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Clara Kramer - Eine handbreit Hoffnung

 

===Buchdaten===
Autor: Clara Kramer
Titel: Eine handbreit Hoffnung
Gebundene Ausgabe: 408 Seiten
Verlag: Droemer (2. November 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426275074
ISBN-13: 978-3426275078
Originaltitel: Clara's War
Kosten: 19,95€

===Leseinformationen===
Genre: Biographie
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: jedermann
Lesedauer: 2 Tage

===Autor/in===
Clara Kramer wurde 1927 unter den Namen Schwarz geboren. Sie ist die älteste Tochter ihrer jüdischen Eltern. Aufgewachsen ist sie in Polen und lebt nun in den USA.

===Optischer Eindruck===
Ein Mädchen, ein geschriebener Text sind alles was das Cover bietet. Aber genau das trifft es auf den Punkt und gefällt mir sehr gut.

===Zitierter Klappentext===
Ausgerechnet ein Nazi versteckt Clara und ihre jüdische Familie in einem Erdloch unter seinem Haus. Clara gelingt es, dort Tagebuch zu führen. Sie beschreibt die entsetzliche Enge, das grausame Stillhalten-Müssen und die Todesangst, wenn über ihrem Kopf die deutschen Besatzer ihre Reden schwingen, die Dielenbretter unter den Stiefeln ächzen. Mehr als sechzig Jahre danach erzählt sie nun ihr Schicksal: wie trotz des Kriegs stets die Hoffnung in ihrem Herzen weiterlebte – und sie gerettet wurde. (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
http://www.amazon.de/Eine-Handbreit-Hoffnung-Geschichte-wunderbaren/dp/3426275074/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1352973494&sr=8-1

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Clara, die von allen liebevoll Clarutschka genannt wird, wird 1927 in Polen geboren. Zusammen mit ihrer großen Familie, die alle jüdischen Glaubens ist, wächst sie auf. Ihre Eltern sind nicht gerade arm. Als Hitler in Polen einmarschiert wissen sie, dass das glückliche Leben zu Ende ist. Die Aufteilung an Russland gewährt ihnen noch einen kurzen Aufschub, bis Hitler den Pakt bricht und nun die Macht komplett übernimmt. Ihnen wird klar, dass sie im Ghetto nicht lange überleben werden. Sie müssen sich verstecken, aber bis auf einen ehemaligen Verbrecher, der nur zwei Zimmer hat, will sie keiner aufnehmen. Als Freunde sich selbst ein Versteck bauen, helfen sie und können so den ersten Übergriff überleben. Danach muss es schnell gehen, und hier ist ihnen das Glück hold. Eine ehemalige Angestellte bietet ihnen Hilfe an. Als Nazis haben sie das Haus mit dem Versteck zugeteilt bekommen und bieten nun einigen Familien an, sich dort zu verstecken. Insgesamt 18 Leute hausen nach einiger Zeit in einem kleinen Loch unter der Erde. Sie überleben und müssen jeden Tag miterleben, wie Freunde, Verwandte und Bekannte sterben. Sogar sie selbst bleiben nicht davon verschont, als ein Feuer ausbricht und Claras Schwester einfach abhaut. Sie will nicht ersticken und nimmt lieber den Tod durch erschießen in Kauf. Tragisch ist nur, dass sie im Haus überlebt hätte. So leben die Familien auf engsten Raum bis zum Ende des Krieges. In einem Tagebuch, das ihr Retter, Herr Beck, geschenkt hat, schreibt sie jeden Tag, die Erlebnisse und Gefühle auf. Dieses diente ihr zusätzlich zu ihren Erinnerungen als Stütze für dieses Buch.

===Sarahs Meinung===
Das Thema „Nazis und die Judenvernichtung“ sind absolut wichtig und ein trauriges Stück deutscher Geschichte, das in meinen Augen niemals vergessen werden darf. Trotzdem sprießen seit Jahren immer neue Werke aus den Boden. Irgendwo ist es immer gleich und viele sind schon genervt. Meine Mutter, die selbst 1938 geboren wurde, fasziniert trotzdem jedes Werk. Es ist einfach ihre Kindheit und weckt eben positive, aber auch negative Erinnerungen. Dementsprechend habe ich auch so manches Buch mit dieser Thematik gelesen, einfach weil ich indirekt einen persönlichen Bezug dazu habe. Trotzdem muss ich sagen, dass viele Werke in letzter Zeit einfach nur hingeklatscht wirken. Erst kürzlich habe ich „Der Mann, der ins KZ einbrach“ gelesen, und bei solchen Werken entsteht das Gefühl: Hier möchte jemand noch auf den Zug aufspringen und Geld damit machen. Meine Mutter hat schließlich ihre Erfahrungen auch nicht in ein Buch gepackt. Zudem zeigt meine Erfahrung, dass die ersten Werke einfach authentischer und wirklich informativ sind. Da das Tagebuch von Clara Kramer jedoch sogar ausgestellt wurde, empfand ich ihren Roman schon vorab als wertvoll und freute mich darauf ihn zu lesen.

Wie eben erwähnt sind viele Werke einfach nur schnell geschrieben wurden. Bei dem Buch „Wir Kinder von Bergen-Belsen“ zum Beispiel waren viele Angaben einfach widersprüchlich und das hat mich leicht gestört, aber hier konnte man noch sagen: Vielleicht war die Liste der Nazis falsch. Allerdings durfte ich hier schon im Prolog den gleichen Fehler bemerken. Und dieser Fehler zieht sich durch das gesamte Buch.
Am Anfang des Buches befindet sich eine Ahnentafel. Nicht alle Geburtstage wurde eingefügt, aber 90% der Menschen hatten Geburts- und Todesjahr angegeben. Und ich ziehe solche Sachen gerne beim Lesen heran. Da viele 1943 gestorben sind, hat man natürlich die anderen Daten nicht so im Kopf, und ich habe hier viel geblättert. Genauso gibt es auch am Anfang eine Skizze die das Haus und das Versteck grob angegeben haben. Damit fand ich den Einstieg schon mal sehr gelungen, aber war dementsprechend auch schon während des Prologes auf 180, weil die Ahnentafel nicht mit dem Buchinhalt übereinstimmt. Abgesehen von der 1 in Mathe, habe ich sogar meinen Mann gefragt und er konnte mir das auch nicht erklären. Liegt es an der Übersetzung? Ich weiß es nicht, aber so viele Fehler kann man nicht machen und dementsprechend kam ich mir ziemlich verar...t vor. Wenn man schon ein so wichtiges und authentisches Buch schreibt, sollten Fakten stimmen.

Hier einige Bespiele. Vielleicht versteht ihr meine Aufreger...

ZITAT PROLOG: „Sie reichte Babcia, meiner Großmutter, die kleine Zosia...“ Unter dem Titel „Prolog“ steht deutlich 1.9.1939... Laut Ahnentafel wurde Zosia aber erst 1941 geboren....

In einem späteren Abschnitt heißt es, dass Giza mit 33 Jahren Witwe wurde. Laut Ahnentafel wurde sie 1906 geboren und ihr erster Mann starb 1937. Die beiden Beispiele sind noch Punkte, wo ich sage: Nach all den Jahren erinnert sie sich nicht mehr genau, und die Leute, die die Ahnentafel erstellt haben oder Korrektur gelesen haben, haben nicht darauf geachtet. Spätestens nach dem Tod ihrer Schwester hatte ich jedoch die Nase voll. Wie oben erwähnt starb ihre Schwester, als sie aus Panik während eines Brandes auf die Straße lief, aus Angst im Versteck zu ersticken oder zu verbrennen. Sie wurde 1928 geboren und starb 1943. So sagt es die Zeittafel, aber auch die Zeitangabe im Kapitel. Doch statt mal nachzurechnen heißt es, dass ihre 13jährige Schwester tapfer war und sie nicht verraten hatte. Selbst wenn man mal annimmt, dass sie noch keinen Geburtstag 1943 hatte, wäre sie 14 gewesen. Und bei einer Schwester, sollten die Fakten stimmen. Es tut mir leid, aber solche Fehler stören enorm und lassen die Glaubwürdigkeit schrumpfen. Das das der Presse nicht auffällt, finde ich schon ein Armutszeugnis.

Abgesehen von diesen Fehlern ist das Buch sehr bewegend. Die Zeit bis zum Versteck sorgt für ein gutes Kennenlernen der Familie und erklärt auch die historischen Fakten in Polen. Genauso ist auch die Zeit im Versteck. Die Emotionen, Ängste, Wünsche und Trauer sind dank der lebendigen, bildhaften Sprachwahl mit ihren einfachen Worten, greifbar. Zumal der Mann, der sie versteckt hat ein Trinker, Schläger, Ehebrecher, Nazi-Freund und Antisemit. In Kombination mit kleinen Auszügen aus dem Tagebuch ist es noch einmal authentischer. Ich persönlich hätte mir hier auch einfach eine Übersetzung des Tagebuches, das im Original polnisch ist, vorstellen können, denn die Ausschnitte zeigen, wie dramatisch alles war. Im Grunde leidet man mit jeder Sekunde, die man weiterliest. Auch wenn man weiß, wer überlebt hat und wie alt er geworden ist, ist es trotzdem eine emotionale Zitterpartie. Die Beschreibungen sind jedoch kindgerecht. Es wird alles an der Oberfläche erwähnt, aber nicht ekelhaft beschrieben. Wenn man bedenkt, dass die Leute manchmal tagelang für eine andere Person gefastet haben und so schon wenig Essen hatten, sich tagelang nicht gewaschen haben. Es muss schon ein erschreckendes Bild gewesen sein. Und dies wird leider wiederum nur erwähnt, aber nicht wirklich tief. Schwache Mägen können das Buch problemlos verschlingen. Damit will ich nicht sagen, dass ich darauf giere. Aber ich bin der Ansicht, dass bei diesem Thema schockiert werden muss und das geht eben nur mit manchmal unappetitlichen Schilderungen. Sie sind hier vorhanden, leider nur sehr selten, dass sie nicht groß auffallen.

Untermalt wird das Ganze von einigen Bildern. Großeltern, ihre Schwester, sie selbst in verschiedenen Altersstufen und natürlich das Versteck. Einige Fotos direkt nach der Zeit im Versteck hätte ich mir ebenfalls gewünscht.

Für mich ist das Buch wertvoll, aber ich empfinde es als wichtig, wenn nicht sogar als das Wichtigste, dass die Fakten stimmig sind. Und wenn ich dann solche Fehler sehe, frage ich mich schon, warum sie entstanden sind, aber auch ob die Geschichte aufgebauscht und einiges, was nicht bekannt war, hinzugedichtet wurde. Ich muss sagen, dass ich hier schwer enttäuscht war, und mir fällt es schwer dieses Buch zu bewerten. Jedes Schicksal dieser Zeit ist wertvoll und sollte nie vergesse werden, um auch die heutigen Kids aufzuklären, aber sollte ein Buch empfohlen werde, das voller Fehler steckt. Auch wenn es nur Zahlen sind, vieles andere muss man so hinnehmen, da man es nicht so leicht ausrechnen und in Frage stellen kann. Dementsprechend bekommt das Buch auch nur drei Sterne. Die Übergriffe, Massengräber und auch die Zeit vor und im Versteck will ich nicht kritisieren, aber wenn ich Fehler finde, dann zweifle ich, und dann kann ein Buch noch so wertvoll sein, ich kann ihm bei der Masse keine 5 Sterne geben.


===Abschließendes Fazit===


Pro: Stil, Fotos, Ahnentafel, Skizze Versteck
Contra: Fehler Text / Zeittafel, Schocks fehlen
Empfehlung:



~*~ Danke ~*~ fürs ~*~ Lesen ~*~ Kommentieren ~*~


© Eure CQ für www.sarahs-buecherwelt.blogspot.com
Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.



Kommentare

  1. Ich wollte nochmal Danke sagen, weil dein Buch bei mir angekommen ist. Also DANKE! :)
    Lg Steffi

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