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Carol Goldman - Das Gesicht unter dem Eis


===Buchdaten===
Autor: Carol Goldman
Titel: Das Gesicht unter dem Eis
Taschenbuch: 455 Seiten
Verlag: Diana (1. November 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453350049
ISBN-13: 978-3453350045
Kosten: 1€ bei Ebay
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: Krimi
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Frauen
Lesedauer: 2 Tage

===Autor/in===
Die Amerikanerin Carol Goodman hat nach ihrem Collegeabschluss mehrere Jahre lang Latein unterrichtet, ehe sie ein weiteres Studium in Creative Writing absolvierte. Sie ist als Autorin und Universitätsdozentin tätig und lebt auf Long Island. "Das Gesicht unter dem Eis" ist ihr erster Roman. (Quelle: Amazon)

===Optischer Eindruck===
Optisch gefällt mir das Buch weniger gut. Ein altes Haus, Wassertropfen von einer tauenden Eisfläche passen zwar zum Inhalt, aber wenn die Geschichte schon heißt „Das Gesicht unter dem Eis“ hätte ich dies auch in dem Cover umgesetzt. Dementsprechend gefällt es mir nicht so gut.

===Zitierter Klappentext===
Zwanzig Jahre nach ihrer eigenen Schulzeit in Heart Lake kehrt Jane Hudson als Lateinlehrerin in das Mädcheninternat am See zurück. Die einsam gelegene Schule soll ihr und ihrer kleinen Tochter nach einer schmerzlichen Trennung Zuflucht und Zukunft zugleich bieten. Doch da findet Jane in den Papieren einer ihrer Schülerinnen ein Blatt aus ihrem lange verschollenen Tagebuch. Zufall, oder wurde es ihr mit Absicht zugespielt? Was wissen ihre Schülerinnen von den dramatischen Geschehnissen, durch die Janes beste Freunde ihr Leben verloren? Und sind die geheimnisvollen Rituale der Mädchen am Ufer des dunklen Sees wirklich nur harmlose, pubertäre Spiele? Jane muss erkennen, dass die Vergangenheit sie einzuholen droht und dass irgendjemand die Sünden von damals nicht vergessen und schon gar nicht vergeben hat. (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Jane Hundson kehrt nach 20 Jahren an ihre alte Schule zurück. Ende der 70er Jahre hat sie dank eines Stipendiums die Möglichkeit erhalten am Lake Heart zu lernen. Für sie die schönsten und traurigsten Jahre überhaupt. Der Grund dafür liegt bei Lucy und Matt. Ihre ersten richtigen Freunde. Kennengelernt hat sie sie an der staatlichen Schule, als diese zusammen mit ihr Latein lernen und sich zum Lernen mit ihr treffen. Das beste Mädchen der Lateinklasse bekommt nämlich das ersehnte Stipendiat. Für Jane ist es ein Traum, für Lucy mehr eine Pflichterfüllung, denn eigentlich würde sie lieber bei ihrem Bruder Matt bleiben. Doch dieses Jahr meint es das Schicksal gut, denn beide Mädchen bekommen das Stipendiat. Angekommen, freunden sie sich mit Deidre an und entwickeln Spaß an außergewöhnlichen Ritualen. So treffen sie sich regelmäßig im Eishaus mit Matt, seinem Klassenkameraden Ward und seinem Cousin. Während Lucy und Deidre regelmäßig Sex praktizieren ist Jane verdammt naiv und unschuldig. Erst als Deidre schwanger ist und die Totgeburt im See versenkt werden muss, wird die Situation für Jane realistischer. Doch auch danach kehrt keine Ruhe an. Erst täuscht Lucy einen Selbstmord vor, Deidre verunglückt tödlich bei einem Sturz vom Felsen und kurze Zeit später sterben Matt und Lucy während eines furchtbaren Streites. Die genauen Hintergründe sind für Jane stets unklar, bis sie 20 Jahre später als Latein-Lehrerin wieder an die Schule kommt, und drei ihrer Schülerinnen, die wohl ihr Tagebuch gefunden haben, die damalige Situation nachspielen. Als das erste Mädchen dabei stirbt, muss sich Jane mit der Vergangenheit auseinandersetzen, und kommt einem schrecklichen und tragischem Geheimnis auf die Schliche, dass ihr jedoch nichts nützt, denn die Person, die das Tagebuch gefunden hat, will nur ihren Tod.

===Sarahs Meinung===
Von Carol Godman habe ich bis dato noch nichts gelesen, dabei hat sie inzwischen schon einige Bücher veröffentlicht. Ihren Debüt-Roman habe ich zufällig bei einer Buchtauschaktion erworben und mir aufgespart, denn eigentlich klang der Klappentext recht vielversprechend. Ich mag Bücher gerne, die sich um alte Tagebücher und Geheimnisse drehen, die nach und nach aufgeklärt werden.

In diesemFall lernt der Leser die aktuelle Situation kennen. Jane hat sich getrennt und geht zusammen mit ihrer Tochter nach Lake Heart, um dort zu unterrichten. Man lernt sie oberflächlich kennen und hier war ich schon etwas enttäuscht. Am Anfang blieb mir die Hauptfigur nämlich total fremd. Ich konnte nicht nachvollziehen warum sie sich hat scheiden lassen, warum sie Angst hat, dass ihr Mann ihr ihre Tochter wegnimmt und vieles mehr. Erst im Verlauf der alten Geschichte wird dies immer mehr aufgekloärt, sodass man mit jeder Seite eine bessere Bindung aufbaut. Allerdings bin ich persönlich nicht so der Fan von Werken, wo ich die Figur erst später schätzen und vor allen Dingen kennenlerne. Manchmal lässt es sich jedoch nicht anders umsetzen. So dümpelten die ersten Kapitel, des ersten Teils nur so vor sich hin. Ganz ehrlich, irgendwann nervten mich die Andeutungen nur noch. Immer wieder werden einem die gleichen oder ähnlichen Brocken hingeworfen, was das Buch nur zähflüssig erscheinen lässt. Ich hätte es besser gefunden gleich zu Beginn mit der damaligen Geschichte aus Sicht von Jane konfrontiert worden zu sein. Es hätte viele Wiederholungen vermieden werden können, und es hätte definitiv mehr Spaß und Spannung gebracht.

Obwohl auch hier einiges passiert, geht es viel um Latein, um die aktuellen, durchgeknallten Mädchen. In Kombination mit dem späteren Wissen wäre dies jedoch deutlich spannender gewesen. So zogen sich die Seiten wirklich dahin und ich hatte nach 80 Seiten schon die Nase voll. Wäre da nicht das Geheimnis gewesen, ich hätte aufgehört. Ab dem zweiten Teil wird es dann endlich gut. Hier erfährt der Leser endlich die Schulzeit von Jane und so manches Detail. Das sie als naives Mädchen vieles nicht so gesehen hat, wie es in Wirklichkeit war, schadet der Geschichte jedoch nicht, denn so kann vieles im Verlauf geklärt werden. Wie oben erwähnt, hätte ich mir diesen Teil vorab gewünscht und nicht als zweiten, aber jeder Autor hat eben seinen Stil etwas entstehen zu lassen.

Im Grunde ist die Hauptgeschichte eine Erzählung über den Wunsch nach Anerkennung, Liebe und die Blindheit, die Liebe und eine naive Kindheit mit sich bringen. Trotzdem ist es spannend und wirklich unterhaltsam mitzuerleben, wie sich alles entwickelt und ich muss sagen, dass ich erst spät geahnt habe, worauf die Autorin wirklich hinaus möchte. So fliegen die Seiten nur an einem vorbei. Es macht großen Spaß und der bildhafte Stil, die Liebe zur Landschaft, sorgen für ein Kopfkino der gelungen Art und Weise. Ab diesem Punkt wird mir Jane auch endlich näher gebracht.

Die Idee, die sich hinter der Geschichte verbirgt, finde ich sehr interessant und wie gesagt ab dem zweiten Teil auch sehr gut umgesetzt. Besonders zum Schluss hin wird die Autorin immer besser. Zwar wurde mir dann schnell klar, wer hinter dieser Sache steckt, und wirklich die Morde kopiert, aber trotzdem bleibt es spannend bis zum Schluss. Die letzten Seiten sind rasant und alles andere als zähflüssig oder gar langweilig. In Kombination mit der romantischen Ader, lässt es sich sehr gut lesen. Im Grunde habe ich das Buch aus der Hand gelegt, und war lesetechnisch befriedigt und sogar an dem Punkt, dass ich von der Autorin mehr lesen wollen würde.

Damit will ich nun nicht den zähflüssigen und blassen Start beschönigen, aber bei einem Debüt muss nicht immer alles perfekt sein. Liest man von vielen berühmten Autoren Werke, so sind die ersten immer mit kleinen Makeln, aber sehr gut. Und so empfinde ich dieses Buch auch.

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