Direkt zum Hauptbereich

Wolfgang Hohlbein: KatzenWinter

KLAPPENTEXT 

Etwas Bedrohliches legt sich über die kleine Stadt, die durch dichten Schneefall von der Außenwelt abgeschnitten ist. Uralte, dunkle Kräfte, die in den Ruinen des alten Klosters herrschen, haben seit jeher Unheil über die Menschen gebracht. Nun liegt es allein an Justin, sie zu besiegen. Ein aussichtslos erscheinender Kampf beginnt. (Quelle: Klappentext)







 

SARAHS MEINUNG 

Der Leser wird in dieser Geschichte wieder in den Ort Crailsfelden entführt. 1990 nutze Wolfang Hohlbein diesen Ort, um ein Internat als Tor des Bösen zu benutzen. „Magog“ hieß das Buch. Ein gelungener Horror-Roman,der zahlreiche Leser begeisterte. Klar, dass dies nach einer Fortsetzung schrie. Das dachte sich auch Hohlbein und setzte sich mit seiner Frau zusammen und schrieb „Katzenwinter“. Während das andere Werk zwar auch Jugendliche als Protagonisten enthielt, empfand ich die Lektüre eher für Erwachsene. In diesem Fall verrät schon der 14jährige Protagonist, dass es sich eher an die jüngeren Leser richtet. Das war auch der Grund, warum ich den Kritikern abgekauft habe, dass dieser Roman wenig mit seinem Vorgänger zu tun hat, denn dort war der Protagonist deutlich älter.
Dies ist jedoch nicht der Fall. Hohlbein lässt Ansätze des ersten Teils gekonnt in seine Fortsetzung einfließen. Es sind zwar eigenständige Geschichten, jedoch geht deutlich hervor, dass „Magog“ der Vorgänger ist. Schließlich versucht Justin an zahlreichen Stellen, die Zusammenhänge von damals zu begreifen.

Justin ist ein Protagonist, der bei mir weder gut, noch schlecht ankommt. Er ist freundlich, hilfsbereit und wirkt in meinen Augen ab und an einfach zu liebenswert. Justin wird lebendig, jungenhaft und trotzdem zu freundlich beschrieben. Eine rebellische Ader, wie man es erwarten würde bei einem pubertären Jungen, fehlt hier gänzlich. Stattdessen wird ein Familienmensch beschrieben. Dies wird sicherlich dem einen oder anderen Leser sicherlich gut gefallen. Mir persönlich gefällt dies jedoch nicht so gut, denn zu einem Horror-Roman passt dies weniger.

Was ich bei den Protagonisten bemängel, macht das Autoren-Ehepaar beim restlichen Inhalt wieder wett. Einmal angefangen, konnte ich das Buch nur schwer aus der Hand legen. An einigen Stellen, fand ich die brutale, vulgäre Ausdrucksweise nicht unbedingt etwas für junge Leser, aber es passt perfekt in das Genre, und erschafft eine hervorragende düstere Stimmung, die definitiv in das Bild von bösen Mächten passt. Auch sonst erschafft Hohlbein eine Geschichte voller Leben. Crailsfelden als Ortschaft, aber auch die anderen Schauplätze sind bis ins kleinste, wichtigste Detail beschrieben. Emotionen, Handlungen und Gedanken sind logisch und runden die gesamte Handlung ab. Es macht einfach Spaß es zu lesen. Dabei baut sich die Spannung mit jeder Seite immer mehr auf. Auch wenn man teilweise erahnen kann, wie es weitergeht, bleibt der Spannungsanstieg konstant. Für das Genre im Grunde eine ideale Umsetzung.

Der Winter kam früh in diesem Jahr als die erste Schneeflocke fiel, stürzte Justins Großmutter die Treppe hinunter und brach sich das Genick.
Es war ein Tag wie jeder andere, das heißt: natürlich war es das nicht. (Zitat S. 7) 

Und dann kommt der Schluss. Damit hat sich Hohlbein mal wieder übertroffen. Immer wenn man als Leser denkt „Das ist der schlechteste Schluss!“, dann kommt doch wieder ein Buch, wo es noch schlimmer ist. Dies ist auch hier der Fall. Während sich vorher die Geschichte kontinuierlich aufbaut und man einen actionreichen, spannungsgeladenen Schluss über viele Seiten erhofft, kommt der Schluss mit einem Paukenschlag und endet genauso schnell, wie der Ton verklingen würde. Binnen zwei bis drei Seiten ist das Böse besiegt. Kreativität ist hier fehl am Platze. Es gibt zwar eine Wendung, mit der ich persönlich nie gerechnet hätte und es daher auch als Pluspunkt ansehe. Statt diesen Punkt auszubauen, wirft er die Überraschung einfach nur ein, lässt den Leser allein, und nutzt diesen für einen abgehakten und ehrlich gesagt langweiligen Schluss. Ich hatte das Gefühl, als hätte Hohlbein keine Seiten oder sogar keine Lust mehr. Gerade der Schluss eines Buches ist wichtig, und da hätte ich mehr erwartet.

Durch den Schluss bleiben leider einige Fragen offen, die sich gerade während des Lesens stellen. Zum Beispiel heißt es, dass niemand aus Crailsfelden fliehen kann, dass lässt das Böse nicht zu. Genauso kann niemand von außen hinein. Komisch, dass es hier leider Ausnahmen gibt, jedoch nicht erklärt wird, warum. Auch bei den Protagonisten gibt es offene Fragen. Bei einem so rasanten Schluss jedoch kein Wunder, dass viele Punkte nicht geklärt werden.

Nichtsdestotrotz habe ich die Geschichte trotzdem gerne gelesen. Abgesehen vom total freundlichen Protagonisten, der wohl den absolute Kontrast zum Bösen darstellen soll, und dem Schluss mit seinen offenen Punkten eine interessante Fortsetzung. Aus diesem Grund kann ich das Buch empfehlen. Wer wissen will wie es in Crailsfelden weitergeht, sollte trotz jugendlicher Protagonisten zugreifen.


IN EINEM SATZ GESAGT: Interessante Fortsetzung, die ihre Zielgruppe ändert

Autor: Wolfgang und Heike Hohlbein, Titel: KatzenWinter
Verlag: Heyne, Erschienen: 2005
ISBN-10: 3453530381, ISBN-13: 9783453530386
Seiten: 432,Kosten: 8,95€



 FRAGE AN EUCH: GLAUBT IHR AN DAS BÖSE?

Kommentare

  1. Da muss man doch nur mal rausschauen, in der Welt gibt es genug Böses

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich stets über eure Kommentare :) Also her damit. Lob, Kritik, Fragen. Bitte bedenkt, dass die Kommentare erst nach Sichtung freigeschaltet werden (wegen sehr viel Spam). Außerdem landen die meisten Anonymen Anfragen unter Spam und werden gelöscht.

Beliebte Posts aus diesem Blog

LOGI - DAS BUCH

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.
Vor einiger Zeit habe ich euch schon ein Buch vorgestellt, welches sich mit LOGI in der Schwangerschaft beschäftigt. LOGI ist eine Ernährungsform, die der von Low Carb ähnelt, aber doch etwas anders gestaltet ist. Dadurch ist sie leichter und vor allen Dingen sehr gut für die Gesundheit. Nun möchte ich euch das richtige Buch einmal näher vorstellen. 

==ooo BUCHFAKTEN ooo== Autor: Systemed-Verlag Titel: LOGI – Das Buch  Gebundene Ausgabe: 450 Seiten Verlag: Systemed Verlag GmbH; Auflage: 1 (21. März 2016) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3958140262 ISBN-13: 978-3958140264 Preis: € 30 Genre: Sachbuch, Kochbuch Gelesen in: 20 Tagen
==ooo DAS COVER ooo== Es ist auffällig geprägt, rot und mit blauer Schrift. Gefällt mir sehr gut. 
==ooo ZITIERTER KLAPPENTEXT ooo== 15 Jahre LOGI. Vom Insidertipp zur Ernährungsrevolution zur offiziellen Empfehlung zahlloser Mediziner, Ernährungswissenschaftler, Krankenversicherer, Trainer, und Diabetesberater. Über eine Million LOGI-Bücher haben …

Eingeschlossen / R. L. Stine

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.
Wie ihr wisst, lese ich sehr gerne einfach mal leichte Unterhaltung. Dazu zählt für mich auch jugendliche Literatur. Insbesondere R. L. Stine wird von mir bevorzugt gelesen. Da ich im Buchpaket noch einige Werke ungelesen liegen hatte, kam mal wieder eins zum Vorschein. Genau das möchte ich euch nun vorstellen.


'''o0o Allgemeine Daten o0o''' Autor: R. L. Stine Titel: Eingeschlossen Gebundene Ausgabe: 160 Seiten Verlag: Loewe Verlag; Auflage: 1., Aufl. (Juni 2003) Sprache: Deutsch ISBN-10: 378554829X ISBN-13: 978-3785548295 Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre Preis: 0,01€
'''o0o Leseinformationen o0o''' Genre: Thriller Niveau: durchschnittlich Leserschaft: Kids ab 12 Lesedauer: 2 Stunden
'''o0o Autor/in o0o''' Robert Lawrence Stine, besser bekannt als R. L. Stine, wurde 1943 in Ohio geboren. Schon im zarten Alter von neun Jahren liebte er das Schreiben von Geschichten. Seine Karriere…

Annette Weber - Im Chat war er noch so süß

===Buchdaten===

Autor: Annette Weber Titel: Im Chat war er noch so süß Verlag: K.L.A.R Erschienen: 2006 ISBN-13: 9783834600653 Seiten: 94 Einband: TB Kosten: 6,90€ Serie: -
===Eigene Inhaltsangabe=== Sarah ist 14 Jahre alt. Ihre Eltern fahren in Urlaub, ihr Bruder verliebt sich in ihre beste Freundin. Ihre allerbeste Freundin schnappt sich Sarahs heimliche große Liebe. Für Sarah sind die Sommerferien alles andere als rosig. Über einen guten Freund kommt sie zum Chatten und lernt „Sonnenkönig“ kennen. Er ist charmant, sieht nett aus und versteht sie. Ungereimtheiten werden ausgeblendet und als das erste Treffen auch noch wunderschön ist, wird sie total leichtsinnig.


===Meine Meinung=== Die Thematik ist sehr wichtig. Gerade heutzutage ist das Internet ein großes Medium um viele zu erreichen, zum Recherchieren oder Leute kennenzulernen. Es gibt kaum noch Personen, die nicht einmal in ihrem Leben gechattet haben. Ich selbst habe zu genüge Erfahrungen in Chats oder auf Single-Seiten gesammelt. Es ist…