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Jelinek, Harald: Ich bin behindert, und du?

KLAPPENTEXT 

Es ist die unglaubliche Lebensgeschichte von Hannes, der behindert ist und sich sein Leben lang gehänselt und ausgegrenzt fühlt. Seine Entbehrungen, Angst und Zorn zeigen, wie tief der Graben in unserer Gesellschaft gegenüber den Benachteiligten zu sehen ist. Hannes Fortwill, die Hauptperson in meinem Buch, wächst in ärmlichen Verhältnissen in Österreich auf. Er leidet an einer infantilen Zerebralparese, die seine motorischen Fähigkeiten stark einschränkt und gelegentlich zu unkontrollierbaren spastischen Anfällen führt. Der einzige Lichtblick ist Tina, die er im Wartezimmer kennenlernt. Sie leidet an derselben Krankheit wie er; diese hat jedoch einen schlimmeren Verlauf. Sie freunden sich an und eine ganz besondere, platonische Liebe entwickelt sich zwischen den beiden. Ich versuche, eindrucksvoll, aber auch einfühlsam das Gefühlsleben von Hannes zu beschreiben und ich hoffe, es wird deutlich, wie schwer es für ihn und andere Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft ist. Sie werden ausgegrenzt, gehänselt und zum Außenseiter abgestempelt, anders gesagt: Der Weg zum Eremit ist unausweichlich. Mit jedem erworbenen Buch gehen 2 Euro-- an den Österr. Verband für Spastiker-Eingliederung!
IN EINEM WORT: Wertvolle Aufklärungsarbeit, die jeden etwas angeht! 




SARAHS MEINUNG 

Bei vielen Leuten wird die Frage aufkommen. Kann dieses Buch, welches in einem der vielen Selbstverlage erschienen ist, bestehen? Die Frage stellte ich mir auch, und die Antwort ist ja und nein.

Fangen wir doch einfach mal mit den positiven Seiten des Buches an. Positiv fällt sofort der komplette Aufbau der Handlung auf. Statt die dramatischen Ereignisse von Geburt an, die Häseleien und Schicksalsschläge von Hannes festzuhalten, hat sich der Autor entschieden, dies nur am Rande festzuhalten. Wohlgemerkt am Rande, um seine Leser zu informieren, jedoch nicht den Eindruck zu erwecken, als wolle er mit dieser Geschichte unnötig auf die Tränendrüse drücken. Stattdessen zeigt er eine Seite dieses „normalen“ Menschen, denn in meinen Augen ist Hannes auf Grund seiner klaren Auffassungsgabe normal, auf, die Außenstehenden zeigen soll, dass er dies trotz einer mehr oder weniger starken Einschränkung ist. Genau dies wird eindrucksvoll, sachlich und auf einer schlichten Basis emotional geschildert, so dass es informativ und trotzdem bewegend ist. Dies geschieht mit einer kurze Einleitung in Form von Geburt, Hänseleien in der Schule und den Fragen eines Kindes, das verstehen möchte. Kurz und bündig. Danach geht es jedoch mit alltäglichen Problemen weiter, die lediglich an Hand der Arztbesuche deutlich machen, dass er „krank“ ist. Liebe, Sex, Wünsche und Hoffnungen sind jedoch die eines jeden Menschen und das wird im Hauptteil deutlich gemacht.

Positiv ist auch, dass der Autor aus Sichtweise von Hannes die ganzen Situationen, Gedanken und Emotionen schildert. Dadurch ist es für den Leser noch greifbarer. Allerdings ergibt sich durch dieses Laufenlassen auch ein gewisser negativer Aspekt. In meinen Augen gibt es einfach zu viele Gedankensprünge. Oft wird eine Situation oder ein Gedanke erzählt, ein weiterer komplexer Gedanke aufgegriffen, und sobald dieser beendet ist, das alte Thema wieder aufgenommen. Es kommt zwar zum sogenannten Aha-Effekt, aber oft verliert man den eigentlichen roten Faden.

Auch ist der Stil eine Frage des Geschmacks. Teilweise würde ich sagen, dass dies „Hannes frei Schnauze“ hätte heißen können. Man kann es sich so vorstellen, dass ein Mensch unbedingt viele Dinge erzählen will, und bei der Wiedergabe der Informationen sich in langen verschachtelten Sätzen verliert. Sie sind aussagekräftig und leicht verständlich, wenn man genau liest und sich nicht durch die vielen Nebensätze irritieren lässt, sonst versteht man oft nur Bahnhof. Andere sind nur einfach verschachtelt, weil zu viel gesagt werden will. Egal wie man es dreht, die Sätze sind lang.

Meine Mutter ist ein armes Schwein, eigentlich ja eine Sau, denn Weibliches sollte man ja dem Femininen zufügen; mein Vater ist ein Säufer, so würde ich heute meine Eltern beschreiben, wenn ich pro Elternteil nur ein paar Silben verwenden darf. (Zitat S. 10)

Trotzdem ist dieses Schicksal auf Grund der Tatsache, dass die Krankheit so einfach und trotzdem informativ dargestellt wird, angenehm zu lesen. Allerdings hätte ich mir persönlich mehr Informationen im Allgemeinen über die Krankheit gewünscht. Ich fühlte mich ins kalte Wasser geworfen. Spasti, dass Wort kennt man als Schimpfwort ggf. auch als Krankheit, aber was sich genau dahinter verbirgt weiß kaum einer. Mir zumindest war das gesamte Ausmaß, Verlauf und Symptome nicht bekannt. Im Buch wird zwar auch vieles erklärt, aber um ein wirklich rundes Bild zu bekommen war ich auf Wikipedia.de angewiesen.

Zudem hätte es mich sehr interessiert, wie der Autor überhaupt zu dieser Biographie kam. Ist Hannes ein Freund, Nachbar oder ein Fan des Autors!?

Genau diese Mischung ergibt bei mir ein ja und ein nein bei der Meinung. Das Buch ist definitiv interessant und wichtig. Es hat einen interessanten Stil, der anschaulich mit einer eigenen Handschrift versehen ist. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass dieses Werk sich daher, aber auch wegen des Inhalts, für Schulen eignet. Jedoch bin ich überhaupt kein Fan von zu vielen verschachtelten Sätzen und fand es auch nicht gut, dass der Autor die Führung hat etwas schleifen lassen. Trotzdem ist es wertvoll und aus diesem Grund auch empfehlenswert.


Autor: Harald Jelinek Titel: Ich bin behindert, und du?
Verlag: Wagner Verlag Erschienen: 2011
ISBN-10: 3862790215 ISBN-13: 9783862790210
Seiten: 98 Kosten: 12,90€




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