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Victoria Holt: Die Rache der Pharaonen

Das Buch, welches ich euch heute vorstellen möchte, hat schon einige Jahre auf den Buckel, und wird eher als triviale Liebeslektüre abgehakt. Im Grunde ein Buch, dass viele gelesen haben, lesen oder lesen werden, es jedoch nie zugeben würden. Ich stehe dazu, ich habe mir mal wieder ein Werk von Victoria Holt gegönnt.

===Buchdaten===
Autor: Victoria Holt
Titel: Die Rache der Pharaonen
Originaltitel:
Verlag: Heyne
Erschienen: 1991
ISBN-10: 3453006917
ISBN-13: 9783453006911
Seiten: 322
Kosten: ab 1€ gebraucht
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: historischer Liebesroman
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Frauen
Lesedauer: 3 Tage

===Autor/in===
Ekleanor Alice Burford wurde am 1.9.1906 in London geboren. Sie war eine britische Schriftstellerin, die mehr als 200 historische Romane veröffentlichte. Dafür wählte sie verschiedene Pseudonyme. Der bekannteste davon war neben Philippa Carr, Victoria Holt. Sie starb 1993 auf einer Mittelmeerkreuzfahrt.

===Optischer Eindruck===
Optisch ist das Buch absolut treffend, denn mit dem Pharao darauf sieht es sehr nach Ägypten aus. Es passt also perfekt und sorgt für eine gewisse Grundstimmung.

===Zitierter Klappentext===
Tybalt Travers, Sohn Sir Edwards, leidenschaftlicher Archäologe wie sein Vater, will die Forschungsaufgabe des Vaters weiterführen. Vom plötzlichen Tod Sir Edwards ist die englische Öffentlichkeit aufgeschreckt. Gerüchte? Gibt es die Rache der Pharaonen? Tybalt bleibt unbeirrt. Doch schließlich kommt er mit seiner jungen Frau nur knapp mit dem Leben davon. (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
Eine Leseprobe, die ich verlinken kann, habe ich leider nicht gefunden. Wer kleinere Eindrücke haben möchte, kann diese dem Zitat, welches meine Meinung untermalen soll, entnehmen.

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Judith wächst in ärmlichen Verhältnissen auf, bekommt jedoch die Chance bei der benachbarten Adelsfamilie den Schulunterricht zu besuchen. Sie wächst als gute Freundin mit dessen Tochter zusammen auf. Schon früh entdeckt Judith ihre Leidenschaft für die Archäologie und dies verstärkt sich noch, als sie ihren ersten Fund in einem Grab auf den Friedhof macht. Verstärkt wird das Ganze noch auf Grund der Tatsache, dass der berühmte Sir Edward nicht unweit von ihr wohnt und mit ihrer Adelsfamilie befreundet ist. So wächst sie heran und lernt eines Tages Tybald, den Sohn Sir Edwards kennen, der ebenfalls in der Archäologie interessiert ist. Sie verliebt sich augenblicklich in ihn, sieht jedoch keine Chance, denn so wie es aussieht, ist er der Tochter des Hauses versprochen. Als diese jedoch einen anderen Archäologen heiraten will, überschlagen sich die Dinge. Judith erfährt, dass sie die uneheliche Tochter der Familie ist und deswegen so begünstigt behandelt wurde. Sie wird Tybald versprochen und erbt genügend Geld. Zusammen mit Tybald und ihrer Schwester reist sie nach Ägypten, wo sie schnell merkt, dass die bösen Stimmen wohl recht hatten. Während sie Tybald liebt, sieht alles danach aus, als würde er die Hauswirtschafterin lieben, die jedoch an einen Alkoholiker gebunden. Judith ist völlig verzweifelt, da Tybald nur Zeit mit ihr verbringt und sie an der Ausgrabung kaum teilhaben lässt. Ihm ist es sogar egal, als ein nettes Mädel auf seiner Ausgrabungsstätte getötet wird. Wenigstens ihre Halbschwester lenkt sie mit ihrer Schwangerschaft ab. Judith muss sie nämlich aufmuntern, denn diese würde am Liebsten sofort nach Hause, nachdem ein Wahrsager Unheil und Tod gesehen hat. Zudem macht der Schwangeren die Hitze zu schaffen. Ihr Mann würde sie sofort begleiten, aber Tybald ist zu egoistisch und lässt ihn nicht aus den Vertrag. Damit beschwört er das Schicksal herauf, denn es gibt jemanden, der seine Ausgrabung schaden möchte. Ein tödlicher Unfall und das Verschwinden von Judith verdeutlichen die akute Gefahr auch für Tybald. Doch ist ihm Judith überhaupt wichtig genug, um sie zu suchen?

===Sarahs meine Meinung===
Victoria Holt ist eine Autorin, die ich gerne zwischendurch lese. Sie sorgt für Spannung, Romantik und ist dabei selten kitschig oder aufdringlich.

Bei diesem Buch hat sie mir jedoch binnen einer Seite die Lust am Lesen genommen. Ich bin eine Leseratte, die Bücher aus der Ich-Perspektive meidet. Ich könnte nicht genau sagen, was mich daran stört, aber ich mag es einfach nicht. Dementsprechend könnt ihr sicherlich nachvollziehen, dass ich nicht gerade begeistert war. Drei Anläufe habe ich gebraucht, bis ich mir gesagt habe: Lies endlich.

Man erfährt von Judith schon vorab die Situation von Sir Edward, deiner Arbeit und seinem Sohn. Damit der Leser jedoch nicht so hineingeworfen wird, geht es im Anschluss in eine Rückblende. Judith ist noch ein kleines Mädchen und der Leser darf sie bis zur aktuellen Zeit begleiten. Man lernt sie lieben, denn Judith ist kein typisches Mädchen dieser Zeit. Sie ist wild, mutig, witzig und bestimmt sehr gerne. Dadurch macht das Lesen großen Spaß, auch wenn es anfangs anders wirkte. Man versteht Judith, denn sie ist logisch und einfach sympathisch gestrickt. Auch die anderen Figuren sind ebenso liebevoll eingeführt und beschrieben, aber man merkt durch die Ich-Perspektive, dass das Augenmerk der Autorin auf Judith liegt.

Auch wenn es sich dank des illustrativen, authentischen und zeitlosen Stils das Lesen zügig vorwärts geht. Trotzdem wird es eher langatmig, denn man weiß doch, dass es Ägypten geht. Man möchte endlich dort hin, und auch wenn Holt es nicht andeutet, ist klar, dass Judith und Tybald heiraten werden. Zudem sind die Entwicklungen doch recht kitschig. Ich hätte mir hier einen zügigeren Aufbruch gen Süden gewünscht. Nichtsdestotrotz ist es interessant zu lesen, wie damals die Ausgrabungen abliefen. Schließlich ist es doch eine andere Welt, aber auch eine andere Zeit. Diese stellt die Autorin sehr authentisch dar. Als es dann endlich nach Ägypten geht, muss ich sagen, dass ich noch mehr enttäuscht wurde. Statt live bei den Ausgrabungen dabei zu sein, erlebt man Einkäufe, frustrierte Ehefrauen und zumindest einige kulturelle Informationen. Es ist trotzdem etwas anderes, als man erwartet hat. Zumindest fiebert man dem Fluch bzw. der Gefahr hin, die schon im Klappentext angekündigt wurde. Sehr oft werden Dinge angedeutet, aber passieren tut nichts mehr. Ich hatte nachher echt schon bedenken, dass ich die Stelle überlesen habe, weil ich dies nicht als Gefahr eingeschätzt hatte. Doch dann kam der gefährliche Moment, fast auf den letzten Seiten und das fand ich absolut schade. Voller Hektik baut Victoria Holt noch einmal die angekündigte spannende Szene ein. Ganz nach den Motto: Mist, da war doch was. Auch wenn ich weiß, dass Klappentexte erst im Nachhinein verfasst werden. Es ist einfach eingeworfen, schnell abgearbeitet und wirkt deplatziert, da vorher alles sehr ausführlich geschehen ist.

Alles in allem eine nette Idee, die mich dieses Mal jedoch nicht wirklich überzeugen konnte. Ich hatte mir nach der guten Figur-Einführung und der Grundidee, einfach mehr erhofft.

===Abschließendes Fazit===
Ägypten trifft auf unterkühlte Engländer.

Pro: Idee, Figuren
Contra: Schluss, Spannung, Ich-Perspektive
Empfehlung: 2 Sterne - Nein



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