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Kein Himmel über Afrika

 ===Buchdaten===
Autor: Kerstin Cameron
Titel: Kein Himmel über Afrika
Taschenbuch: 348 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch; Auflage: 1 (1. September 2003)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548364373
ISBN-13: 978-3548364377
Kosten: 0,48€ gebraucht
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: Biographie
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Frauen
Lesedauer: 2 Tage

===Autor/in===
Kerstin Cameron, 1960 als Tochter deutscher Eltern in Nigeria geboren, betrieb zusammen mit ihrem Mann ein Flugunternehmen und eine Farm in Arusha, Tansania. Nach ihrem Freispruch kehrte sie zurück nach Deutschland. Heute lebt sie in Kenia. (Quelle: Amazon)

===Optischer Eindruck===
Optisch gefällt mir das Buch weniger, denn statt eines eigenen Covers wurde hier speziell eins mit den Figuren aus der deutschen Verfilmung verwendet. Da dieses Buch jedoch das tatsächliche Schicksal beinhaltet, und nicht die Film Umsetzung, hätte ich es besser gefunden ein eigenes Cover zu nehmen.

===Zitierter Klappentext===
4. Juli 1998, Mitternacht: Cliff Cameron liegt blutüberströmt im Schlafzimmer seiner von ihm getrennt lebenden Frau Kerstin. Millionenschulden, Alkohol und die zerrüttete Ehe gipfeln in dieser Nacht in einem tragischen Selbstmord. Fast zwei Jahre später wird Kerstin Cameron überraschend verhaftet. Die Anklage lautet: Mord ? obwohl die Polizei überzeugt ist, dass ihr Ehemann sich selbst erschossen hat. 370 Tage sitzt die Deutsche unter katastrophalen Bedingungen in einem Frauengefängnis mitten in Tansania getrennt von ihren vier kleinen Kindern, sieht sie einem schrecklichen Schicksal ins Auge: der Todesstrafe.(Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Es ist die Nacht des 4. Juli 1998, die das Leben von Kerstin Cameron verändert. Als Kerstin sich von ihrem ersten Ehemann Anfang der Neunzigerjahre scheiden lässt, um mit Cliff Cameron erneut dem Bund der Ehe einzugehen, weiß sie, dass diese Ehe nicht leicht wird. Cliff hat den Hang dazu die Frauen zu lieben. Schon vor der Ehe hat er Kerstin mit einer anderen Frau betrogen. Trotzdem lässt sie sich scheiden und heiratet ihn. Anfangs läuft auch alles gut. Sie haben ein kleines Flugunternehmen, ihr Mann hat zusätzlich eine Farm und eine Goldmine, zwei wunderbare Kinder ergänzen die zwei Kinder aus erster Ehe, und alles scheint gut zu laufen. Trotz einiger Wutausbrüche, Streitereien und gefährliche Situation lieben sich die beiden über alles. Doch dann verändert sich die Situation. Kerstin hat das Gefühl, dass ihr Mann schon wieder eine heimliche Affäre hat. Auch sonst greift der immer öfters zum Alkohol, und wird extrem gewalttätig. Er zerschlägt nicht nur das Mobiliar, sondern schließt auch wild durch die Gegend. Aus Sorge um ihre Kinder und sich selbst zieht Kerstin einen Schlussstrich. Cliff und sie trennen sich fürs erste. Trotzdem treffen sie sich immer wieder und wie es aussieht steht einer Versöhnung nichts im Wege. Zumindest von Cliffs Seite aus. Kerstin hingegen ist mit den gelegentlichen Treffen vollkommen zufrieden. Schließlich sind der Alkoholkonsum, die Waffenspielereien und die Gewalt immer noch präsent. Als es wieder eines Nachts zu einem Treffen der beiden kommt findet Kerstin heraus, dass die Affäre keine Einbildung war. Sie nimmt ist noch recht gelassen, unterhält sich mit ihrem Mann und verbringt einen recht harmonischen Abend mit ihm. Als er jedoch mit ihr sexuell aktive werden möchte, weist sie ihn jedoch ab. Sie dreht sich um, und danach geht alles sehr schnell. Ein Satz von ihm, ein Knall und schon ist er tot. Cliff hat sich eine Kugel in den Kopf gejagt. Kerstin die völlig verzweifelt ist, rennt nach draußen und versucht verzweifelt Hilfe zu holen. Die Polizei und ein Arzt kommen, genauso wie zahlreiche Freunde. Für alle ist klar, dass er sich selbst umgebracht hat. Doch seine Familie in Neuseeland, besonders sein Bruder, können diese Theorie bzw. Tatsache einfach nicht hinnehmen. Zwei Jahre lang sammeln sie Beweise teilweise sogar gefälschte Beweise, um Kerstin einen Mord anzuhängen. Am 4. Mai 2000 ist es dann soweit. Kerstin wird wegen Mordes verhaftet. Insgesamt 370 Tage muss sie im Gefängnis bangen und hoffen, ob der Richter sich freispricht oder nicht. Sollte auch der Richter bestochen sein, muss in der Todesstrafe rechnen. Dank zahlreicher toller Anwälte, liebevoller Freunde und kompetenter Fach-Zeugen kann die Anklage widerlegt werden und sie wird am 11. Mai 2001 freigesprochen. Bis heute probiert die Familie von Cliff zu beweisen, dass sie ihn umgebracht hat.

===Sarahs Meinung===
Bei diesem Buch handelt es sich um eine wahre Begebenheit. Sie hat Anfang 2000 für Schlagzeilen in den Medien gesorgt. Nach Freilassung von Kerstin Cameron wurde ihr Schicksal auch vom Ersten verfilmt. Zeitgleich erschien auch ihre Biografie. Das Schicksal anderer Menschen fasziniert so manchen Leser. So ergeht es auch meiner Mutter, die sich dieses Buch sogleich kaufte. Nachdem sie es gelesen hatte, ging es in meinen Besitz über. Nun habe ich es endlich gelesen, den Film kenne ich übrigens nicht, und möchte euch nun meine Meinung nicht vorenthalten.

90 % der afrikanischen Schicksale in denen weiße Frauen beteiligt sind, befassen sich mit dem Scheitern einer Ehe. Meistens sind es jedoch Ehen mit Eingeborenen. Dies trifft bei diesem Schicksal jedoch nicht zu. Das Buch beginnt mit der Verhaftung von Kerstin Cameron. In meinen Augen ein sehr guter Einstieg, denn dadurch ist der Leser gleich mittendrin in einem spannenden Abschnitt. Er ist gefesselt und möchte die Hintergrunde erfahren. Diese enthält Kerstin Cameron uns natürlich nicht vor, sondern lässt den Leser mit zahlreichen Rückblenden die Geschehnisse erleben. Es ist eine gute Wahl für einen Aufbau, allerdings gehöre ich zu den Lesern, die zumindest in den Rückblenden eine zeitliche Linie wünschen. Dies ist hier jedoch nicht gewährleistet. So bleibt mir zum Beispiel verborgen, warum Kerstin und ihre Familie in Afrika leben. Man hört zwar raus, dass sie schon seit ihrer Geburt in Afrika lebt, aber man muss dies zwischen den Zeilen herauslesen. Hier hätte ich mich als Leser sehr gefreut, wenn sie in wenigen Sätzen auf ihre Kindheit, die Grunde ihrer Eltern für ein auswandern oder ähnliches eingegangen wäre. Dass ihre erste Ehe nur am Rande erwähnt wird, finde ich jedoch nicht schlimm. Schließlich dreht es sich hauptsächlich um ihre zweite Ehe. Hier erfährt man jedoch auch nur bruchstückhaft gewisse Ausschnitte. Mal erinnern sie sich durch einen bestimmten Satz an eine bestimmte Aussage, dann wird die Erinnerung an einen brutalen Zusammenstoß geweckt und dann wiederum sind es glückliche Momente. Eine klarere Strukturierung hätte mir persönlich besser gefallen, trotzdem kann sich der Leser sicher sein, dass alle Fakten und wissenswerten Aspekte auch erfährt.

Neben dem Scheitern ihrer zweiten Ehe, und dem Tod ihres Mannes geht es natürlich um die Zeit im Gefängnis, und ihre Verurteilung. Da die Mehrheit von ihrer Unschuld überzeugt ist, und sie die einzige Weiße im Gefängnis ist, wird sie bevorzugt behandelt. Trotzdem erlebt sie hautnah mit, wie es in einem solchen Gefängnis zugeht. Um die Situation besser darstellen zu können, geht sie auf zahlreiche Schicksale von Mithäftlingen ein. Dabei geht es um Verurteilungen, die jeglicher Grundlage entbehren. Da muss nur ein anderer etwas behaupten und schon landet der Beschuldigte für Jahre im Gefängnis. Kerstin hilft und unterstützt ihre Mitgefangenen natürlich wo sie kann. So erfährt der Leser vieles über die Situation in afrikanischen Gefängnis. Besonders interessant wird es, als es Kerstin selbst vor Gericht geht. Ihre Verhandlung mit zu verfolgen, ist durchaus spannend, aber natürlich auch langatmig. So wie sie es erlebt hat, mit all den Wiederholungen seitens Anklage, Richter und Verteidigung, müssen auch wir es erleben. Gerade durch die Tatsache, dass man schon vorab weiß, dass die Angeklagte freigesprochen wird, kann es für einige Leser natürlich langweilig werden. Schließlich zieht sich die Gerichtsverhandlung über 200 Seiten. Ich selbst fand es faszinierend, die Gepflogenheiten in anderen Ländern einmal so hautnah mit erleben zu dürfen, sodass es mich weniger gestört hat. Lediglich das Schlussplädoyer bzw. die Urteilsverkündung seitens Richter hätte in meinen Augen etwas kürzer ausfallen dürfen.

Untermalt wird das Buch mit zwei Bildabschnitten. Gerade bei Tatsachenbüchern finde ich Fotos immer besonders aussagekräftig, und wichtig. Fehlende Fotos kritisiere ich immer. Allerdings muss ich sagen, dass sich hier wiederum etwas enttäuscht war. Der erste Abschnitt befasst sich mit Filmszenen. Es ist das gleiche wie beim Cover. Entweder nutzt man eigene und reale Fotos, oder der Inhalt sollte auch an die Filmfassung angepasst werden. Sicherlich ist es nicht verkehrt, einmal zu sehen, wie die Schauspieler aussehen, aber schließlich geht es ja um das Schicksal von Kerstin nicht um das Schicksal von Katharina. Der zweite Fotoabschnitt zeigt jedoch reale Fotos von Kerstin, ihrem Mann und ihrer Familie. Ganz ehrlich, entweder hätte man dies bei diesem Abschnitt belassen sollen, oder den ersten Teil durch andere eigene Fotos ersetzen sollen. Dies ist jedoch nur meine Meinung, und jeder sollte selbst beurteilen, ob in dieser Umsetzung gefällt oder nicht.

Alles in allem ist das eine traurige, schockierende Biografie einer Frau, die im Grunde nur glücklich sein wollte. Es liefert zahlreiche Informationen, Fakten über Land, Leute und eben dieses Schicksal. Das Buch lässt sich durch seinen leichten, modernen und illustrativen Stil sehr gut lesen. In meinen Augen hätte der Aufbau etwas mehr Informationen, und geradliniger verlaufen können, aber das das Wesentliche enthält, ist dies nur eine Anmerkung. Mir hat das Buch trotz dieser Anmerkungen sehr gut gefallen, sodass sich erst an zwei Tagen wirklich verschlungen habe. Aus diesem Grund kann ich das Buch jedem empfehlen, der gerne biografische Romane, insbesondere weibliche Schicksale in Afrika, liest.

===Abschließendes Fazit===


Pro: Fakten, Land, Leute, Schicksal, Stil, eigene Fotos
Contra: Filmfotos, keine klare Linie in den Erinnerungen
Empfehlung: Ja, 5 Sterne

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