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Wolfgang Hohlbein: Der Thron der Libelle

KLAPPENTEXT

In Karas seltsamer Drachenwelt herrscht nach langer Unruhe endlich Frieden. Bis plötzlich Schelfheim, die große Stadt am Schlund, langsam, aber unaufhörlich im Abgrund versinkt. Kara und ihre Drachenkrieger wollen das Rätsel lösen. In den riesigen Höhlen unter der Stadt treffen sie auf sonderbare Fremde - und auf stählerne Libellen, die Feuer spucken. (Quelle: Klappentext)
 
SARAHS MEINUNG

Der Leser wird in die Welt von Kara und der Drachenreiter entführt.Sie sind die Beschützer, der Überlebenden des letzten atomaren Krieges, der fast alles zerstörte. Die Drachenreiter werden um Hilfe gerufen, als es in Schelfheim, der einzigen Stadt zu Problemen der besonderen Art kommt. Die Säulen des Hochweges drohen einzustürzen, da die biologischen Säulen innerlich verfaulen. Kara muss sich dieser Herausforderung stellen, denn Angella, die eigentliche Anführerin, zählt zu den Opfern des Hochweges. Doch unterwegs warten zahlreiche Hindernisse, wie zum Beispiel die stählernen Libellen. Den Kampf um Leben und Tod hat sich Kara definitiv leichter vorgestellt.

Dies ist in wenigen Worten der Inhalt der rund 670 Seiten. Und damit eigentlich eine Idee, die mir sehr gut gefällt. Die Tatsache, dass die Welt auf Grund eines Atomkrieges ums Überleben kämpft, gibt diesem dieser Fantasy-Idee das gewisse Etwas. Selbst Leser, die den ersten Teil nicht kennen, kommen auf Grund ausführlicher, teilweise extrem langatmiger Beschreibungen ein exaktes Bild der Welt und Protagonisten geliefert. Mir persönlich sind einige dieser Passagen zu lang geraten, wodurch mir zu viel Spannung verloren ging. Bei einem Buch mit hoher Seitenzahl bedarf es jedoch einer längeren Einführung, sodass ich dies anfänglich in Kauf nahm. Leider wird dies auch im Verlauf der Handlung nicht weniger. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Einige Kämpfe werden so detailliert geschildert, dass die gesamte Action dabei unter geht. Ich habe nichts gegen Details, wenn sie der Beschreibung von Schauplätzen, Handlungen oder Protagonisten dienen. Auch hier hat man das Gefühl alles zu sehen, aber leider werden auch viele Details genutzt, die später gar nicht relevant sind und einfach nur unnötig den Leser in die Irre führen. Besonders technische Informationen lesen sich einfach nur zähflüssig.

Das ist jedoch nicht das einzige Manko. In meinen Augen passt die Kombination aus alter Fantasy mit Drachen überhaupt nicht zu einem modernen Sci-Fi angehauchten Roman, wo Laserwaffen oder Hubschrauber drin vorkommen. Hier hätte sich der Autor für eine Abschwächung auf einer der Seiten entscheiden müssen, um es ein glaubwürdiger erscheinen zu lassen. Fantasy und Sci-Fi sollen zwar nicht authentisch sein, aber zumindest kann auf dieses übertriebene verzichtet werden. Eine einfache Welt nach einem Atomkrieg oder eine fantasievolle Welt nach einem Krieg hätte vollkommen gelangt. Mir ist es einfach zu extrem und unterschiedlich. Mag sein, dass für andere genau darin der Reiz liegt, bei mir jedoch nicht. Die Intention ist jedoch deutlich, der Autor spiegelt unsere Gesellschaft wieder. Auf der einen Seite Technik, auf der anderen Seite Natur. Im Grunde zwei verschiedene Lebensweisen und Anschauungen. Trotzdem nicht der Mehrheitsgeschmack.

In regelmäßigen Abständen räumten die Bewohner der Stadt die unteren Stockwerke ihrer Häuser und fügten oben ein neues an, was zu dem reichlich absurden Effekt führte, dass mehr als neun Zehntel der Stadt mittlerweile unter der Erde lagen.
Die Stadt war groß, unvorstellbar groß.(Zitat S. 23)

Nach rund 50 Seiten hatte ich schon die Nase voll. Auch wenn ich eigentlich zu den Lesern gehöre, die jedem Buch die komplette Chance gibt, fiel es mir hier sehr schwer. So kam es häufiger vor, dass ich mich gerade bei einer ellenlangen Beschreibung dabei erwischte, dass ich nur oberflächlich las und teilweise zu einem interessanteren Zeitpunkt wieder richtig Einstieg. Dieser Lesefluss blieb bis zum Ende des Buches. Der es absolut in sich hat. Um es in einem Wort zu sagen – gigantisch. Actionreich, logisch, teilweise vorhersehbar, aber trotzdem hätte ich mehr erwartet. Für einige Leser sicherlich das beste Ergebnis, aber weniger wäre hier mehr gewesen. Ich war am Ende so enttäuscht, dass ich es bereut habe, nach 50 Seiten das Buch nicht aufgehört zu haben.

Mit diesem Buch hat Wolfgang Hohlbein es geschafft, dass ich immer weniger Lust habe, weitere Werke von ihm zu lesen. Es mag sein, dass die Welt verständlicher, anschaulicher und dieser Teil spannender gewesen wäre, wenn ich die Vorgeschichte kennen würde, aber da es auch einzeln lesbar ist, bin ich nur traurig. Ich kann es nicht empfehlen. Aber Hohlbein ist definitiv ein Autor, der mit jedem Buch einige Leute anspricht, wie man an den zahlreichen positiven Rezensionen auf Amazon lesen kann. Meinen Geschmack hat er nicht so gut getroffen, wie mit der Templer-Reihe, Teufelsloch oder Dreizehn.

IN EINEM SATZ: Ein Hohlbein der Nicht überzeugen kann!

 
Autor: Wolfgang Hohlbein, Titel: Der Thron der Libelle, Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 1991, ISBN-10: 3404203062, ISBN-13: 9783404203062
Seiten: 667, Kosten: gebraucht ab 2€, Serie: Drachenzyklus

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