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R. L. Stine - Der Augenzeuge

===Buchdaten===
Autor: R. L. Stine
Titel: Der Augenzeuge
Gebundene Ausgabe: 154 Seiten
Verlag: Loewe Verlag (2000)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785535961
ISBN-13: 978-3785535967
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Kosten: 7,50€
Serie: Fear Street

===Leseinformationen===
Genre: Jugendthriller
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Kids ab 12
Lesedauer: 1 Tag

===Autor/in===
Robert Lawrence Stine, 1943 geboren, entdeckte bereits mit neun Jahren seine Liebe zum Schreiben. Seit 1965 lebt er in New York City, wo er zunächst als Lektor tätig wurde. Seine ersten Bücher waren im Bereich Humor angesiedelt. Seit 1986 hat sich R. L. Stine, jedoch ganz den Gruselgeschichten verschrieben. 1992 kam für ihn mit der Kindergruselserie "Gänsehaut" der ganz große und weltweite Erfolg. Die Zeitung USA Today hat 1999 ermittelt, dass er der erfolgreichste Kinderbuchautor aller Zeiten ist. (Quelle: Amazon)

===Optischer Eindruck===
Ein stiller Beobachter, nämlich wir, blickt auf eine Gruppe Jugendliche, die augenscheinlich Campen. Passt zum Buch und schafft schon einmal eine authentische Grundstimmung

===Zitierter Klappentext===
Jemand kennt dein Geheimnis. Es sollte nur ein harmloser Campingtrip werden. Sechs Jugendliche nachts allein auf Fear Island - das klingt nach Zelten, Lagerfeuer und jeder Menge Spaß! Doch dann begeht Della einen schrecklichen Fehler - und die Nacht wird zu einem Albtraum. Einem Albtraum, aus dem es kein Erwachen gibt. Denn jemand hat sie beobachtet. Und dieser Jemand lässt ihr keine Ruhe mehr … (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
http://dizzy.ucoz.ru/goosebumps/Der_Augenzeuge.pdf Hier habe ich eine Leseprobe gefunden..

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Della und ihr Freund Gary haben sich vor kurzem getrennt. Genauer gesagt Della hat die Nase nach einem Streit voll gehabt, und möchte sich nun eigentlich wieder mit ihm versöhnen. Doch gar nicht so leicht die richtigen Worte und den richtigen Augenblick zu finden. Deswegen hat sie sich vorgenommen, den Ausflug des Naturkundeclubs zu nutzen, um mit ihm zu sprechen. Die Gruppe besteht neben Gary und Della, noch aus Pete, einem schnuckeligen, perfekten Jungen; Suki, einer Rebellin; Ricky, einen witzereißenden, dicklichen Außenseiter und Mia, Dellas zurückhaltender beste Freundin. Zusammen mit ihrem Lehrer wollen sie dieses Wochenende auf die Fear Street Insel zum Campen. In letzter Sekunde kommt ihm jedoch etwas Privates dazwischen und die Kids beschließen heimlich und alleine dorthin zu fahren. Die Eltern wissen schließlich von dem Ausflug, der Lehrer hat sie sogar persönlich informiert, warum also nicht die Gunst der Stunde nutzen. So geht es für die Gruppe los. Auf der Insel angekommen, wollen sie mit Farbpistolen etwas herumtollen. Mädchen gegen Jungen. Für Della natürlich ungünstig, denn so kann sie nicht mit Gary reden, der eh nur noch Augen für Suki hat, und der, keine fünf Minuten nach Ankunft auf der Insel, schon mit ihr rumknutschen musste. Aufgeteilt und mit diesem traurigen Gedanken, Gary verloren zu haben, macht sich Della auf den Weg zumindest etwas Spaß und Rache zu haben. Unterwegs trifft sie auf Ricky und trifft ihn sogar. Die folgende Flucht vor Ricky führt sie immer tiefer in den Wald und endet, als plötzlich ein fremder Mann vor ihr steht. Sie unterhalten sich und Della merkt, dass mit ihm was nicht stimmt. Sie flieht, doch er erwischt sie und triebt sie zu einer Schlucht. Mit letzter Kraft wehrt sie sich und stößt ihn dabei versehentlich in die Tiefe. Obwohl sie sofort herunterklettert, kann sie nur noch seinen Tod feststellen. Kein Puls und ein total schiefer Kopf sprechen für sich. Innerlich kämpft sie mit ihren Gefühlen und beschließt es für sich zu behalten. Doch leider haben ihre Freunde sie dabei gesehen. Auch sie finden keinen Puls und beschließen ihn mit Laub zu bedecken und zurückzulassen. In der Nacht hören sie komische Geräusche, denken sich jedoch nichts. Am nächsten Tag geht es von der Insel weg und zurück ins alte Leben. Doch leider haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Mysteriöse Briefe landen im Briefkasten, sie werden verfolgt und können sich niemanden anvertrauen. Als ihr Lehrer den Ausflug am nächsten Wochenende wiederholen will, hat keiner Lust, doch eine vergessene Farbpistole zwingt sie den Ausflug zu wiederholen. Dabei geraten sie in tödliche Gefahr, denn der Augenzeuge, der sie zu Hause bedroht, folgt ihnen auf Schritt und Tritt.

===Sarahs meine Meinung===
Auch wenn ich eigentlich nicht mehr zur Zielgruppe, 12-16 Jahre gehöre, lese ich noch immer gerne Bücher des Autors. Sie sind zwar immer alle ähnlich, da man bis zum Ende auf eine falsche Spur gelenkt wird, um dann ein überraschendes Ende zu nehmen, aber wenn man diesen Trick durchschaut hat, achtet man mehr auf den Inhalt und kennt das Ende schon vorab. Trotzdem hat mich das nie groß gestört. Da diese triviale und doch lehrreiche Art von Lektüre immer wieder für Unterhaltung sorgt, habe ich mir einen ganzen Karton bei Ebay Kleinanzeigen gekauft.

Der Anfang wirkt bei dieser Geschichte leicht in die Länge gezogen. Durch den Klappentext wusste ich schließlich schon einiges über den Ausflug, und wollte einfach nur auf die Insel. Stattdessen musste ich durch ein recht zähes Kennenlernen mit den Protagonisten. Das Problem liegt nicht an den unterschiedlichen Charakteren, denn hier baut R. L. Stine geschickt Charakterzüge ein, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Vom ausgeflippten Girl, über die Schüchterne bis zum dicken Trottel. Dadurch bietet der Autor den Lesern die Möglichkeit sich zumindest mit einer Figur zu identifizieren. In meinen Augen wirkt es so zähflüssig, weil er schon hier versucht den Leser in die Irre zu führen, in dem er eine Trennung einbaut. Keine schlechte Idee an sich, doch er denkt den Schritt nicht zu Ende. Zu keinem Zeitpunkt erfährt man den Grund für die Trennung und das ist in meinen Augen ein Manko. Wenn man eine solche Richtung einschlägt, sollten die Hintergründe präsent sein und keine offenen Fragen zurücklassen.

Trotzdem kommt irgendwann der Punkt, wo das Buch endlich spannend wird. Der Umschwung erfolgt mit der Ankunft auf der Insel und setzt sich mit dem Thema: Wenn man seine Eltern belügt, auseinander. Es ist ein Thema, dass viele Jugendliche in dem Alter betrifft. Wer hat seine Eltern in dem Alter nicht belogen, um sich etwas Freiheiten zu erkämpfen. Man geht auf eine Party, oder trifft sich mit einem Jungen, und sagt seinen Eltern etwas von Lernen. Es ist ein wichtiges Thema, und ich finde es gut, dass R. L. Stine es aufgreift. Er schafft es mit einer spannenden Geschichte, die Kids immer zum Nachdenken anzuregen.

Neben diesen Grundstein setzt der Autor noch auf Gespräche mit Fremden, denn Della trifft im Wald auf einen fremden Mann, der gut und freundlich aussieht. Binnen weniger Sekunden schlägt seine freundliche Fassade jedoch in die Realität um, und er zeigt sein wahres Gesicht.

Der Autor zeigt ab diesem Punkt, wie gefährlich Fremde sein können, aber auch die Tatsache, dass man seinen Eltern nicht die Wahrheit gesagt hat. Hätten die Kinder ihre Eltern nicht belogen, hätten sie einfach die Wahrheit sagen können, und ihre Eltern um Hilfe bitten können, so sind sie mit ihren Ängsten, Sorgen und Zweifeln alleine.

Das Geheimnisse immer auffliegen und Lügen kurze Beine haben, trifft auch hier wieder zu, denn mit dem unbekannten Augenzeugen, geht es rasant und spannend weiter. Nichts für schwache Kindernerven. Dafür sorgt der illustrative, lebendige, jugendliche Stil, der authentisch jede Situation, jedes Gefühl widerspiegelt. Kopfkino ist vorprogrammiert – einfach weil alles bis ins kleinste Details aufeinander abgestimmt ist und ein rundes Gesamtbild präsentiert.

Hier ein kleines Beispiel ZITAT S. 37: Della blieb an einer hochstehenden Wurzel hängen, kam aber schnell wieder auf die Beine. Jetzt lief sie blind vor sich hin, dichtes Laub rauschte an ihr vorbei. Und der mann war direkt hinter ihr. Er sprang vorwärts. Seine Arme griffen nach ihren Beinen. Er brachte sie zu Fall.
Sie kam hart auf dem Boden auf. Ihr Knie pochte, und der schmerz schoss durch ihren ganzen Körper. Seine arme umschlossen ihre Taille. Er hatte sie hochgezogen, bevor ihr richtig bewusst wurde, dass er sie wieder eingefangen hatte. Ärgerlich versetzte er ihr einen kräftigen Schlag auf den Oberarm. Er riss ihr die Farbpistole aus der Hand und stieß ihr den Lauf in den Rücken. „ Lassen Sie mich los! Lassen Sie mich los!“, jammerte sie.(Zitat. S. 37)

Das Besondere ist, dass der Leser animiert wird, selbst zu grübeln, wer der Augenzeuge ist. Natürlich hat man die Gruppe im Verdacht, bis ein kleiner Zeitungsausschnitt klärt, dass es sich um eine weitere fremde Person handelt. Allerdings ist Stine ein Autor, der seine Leser gerne in die Irre führt. Ich konnte nicht daran glauben, dass es ein Fremder sein sollte. Und ich kann euch sagen, dass mich der Autor diesmal wirklich mit dem Schluss überrascht hat. Alle meine wilden Fantasien und Theorien erwiesen sich als falsch. Stattdessen setzt der Autor auf ein Phänomen, dass mich als treuen Leser doch etwas enttäuscht hat. Es ist sicherlich ein logischer und in sich schlüssiger Schluss, der Spannung pur verspricht, aber eben nicht das, was ich mir erhofft hatte. Ich bin zwar sehr froh, dass es so ein realistischer Ausgang ist, denn wer Stine kennt, weiß, dass er gerne ins Übersinnliche abschwenkt, und das ist ein Einfluss, den ich so gar nicht mag, aber hier muss ich sagen, dass meine Theorien mir mehr zugesagt hätten.

SPOILER

Wen es interessiert und für all die faulen lieben Schüler, die sich hier ihre Referate heraussuchen. Es handelt sich um zwei flüchtige Verbrecher. Der eine ist in die Schlucht gestürzt, aber da er ein Herzproblem hat, ist sein Puls so schwach, dass nicht mal Ärzte ihn wirklich gut finden können. Dementsprechend war er nur verletzt und nicht tot. Bei einem verrenkten Kopf, Kälte, keinem Puls und keiner Bewegung, würde niemand noch den Atem kontrollieren, aber nun gut. Er und sein Kumpel haben dann versucht die Kids zu erpressen, weil sie ja gehört haben, dass sie nichts sagen konnten. Meine Theorie, dass der Lehrer oder einer der Kids mit in der Sache hängt, hätte mir da ehrlich besser gefallen, weil dies einfach typischer für den Autor gewesen wäre.

SPOILER ENDE

Vom Alter her denke ich, dass die Empfehlung von 12 Jahren gut gewählt ist. Zwar ist die Wortwahl sehr einfach, die Sätze sehr kurz und die Kapitel ermöglichen viele Pausen, sodass auch jüngere Leser diesbezüglich folgen können, aber der Inhalt könnte bei jüngeren Lesern zu Alpträumen führen. Zumal es Kinder einfach zeigt, dass sich Lügen und Heimlichkeiten nicht lohnen. Es ist in meinen Augen ein Thema, dass in Schulen in dieser Form gerne aufgegriffen werden kann. Der Lehrgehalt ist schließlich sehr groß.

Empfehlen kann ich dieses Buch wie immer jeden. Auch wenn ich älter bin, konnte ich dieses Buch nicht aus der Hand legen. Leicht, modern und sehr spannend.

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