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P. D James Tod an heiliger Stätte

WORUM GEHTS 

In St. Anselm, einem elitären Priester-seminar an der sturmzerfressenen Küste East Anglias, säen rätselhafte Todesfälle Misstrauen und Angst. Das bisher so wohl geordenete Leben in der der einsamen viktorianischen Klosteranlage gerät aus dem Gleich-gewicht. Commander Dalgliesh von Scotland Yard, zur diskreten Ermittlung angereist, wird schon in der ersten Nacht mit einem grässlichen Mord konfrontiert. Jetzt ist klar: Die frommen Zielen gewidmete Gemeinschaft beherbergt einen Menschen, der Böses will - und tut. (Quelle: Klappentext)

Krimikunst, wie man sie nicht braucht



SARAHS MEINUNG 


Nach all den löblichen Hinweisen, wenn bekannte Krimi- und Thriller Autoren mit P. D. James verglichen werden, hatte ich richtig Lust auf dieses Buch. Für mich sollte es mein erster Roman dieser Autorin werden.

Der Einstieg begann mit einem Brief, der sofort meine Neugierde weckte. Geheimnisse und ungeklärte Morde liebe ich. Doch schon mit dem ersten richtigen Kapitel war ich überfordert. Die Protagonisten werden einfach so eingeworfen. Ein Bild oder auch nur ein Verständnis für die Figuren konnte gar nicht richtig entstehen. Dazu wurde ich mich Details bombardiert, die es erst einmal zu sondieren galt. Was war relevant, was einfach nur unwichtig. Wie man bald merkt, ist über die Hälfte irrelevant. Statt zu Beginn die wichtigen Protagonisten zu schildern und somit zumindest eine Verbindung herzustellen, fühlte ich mich gänzlich ins kalte Wasser geworfen. Auch im Verlauf bleiben die Protagonisten unscheinbare graue Klötze, deren Gedanken und Handlungen ich nicht immer nachvollziehen konnte.



Auf der anderen Seite erwartet den Leser ein fesselnder Plot, der jedoch nicht im Ansatz ausgebaut wurde. Eine authentische Stimmung oder gar ein brillanter Stil werden lange gesucht, stattdessen findet man über zahlreiche Seiten, langatmige Beschreibungen, die sich hauptsächlich mit der Religionsfrage beschäftigen. Zum Beispiel wird immer wieder darauf eingegangen, warum in England, aber auch in Good old Germany die Kirchen immer leerer werden. Mit diesen Ausführungen wird sämtliche Spannung, die auf Grund der Handlung hätte aufkommen können, gen null minimiert. Das Buch besteht aus 544 Seiten, wobei auf rund 400 Seiten die Kirche im Vordergrund steht. Klar, ist diese Hauptbestandteil des Plots, aber die Religionsfrage muss nicht so ausführlich auseinandergenommen werden, nur weil der Mordfall in einem Kloster spielt.

Dazu kommen die beliebten Wiederholungen, welche Langatmigkeit dieses Krimis noch verstärken. Ob es am Originaltext oder an der Übersetzung liegt kann ich jedoch nicht beurteilen.

Spannung kommt trotz ausführlicher Ermittlungsarbeit, kleineren Wendungen und Indizien nicht auf. Es dümpelt in meinen Augen alles sehr flach dahin. Zumindest erwartete ich einen krönenden Abschluss. Schließlich muss das Loblied auf die Autorin von irgendwoher kommen. Doch auch hier kann mich das Ergebnis nicht überzeugen. Als hätte die Autorin plötzlich bemerkt: Oh, ich schreibe eine Krimi. Trickkiste auf, Standard-Auflösung auswählen, einbauen und hoffen, dass niemand etwas merkt. Man merkt es aber. Weder kreativ, noch bahnbrechend, sondern einfach Zufall. Mit Können und vor allen Dingen kriminalistischem Hochgenuss hat es wenig zu tun. Logisch, aber schwach.



Nach dieser Pleite, graut es mich schon jetzt vor einem weiteren Werk der Autorin, welches noch in meinem Stapel ungelesener Bücher auf mich wartet. Langweiliger und schlechter hätte dieser Plot nicht umgesetzt werden können. Mit dem angepriesenen „Krimikunst, wie sie heute selten geworden ist“ hat das nichts zu tun, denn ich liebe diese alte Schule. Und diese sind im Längen besser. Selbst neuere Werke können mich da mehr überzeugen.
Leseprobe



Autor: P. D. James

Titel: Tod an heiliger Stätte

Originaltitel: Death in Holy Orders

Verlag: club Taschenbuch oder Knaur

Erschienen: 2004

ISBN-10: 3426624028

ISBN-13: 9783426624029

Seiten: 544

Kosten: 6,95€



===Leseinformationen===

Genre: Krimi

Niveau: anspruchsvoll

Leserschaft: Erwachsene

Lesedauer: 8 Tage
 

Kommentare

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