Unbeugsam - Eine wahre Geschichte von Widerstandskraft und Überlebenskampf / Laura Hillenbrand

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Als Leseratte lese ich rund 250-300 Bücher im Jahr und muss sehr häufig feststellen, das meine Anforderungen mit jedem Jahr etwas steigen. Dabei ist es in meinen Augen gar nicht so schwer mich zufrieden zu stellen. Ein guter Plot, ein angenehmer Stil, eine ideale Umsetzung, authentische Protagonisten und je nach Genre ein gute Portion Romantik, Fantasy oder Spannung. Keiner dieser Punkte sollte jedoch übertrieben werden. Mehr verlange ich nicht. Klingt, als könnte das Buch alles erfüllen. Interessantes Thema, spannede Biographie und zudem brauchte ich ein Buch für meine Challenge aus diesem Verlag.

===Buchdaten===
Autor: Laura Hillenbrand
Titel: Unbeugsam
Gebundene Ausgabe: 519 Seiten
Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl. (September 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3608946241
ISBN-13: 978-3608946246
Originaltitel: Unbroken

===Leseinformationen===
Genre: Biographie
Niveau: anspruchsvoll
Leserschaft: Jedermann
Lesedauer: 5 Tage

===Autor/in===
Laura Hillenbrand, geboren am 15. Mai 1967 in Fairfax, Virginia, wuchs auf einer Ranch auf. Während des Studiums erkrankte sie an dem Chronischen-Erschöpfungssyndrom und wandte sich dem Schreiben von Essays und Büchern zu. Ihr erstes Sachbuch über das berühmteste amerikanische Rennpferd »Seabiscuit« wurde zu einem Weltbestseller. (Quelle: Buch)

===Optischer Eindruck===
Sonnenuntergang, ein einsames Flugzeug. Es lädt zum Träumen ein und passt perfekt zum Inhalt.Es ist also genau mein Geschmack.

===Zitierter Klappentext===
Louis Zamperini, Sohn italienischer Einwanderer, wird vom jugendlichen Schlitzohr zum Mittelstreckenläufer von Weltrang. Nach seinem fulminanten Schlussspurt beim Finale der Olympischen Spiele in Berlin 1936 beginnt seine Odyssee während des Zweiten Weltkriegs im Pazifik. Er gerät mitten ins Inferno der Gefangenschaft, wo er Folter und Hunger erträgt und überlebt. Laura Hillenbrand, die zurzeit erfolgreichste Sachbuchautorin der USA, erzählt mitreißend und erzeugt eine atemlose Spannung: den Flugzeugabsturz, die 47-tägige Irrfahrt im Schlauchboot durch den Pazifik, den Kampf gegen Haie, die Kriegsgefangenschaft unter einem der grausamsten Verbrecher des Zweiten Weltkriegs. (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
http://www.amazon.de/Unbeugsam-wahre-Geschichte-Widerstandskraft-Überlebenskampf/dp/3608946241/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1346868884&sr=1-1

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Louis wird 1917 geboren. Mit 5 fängt er an zu rauchen, mit 8 an zu trinken und das Klauen nimmt seinen Lauf. Irgendwann ändert sich alles, als er anfängt zu laufen. Der Ergeiz packt ihn, und 1936 kann er mit nur 19 Jahren an den olympischen Spielen in Berlin teilnehmen. Obwohl er nicht gewinnt, ist er mit der schnellsten Runde, der Held der Spiele. Statt jedoch weiterlaufen zu können, kommt der zweite Weltkrieg. Er geht zur Luftwaffe und als sein Flugzeug abstürzt, muss er zusammen mit zwei Freunden wochenlang ohne Nahrung auf dem Pazifik überleben. Einer stirbt, zwei werden von den Japanern gefunden und kommen in Gefangenschaft. Doch auch das ist für Louis kein Grund nicht zu kämpfen.

===Sarahs meine Meinung===
Das Buch habe ich vor einigen Monaten von meiner Mutter geschenkt bekommen, da sie gerne tragische Biographien über den zweiten Weltkrieg liest, einfach um sich an ihre Kindheit zu erinnern. Auch mich interessiert das Thema, sodass ich mich freudig ans Lesen gemacht habe. Ich muss zugeben, dass ich Louis nicht kannte. Sport interessiert mich, aber Laufen finde ich ehrlich gesagt langweilig. Trotzdem wollte ich unbedingt etwas über das angeblich harte und bewegende Leben dieses Mannes erfahren. Ohne Vorkenntnisse habe ich mich ans Lesen gemacht.

Der Einstieg in das Buch ist wirklich sehr angenehm. Man erlebt die ersten Jahre in einem guten Zeitraffer. Auf das Wichtigste beschränkt, wird nichts unnötig in die Länge gezogen. Man hatte das Gefühl die 20er Jahre in einem neuen Licht zu sehen. So war die Basis geschaffen und Louis mir trotz seiner wilden Kindheit sehr sympathisch. In dem Punkt war es der Autorin gelungen, ihn einzufangen.Lediglich seine Emotionen kamen etwas zu knapp. Irgendwann kommt dann der Punkt, der schon im Prolog erwähnt wurde, nämlich der Absturz. Die sportliche Karriere war interessant, aber irgendwie nur ein Geplänkel, da mich solche Sachen leider mehr reizen, wenn vorher an einem Punkt angehalten wird, wo es mehr als spannend ist. Die Seiten flogen nur so um mich herum, und dann wurde es langweilig, einfach weil es später sehr in die Länge gezogen wird. Nicht wegen Louis, aber es wird häufiger auf Freunde und deren Lebensgeschichte eingegangen und das gehört für mich in diese Art Biographie nicht hinein.

Normalerweise würde mich dies weniger stören, aber in diesem Fall doch. Der Grund ist ganz einfach: Wenn ihr euch die letzten Seiten anschaut, dann findet ihr 10-20 Seiten nur mit Fußnoten. Pro Kapitel mindestens 15 Anmerkungen. Man ist ständig am Umblättern und das nicht mal wegen wichtigen Punkten. Zitate werden belegt, Gedanken mit unsinnigen Fußnoten verlängert. Wie oft dachte ich, wozu musste diese Fußnote sein. Dazu kommen noch Anmerkungen am Ende der Seite. Ich liebe Biographien und ich will auch viel erfahren, aber doch nicht so. Ich empfand es mehr als anstrengend. Einziger Lichtblick zwischen all diesen Fußnoten waren die Fotos und eben das interessante Leben.

Biographien werden in zwei Arten geschrieben. Als normale Geschichte oder in Sachform. Ihr könnt euch denken, dass es hier in der sachlichen Umsetzung ist. Trotzdem ist es ein erzählender Stil, der bis auf die Emotionen, alles sehr illustrativ beschreiben.

Alles in allem ein nettes Buch, das ich nur bedingt empfehlen kann. Von mir gibt es 3 Sterne, weil ich am Ende wirklich das Buch auf Grund des ständigen Blätterns leid war. Damit möchte ich aber definitiv nicht die Wichtigkeit und Tragweite des Buches vergessen. Das Buch ist ein Stück Geschichte und zeigt, wie damals mit Menschen umgesprungen wurde. Zudem zeigt es, dass man mit Willenskraft alles erreichen kann. Es ist sogar ein Buch, dass ich Schulen empfehle. Ohne die Fußnoten, fünf Sterne.

===Abschließendes Fazit===
Ein bewegendes Schicksal um einen Weltsportler

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Anke Höhl-Kayser - Ronar Drei Ähren

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Als Leseratte lese ich rund 250-300 Bücher im Jahr und muss sehr häufig feststellen, das meine Anforderungen mit jedem Jahr etwas steigen. Dabei ist es in meinen Augen gar nicht so schwer mich zufrieden zu stellen. Ein guter Plot, ein angenehmer Stil, eine ideale Umsetzung, authentische Protagonisten und je nach Genre ein gute Portion Romantik, Fantasy oder Spannung. Keiner dieser Punkte sollte jedoch übertrieben werden. Mehr verlange ich nicht. Da mich hier schon die ersten beiden Teile interessiert haben, war der dritte Teil Pflichtlektüre

===Buchdaten===
Autor: Anke Höhl-Kayser
Titel: Ronar – Drei Ähren
Broschiert: 328 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (3. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3848220237
ISBN-13: 978-3848220236

===Leseinformationen===
Genre: Fantasy
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Kinder ab 12
Lesedauer: 1 Tag

===Autor/in===
Anke Höhl-Kayser, geboren 1962, studierte Literaturwissenschaften in den Fächern Anglistik, Skandinavistik, Amerikanistik und Germanistik. Ihr Magisterexamen machte sie an der Ruhr-Universität Bochum. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern und dem Berner Sennenhund der Familie, Baloo, in Wuppertal.

Mehr über die Autorin unter: http://www.hoehl-kayser.de/

**Weitere Werke**
Stille wird hörbar wie ein Flüstern
Ronar
Ronar – Zwei Welten

===Optischer Eindruck===
Optisch schließt sich das Buch wieder den Vorgänger-Bänden an. Gezeichnet von Noëlle-Magali sind sie düster, aber sie besitzen immer einen Lichtpunkt in Form des Mondes. Man muss es mögen, und mir gefällt es ausgesprochen gut.

===Zitierter Klappentext===
Winter liegt über dem Nebelwald. Ronar hat seinen Platz im Volk der Elthen gefunden. Doch es gibt jemanden, dem der Verlauf der Ereignisse nicht gefallen hat und der mächtig genug ist, die Zeit zu verändern.Der Zauber führt die Geschichte zurück zum Anfang: Ronar lebt wieder in seinem Dorf. Er ist wieder der Ziehsohn des Schmieds...Aber ist wirklich alles, wie es war? Was geschieht, wenn man versucht, die Zeit zurückzudrehen? Wird sie sich einen fremden Willen aufzwingen lassen – oder wird sie sich in etwas Furchtbares, Unberechenbares verwandeln?Das Finale der Trilogie stellt Ronar vor seine schwerste Aufgabe. Zurückgeworfen in eine Zeit, die sich mehr und mehr gegen ihn wendet, ohne Zauberkräfte und ohne Erinnerung an sein wahres Ich, muss er seine Fähigkeiten so schnell wie möglich zurückgewinnen – sonst wird er seine Freunde und sich selbst im Nichts verlieren. (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
http://www.amazon.de/Ronar-Drei-Ähren-Anke-Höhl-Kayser/dp/3848220237/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1347953483&sr=8-2


===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Im Nebelwald ist Winter eingekehrt und Ronar hat seinen Platz im Volk der Elthen eingenommen. Alles scheint sich endlich einmal für den Ziehsohn des Schmied zum Guten zu wenden. Doch auf glückliche Zeiten folgen grundsätzlich schlechte Zeiten, denn eine Person ist mit der gegeben Situation überhaupt nicht einverstanden. Er reist zum See und versucht das Schicksal zu verändern. Die Ereignisse überschlagen sich und nur ein Zauber schafft es dem Schicksal noch ein Schnippchen zu schlagen. Ronar wird wieder an die Anfänge gebracht und ist zurück in seinem Dorf beim Schmied. Nach und nach wird Ronar jedoch klar, dass dies nicht real zu sein scheint. Berührt er eine alte Ähre fühlt er sich anders, Erinnerungen tauchen auf und er sieht eine Welt, die ihm fremd, und doch so vertraut ist. Gelingt es Ronar die Zeit zu verändern und das Schicksalsrad wieder an die alte Position zu bringen, bevor jemand versucht hat, sie zu verändern?

===Sarahs meine Meinung===
Ronar – Drei Ähren ist der abschließende Band der Ronar Trilogie, die von vielen Fans heiß ersehnt wurde. Erneut wird der Leser in dem spannenden Fantasy-Roman in die farbenfrohe Welt der Elthen entführt, die sich der Frage Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ala Ebenezer Scrooge in etwas abgewandelter Form annimmt.

Wer nun Angst hat den Einstieg in die Geschichte zu wagen, weil die anderen Werke zu lang zurück liegen oder gar nicht vertraut sind, der kann beruhigt zugreifen, denn Anke Höhl-Kayser umgeht diese Problematik geschickt, indem sie vorab beide Bände in wenigen Worten zusammenfasst. Das Gefühl sie gelesen zu haben breitet sich aus und das letzte Abenteuer kann gewinnen.

Auch in diesem Band gebraucht Anke Höhl-Kayser einen niveauvollen, jugendlichen und lebendigen Stil, der auch schon in den vorherigen Teilen für ein eindrucksvolles Kopfkino gesorgt hat. In diesem Fall werden sogar alte Erinnerungen an längst vergessene Schauplätze und Charaktere wach, sodass es ein wahrer Genuss ist, ihren Worten zu folgen. Flüssig und sehr souverän sorgt die Geschichte, die ohne jegliche Abschweifungen oder unnötige Details daherkommt, dass man wieder ab der ersten Seite gefesselt ist.

Spannend von der ersten bis zur letzten Seite versucht sie im neusten Abenteuer ihren meist jungen Lesern etwas lehrreiches mitzugeben, ohne dieses offensichtlich erscheinen zu lassen. Gekonnt spielt sie auf rapide Veränderungen, die Vergangenheit, unterschiedliche Wege und auf Gerechtigkeit an. Wie auch schon in den anderen Teilen der Trilogie möchte sie im Grunde nur zeigen, das es leichter ist Erwachsen zu werden, wenn man sich selbst akzeptiert und die Veränderungen im Leben immer mit positivem Auge betrachtet. Dies gelingt ihr erneut sehr gut, ohne dabei ins langweilige abzuschweifen.

Das von ihr gewählte Abenteuer ist ein würdiger Abschluss für die Fantasiewelt, die man so lieb gewonnen hat. Ohne offene Fragen erschafft sie einen Schluss, den man nicht erwartet, aber ohne wenn und aber als eindrucksvoll, authentisch und königlich zugleich ist. Es entsteht nicht das Gefühl, dass etwas fehlt oder gar hätte besser sein können.

Sowohl mir als Mutter gefällt das Buch ausgesprochen gut. Ich persönlich werde trotz des gelungenen Abschlusses, Ronar und seine Freunde vermissen, so lieb gewonnen habe ich ihn während der drei Bände. Auch meine Nichte, die Ronars Abenteuer zusammen mit mir gelesen hat, ist von der Umsetzung angetan. Für sie steht fest, dass die Werke mit Fantasy-Bestsellern locker mithalten können. Uns bleibt nur zu hoffen, dass Anke Höhl-Kayser sich dieses Lob zu Herzen nimmt, und sich an ein weiteres Kinder / Jungendbuch setzt.

===Abschließendes Fazit===
Krönender Abschluss einer fantasievollen Trilogie.

Pro: Stil, Figuren, Idee
Contra: nichts
Empfehlung: Ja, 5 Sterne



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© Eure CQ für www.sarahs-buecherwelt.blogspot.com
Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.


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Bücher vom Buchleser

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Demnächst steht wieder ein Buchwichteln an, und ich hab mal wieder keine Ahnung, was ich mir wünschen soll. Ihr wisst ja ich les am Liebsten Überraschungsbuchpakete, die bei Ebay für den gleichen Preis weggehen, wie ein neues Buch. Aber wer erfüllt einem schon diesen Buchwunsch. Deswegen stöbere ich gerne bei anderen Blogs, Amazon oder Buchseiten.

Dabei bin ich auf eine echt coole Seite gestoßen, die ich euch gerne vorstellen möchte. "Der Buchleser"ist eine Seite, die sicherlich auch anderen Buchverrückten gefällt. Hier könnt ihr nach Autoren, Verlagen und Genres stöbern bis der Arzt kommt. Ein ganz liebes, redaktionelles Team berichtet so schön und ehrlich über die Bücher, dass man sie am Liebsten sofort kaufen würde. Das Besondere, weswegen ich die Seite echt gerne besuche: Hier gibt es neue Bücher, die von der Masse schon entdeckt wurden, aber auch kultverdächtige Bücher, die entdeckt werden wollen. Also genau das richtige für Sarahs Bücherwelt.

Also, schaut mal vorbei. 


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R. L. Stine - Ahnungslos

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==Kennst du dein erstes Date gut genug?==

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Als Leseratte lese ich rund 250-300 Bücher im Jahr und muss sehr häufig feststellen, das meine Anforderungen mit jedem Jahr etwas steigen. Dabei ist es in meinen Augen gar nicht so schwer mich zufrieden zu stellen. Ein guter Plot, ein angenehmer Stil, eine ideale Umsetzung, authentische Protagonisten und je nach Genre ein gute Portion Romantik, Fantasy oder Spannung. Keiner dieser Punkte sollte jedoch übertrieben werden. Mehr verlange ich nicht.

Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich vor einigen Wochen ertauscht habe. Wie ihr wisst, war ich schon immer ein großer Fan von R. L. Stine und bin es bis heute geblieben, auch wenn ich nicht mehr 12 bin, finde ich seine Werke entspannend. Diesmal habe ich ein Buch ertauscht, welches ich vorher noch nicht gelesen hatte. Erstes Date und dann gleich mörderisch, dass kann ja nur gut werden. Gespannt machte ich mich ans lesen, und habe es in einem Zug vernichtet.

===Buchdaten===
Autor: R. L. Stine
Titel: Ahnungslos
Verlag: Loewe
Erschienen: 2001
ISBN-10: 3785538464
ISBN-13: 9783785538463
Seiten: 152
Kosten: 7,50€
Serie: Fear Street

===Leseinformationen===
Genre: Thriller
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: ab 12
Lesedauer: 2Stunden

===Autor/in===
Robert L. Stine, geb. am 8. Oktober 1943 in Columbus, Ohio in den USA, schrieb sich nach der Schulzeit an der Ohio State Universität ein, die er mit dem Abschluss eines Bachelor of Art (BA) verließ. Danach arbeitete er als Lehrer, bevor er anfing, Bücher zu schreiben. Zehn Jahre war er auch Herausgeber von 'Bananas', einer humoristischen Zeitschrift für junge Leute in den USA. Daneben ist er bis heute Drehbuchschreiber für eine TV-Show für Kinder namens 'Eureeka's Castle'. In seiner Freizeit geht er gerne schwimmen und sieht sich alte Filme an. Heute lebt er mit seiner Frau Jane und Sohn Matthew unweit des Central Parks in New York. Stine hat über 100 Bücher für Kinder und Jugendliche veröffentlicht mehr als 90 Millionen Bücher verkauft. (Quelle: Amazon)

===Optischer Eindruck===
Das Buch gibt es in verschiedenen Layouts. Meine Version ist mit einem Auto, welches im Nebel parkt. Schlicht und gefällt mir definitiv nicht so gut, wie das neuere Cover. Hier wird ein Pärchen angedeutet, das an einer Klippe steht. Das Mädchen kehrt dem Jungen den Rücken zu, während bei ihm angedeutet wird, dass er sie schubst. Passend, spannend und die bessere Variante.

===Zitierter Klappentext===
Der Wind bläst ihr die Haare ins Gesicht. Doch Chelsea merkt es nicht. Denn sie hat ein Date. Das erste in ihrem Leben! Wenn nur der gut aussehende Will nicht so schüchtern wäre! Da ist ihr Sparks schon lieber. Doch auch der benimmt sich manchmal seltsam. Chelsea ist zwischen beiden Jungen hin- und hergerissen. Und sie ahnt gar nicht, in welche Gefahr sie sich begibt … (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Chelsea ist ein junges Mädchen, dass neu in die Stadt gezogen ist. Einige Bekanntschaften hat sie auch schon geschlossen, aber ihre neue beste Freundin ist viel zu verliebt, als das sie viel Zeit für sie hätte. Auch Chelsea wünscht sich nichts sehnlicher als einen Freund, und dann sind da auch noch zwei Jungen, die sie plötzlich umwerben. Zum Einen ist da der unheimliche Junge aus dem Cafe ihres Vaters. Er benimmt sich komisch, deutet Treffen mit ihr an, erscheint zu den unmöglichsten Zeitpunkten, und auch wenn sie ihn süß findet, macht er ihr Angst. Die Alternative ist ihr schüchterner Mitschüler, der schon rot wird, wenn ein Mädchen in seiner Nähe ist. Als dieser sie nach einem Date fragt, sagt sie ohne zu zögern zu. Selbst als er sie darum bittet niemanden von dem Treffen zu erzählen, findet sie es nicht merkwürdig, sondern eher süß. Dabei weiß Chelsea einen wichtigen Punkt nicht. Sie ist auserkoren, um zu sterben. Sie ist im Visier eines Jungen, der schon einige Mädchen in anderen Orten auf den Gewissen hat. Als plötzlich das FBI vor der Tür steht, sie aufklärt und nach Hinweisen fragt, ahnt Chelsea, dass ihr Leben in Gefahr ist, wie recht sie hat, wird sie noch am eigenen Leib erfahren.

===Sarahs meine Meinung===
Auch wenn ich mit meinen 29 Jahren nun schon fast 20 Jahre älter bin, als die vorgesehene Zielgruppe, kann ich bei Werken von R. L. Stine einfach nicht widerstehen. Sofern sie realistisch sind, und nicht durch mysteriöse Aspekte verschandelt werden, finde ich sie sehr spannend und gelungen. Klar, sind sie nicht mit großen Psycho-Thrillern für Erwachsene vergleichbar, aber sie sind eine gute Abwechslung, entspannen und unterhalten mich auf eine angenehme Art und Weise.

Dieses Buch klang sehr vielversprechend, denn jeder hatte schon mal ein erstes Date oder hat diesem entgegen gefiebert. Selbst jedes neue Date kann später auf diese Handlung zutreffen, weswegen ich sie auch so interessant finde.

R. L.Stine setzt diesmal nämlich auf ein Thema, dass jeden, egal ob weiblich oder männlich, treffen kann. Er greift die Thematik erstes Date auf, und wirft gekonnt die Frage ein: Wie gut kennst du dein Date eigentlich. Sind wir mal ehrlich, in den meisten Fällen ist das Date dazu da, die andere Person besser kennenzulernen. Egal ob in der Schule, beim Sport, unterwegs oder ganz modern übers Internet. Einiges weiß man, aber wirklich kennen tut man sein Gegenüber nicht. Es könnte also ein Vergewaltiger, ein Mörder oder sonst was sein. Wir wissen es nicht. Ein Thema, dass jeder kennt, aber nicht oft genug angesprochen werden kann, um gerade junge Menschen zu warnen.

In diesem Fall baut R. L. Stine seine Geschichte auf einen gequälten Jugendlichen auf, der einen bestimmten Typ Mädchen töten muss. Diesen Typ verkörpert Chelsea. Was es genau ist, das weiß der Leser nicht. Sie ist ein typisches Mädchen mit Wünschen, Träumen. Sie ist liebenswert, leicht naiv, einsam und bietet zahlreichen Leserinnen die Möglichkeit sich mit ihrer Person zu identifizieren. Auch die anderen Charaktere sind sehr authentisch dargestellt.

Doch das allein nützt nichts, wenn Stine inhaltlich nicht glänzen kann. Wie schon bei anderen Werken aus seiner Feder setzt er auf zwei Blickwinkel. Gleich zu Beginn darf der Leser den Mörder bei einer seiner Taten begleiten. Es vermittelt neben einen kleinen Eindruck in die Gedankenwelt, aber auch Hinweise auf die Person selbst. Somit schafft er eine gute Basis für ein Duett. Damit ist gemeint, wenn ein Autor versucht zwei Figuren einzuführen, die beide sehr verdächtig erscheinen, ins Profil passen und sich merkwürdig verhalten. So kann der Leser mitraten, wer denn nun der Bösewicht ist. Es baut eine gewisse Grundspannung auf, die durch gezielte Einwürfe und Indizien immer wieder in die Irre führen. Langweilig wird es somit eigentlich nicht. Für mich gibt es keine bessere Möglichkeit, sofern diese eben gut umgesetzt wird. Dieser Versuch scheitert jedoch an der zu frühen Auflösung des Täters. Schon nach der Hälfte des Buches wird der Täter zu 100% entlarvt und trotz kleiner Wendung ist damit der Spannungsbogen wieder bei 0. Sicherlich ist es zusätzlich interessant zu wissen, ob Chelsea es rechtzeitig herausfindet und überlebt, aber ich liebe Bücher, wo ich bis fast zum Schluss in die Irre geführt werde. Eine Technik, die R. L. Stine sehr gut beherrscht, wie aus anderen Werken deutlich hervorgeht.

Zudem stört oftmals die naive Haltung der Hauptfigur. In der heutigen Zeit würde ich nie mit einem fremden Jungen ausgehen ohne andere davon zu informieren. Würde mir jemand sagen: Lass es ein geheimes Date werden, und dazu dann später noch in einen einsamen Wald, ich würde da nie mit machen. Schon in meiner Jugend war man so aufgeklärt, dass gewisse Dinge einfach zu gefährlich sind. Allerdings repräsentiert diese Umsetzung leider Gottes trotzdem eine kleine Anzahl von Menschen, denn auch jetzt gibt es immer noch so naive Menschen. Aus diesem Grund finde ich das Buch lehrreich und kann es nicht nur Eltern und Lehrern empfehlen. Zudem ist es einfach eine Geschichte, die auch Jugendliche anspricht. Einziger Kritikpunkt ist definitiv die ruinierte Spannung und bei einem Thriller geht dies in meinen Augen gar nicht. Ein Fehler, den sich ein Stine erlauben kann, da er Fans hat, der jeden neuen Autoren allerdings trotz guter Idee den Kopf gekostet hätten.

Einen weiteren Fehler begeht der Autor meines Erachtens in der Umsetzung der Schlussszene. Hier erwartet jeder Spannung, die auch zu einem gewissen Grad umgesetzt wird. Doch dann passiert eine unglaubliche Auflösung. Sie ist nicht unlogisch, weil dies definitiv möglich ist, aber irgendwie bekommt man beim Lesen das Gefühl, dass der Autor einfach nicht wusste, wie er es besser lösen kann.

Nichtsdestotrotz eine passable Auflösung, die zur Idee des Buches passt. Wirkliches Highlight des Buches ist allerdings der gewohnt plastische, frische, moderne, jugendliche Stil, der leicht und flüssig zu lesen ist, und weder über- noch unterfordert.

Alles in allem jedoch eine schwache Leistung, vergleicht man das Buch mit anderen Werken. Als Erstlingswerk hätte ich den Autoren eher durchschnittlich eingeordnet und mir nur im geschenkten Fall ein weiteres Buch geholt. Dementsprechend: Es geht besser! Auch wenn ich es von der Thematik her gut umgesetzt finde, und das Buch eigentlich ein abschreckend, aber wertvolles Beispiel ist, bekommt es nur zwei Sterne. Der Grund: Ich habe schon so viele Werke gelesen, die deutlich besser waren und vergleichbar, schneidet dies eben nur mit 2 ab.

===Abschließendes Fazit===
Brisantes Thema interessant umgesetzt, aber durch zu frühe Aufklärung ruiniert.

Pro: Idee, Thematik, Stil, Figuren
Contra: Schluss, Spannung, Aufklärung
Empfehlung: 2 und ja, wegen der Thematik



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Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.



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Günstig tolle Kinderbücher im Leseland

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Durch Zufall bin ich vor einiger Zeit auf den Verlag an der Este gestoßen. Wie ihr wisst finde ich Kinderbücher sehr wichtig und so habe ich den Verlag angeschrieben und wegen eines Rezi-Exemplares angefragt. Zwei Bücher wurden mir zugesandt, die ich rezensieren durfte.

Als Mutter eines 1jährigen und 8jährigen Sohnes versuche ich stets die Kinder mit Büchern in Kontakt zu bringen, da ich lesen sehr wichtig empfinde. Meine angeheiratete fast 12jährige Nichte liest seit Jahren schon gerne, sodass wir gerne Bücher tauschen. Dementsprechend hatte der Verlag gute Spanne für die Auswahl.

Das Ergebnis ist interessant. Ich stell es euch einmal vor:

Mario, der Bergmaulwurf

Das Buch ist für Kinder ab 7, hat 32 Seiten und kostet 3,95€. Der  Klappentext für euch: Der kleine Bergmaulwurf Mario liebt es, große Erdhügel auf seiner Wiese aufzutürmen. Gern würde er den jährlichen Wettbewerb um den schönsten Maulwurfshügel gewinnen! Aber wie soll er das schaffen, wo der Boden in den Bergen doch so steinig und hart ist? Sein Freund, der alte Mann Giovanni, hat eine Idee. Als Mario aus seinem Winterschlaf erwacht, erlebt er eine große Überraschung!


Das klang schon einmal sehr vielversprechend. Ich wusste vorab nicht, dass das Buch für Kids ab 7 Jahren ist und nach meinem ersten Vorablesen hätte ich das Buch für Kids ab 3 eingeschätzt. Viele Bilder, große Schrift und ein interessantes Thema. Lehrgehalt ist vorhanden. Es geht um Wünsche, wie man sie sich erfüllt, Freundschaft und vieles mehr. Es lässt sich leicht und flüssig lesen.Verglichen mit anderen Büchern, die ebenfalls ab 7 Jahren sind, wirkt es doch sehr kindlich. Mein Sohn hat es angefangen und nach drei Seiten abgebrochen, da er es einfach nur langweilig fand. Er hat sich lediglich die Bilder bis zum Schluss angesehen. Inzwischen les ich meinem 1jährigen Sohn abends daraus vor oder lass ihn sich die Bilder ansehen. Für den Preis ein schönes Buch.Man sollte jedoch bedenken, dass die Handlung eher für jüngere Kinder gedacht ist.

Zabu Bd 1.
Zabu ist ein Buch das für Kinder ab 8Jahren geeignet ist. Es ist ein Antolin-Buch, also ein Buch, dass mein Sohn für den Computerunterricht, wo ein Antolin-Wettbewerb ausgerichtet wird, gebrauchen kann. Es liegt preislich bei 7,90€ und hat 62 Seiten. 

Für euch der Klappentext: Zabu, der junge Schwertwal, wird durch ein riesiges Treibnetz von seiner Familie getrennt. Auf der abenteuerlichen Reise zurück zu seinen Artgenossen muss er spannende Abenteuer bestehen. Er lernt viele ihm bisher unbekannte Meeresbewohner kennen. Zabu gewinnt Piet den Pottwal zum Freund, er rettet einem Buckelwalbaby das Leben und hat große Mühe beim Wettschwimmen gegen einen Delfin mitzuhalten. Erst der Rat der Belugas bringt ihn dem Ziel seiner Reise näher. Ein liebevoll bebildertes Leseabenteuer über die beeindruckendsten Geschöpfe der Meere.

Das Buch wurde von meinem Sohn innerhalb von zwei Tagen durchgelesen. Das Abenteuer liebt er sehr. Es ist nicht nur schön geschrieben, sondern auch sehr lehrreich. So geht es darum seinen Weg in der Welt zu finden, sein Ziel nie aus den Augen zu verlieren, um echte Freundschaft und das Kennenlernen von neuen Personen. Das Buch ist altersgerecht mit einigen schönen Bildern unterlegt, die sogar meinen Malmuffel zum Zeichnen bewegt haben. Das Buch ist jeden Cent wert und zu WEihnachten bekommt er den zweiten Teil.


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Tricia Rayburn - Im Zauber der Sirenen

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===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Winter Habor ein schöner Ferienort, der jedes Jahr zahlreiche Touristen anzieht. Vanessa und ihre Schwester fahren auch regelmäßig in ihr Ferienhaus. Gleich nebenan wohnt eine befreundete Familie, die zwei Söhne im gleichen Alter hat. Während Justine sich eher mit dem jüngeren Caleb amüsiert und seit einiger Zeit eine Sommerknutscherei am Start hat, kann Vanessa mit dem ältere Bruder Simon eher etwas anfangen. Doch in diesen Ferien soll sich das alles ändern, denn Caleb wird von Zara angebaggert, und Justine verunglückt tödlich bei einem Sprung von der Felsenklippe. Während ihre Eltern umgehend nach Hause reisen, fährt Vanessa wieder zurück, um für sich einige Unklarheiten zu klären. So leicht ist dies jedoch nicht, denn Caleb, der ihr diese beantworten könnte, ist spurlos verschwunden, und Simon ist mit wissenschaftlichen Ausarbeitungen beschäftigt. Der Grund sind merkwürdige Stürme, die inzwischen schon so manchen Toten gefordert haben. Vanessa nimmt diese Einsamkeit zum Anlass und fängt in einem Restaurant, wo sie Paige, ein nettes Mädchen kennengelernt hat, an zu jobben. Es ist eine gefährliche Freundschaft, denn Paige Schwester ist Zara, die noch immer ein Auge auf Caleb hat. Eine Sirene, wie sich herausstellt, kann doch nicht den Mann, den sie auserkoren hat, einfach fallen lassen.

===Sarahs meine Meinung===
In den letzten Jahren habe ich sehr viel Fantasy gelesen, und ich muss sagen, dass ich mich aktuell auf Bücher mit Protagonisten zwischen 16-25 festgelegt habe. Dieses Buch habe ich als Wichtelgeschenk bekommen, und war sehr neugierig, wie es sein würde. Genau mein Geschmack.

Der Einstieg in das Buch ist etwas holprig. Man kennt die Figuren noch nicht genau, weiß nicht warum sie dort sind, ob sie alleine hingefahren sind, wie das Verhältnis genau ist, und andere solcher Aspekte. Dadurch ist man die ersten Seiten etwas hin- und hergerissen zwischen gut und schlecht. Das ändert sich jedoch in einem schnellen Tempo, denn irgendwann werden alle Fragen beantwortet sein. Auf angenehme Art und Weise werden die Figuren nach und nach beschrieben, und durch den gewählten Einstieg ist man sofort mit ihnen verbunden. Schließlich hat man etwas mit ihnen erlebt und begleitet sie auf ihrem Weg, sodass sie einem eher vertraut erscheinen. Für jeden Geschmack ist zudem etwas dabei. Es sind eben junge Erwachsene und Jugendliche, die wie du und ich sind, sympathisch, lebendig und mit einigen Macken, die zeigen, auch wenn ich es will, wirklich erwachsen bin ich noch nicht.

Dieses freundliche Kennenlernen wird vor allen Dingen durch den modernen, jugendlichen, plastischen Stil gewährt, der die Seiten nur so dahin fliegen lässt. Man versteht nicht nur alles, sondern kann sich auch alles direkt im Kopf vorstellen. Wodurch das Lesen gleich eine Nummer angenehmer ist.

Inhaltlich greift die Geschichte den Mythos rund um Sirenen auf. Ihre Künste, die Männer zu verzaubern und in den Tod zu treiben, sind jedem bekannt. Warum also nicht auch in der heutigen Zeit darauf bauen. Hier wird es nicht in einem reinen Fantasy-Buch, sondern auch einem Hauch von Krimi eingebaut. Schließlich müssen die Leichen erst einmal identifiziert und geklärt werden. Die Umsetzung ist eine Mischung aus erste Liebe, eben den Ermittlungen und dem gewissen Hauch Fantasy. In meinen Augen wird es an keiner Stelle langatmig oder langweilig.

Die Jugendlichen zu begleiten, das Geheimnis zu entdecken und den Obergau zu verhindern, ist ein wahrer Lesegenuss. Man sollte das Buch aber nicht als triviale Kost einschätzen, sondern auch den Lehrgehalt berücksichtigen, denn hier wird unter anderem gezeigt, dass die Fassade bei starken Menschen, die den Kick brauchen oft nur dazu da ist, um ihr verängstigtes Ich zu schützen. Es können Leute sein, die wie Justine immer das Gefühl haben, dass andere Menschen besser sind, und nur wenn sie bestimmte Ziele erreichen auch geliebt werden. Deswegen zeigt das Buch, dass es wichtig ist hinter diese Fassade zu schauen.

Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, und hab wirklich mal wieder ein Buch an einem Tag gelesen. Aus diesem Grund kann ich es euch nur empfehlen. Selbst der Schluss ist einfach köstlich. Spannend, eine überraschende Wende, die alles bis dahin wichtige klärt, aber eben neugierig auf den zweiten Teil macht. Dieser sollte laut Amazon im Juli erschienen sein, aber kann noch vorbestellt werden, daher kann ich nichts näheres dazu sagen.

===Abschließendes Fazit===
Fantasy trifft auf Jugend-Krimi der besonderen Art.

Pro: Stil, Figuren, Spannung, Umsetzung
Contra: nichts
Empfehlung: 5 Sterne sagen Ja




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Lesley Pearse - Das helle Licht der Sehnsucht

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Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Als Leseratte lese ich rund 250-300 Bücher im Jahr und muss sehr häufig feststellen, das meine Anforderungen mit jedem Jahr etwas steigen. Dabei ist es in meinen Augen gar nicht so schwer mich zufrieden zu stellen. Ein guter Plot, ein angenehmer Stil, eine ideale Umsetzung, authentische Protagonisten und je nach Genre ein gute Portion Romantik, Fantasy oder Spannung. Keiner dieser Punkte sollte jedoch übertrieben werden. Mehr verlange ich nicht.

Meine Mutter liebt Bücher der Autorin. Sobald sie diese ausgelesen hat, bekomme ich sie von ihr geschenkt. Meist hat meine Mutter einen guten Geschmack. Es ist selten, dass ich von ihrer Auswahl enttäuscht bin. Dieses Buch habe ich einige Wochen, Monate vor mir hergeschoben, da es mit 603 Seiten, doch recht dick ist. Nun habe ich es allerdings gelesen, und möchte euch davon natürlich erzählen.

===Buchdaten===
Autor: Lesley Pearse
Titel: Das helle Licht der Sehnsucht
Originaltitel: Trust me
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 2011
ISBN-10: 3404148398
ISBN-13: 9783404148394
Seiten: 608
Kosten: 8,99€
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: Abenteuer Roman
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Frauen
Lesedauer: 4 Tage

===Autor/in===
Lesley Pearse wurde in Rochester, Kent, geboren und lebt mit ihrer Familie in Bristol. Ihre Romane belegen in England regelmäßig die ersten Plätze der Bestsellerlisten. Neben dem Schreiben engagiert sie sich intensiv für die Bedürfnisse von Frauen und Kindern und ist Präsidentin für den Bereich Bath und West Wiltshire des Britischen Kinderschutzbundes. (Quelle: Amazon)

Weitere Titel:
# Mein Herz war nie fort
# Wenn tausend Sterne fallen

===Optischer Eindruck===
Das Cover ist genau mein Geschmack. Es ist romantisch, still und lädt zum Besuchen ein. Man kann träumen und wünscht sich diesen ruhigen Anblick einmal live zu erleben.

===Zitierter Klappentext===
Die Schwestern Dulcie und May sind acht und fünf Jahre alt, als bei einem Streit ihrer Eltern die Mutter auf tragische Weise stirbt. Obwohl ihr Vater unschuldig ist und seine Töchter über alles liebt, kommen die Mädchen in ein Waisenhaus. Eine Zeit voller Entbehrungen und Einsamkeit beginnt. Als Dulcie und May Jahre später die Gelegenheit erhalten, nach Australien auszuwandern, ergreifen die Mädchen trotz ihrer Jugend die vermeintliche Chance. Doch bald zeigt sich, dass das Leben auf dem neuen Kontinent nicht nur aufregend und abenteuerlich, sondern auch entbehrungsreich und gefährlich ist … (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
http://www.amazon.de/Das-helle-Licht-Sehnsucht-Roman/dp/3404148398/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1345645016&sr=1-1

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Dulcie und May leben in England, haben Vater und Mutter, und eine mehr oder weniger glückliche Kindheit. Lediglich ihre Mutter macht ihnen das Leben schwer, denn statt sich um ihre Kinder zu kümmern, geht sie lieber zum Friseur, kauft sich neue Kleider, und lässt ihre Kinder dafür in zu kleinen Schuhen herumlaufen oder sogar hungern. Nach einem solchen Alleingang gibt es zwischen den Eltern einen Streit, der für die Frau mit einem tödlichen Sturz endet. Ein Unfall, das das Gericht jedoch nicht anerkennt, und den Vater für viele Jahre verurteilt. Die Mädchen, die durch diesen Streit erfahren haben, dass sie andere Väter haben, kommen vorläufig zu ihrer Großmutter, und als diese erkrankt ins Waisenhaus. Dort ist es hart, sie müssen arbeiten, auch im Winter in den Garten, haben keine eigene Kleidung und das Essen ist auch alles andere als lecker. Als sie das Angebot bekommen nach Australien zu gehen, sagen sie sofort ja. Für sie ist es eine Chance. In Wahrheit wollen sie den Abschaum aus England raus haben. In Australien geht das Elend weiter. Schläge, keine Kleidung, sexueller Missbrauch und vieles mehr. Dulcie und May entzweien sich und als Dulcie endlich aus dem Heim in eine Stellung darf, ist sie glücklich. Dort ist es jedoch noch schlimmer. Sie muss wie ein Hund draußen schlafen, bekommt nur Abfälle zu essen und wird nur fertig gemacht. Sie haut ab, und wird wieder zurückgebracht. Von da an wird es besser, bis die Farmers Frau abhaut. Der Polizist, der sie damals zurückgebracht hatte, nimmt sie erst einmal auf, und vermittelt sie zu einer echt lieben Familie. Sie wird wie eine Tochter behandelt und ist wirklich glücklich. Zumal sie einen total lieben Jungen kennenlernt. Sie heiraten sogar und Dulcie ist zum ersten Mal richtig glücklich. Doch ihr Mann kann nicht mir ihr schlafen, und ihre Schwester, mit der sie sich gerade wieder vertragen hat, verschwindet spurlos. Als sich einige Monate ein Mann meldet, der sie um Hilfe bezüglich ihrer Schwester bittet, fährt sie ins vier Tage entfernte Sydney. Sie findet ihre Schwester mit einem süßen Kind im Rotlichtviertel. May will ihren Sohn ins Heim stecken, da sie einfach so nicht mehr weiter kann. Dulcie verhindert dies, und nimm Noel erst einmal mit zu sich, damit May nachdenken kann, doch diese nutzt die Gelegenheit um abzuhauen. Da Dulcie ihren Neffen wegen ihrem Mann nicht mitbringen darf, bleibt sie bei Noels Vater, der sie auch angerufen hatte, und kümmert sich um die beiden, bis alles gerichtlich geklärt ist. Zu Hause angekommen merkt sie, dass ihr Leben so nicht weiter gehen kann. Sie setzt ihrem Mann eine Frist, und er stellt sich ihr zu Liebe seiner Vergangenheit. Eine Vergangenheit, die ihn komplett aus der Bahn wirft und Dulcies Leben ebenfalls gänzlich verändern wird.

===Sarahs meine Meinung===
Zwischen all den Krimis, Thrillern und Jugendbüchern brauch ich einfach mal etwas leichtes und trotzdem bewegendes. Genau ein solches Werk ist „Das helle Licht der Sehnsucht“. Wer ein wirklich triviales Buch erwartet, dem sollte gleich vorweg gesagt werde: Trivial gibt es hier nicht.

Das Buch setzt sich mit der Problematik der Heimkinder der 40,50,60er Jahre in England und Australien auseinander. Vor allen Dingen steht die Aufdeckung rund um die Behandlung der Kinder durch Nonnen und andere Geistliche im Vordergrund. Und genau aus diesem Grund ist das Werk alles andere als trivial, denn das Thema ist nicht nur ein Stück Geschichte, sondern regt auch zum Nachdenken an. Sind wir mal ehrlich, auch heute haben es Heimkinder nicht immer leicht. Aus diesem Grund kann man es auch als Denkanstoß nehmen, dass man den heutigen Heimkindern mehr unter die Arme greift, und ggf. nicht wegschaut.

Die Autorin setzt dieses Thema mit den unterschiedlichen Protagonisten Dulcie und May mehr als ansprechend um. Während Dulcie ein anpassungsfähiges Mädchen ist, dass sich Freunde macht, Strafen auf sich nimmt, und jedem hilft, der Hilfe braucht, ist ihre Schwester egoistisch, klaut den lieben langen Tag und schleimt sich ein, wo sie kann. Das das Leben später auch dementsprechend verlaufen wird, ist ein Selbstläufer. Der Leser fragt sich nur, wie es genau aussehen wird. Durch diese Figuren sollen jüngere Leser bildhaft dargestellt bekommen, dass sich unterschiedliche Charaktere auch später im Leben unterschiedlich entwickeln bzw. unterschiedlich weit kommen. Es ist eine Freude diese beiden Figuren zu verfolgen, da sie sich logisch und konsequent weiterentwickeln.

Nicht nur die Figuren sind authentisch, sondern auch die Schauplätze, Situationen und Fakten rund um Australien und England. Dafür sorgt ein lebendiger und zeitloser Stil, der sich sehr angenehm lesen lässt. Er sorgt dafür, dass die 603 Seiten an keiner Stelle langatmig erscheinen.

Der Inhalt ist zwar vorhersehbar, abgesehen von ein bis zwei Wendungen, aber trotzdem ist es nicht langweilig. Es ist einfach interessant zu sehen, wie die damalige Zeit dort war, wie das Leben der Heimkinder in Australien aussah und wie es verläuft. Zumal man die Wahrheit über Ross, den Mann von Dulcie, erfahren möchte. Ich persönlich habe den Ausgang in diesem Punkt zu 100% getroffen, muss aber sagen, dass ich mir persönlich einen anderen Schluss erhofft hatte. Hier setzt die Autorin auf Realismus. Eine schöne Tatsache, die auch Fans von Happy Ends glücklich machen wird, aber eben auf eine andere Art und Weise. Es ist in meinen Augen ein sehr trauriges Ende, dass so manchen Leser Tränen in die Augen zaubern wird.

Generell ist die Geschichte sehr herzergreifend, aber ich persönlich würde sie nicht als kitschig oder auf Mitleid aus beschreiben. Es ist eine schöne bewegende Geschichte, die auch jeder Zeit eine Biographie hätte durchgehen können, denn die Geschichte beinhaltet mehr Wahrheit, also so manch anderes Buch.

Für mich beinhaltet das Buch alles, was ein solches Buch braucht. Abenteuer, Herzschmerz, Romantik, Liebe, Spannung, Gefahr und vieles mehr. Aus diesem Grund kann ich das Buch auch nur empfehlen.

===Abschließendes Fazit===
Australien der Nachkriegszeit – authentisch, einfühlsam und abenteuerlich.

Pro: Figuren, Spannung, Stil, Umsetzung
Contra: vorhersehbar
Empfehlung: Ja, 5 Sterne



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© Eure CQ für www.sarahs-buecherwelt.blogspot.com
Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.


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1 Kommentare:

Zoe Beck: Das alte Kind

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Da ich mich in der letzten Zeit immer schwer entscheiden konnte, was ich nun als nächstes lesen will, habe ich diesmal ein Buch aussuchen lassen. Mein Mann fand, dass dieses Werk so neu aussah und dabei interessant klag, sodass er es einfach wählen musste. Wie sich mal wieder zeigte, hat er einen goldenen Griff. 90% der Bücher, die er auswählt, sind am Ende so gut, dass das Buch eine gute Bewertung bekommt.

===Buchdaten===
Autor: Zoe Beck
Titel: Das alte Kind
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 2010
ISBN-10: 3404164431
ISBN-13: 9783404164431
Seiten: 304
Kosten: 7,99€
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: Thriller
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Frauen
Lesedauer: 2 Tage

===Autor/in===
Zoë Beck, geboren 1975, wuchs zweisprachig auf und pendelt zwischen Großbritannien und Deutschland.
Ihre große Liebe neben der Literatur ist die Musik: Mit drei Jahren begann sie, Klavier zu spielen, gewann bald darauf diverse Wettbewerbe und gab zahlreiche Konzerte.
Heute arbeitet sie als freie Autorin, Redakteurin und Übersetzerin.
2010 erhielt sie den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte "Bester Kurzkrimi". (Quelle: Buchangabe)

===Optischer Eindruck===
Das Cover hat etwas ruhiges aber auch beängstigendes. Man sieht ein Schaukelpferd, einsam auf einem Holzboden und der Hintergrund ist überbelichtet, also hell. Man sucht das Kind, aber es ist keins da, und das ist genau die richtige Stimmung für den Einstieg.

===Zitierter Klappentext===
Carla Es sind nur wenige Tage, die Carla von ihrem Kind getrennt im Krankenhaus verbringt - Tage, die alles verändern. Als die Schwester ihr das Baby in die Arme legt, stellt Carla entsetzt fest: Das ist gar nicht ihr Kind! Doch niemand glaubt ihr - Fiona Fiona wacht in ihrer Badewanne auf. Kerzen stehen am Wannenrand, Blütenblätter schwimmen auf dem Wasser, das sich allmählich rot färbt - von ihrem Blut! Mit letzter Kraft schleppt sie sich zum Telefon. Im Krankenhaus behauptet sie, jemand hätte versucht, sie zu töten. Doch niemand glaubt ihr - (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
http://www.amazon.de/Das-alte-Kind-Zoë-Beck/dp/3404164431/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1344764285&sr=8-1



===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Zwei Geschichten, ein Zusammenhang. Ende der 70er Jahre in Berlin. Carla ist erfolgreich und Mutter von zwei Kindern, als sie wegen einer Gürtelrose ins Krankenhaus muss, ahnt sie nicht, dass sich ihr Leben auf tragische Art und Weise verändern wird, denn als sie ihr jüngstes Kind, ein Mädchen von 6 Monaten endlich wieder in die Arme schließen darf, erkennt sie, dass dies nicht ihr Baby ist. Sie kämpft, aber niemand, nicht mal ihr Mann glaubt ihr. Sie muss sogar in Behandlung, denn alle denken, sie sei verrückt, denn ihr Kind hat eine tödliche Krankheit. Klar, dass sich da eine Mutter nicht mit abfinden kann und eine solche Lüge erfindet. Fliss gehört nämlich zu den alten Kindern, Kindern die mit ca. 12 Jahren sterben, weil sie schon Greise sind.

Jetzt in England. Fiona wacht in ihrer Badewanne auf und schwimmt in ihrem eigenen Blut. Mit letzter Kraft ruft sie den Notarzt, der ihr jedoch nicht glaubt, dass sie sich nicht selbst umbringen wollte. Nur blöd, dass sie sich an die letzten Stunden so gar nicht erinnern kann. Zu allem Pech erfährt sie durch diesen Mordversuch auch noch, dass ihre Eltern gar nicht ihre Eltern sind. Sie wendet sich an ihre Tante, die ihr weitere schockierende Infos zum Tod ihrer Mutter liefert. Sie empfiehlt eine Therapie bei einem Kollegen zu machen, und damit kommt ein Steins ins Rollen, womit niemand gerechnet hat, denn dieser Seelenklempner ist der Sohn von Carla, und sein Geheimnis ist tödlich.

===Sarahs meine Meinung===
Zoe Beck ist eine Autorin von der ich zwar schon einiges gehört habe, aber von der ich noch nie ein Werk gelesen habe. „Das alte Kind“ ist also mein erstes Buch aus ihrer Feder und neugierig habe ich mich ans Lesen gemacht.

Der Einstieg in das Buch war absolut verwirrend. Einerseits spielte die Geschichte im alten Berlin der 70er Jahre und dann war auf einmal ein Sprung in die heutige Zeit rüber nach England. Zwar waren diese Sprünge sehr deutlich, während Berlin groß und deutlich zu lesen war, empfand ich England doch arg klein, aber so wusste ich zumindest immer wo ich war. Später gibt es noch Briefe, die in einem grauen Kasten mit Schreibschrift verfasst werden. Man kann es schon als extrem gegliedert auffassen. Damit hatte ich kein Problem, sondern viel mehr empfand ich die beiden Orte einerseits völlig zusammenhanglos, und gleichzeitig wusste ich schon nach dem ersten Sprung, wie sie später zusammen kommen. Vielleicht nahm das einen gewissen Reiz für mich, denn nach 50 Seiten empfand ich es einfach nur als langweilig. Zwei hysterische Frauen ist einfach zu viel. Eine behauptet sie sollte umgebracht werden, behauptet verlobt zu sein, keine Verwandten zu haben, um dann alles gleich zu widerlegen. Auf der anderen Seite eine Frau, die ständig behauptet, das Krankenhauspersonal habe ihr Kind vertauscht. Es kostet den Leser einige Nerven, obwohl ich als Mutter selbst weiß, wie man sein Kind kennt. Ich hätte es auch sofort gemerkt und kann nachvollziehen, wenn man sein Kind haben möchte, und wie man sich fühlt, wenn es verschwindet, aber niemand einem glaubt. Das Hauptproblem sind eben diese hysterischen Ausraster und das Übertriebene. Ein Mann, der nie zu Hause ist, eine Mutter, der niemand glaubt, eine Frau der niemand glaubt, eine Mitbewohnerin, die sie kopiert. Vieles versteht man einfach nicht. Vieles versteht man überhaupt nicht, wodurch die Geschichte einfach blass und an den Haaren herbeigezogen wirkt. Ich als Mutter habe ständig Fotos von meinem Zwerg gemacht, um seine Veränderung festzuhalten. Schon meine Mutter hatte das gemacht. Und nun heißt es hier, das letzte Bild sei vor vier Monaten gemacht worden. Genauso fragt man sich, warum eine Frau mit einer anderen zusammenzieht, die einen bis ins kleinste Detail kopiert, obwohl man keine Fans mag. Man versteht zwar die Frauen, aber sie sind keine starken Protagonisten, mit denen man sich identifizieren mag. Obwohl sie sehr lebendig geschildert wurden, blieben sie für mich irgendwo blass.

Irgendwann kommt jedoch der Punkt, wo man sagt, man möchte die Hintergründe wissen, denn der anfängliche Verdacht bestätigt sich zu 100%. Man liest und liest weiter. Unterstützt wird das Ganze eben durch den flüssigen, modernen, illustrativen Stil und eine brisante Thematik. Kindesentführung oder das Vertauschen von Säuglingen, ist kein tägliches Problem, aber auch keins, das man nie wieder passieren wird. In diesem Fall ist es jedoch in meinen Augen eher eine enttäuschende Umsetzung. Um diese Aussage untermauern zu können, muss ich etwas mehr auf den Ausgang, also die Lösung eingehen, sodass ich es lieber im Spoiler erledige.

SPOILER ANFANG
Wie sich später herausstellt hat der Mann, aber auch der Bruder des verschwundenen Mädchens irgendwann gewusst, dass die Mutter richtig lag. Statt ihr das zu sagen oder herauszufinden was damals passiert ist, wird die Mutter im Dunkeln gelassen, und ihr wird nach wie vor der schwarze Peter zugeschoben. Schließlich war sie am Untergang der Familie Schuld, nicht die Tatsache, dass sie richtig lag, und ihr keiner geglaubt hat. Drüben in England ist es genauso. Fiona gibt Ben, einen One Night Stand als Verlobten aus, der wiederum ermittelt für jemanden wegen Fötus-Forschung im Bereich Selektion des Wunschkindes. Hier wird einem Angst und Bange, zumal man weiß, dass es genügend Forschungen in diesem Bereich gibt, und so was sicherlich irgendwo gemacht wird, ohne das es die Welt erfährt. Mit diesem Teil könnte man noch leben. Aber dann ist da Morag, ihre Kopie, und als sie stirbt, weil sie sich für Fiona ausgibt, und sich mit Dr. Jack treffen wollte, möchte man mehr erfahren, warum sie diese Kopie geworden ist. Sie wird eingeführt, als Tatsache hingestellt, dann wird einiges über die Anfänge in den Raum geworfen, aber die Gründe werden nie genannt. Das Morag sie damals umbringen wollte, ist nun ein Selbstläufer, denn es kann doch nur eine Fiona geben. Genau hier wären wirklich die Anfänge interessant gewesen. Stattdessen geht die Aufklärung einfach zu Jack über, der schon viel früher wusste, dass Fiona seine Schwester ist, und verhindern wollte, dass sie das Geld und den Ruhm ihres leiblichen Vaters ihm streitig machen will. Dazu war eine gute Recherche nötig, und eine gute Recherche hätte auch gezeigt, dass ihr jetziger Vater ihr alles zahlt, und es ihr gar nicht ums Geld gehen kann.

SPOILER ENDE
Es wird irgendwie teilweise schlecht konstruiert. Dafür ist aber alles logisch und am Ende sogar spannend. Für einen Thriller ist es jedoch zu wenig spannend, denn diese kommt erst ganz zum Schluss. Als Krimi würde ich es auch nicht bezeichnen, denn dazu fehlt die Polizeiarbeit. Es ist eine Mischung davon mit einem großen Anteil an Drama würde ich sagen.

Wie gesagt man kann es lesen, und die Frage nach den Hintergründen fesselt, sodass ich es auch als gut empfand. Zudem hatte ich das Gefühl das alles irgendwo schon einmal ähnlich gelesen zu haben, wobei ich den Titel nicht mehr sagen kann, da ich ein besseres inhaltliches Gedächtnis habe.

Alles in allem ein Buch, das in meinen Augen guter Durchschnitt ist. Sicherlich eine gute Umsetzung, im Vergleich zu anderen Werken, aber es nützt nichts, wenn es auf den ersten 200 Seiten einfach nicht zum Punkt kommt, und dann auch noch durch den Schluss nicht überzeugen kann. Mir mangelte es an Spannung und eben Klarheit. Daher auch nur eine mittelmäßige Bewertung.


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