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Felix Thijssen: Ingrid

===KLAPPENTEXT=== 
Die nette Atmosphäre an Max Winters neuem Wohnort auf dem Land erhält einen erheblichen Dämpfer, als er seine Nachbarin Jenny mit eingeschlagenem Schädel auf dem Fußboden ihrer Küche findet. Doch wer sollte die allein erziehende Mutter eines zweijährigen Jungen ermorden? Während die örtliche Polizei im engeren Umfeld der Toten recherchiert, wird Max von anderer Seite in den Fall hineingezogen. (Quelle: Klappentext)




===SARAHS MEINUNG===
"Ingrid“ ist der vierte Teil der „Max-Winter-Reihe“ und wurde von Readers Digest in einer Sammlung von vier Romanen als Kurzfassung veröffentlicht. Da mir weder die Reihe, noch der Autor etwas sagten, war ich wirklich neugierig, was mich erwarten würde.

Max Boll ist aufs Land gezogen, um nach seiner Arbeit bei der Kripo nun als Privatdetektiv sein Geld zu verdienen. Seine Nachbarin Jenny und ihr Sohn Tommy sind ihm sofort sympathisch, sodass es ihn regelrecht aufregt, als er erfährt, dass ihr Vermieter sie sexuell belästigt. Doch kaum hat sie sich ihm anvertraut, wird sie ermordet. Ingrid, die Babysitterin von Tommy, nimmt sich dem Kleinen an, und spielt sogar mit dem Gedanken ihn zu adoptieren, damit er nicht allzu doll nach dem Tod seiner Mutter leiden muss. Auf der Suche nach Verwandten, die Max Winter für sie herausfinden soll, kommt er Jennys Vergangenheit auf die Spur, und gerät dabei in große Gefahr, denn nichts ist, wie es scheint.

Ich hockte mich neben sie und befühlte ihren Hals. Ich konnte nichts mehr für sie tun, sie war tot. Jemand hatte ihr mit einem schweren Gegenstand auf den Hinterkopf geschlagen. (Zitat S. 351 Readers Digest)

Dieses Zitat stammt aus dem Buch „Igrid“ und soll euch zeigen, wie ein Krimi alles verraten kann, aber dabei nicht brutal wirkt. Inwiefern der Autor damit Spannung aufbaut, verrate ich euch in meiner Rezension.

Der Einstieg in diese Geschichte ging trotz der Tatsache, dass es sich hier um den vierten Teil handelt, und mir Max Winter als Quereinsteigerin unbekannt war, gut von der Hand. Die Situation war sofort klar, und der locker, leichte Stil tat sein übriges. Doch schon nach wenigen Seiten entpuppte sich das Buch eher als schlecht. Ich weiß nicht, ob es an der gekürzten Fassung lag, aber oftmals fand ich Dinge einfach zu rasant beschrieben. Der Protagonist freundet sich schnell mit allen Leuten an, dann passiert auch schon der Mord. Mir persönlich einfach zu schnell. Dazu kommen viele Ungereimtheiten und Kopfschüttler. Der Protagonist hat über Jahre bei der Mordkommission gearbeitet, und benimmt sich wie ein tölpelhafter Anfänger. Zum Beispiel durchsucht er das Haus, als es schon dunkel wird. Kein Polizist würde dies machen. Genauso müsste er durch seine Tätigkeit wissen, was man seinen Kollegen zu einem Mord erzählen muss, wenn man die Leiche entdeckt und sogar kennt. Stattdessen verschweigt er etwas und erst als er überführt wird, erzählt er das wichtige Detail. Andere Details werden in den Raum geworfen und erklären sich erst Seiten später. Mag sein, dass dies für die Krimis über Max Winter normal ist, und das er wegen dieser Art auch von der Kripo weggegangen ist, aber das weiß ein Quereinsteiger nun nicht. Zumal in kleineren Erzählungen auf seine Zeit bei der Polizei eingegangen wird und man so wenigstens ein kleines Bild über seine Vergangenheit vermittelt bekommt.

Mit solchen Fehlern könnte ich noch leben, aber in meinen Augen hat der Autor noch einen viel schlimmeren. Schon recht früh wird der Mord aufgeklärt und alles ergibt einen Sinn. Zwar heißt es nicht, dass es danach langweilig wird, aber man erwartet zumindest noch eine kleine Wendung oder Überraschung. Bei der kürzeren Fassung ist es schon gestrafft, sodass ich mich Frage, wie langatmig es wohl in der normalen Fassung geworden wäre.

Für einen Krimi fand ich es generell etwas langweilig. Zwar gibt es einen Mord, die interessanten Ermittlungen und gefährliche Szenen, aber sie wirkten konstruiert, künstlich und durch die kleinen Fehler des Protagonisten teilweise sogar lächerlich. Spannung kam in meinen Augen nur spärlich auf. Zwar wollte man wissen, wie es ausgeht, aber gefesselt wurde ich ehrlich gesagt nicht.

Im Großen und Ganzen finde ich dieses Werk enttäuschend. Mich konnte der Autor nicht überzeugen. Obwohl er andere Leser mit der Reihe zum Fan gemacht hat und seit Jahren neue Fälle für Max Winter entstehen lässt, würde ich kein weiteres Buch mehr von ihm lesen wollen. Aus diesem Grund empfehle ich es nicht.

Autor: Felix Thijssen, Titel: Ingrid: Ein Fall für Max Winter

Verlag: Readers Digest, Erschienen: 2004

ISBN-10: 3894255242, ISBN-13: 9783894255244

Seiten: 352, Kosten: 0,60€ gebraucht

Serie: Max Winter

===Reihe Max Winter===
  • Cleopatra
  • Isabelle
  • Tiffany
  • Ingrid
  • Caroline
  • Charlotte
  • Rosa
  • Rebecca
  • Finstere Wasser



© Eure CQ für Sarahs Bücherwelt
Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.


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