglich einer Rezension fragte.
===Buchdaten===
Autor: Heiko Grießbach
Titel: Im finsteren Wald
Taschenbuch: 124 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (5. Dezember 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1480070904
ISBN-13: 978-148007090
Kosten: 8,00
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: Horror
Niveau: leichte Kost
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 1 Tag


===Autor/in===
Heiko Grießbach wurde 1966 in Leipzig geboren und zog 1978 nach Berlin. Bis 2000 übte er dem Beruf als Facharbeiter für geologische Bohrungen aus. Danach absolvierte er eine Umschulung zum Mikrotechnologen und arbeitet seitdem in diesem Beruf. Mit seiner thailändischen Frau lebt er in Berlin Marzahn und widmet sich einiger Zeit dem Schreiben. Durch verschiedene Teilnahmen an Wettbewerben haben es schon mehrere seiner Werke in Anthologien geschafft.

===Optischer Eindruck===
Optisch gefällt mir das Buch sehr gut, denn als Bild wurde ein wirklich düsterer Wald genommen, der perfekt zum Titel und der Geschichte passt.

===Zitierter Klappentext===
Ein Thriller Wanderurlaub im Hainich in Nordthüringen; eine Idee, die für Peter, Karin und die beiden Kinder doch nicht so gut ist, wie es scheint. Denn im größten Laubwaldgebiet Deutschlands hausen nicht nur wilde Tiere ... Das muss auch Journalist Thomas feststellen, als er in der Gegend recherchieren will ... In kurzen filmszenenartigen Kapiteln führt der Autor den Leser durch den Thriller. (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
http://www.amazon.de/Im-Finsteren-Wald-Heiko-Griessbach/dp/1480070904/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1358330234&sr=8-4

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Peter kann nach sechsmonatiger Probezeit endlich mit seiner Familie in den Urlaub. Nach einer langen Arbeitslosigkeit ist es der erste Urlaub für sie. Da noch keine großen Sprünge drin sind fahren sie kurzerhand in den Thüringer Wald. Zusammen mit seiner Frau Karin, seinem siebenjährigen Sohn Leon und seiner achtjährigen Tochter Tina möchte er einfach entspannen. Doch so erholsam wie sie es sich vorstellen, ist es mit Sicherheit nicht. Was sie nicht ahnen, ist die Tatsache, dass im Thüringer Wald nicht nur wilde Tiere hausen, sondern seit Jahrhunderten auch Menschen spurlos verschwinden. Dass es in den Wald nicht ganz mit rechten Dingen zugeht, merkt auch bald die Familie. Es beginnt ein tödlicher Wettlauf mit der Zeit bei dem es nur einen Überlebenden gibt.

===Sarahs Meinung===
Es gibt manchmal Bücher, die man lesen muss, auch wenn sie nicht in bekannten Verlagen erscheinen. In diesem Fall lag es daran, dass mich zum einen der Autor bezüglich einer Rezension gefragt hat, aber auch am Horror-Genre und der Tatsache, dass es im Herzen von Deutschland spielt. Ich selbst war früher schon mehrmals im Thüringer Wald und meine frühere beste Freundin ist dort zu groß geworden, sodass ich Erinnerungen wecken wollte. Ebenfalls macht mich die Tatsache neugierig, dass dieses Buch für den Vince Preis vorgeschlagen wurde. Doch jedes gibt es auch Bücher, wo es mir schwer fällt sie zu bewerten, so wie in diesem Fall. Warum, möchte ich euch nun erklären.

Horror auf im Grunde 119 Seiten ist in meinen Augen eine große Herausforderung. Ich persönlich finde es schwer auf einer so kurzen Strecke perfekt die Spannung aufzubauen. Damit möchte ich noch nicht vorweg nehmen wie es mir spannungstechnisch gefallen hat, sondern darauf hinweisen, dass es wirklich sehr schwer ist. Schließlich ist es eher eine „Kurzgeschichte“ im Bereich Horror. Da können teilweise nicht mal die großen immer brillieren.
Dementsprechend neugierig habe ich mich ans lesen gemacht. Doch schon auf den ersten Seiten merkt man die erste und auch größte Schwachstelle des Autors. Es sind in meinen Augen die Figuren. Ich tue mich zwar anfangs oft recht schwer eine Beziehung zu den Figuren aufzubauen, aber in diesem Fall waren die Figuren ich nicht nur blass, sondern in meinen Augen auch gänzlich falsch gestaltet. Damit ihr versteht was ich meine, möchte ich eine kleine Stelle zitieren. „Tina fühlte sich nicht wohl, sie spürte die Blicke der Männer auf sich und bereute es, sich zum Abendessen einen kurzen Rock angezogen zu haben. Ihre nackten Oberschenkel schienen die Blicke der Anwesenden Einheimischen magisch anzuziehen.“(Zitat S. 10). Es war diese Stelle, die mich zum ersten Mal richtig hellhörig werden ließ. Ihr fragt euch nun sicherlich warum!? Deswegen frage ich euch, wie als würdet ihr hier die Protagonisten schätzen? Mein Mann, der die Stelle ebenfalls gelesen hat, hat die Figur auf 16-20 Jahre geschätzt. In diesem Alter sicherlich keine verkehrte Beschreibung, aber nicht für eine achtzigjährige Protagonistin. Mein Stiefsohn ist selber gerade neun Jahre alt, sodass sich die Gedankengänge halbwegs einschätzen kann. Es ist jedoch nicht nur die Tatsache, dass sich der Autor diese Gedanken für ein achtjähriges Mädchen vorstellt, sondern auch der Hintergrund, dass die Einheimischen einem achtjährigen Mädchen überhaupt auf die Oberschenkel gucken. Anfangs hatte ich noch die Hoffnung, dass es sich um einen einzelnen Fehler handelt, aber in meinen Augen ziemlich die Figuren durchweg falsch gestaltet. Während die Gedanken und Handlungen von Tina oftmals eher wie von einem Teenagers sind, benimmt sich ihr nur ein Jahr jüngerer Bruder eher wie ein vierjähriges Kind. In Kombination mit den recht gelassen Eltern ist es in meinen Augen wirklich mit die größte Schwachstelle.

Doch nicht nur im Bereich der Figuren schwächelt der Autor. Ich weiß, dass viele Autoren keine Lektoren haben, und ich selbst auch definitiv nicht perfekt bin, wenn es um die neue Rechtschreibung geht. Trotzdem ist es in meinen Augen teilweise eine lustige Herausforderung den Worten des Autors zu folgen. Er zieht Sätze unnötig in die Länge, verwendet falsche Personalpronomen und ähnliches. Auch hier ein kleines Beispiel. „. Die Straße wurde schmaler und schlechter und er war froh, keinen Gegenverkehr 'Umschiffen' zu müssen, inzwischen schaukelte der Wagen wie ein Beiboot der die Titanic bei Sturm“ (Zitat S.1). Sicherlich ist es nicht verkehrt, aber es wirkt in meinen Augen in die Länge gezogen. Das letzte Komma wäre als Punkt sicherlich besser gewesen. Und diese zusätzlichen Kommas gibt es haufenweise, und sind sogar meinem Mann aufgefallen, der nur eine viertel Seite wegen meiner Altersfrage gelesen hat.
Zudem ist der Stil des Autors sehr trivial, teilweise sogar schon umgangssprachlich, wie man eben schon beim Zitat bemerkt hat. Ich lese wie gesagt und 200 Bücher im Jahr und da fällt schon ein umgangssprachlicher Stil stark ins Auge. Bei einigen Werken sicherlich nicht verkehrt, hier passt er meines Erachtens nicht wirklich.

Trotz dieser Aspekte bzw. Kritikpunkte habe ich das Buch zu Ende gelesen. Schließlich war ich neugierig, ob es sich nur um anfängliche Startschwierigkeiten seitens Autor handelte. Diese Hoffnung starb mit der letzten Seite. Nun fragt ihr euch sicherlich, wie zumindest der Horror bzw. Spannungsaufbau gelungen ist. Hierzu ziehe ich einfach mal eine Brücke zu Filmen, denn ein vergleichbares Buch habe ich leider nicht in petto. Horrorfilme sind definitiv sehr beliebt. Doch auch hier gibt es starke Unterschiede. Von erstklassigen Hollywood Horrorstreifen über gelungene bis solide B-Movies bis hin zu, sogenannten Horror-Trash. Dieser kann auf eine gewisse Art und Weise noch lustig sein, ist in der Regel jedoch einfach nur flach, vorhersehbar und so schwach, dass er zum Kopfschütteln und Ausschalten nach 20 Minuten sorgt. In diese Kategorie würde ich das Buch stecken. Es ist zwar amüsant, aber die Kulisse ist einfach nur flach und und durchdacht. Alleine schon, wie die Einheimischen im Thüringer Wald dargestellt werden. Man hat das Gefühl auf Hinterwäldler à la „Wrong Turn“. Trotzdem ist es auf eine gewisse Art und Weise spannend und blutig. Nicht unbedingt etwas für schwache Mägen und empfindsamen Seelen. Keine Sorge es ist nicht eklig, sondern auf seichte Art illustrativ beschrieben, was ich sogar als Pluspunkt empfinde. Leider wird das ganze in meinen Augen abgeschwächt durch Szenenwechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Zudem schweift der Autor gerne mal ab wie zum Beispiel in einer Sexszene, sodass die Spannungskurve oft ein Stück absackt.

Nichtsdestotrotz hat das Buch auch positive Aspekte. So sind Ausflüge in die deutsche Geschichte gut recherchiert worden, und auch die Grundidee finde ich erstklassig. Doch das alleine reicht in meinen Augen nicht unbedingt aus, um auf Bestsellerlisten zu landen. Wie eingangs schon erwähnt lese ich wirklich sehr viel, und muss dementsprechend auch Vergleiche zwischen verschiedenen, aber ähnlichen Werken ziehen. Sicherlich ist das Buch unterhaltsam und zeigt auch im Ansatz, dass es Potenzial beinhaltet, aber in meinem Fall muss ich leider den Vergleich ziehen und dabei schneidet das Buch nicht so ab, wie andere Meinungen wie zum Beispiel bei Amazon. Nehmen wir zum Beispiel „Morbus Dei“: es spielt ebenfalls teilweise Wald, in der Vergangenheit und in einem kleinen Dorf. Dieses ist sprachlich nicht nur perfekte sondern auch wirklich spannend. Oder auch „Das Mädchen“ von King, wo es um ein junges Mädchen im Wald geht, ist einfach durchdachter, auch ohne blutigen Hintergrund. Ich denke, ihr versteht was ich meine.
Es sind einfach von der ersten bis zur letzten Seite zu viele Kritikpunkte, als dass ich es mit fünf Sternen bewerten könnte. Und nun bin ich wieder an einem Punkt, wo es mir schwer fällt ein Buch zu bewerten. Auf der einen Seite möchte man unbekannten Autoren helfen, aber auch sich selbst und den Rezension Lesern treu bleiben. Dementsprechend bewerte ich es so, wie ich es auch sonst mache. Fakten + Lesespaß + Gefühl nach dem Lesen+ Bauchgefühl = Note. Eine Gleichung, die mir oft gezeigt hat, dass andere es auch so sehen. Doch bitte bedenkt: Bücher sind und bleiben eine Frage des Geschmacks, also bildet euch selbst eine Meinung.
In diesem Fall bekommt das Buch zwei Sterne von mir, da wie gesagt, die Kritikpunkte deutlich überwiegen. Ich kann nur hoffen, dass ich nun nicht zerfetzt werde, sondern die Punkte als eine der vielen Perspektiven angesehen werden, die es in Bezug auf ein Buch gibt.


===Abschließendes Fazit===
Guter Ansatz, der noch viel Arbeit benötigt

Pro: Idee, Geschichte Deutschlands
Contra: Stil, Figuren, Spannung
Empfehlung: 2 Sterne, nein

===TIPP FÜR DEN AUTOR===
Auch ehrliche Meinungen sollten akzeptiert werden und Bücher sind eben eine Frage des Geschmacks. Schließlich mag auch nicht jeder Cola.

~*~ Danke ~*~ fürs ~*~ Bewerten ~*~ Lesen ~*~ Kommentieren ~*~


© Eure CQ für www.sarahs-buecherwelt.blogspot.com
Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.



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