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Wolfgang Hohlbein: Die Prophezeiung

Quelle: Yopi.de
Hohlbein solo oder im Doppel kann genial sein, kann aber genauso grausam und nervtötend sein. Es ist immer ein 50-50 Chance, die mich immer wieder zögern lässt, ein weiteres Buch aus meinem Regal zu fischen.

In diesem Buch geht es um Aton, einen Jungen aus Crailsfelden, dessen Eltern besessen von Ägypten sind. Als er eines Tages mit seiner Klasse in eine ägyptische Ausstellung fährt, gerät er mit Werner aneinander und dabei passiert etwas unglaubliches mit der Mumie. Als am nächsten Tag, der Familienfreund Aton plötzlich abholt, und ihn zu seinen Eltern zu bringt, ahnt er noch nicht, dass ihn dies vor dem sicheren Tod bewahrt, denn in Crailsfelden bricht die Hölle aus. Doch auch zu Hause ist er nicht sicher, denn er wird verfolgt und die Mumie trachtet nach seinem Leben.

Wie euch sicherlich auffällt, fiel in meiner Beschreibung nicht nur ein gewisser Ortsname, sondern auch ein Jungen-Name. Ich hatte mir damals Magog geholt, und auch Katzenwinter, den angeblichen zweite Teil ertauscht. Ihr könnt euch vorstellen, wie überrascht ich war, als ich wieder etwas aus diesem Bereich hörte. In diesem Fall eher negativ überrascht, denn irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es Hohlbein an Kreativität und Vielfalt mangelt.

Nichtsdestotrotz habe ich mich ans weitere Lesen gemacht. Als Kind in der 5.Klasse habe ich mich sehr für die ägyptischen Götter interessiert, und wieder etwas darüber zu lesen, versetzt mich immer in meine früher Faszination zurück. Für Leser die sich auskennen, ist es ein leichtes, sich in dieser fremden Welt zurecht zu finden. Alle anderen müssen sehr genau lesen, um nichts wichtiges zu verpassen. Trotzdem ist es eine gute Idee, die Spannung verspricht. Nur leider kann Hohlbein diesmal noch weniger glänzen, als ich anderen Bänden. Im Grunde verläuft das Buch nach 150 Seiten einem bestimmten Schema F. Aton wird angegriffen, kann in aller letzter Sekunde fliehen und sich für kurze Zeit retten, bevor diese Situation sich wiederholt. Es ist ein schwacher Versuch Spannung aufkommen zu lassen, denn wenn nichts neues passiert und man ein Dejavu nach dem anderen erlebt, ist man nur noch gelangweilt. Um euch mal ein Beispiel zu nennen. Er ist erst kurze Zeit zu Hause, als er angegriffen wird und vom Familienfreund Petach gerettet wird. Dieser stirbt, Aton kann sich völlig verängstigt retten und trifft auf eine Polizistin. Plötzlich lebt der Freund wieder und hypnotisiert die Polizistin, damit sie keine weiteren Fragen stellt. Genau diese Situation spielt sich wenig später schon wieder ab, sodass sogar die Polizistin ihm irgendwann ihre Visitenkarte zusteckt, da sie nicht glaubt, dass es alles harmlos ist. Zumal immer Aton völlig verängstigt und der Familienfreund immer anwesend ist.

Im Grunde hätte die Geschichte auf 200 Seiten gekürzt werden können, um in meinen Augen Spannung aufkommen zu lassen.

Dazu kommt, dass Aton nicht gerade sympathisch ist. Das Problem was ich hatte, war einfach die Tatsache, dass er gerade am Anfang, wo Werner, der Schläger des Internats noch zugegen war, immer den Schwanz eingezogen hat, und auch sonst eher ein ängstlicher Typ ist. Okay, mutig muss nicht immer sein, da echte Kinder mit 13 auch nicht unbedingt mutig sind, aber Aton wird in meinen Augen zu blass beschrieben. Außer seiner Ängstlichkeit lernt man ihn nicht wirklich kennen.

Stilistisch setzt Hohlbein wie gewohnt auch einen sehr bildhaften und umschreibenden Stil, der sich jedoch durch unnötige Details arg in die Länge zieht. Gerade wenn ein Geheimnis aufgeklärt werden soll, versucht es Hohlbein auszureizen. Leider entsteht dadurch der Wunsch einfach mal 10 Seiten zu überspringen, um zum wichtigen Teil zu gelangen. Zudem sind die Kapitel in meinen Augen immer zu lang.

Einzig und allein Positiv empfand ich die Pyramiden und ihre Beschreibung. Es ist als tauche man in eine andere Welt ein, die mich persönlich überzeugen konnte. Generell beschreibt er den ägyptischen Anteil sehr gut.

Das wichtigste an einem Buch ist jedoch der Schluss, und auch hier kann ich nur sagen – nicht überzeugend. Lang, langatmig und dann kommt auf wenigen Seiten abrupt ein Ende, was zwar passt, aber einfach nur schwach ist. Man erwartet einfach etwas komplizierteres und spannenderes.

Für mich war dieses Buch wieder ein Kampf, der sich nicht gelohnt hat.



Kommentare

  1. Wow. Also ich habe eine dunkle Erinnerung, dass ich das Buch gelesen habe. Vor vielen, vielen Jahren. Aber ich glaube es war auch eher eines der enttäuschenderen Hohlbein-Bücher. Als Jugendliche, so zwischen 12-15 Jahren habe ich echt so viele Hohlbein-Sachen gelesen...

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  2. Wolfgang Hohlbein ist zurecht einer der erfolgreichsten Autoren in Deutschland denke ich.

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