Hohlbein, Wolfgang: Midgard

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==Ein lohnenswerter Hohlbein==
   

===Buchdaten===
Autor: Wolfgang Hohlbein
Titel: Midgard
Verlag: Ueberreuter
Erschienen: 2002
ISBN-10: 3800022818
ISBN-13: 9783800022816
Seiten: 380
Einband: HC
Kosten: gebraucht ab 1,79€ bei Amazon
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Der Sturm tobt über Midgard, die Wölfe schleichen heulend um das einsame Haus und die Küste erzittert unter der Brandung des Ozeans. Staunend und ungläubig hört der Knabe Lif zu, als die alte Skalla die Legende vom Fimbulwinter erzählt, der das Ende der Menschheit einleiten soll. Demnach sind es nicht die Götter, die die Menschen retten werden, sondern er selbst, Lif, ist dazu auserwählt, das Schicksal aller zu wenden. Er soll den Kampf aufnehmen gegen die abscheulichen Kreaturen der Hel, Drachen, Riesenwölfe und die Midgardschlange - und gegen seinen Zwillingsbruder Lifthrasil, der auf der Seite der Finsternis steht.

===Meine Meinung===
Wolfgang Hohlbein ist ein Autor, der sich mit einer schwankenden Qualität immer wieder unliebsam macht. Aus diesem Grund lag das Exemplar „Midgard“ schon längere Zeit bei mir im Schrank, da ich einfach erst einmal die Nase voll hatte. Doch auch ein solches Buch muss irgendwann gelesen werden.
Lif ist ein Findelkind, welches eines Tages aus dem Meer gefischt wurde. Seit diesem Tag wächst er bei dieser Familie auf. Mit Lif hat es etwas besonderes auf sich, dass auch seine Zieheltern wissen. Er ist der auserwählte, der Midgard vor dem Untergang retten soll. Doch sie versuchen das Schicksal mit allen Mitteln zu verhindern, bis doch der Fimbulwinter einbricht und das Ende der Menschen ankündigt. Lif soll zusammen mit Odin gegen die bösen Mächte und seinen Zwillingsbruder Lifthrasil antreten und erkennt fast zu spät, worum es wirklich geht.

Ich muss sagen, dass ich mich vor diesem Buch weniger mit diesem Sagen-Bereich auseinandergesetzt hatte und für mich daher die Geschichte Neuland bedeutete.

Schon nach wenigen Seiten war ich von der Handlung in Beschlag genommen und muss gleich vorweg zugeben, dass ich von diesem Werk mal wieder gänzlich überzeugt bin.

Wolfgang Hohlbein verpackt die Sage in ein spannendes Abenteuer für jüngere, aber auch ältere Leser, sodass man binnen weniger Seiten wirklich gefesselt ist. Er verwendet einen kindlichen, bildhaften Stil, der sich leicht und flüssig lesen lässt. So begleitet der Leser Lif in der dritten Person durch sein spannendes Abenteuer.
Um einen groben Überblick zu verschaffen, wie Midgard aufgebaut ist und um den Leser später immer wieder bildhaft vors Auge zu führen, wo er sich gerade befindet, ist gleich zu Beginn des Buches eine Weltkarte vorzufinden. Diese Weltkarte ist genauso fantasievoll gestaltet, wie die Welt Midgard selbst. Hier merkt man mit jeder neuen Seite, dass der Autor sich einmal Gedanken gemacht hat. Es steckt viel Liebe zum Detail, und das nicht nur in der Beschreibung der Welt, sondern auch in jedem einzelnen Charaktere. Gerade für Kinder ist dies total schön, denn dadurch wird die Fantasie sehr gut angeregt.
Einmal angefangen und gefesselt von dieser Welt, habe ich das Buch an zwei Tagen durchgelesen und das auch nur, weil ich zwischenzeitlich versucht habe mich mit anderen Dingen zu beschäftigen, um einfach länger in den Genuss dieses Werkes zu kommen.

Neben der üblichen Handlung, die durch zahlreiche Kämpfe und Action-Szenen mit jeder Minute spannender wird, versucht der Autor gekonnt etwas lehrreiches für die jungen Leser einzubauen. Er veranschaulicht gekonnt, wie leicht man sich irreführen und beeinflussen lassen kann. Oft ist es so, dass der Schein trügt und man sich einfach selbst Gedanken machen muss, um zu einem richtigen Entschluss zu kommen. Auf der anderen Seite befassen sie sich auch mit dem Schicksal und versuchen zu verdeutlichen, dass jeder sein eigenes Schicksal bestimmt und dieses keineswegs vorbestimmt ist. Das sind die wesentlichen Denkanstöße in diesem Buch. Allerdings gibt es noch viele bildhafte Anstöße, wie zum Beispiel, dass man Entscheidungen in vielen Fällen nicht rückgängig machen kann, und man mit den Folgen leben muss; aber auch das Rache keine Lösung ist. Auch wenn dies eigentlich eher für Kinder gedacht ist, können sich auch ältere Leser eine Scheibe davon abschneiden. Es hat auch mich zum Nachdenken über gewisse Dinge angeregt.
Wie eingangs erwähnt, kommt die Spannung aber keineswegs zu kurz, im Gegenteil. Der Autor versucht schon während der gesamten Geschichte eine gute Grundspannung aufzubauen, die mit jeder neuen Kampfszene oder Gefahr ansteigt. Mit jeder Seite wird deutlicher, dass am Ende ein gigantischer Showdown zu erwarten ist, der auch kommt. So muss ein Abenteuerbuch für Jugendliche sein, wie ich persönlich finde.

Besonders gut gelungen ist Wolfgang Hohlbein der Wandel des Protagonisten. Anfänglich ist Lif ein absoluter Träumer, der später sein Schicksal in die Hand nimmt und das Träumen hinten anstellt. So wird den Lesern gut gezeigt, dass sich jeder Mensch der Umgebung und den Herausforderungen, die das Leben mit sich bringt, anpasst und man keine Angst davor haben muss.

Die Zielgruppe sind zwar eigentlich Jugendliche ab 12 Jahren, aber selbst mit 28 Jahren, konnte mich diese spannende Geschichte packen. Aus diesem Grund kann ich das Buch ohne Bedenken jedem empfehlen.

===Bewertung===

Spannend, packend und fantasievoll kommt die Sage um Midgard daher. Wolfang Hohlbein ist mit diesem Werk mal wieder ein absolutes Highlight gelungen, was meines Erachtens fünf Sterne verdient.

===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Wer möchte, findet hier eine sehr anschauliche und spannende Szene aus dem Buch zum Nachlesen.


© Sarahs Bücherwelt für diverse Seiten, den 26.08.2011


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Brüggemann, Jens: Beruf Fotograf

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==Vom Hobby-Fotograf zum absoluten Profi==

===Einleitung===
Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich über Blogdeinbuch.de zur Rezension erhalten habe. Es handelt sich um ein Sachbuch, welches den Beruf Fotograf von allen Seite beleuchten soll. Zudem soll es zahlreiche Hilfestellung enthalten, die einem Hobby-Fotografen den Einstieg in den Beruf erleichtern sollen. Wie mir das Buch gefallen hat, lest selbst.

===Buchdaten===
Autor: Jens Brüggemann
Titel: Beruf Fotograf
Verlag: mitp
Erschienen: 2011
ISBN-10: 3826691261
ISBN-13: 9783826691263
Seiten: 232
Einband: TB
Kosten: 29,95€
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Spielen Sie mit dem Gedanken, Ihr Hobby Fotografie zum Beruf zu machen? Der Profi-Fotograf Jens Brüggemann zeigt die verschiedenen Wege in die Berufsfotografie und gibt unzählige Praxistipps zur Selbstständigkeit als Fotograf. Mit dem nötigen Wissen zur Ausrüstung, Werbung, zum Fotorecht und mit den Steuer-Infos sowie den Erfahrungsberichten anderer Fotografen kommen Sie Ihrem Traum einen großen Schritt näher.

===Inhaltsübersicht===
  1. Fotografen-Klischees und die Wirklichkeit
  2. Fotografische Eignung sowie sachliche und monetäre Voraussetzungen für den Beruf Fotograf
  3. Verschiedene Wege in die Berufsfotografie: Praktika und Assistenzen, klassische Ausbildung, Studium, Private Fotoschulen und der Quereinstieg
  4. Hilfe bei der Positionierung und Zielsetzung als Fotograf
  5. Eigenes Studio versus Mietstudio
  6. Nötige Investition in Equipment und Datensicherung
  7. Behördengänge und Berufsverbände
  8. Erfolgversprechende Werbemaßnahmen: Von der Visitenkarte bis zur Gestaltung des Schaufensters oder der Internetpräsenz
  9. Basiswissen Fotorecht mit Musterverträgen
  10. Tipps zur Auftragsabwicklung vom Angebot über die Preiskalkulation bis zum Mahnwesen
  11. Steuerinfos für Selbstständige
  12. Wertvolle Erfahrungsberichte von Berufsfotografen aus den unterschiedlichsten Fotobereichen

===Meine Meinung===
Fast jeder Mensch besitzt eine Kamera und viele bezeichnen sich als Hobby-Fotografen. Da kommt gerne mal die Frage auf, warum macht man sein Hobby nicht zum Beruf. Genau an dieser Stelle setzt das Buch an. Es klärt den Interessenten genau über den Beruf Fotograf auf und erklärt, wie es mit der Selbstständigkeit aussieht.

Auf den ersten Blick erkennt sogar der Laie, dass Jens Brüggemann vom Fach ist und sein Handwerk versteht. Optisch sehr schön gestaltet, mit zahlreichen Fotografien, ist das Buch ein absolutes Highlight und zeigt, was ein Fotograf wirklich können muss, um sein Hobby zum Beruf zu machen. Die ausgewählten Fotos sind wirklich anschaulich und gelungen. Allerdings dominieren deutlich die weiblichen Motive, was nicht unbedingt jeden Leser anspricht, aber zu diesem Beruf dazugehört.

Diese Liebe zum Detail findet sich leider in den einzelnen Kapiteln nicht unbedingt im Text wieder. Zwar wird deutlich, dass sich der Autor in diesem Bereich als Selbstständiger auskennt, aber er hakt in meinen Augen den Sprung in die Selbstständigkeit zu oberflächlich ab. Auf grundlegende Aspekte geht er nur minimalistisch ein und Problematiken werden in meinen Augen verharmlost. Es ist eben die Sichtweise eines Fotografen, der es in seinem Beruf zu etwas gebracht hat. Die Informationen bringt er sachlich und verständlich rüber, aber lässt Tipps, Tricks und Kniffe, die er in seinen Berufsjahren gesammelt hat, einfach unter den Tisch fallen. Und genau solche Tipps und Tricks gehören in meinen Augen in ein solches Werk. Zudem hätte es mir gefallen, wenn er einfach mal aufgezeigt hätte, was ein wirklich guter Fotograf können muss und wie er sich von einem Hobby-Fotografen unterscheidet. Wer findet seine Fotos selbst nicht immer gelungen. Ansonsten weiß der Leser jedoch im Groben, wie er am Besten den Weg als Fotograf einschlägt, welche Behördengänge notwendig sind, wie Preise kalkuliert werden, Verträge auszusehen haben, wie es mit den Steuern funktioniert oder wie eine Mahnung sein muss. Zudem gibt es einige Erfahrungen aus dem Alltag eines Fotografen.

Im Großen und Ganzen ist dies ein sachliches, aber sehr einseitiges Buch, dem einfach praktische Hilfestellungen fehlen. Die trockene Materie allein macht kein gutes Buch aus. Zudem hätte ich mir einige Kniffe aus erster Hand gewünscht, wie man sich Aufträge sichert, gute Motive findet oder sogar einige Hilfestellungen, um das perfekte Bild zu knipsen. Aus diesem Grund denke ich, dass das Werk mit mehr Seiten tiefgehender gewesen wäre. So bleiben am Ende noch einige Fragezeichen stehen. Auf 232 Seiten kann einfach nicht alles detailliert erklärt werden. Es bleibt immer etwas unausgesprochen.

Trotzdem finde ich die Idee ,ein solches anschauliches Werk auf den Markt zu bringen, sehr gut. Aus diesem Grund kann ich das Buch empfehlen. Es richtet sich jedoch eher an die Leute, die den Entschluss zur Selbstständigkeit schon gefasst haben, und wissen möchten, wie sie ihren Traumberuf in die Tat umsetzen können. Aufklärung über den Beruf an sich ist hier genauso dürftig, wie wirklich gute Hilfestellungen.

===Bewertung===

Jens Brüggemann ist mit dem Buch „Beruf Fotograf“ ein Werk gelungen, dass sein Können in den schillerndsten Fotos darstellt und oberflächlich erklärt, wie man selbst diesen Beruf ergreifen kann. Fehlende Hilfestellungen und eine schlechte Aufklärung über den Beruf an sich, sorgen für zwei Sterne.

===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Wer einen Blick in das Buch werfen will, kann dies tun:



© Sarahs Bücherwelt für diverse Seiten, den 26.08.2011


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Fehring, Udo: Streets of London

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==Obdachlosigkeit und kalte Winter==

===Buchdaten===
Autor: Udo Fehring
Titel: Streets of London
Verlag: BoD
Erschienen: 2011
ISBN-10: 3842374321
ISBN-13: 9783842374324
Seiten: 138
Einband: TB
Kosten: 8,90€
Serie: -


===Zitierter Klappentext===
Der neunjährige Tim lebt mit seinen gutbürgerlichen Eltern in London. Eines Tages macht er Bekanntschaft mit Tony, einem Obdachlosen. Die Beiden freunden sich an, was Tim versucht, seinen Eltern gegenüber geheim zu halten.Als Tims Mutter ihn wegen seines plötzlichen und ungewöhnlichen Heißhungers auf Obst zur Rede stellt und von Tony erfährt, reagiert sie erbost. Sein Vater verhängt Hausarrest.Aber Tim lässt sich davon nicht abschrecken. Wird er es schaffen, für diese Freundschaft gegen Vorurteile und Klischees seines Umfeldes anzukämpfen?Das Buch erzählt von einer ungewöhnlichen Freundschaft, der unerschütterlichen Hoffnung eines Jungen und dem Aufeinanderprallen zweier Welten, die unterschiedlicher nicht sein können.

===Meine Meinung===
Jugendbücher sind schon eine schöne Sache. Selbst mit meinen 28 Jahren lese ich sie immer noch gerne. Man kann noch etwas lernen, die Geschichten sind meist schön und schnell zu lesen. „Streets of London“ ist ein Buch welches sich mit einer Thematik befasst, die ich schon seit meiner eigenen Kindheit nicht mehr in einem Jugendroman vorgefunden habe.

Tim ist neun Jahre alt und lebt mit seinen Eltern in London. Auf einen seiner Streifzüge zum Konzert des Big Bens lernt er Tony, einen Obdachlosen, kennen. Aus der anfänglichen Angst vor diesem Mann entwickelt sich bald schon eine innige Freundschaft, die vielen Hindernissen strotzt. Trotz vieler Vorurteile kann er sogar seine Eltern von Tony überzeugen. Zusammen mit seiner Familie versucht er dem außergewöhnlichen Mann zu helfen, und lässt dadurch Welten aufeinanderprallen.

Schon der Klappentext dieses Werkes macht neugierig, da ich persönlich das Thema wichtig empfinde. Gerade in der heutigen Zeit kann es schnell passieren, dass jemand in die Arbeitslosigkeit rutscht und im schlimmsten Fall auf der Straße landet. Es soll den jungen Lesern diese teilweise heruntergekommenen Personen als ganz normale Menschen zu sehen.

Leider schreckt die Optik auf den ersten Blick ab. Mit seinen rosa Farben sieht es auf den ersten Blick nach einem Mädchen-Buch aus. Als Mutter, aber auch als Leseratte wirken so schlichte Cover auf Kinder abschreckend. Ein hübsches Bild und sei es nur ein Bild von London wirkt definitiv ansprechender.
Der äußere Eindruck täuscht jedoch oft. Dementsprechend ging ich davon aus, dass dies vom Autor beabsichtigt war, um seinen Lesern den Inhalt mit seinem Buch ein gute Beispiel bezüglich des „unter die Schale-Sehen“ zu liefern. Die Idee hätte ich gut gefunden. Jedoch war dies gar nicht vom Autor beabsichtigt. Das merkt der Leser beim ersten Blick in das Werk. Hier zeigt sich ganz deutlich, dass es sich um das erste Werk des Autors handelt und noch einiger Überarbeitung bedarf. Seitenzahlen wurden schlichtweg vergessen. Statt einem Deckblatt oder Angaben zum Verlag, Copyright oder Autor, beginnt das Buch sofort. Dies ist einfach sehr ungewöhnlich, aber nicht wirklich schlimm.

Die Geschichte selbst beginnt mit dem Kennenlernen zwischen Tim und Tony. Wie oben schon erwähnt, finde ich die Handlung und die Grundidee wirklich sehr gelungen. Gerade in Zeiten der Vorurteile ist eine solche Story sehr lehrreich.
Die Umsetzung ist in meinen Augen auch noch etwas ausbaufähig. Es fängt schon mit der Obdachlosigkeit an. Die Geschichte spielt in London. Für Kinder hätte ich es besser gefunden, wenn die Handlung in Deutschland gespielt hätte. Kaum einer kennt sich mit der Arbeitslosigkeit in England aus und die Infos darüber sind fast gleich null. Es wird zwar erwähnt, dass jemand der seine Arbeit verliert, kaum abgesichert ist, aber wo die Unterschiede zu unserem System sind, gehen nicht hervor. Nicht mal ich als Erwachsene konnte sagen, wie die Unterschiede sind. Hier hätte der Autor einfach mehr aufklären müssen oder ein Land nehmen müssen, wo sich die Eltern / Lehrer besser auskennen.
Ein weiterer Aspekt ist der Stil des Autors. Er ist kindgerecht und lässt sich sehr leicht lesen. Durch seine breiten Ränder und zahlreichen Kapitel ist es eh sehr schnell und einfach zu lesen. Ich persönlich bekam beim Lesen das Gefühl, dass es sich teilweise um einen guten Schulaufsatz handelt. Das lag daran, dass der Autor eine Sprache zwischen Eltern und Sohn verwendet, die recht künstlich klingt. Ich bin selbst Mutter eines achtjährigen Stiefsohnes und ich würde nie so mit ihm reden. Dadurch wirkt es stellenweise wie ein guter Aufsatz. Für Kinder ist dies aber nicht so auffällig und erleichtert auch schwächeren Lesern ein gutes Verständnis.
Meine zehnjährige Nichte hat sich bereit erklärt das Buch ebenfalls zu lesen. Sie kam drei Tage später an und war genauso gemischt von ihren Eindrücken her. Die Sprache, die mir aufgefallen war, gefiel ihr sehr gut. Einfach weil es sich dadurch angenehm lesen lässt. Optik und Aufbau fand sie ebenfalls nicht sehr angenehm. Auch sie fragte mich, wie der Unterschied zwischen deutschen und englischen Arbeitslosen ist. Was zeigt, dass auch junge Leser sich diese Frage stellen.
Was sie allerdings schade fand, war die Tatsache, dass vieles wie im Zeitraffer erzählt wurde. Zwar ist die Geschichte in ihren Augen realistisch und gerade der Schluss war in ihren Augen sehr authentisch gestaltet, aber sie fand, dass auf wesentliche Aspekte hätte mehr eingegangen werden können. Nichtsdestotrotz fand sie die Geschichte so gut, dass sie das Buch in der Schule vorgestellt hat, da sie die Aufgabe hatte, in der neuen Schule ein Buch vorzustellen.

Was wir beide aber sicher sagen können, ist die Tatsache, dass das Buch sehr lehrreich ist. Der Autor geht detailliert auf Vorurteile und Schwierigkeiten bezüglich Eingliederung ein.

Der Zielgruppe gefällt das Buch sehr gut, aber es hat halt kleinere Schwächen, die bei einem Erstlingswerk vorkommen können. Nicht mal bekannte Autoren, wie Marion Zimmer Bradley oder Wolfgang Hohlbein haben am Anfang perfekte Werke verfasst. Der Ansatz ist sehr gut und man kann nur hoffen, dass der Autor weitere Jugendbücher schreiben wird, denn auf seinen Ideen und seinem Stil kann er aufbauen.

Trotz einiger Schwächen kann ich das Buch empfehlen. Die Thematik ist sehr wertvoll und eignet sich aus diesem Grund auch für Schulklassen. Es sollte allerdings immer über dieses Buch diskutiert oder geredet werden, um eventuelle Fragen, die aufkommen, zu klären.

===Bewertung===

Streets of London“ ist ein Jugendbuch, dass eine interessante Thematik beinhaltet, aber einige Schwächen aufweist. Die Geschichte ist lehrreich und regt zum Diskutieren an. Dadurch werden einige Schwächen kaschiert, sodass das Werk drei Sterne bekommt.

===Vom Autor genehmigte Leseprobe===

Am nächsten Tag rannte Tim nach der Schule so schnell er konnte zur Bahnstation, um so schnell wie möglich bei Tony zu sein. An der Victoria Station angekommen, stürmte er aus der Türe raus, die Treppe zur Straße hoch schnurstracks zur Waterloo Bridge. Tony war gerade dabei, an einem trockenen Ende Brot herumzuknabbern. Tim kam auf ihn zugelaufen und fiel ihm sogleich um den Hals. Tony hatte sich fast erschrocken, er hatte eigentlich erst in einer Viertelstunde mit Tim gerechnet.
Hey, hey, hey, Timmy-Boy! Was ist denn heute mit Dir los? Hast Du eine eins in der Schule geschrieben?" fragte Tony neugierig.
Tim schüttelte kräftig mit dem Kopf. „Nein, nein, es hat nichts mit der Schule zu tun." entgegnete Tim.
Womit denn?" bohrte Tony weiter nach.
Mit Dir!" Tim stupste dabei seinen Zeigefinger gegen Tonys Brust.
Mit mir??????" fragte Tony ganz ungläubig.






© Sarahs Bücherwelt für diverse Seiten, den 15-08-2011

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von Tippelskirch, W.: Das Hausgespenst vom Ochsenstein vermisst sein Pferd

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===Buchdaten===
Autor: W. D. v. Tippelskirch
Titel: Das Hausgespenst vom Ochsenstein vermisst sein Pferd
Verlag: Weichert
Erschienen: 1985
ISBN-10: 3483017631
ISBN-13: 9783483017635
Seiten: 62
Einband: HC
Alter: ab 8
Kosten: ab 1,00€ gebraucht bei Ebay
Serie: Das Hausgespenst von Ochsenstein Bd. 3
  

===Eigene Inhaltsangabe===
Der Erbochs muss zum 600jährigen Dorffest gegen den Familienfeind im Reitturnier antreten. Eigentlich kein Problem, schließlich hat er tatkräftige Unterstützung von seinen Vorfahren, die im Mittelalter erfolgreiche Ritter waren. Als Geister spuken sie in seiner Behausung herum und helfen ihm und seinen Freunden wo sie können. Nur leider kann der Erbochs nicht reiten. Kurz vor dem Tunier kommt Flips und der Geisterknabe Kuni auf die rettende Idee das vermisste Pferd, welches jeden Reiter zum Sieg führt, zu suchen.

===Meine Meinung===
Das Hausgespenst vom Ochsenstein ...vermißt sein Pferd“ ist der dritte Teil der Reihe „Das Hausgespenst vom Ochsenstein“ und ist ein Buch für Leseanfänger ab acht Jahren. Zahlreiche Bilder und eine extra große Schrift erleichtern das Lesen für die jungen Leseratten.

Der Einstieg in das Buch wird den kleinen Lesern sehr leicht gestaltet. Gleich zu Beginn gibt es eine Übersicht aller wichtigen Protagonisten. Dort erfährt der Leser auch gleich, welche Figur ein Geist ist und welcher ein lebendiger Mensch ist. Das finde ich sehr wichtig, da sich viele Protagonisten sehr ähnlich sehen und auch manche Menschen grünlich leuchten, wie ihr Geist-Spiegelbild.

Leider geht es danach nicht so gut weiter. Ich finde es schon als großer Leser immer sehr schwer, wenn die Perspektive gewechselt wird. Für Kinder, die gerade mit dem Lesen sicherer werden, finde ich es dementsprechend noch unpassender. Mal wird die Geschichte aus Sicht von Flips, dann vom Erbochs oder Kuni erzählt. Zwar wird der Leser in einem kurzen Satz vorab informiert, wer gerade berichtet, aber es verwirrt die jungen Leser doch etwas. Das durfte ich bei meinem Stiefsohn sehen, der mich irritiert fragte, ob es unterschiedliche Geschichten seien. Ansonsten fand er die Geschichte jedoch total genial. Spannend und lustig zugleich. Hätte ich noch weitere Werke aus dieser Reihe gehabt, die hätte er gerne gelesen.

Als Mutter bin ich vom Inhalt nicht 100% überzeugt. Der Stil ist sehr leicht und besticht durch kurze Sätze, einfache Worte und bildhafte Beschreibungen. Er ist ideal für Leseanfänger und wird durch zahlreiche Zeichnungen visuell unterstützt. So wünscht man sich ein Buch für junge Leseratten. Für Eltern mag es vielleicht zu banal klingen, aber für das eigentliche Alter perfekt.
Der Inhalt ist jedoch eine Frage des Geschmacks. Ich persönlich bin als Mutter eher von Werken überzeugt, die halbwegs realistisch sind und den Kindern noch etwas lehrreiches mit auf den Weg geben. Das ist hier nicht der Fall. Fantasie gehört zu einem Abenteuer- und Gespenster-Buch dazu. Allerdings finde ich es fragwürdig den Kindern die Vorstellung zu vermitteln, dass Geister ganz normale Menschen sind. Uns wurden damals Geister als Mitternachtsknaben, die durchsichtig sind vorgestellt. Hier können die Figuren ganz normal essen, sich tagsüber draußen bewegen und bestehen aus einer festen Materie, die ihnen sogar das Reiten ermöglicht. Etwas Lehrreiches und sei es noch so versteckt, konnte ich nicht entdecken. Zwar wird den Kindern vermittelt, dass sie nie aufgeben sollen, aber der eingebaute Zorn, der alles ermöglicht, ist wiederum gegenteilig. Als Mutter kann ich dies nicht unbedingt unterstützen.

Die Geschichte selbst ist in einem kindlichen Rahmen spannend und wird mit kleinen Spannungskurven bis zum Schluss mitreißend umgesetzt. Da der Protagonist und auch die anderen Charaktere dem männlichen Geschlecht angehören, richtet sich das Buch auch eher an kleine Jungen. Ich persönlich hätte es als Mädchen jedoch auch gelesen und wie man am Vorbesitzer des gebrauchten Buches erkennt, gibt es auch andere Mädchen, die liebend gerne Geistergeschichten lesen. Ich hätte mir nur gewünscht, dass die Geister etwas realistischer umgesetzt worden wären. Empfehlen kann ich die Geschichte bedingt. Wer mehr auf Spannung statt auf lehrreich setzt, wird seinen Kind auch mit einem so alten Kinderbuch eine Freude bereiten.

===Bewertung===

Gespenster und Ritterkämpfe sind für junge Leseratten ein interessantes Thema, dass ideal für Leseanfänger umgesetzt wurde. Leider bleibt bei der kindgerechten Spannung der lehrreiche Aspekt auf der Strecke. Für mich lediglich drei Sterne.


===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Zitat S. 19:


Du elender Zuwiderwurz, du ganz zuwiderer – scherst du dich nicht gleich hinaus aus meinem Bett?!“ Ich brülle dermaßen, daß es bis hinunter in die Küche schallt. Urochs, Ochsen-Rudi und Bombastius kommen herbei. Den Trottelbert stört das Gebrüll allerdings gar nicht, der schnarcht weiter.

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Burban, Stefan: Nahende Finsternis

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==Der Untergang steht bevor==



===Einleitung===
Heute möchte ich ein Buch vorstellen, welches eigentlich in ein Genre fällt, welches von mir eher weniger gelesen wird. Es ist ein Sci-Fi-Roman und hat den Titel „Nahende Finsternis“ aus der Feder des noch recht unbekannten Stefan Burban.

===Buchdaten===
Autor: Stefan Burban
Titel: Nahende Finsternis
Verlag: Atlantis
Erschienen: 2011
ISBN-10: 3941258575
ISBN-13: 9783941258570
Seiten: 288
Einband: TB
Kosten: 13,90€
Serie: Ruul Konflikt Bd. 2

===Autor/in===
Stefan Burban wurde am 22.08.1975 in Schwäbisch Gmünd geboren. Er absolvierte eine Lehre als Industriekaufmann und arbeitete mehrere Jahre als kaufmännischer Sachbearbeiter. Irgendwann setzte sich jedoch der Wunsch durch, einen eigenen Sci-Fi-Roman zu veröffentlichen. Es sollte nicht lange dauern, bis sein erster Roman „Tödliches Kreuzfeuer“ 2008 in den Regalen stand. Der vorliegende Roman ist sein drittes Werk.
Mehr über ihn und seine Werke unter: www.stefan-burban.de

===Zitierter Klappentext===
Das Jahr 2143. Drei Jahre sind seit der Entscheidungsschlacht von Negren`Tai vergangen. Drei lange, ereignislose Jahre. Die Ruul scheinen sich endgültig zurückgezogen zu haben, um den Menschen und ihren Verbündeten das Feld zu überlassen. Doch plötzlich bricht der Kontakt zum friedfertigen Volk der Asalti ab. Und die Mitglieder der neu gegründeten ROCKETS-Spezialeinheit sind die erste Wahl, um die mysteriösen Vorgänge im Heimatsystem der Asalti aufzuklären. Doch auf den Schrecken, den die Kommandosoldaten dort vorfinden, sind sie vollkommen unvorbereitet. Die ROCKETS stehen ihrer härtesten Bewährungsprobe gegenüber ...

===Meine Meinung===
Nahende Finsternis“ ist die Fortsetzung zum Sci-Fi-Roman „Düstere Vorzeichen“. Der Leser befindet sich inzwischen im Jahr 2143 und hat somit drei ruhige Jahre seit der entscheidenden Schlacht verpasst. Die Ruul sind so gut wie von der Bildfläche verschwunden, als plötzlich und unerwartet der Kontakt zu dem befreundeten Volk der Asalti abbricht. Um den Grund für diese Funkstille herauszubekommen, werden zwei Teams der neuen Rocket-Gruppe losgeschickt. Doch was die Teams auf ihrer Erkundungsmission entdecken, ist schlimmer als jede Befürchtung. Die Mission wird regelrecht zum Himmelfahrtskommando, denn die Ruul haben einen teuflischen Plan ausgeheckt.

Der Autor hat sich bei seinem zweiten Teil sehr viel Mühe gegeben und die neue Handlung konsequent auf der alten Geschichte aufgebaut. Die düstere Military-Sci-Fi Stimmung, die schon im ersten Teil überzeugen konnte, wurde auch diesmal hervorragend bis ins kleinste Detail geschildert. Wie auch im ersten Band richtet der Autor sein Augenmerk auf jeden einzelnen Charaktere, der lebendig und authentisch beschrieben wird. Hier hat sich der Autor viele Gedanken gemacht, um die Figuren logisch und nachvollziehbar zu gestalten.

Neben den authentischen Protagonisten darf die Action nicht zu kurz kommen. Zahlreiche Raumschiffschlachten und Kämpfe an der Oberfläche sorgen für spannende Momente. Die Schlachten sind gigantisch geschildert und wenn man sich mitten in einer solchen Kampfszene befindet, kann man gar nicht aufhören mit dem Lesen. Er schildert alles so detailliert, dass ich das Gefühl hatte, die Szenen auf einer Leinwand zu sehen.

Die Fehler, die mir im ersten Buch aufgefallen sind, konnte ich hier nicht feststellen. Entweder handelte es sich nur um Einsteigerfehler oder der Autor hat sich diesmal mehr Mühe gegeben, solche Fehler zu vermeiden.

Leider gibt es auch in diesem Teil ein kleines Manko. Die bekannten Ruuls kommen auch in der Fortsetzung vor. Während ich früher ihre Sichtweise besser nachvollziehen konnte, wird hier weniger auf ihre Perspektive oder ihre Beweggründe eingegangen. Das fand ich persönlich etwas schade.
Ebenfalls muss ich diesmal sagen, dass mich das Cover nicht unbedingt anspricht. Ein Weltraumkampf der sich vor einem grünen Planeten abspielt, ist zwar passend, aber zum Titel würde ein dunkles Cover in meinen Augen besser passen.

In meinen Augen ist dem Autor die Fortsetzung gelungen und jeder Leser wird sich über den nächsten Teils des Zyklus freuen. Man merkt deutlich die Fortschritte des Autors und die Liebe zum Detail. Er weiß genau, wie er seine Leser zu fesseln hat. Aus diesem Grund kann ich jedem, der ein actionreiches Sci-Fi-Abenteuer lesen möchte, dieses Werk empfehlen. Allerdings sollten sich Quereinsteiger bewusst sein, dass die Geschichte auf den ersten Teil basiert und man diese Hintergrundinformationen im zweiten Teil zum Verständnis benötigt. Wer also keine Verständnisfragen aufkommen lassen oder Lücken haben möchte, sollte unbedingt den ersten Teil vorab lesen.

===Bewertung===

Nahende Finsternis“ besticht durch seine actiongeladenen, zahlreichen und unterschiedlichen Kämpfe, die jeden Sci-Fi-Fan begeistern werden. die 288 Seiten lassen sich durch den bildhaften Stil zügig lesen, und selbst unerfahrene Leser dieses Genres werden begeistert sein. Dafür gibt es vier Sterne.

===Vom Autor genehmigte Leseprobe===
»Wir kriegen Gesellschaft«, erstattete der Scharfschütze Bericht. »Ein Hover-
Truck aus dem Dorf. EAZ in etwa vier Minuten. Zwei Mann in der Fahrerkabine
und drei auf der Ladefläche.«
»Bewaffnet?«
»Ja.«
»Kümmer dich darum. Es dauert hier noch etwas. Wir haben ihn noch nicht
gefunden.«
»Verstanden.« Selbst über die Funkverbindung war die Vorfreude des Scharfschützen
unüberhörbar.
»Boss. Komm nach oben. Zweites Zimmer auf der rechten Seite.«
»Bin unterwegs.«
Der Truppführer eilte die Treppe hinauf, wobei er immer zwei Stufen auf einmal
nahm. Oben angekommen musste er über fünf weitere Leichen steigen. Vier
Männer und eine Frau. Keine der Leichen gehörte zu seinen Leuten.
Als er den Raum betrat, standen seine zwei Soldaten – ein Mann und eine Frau
neben einem Stuhl, auf dem ein Mann saß. Die Hände waren ihm grob auf den
Rücken gedreht und gefesselt worden. Eine schwarze Kapuze bedeckte vollständig
seinen Kopf.

© Sarahs Bücherwelt für diverse Seiten, den 14.8.11


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Jack ist da

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Hallo meine treuen Leser,

wie ihr gemerkt habt, war ich einige Tage nicht da. Das lag daran, dass mein kleiner Zwerg unerwartet per Notkaiserschnitt geholt werden musste.

Jack ist 44cm groß und wog 2350g.

Demnächst gibt es aber wie gewohnt meine Rezensionen.

Lg, Sarah
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Jeier, Thomas: Patty rettet Blue Boy

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Autor: Thomas Jeier
Titel: Patty rettet Blue Boy
Verlag: Schneider
Erschienen: 1980
ISBN-10: 3505080489
ISBN-13: 9783505080487
Seiten: 102
Einband: HC
Kosten: gebraucht ab 1,00 € bei Ebay
Serie: -

Siehst du etwas, Blue Boy?“ fragt Patty leise. Zusammen mit dem Indianerjungen späht sie von einem Felsblock hinunter in die Ebene des Monument Valley. Ein fremder Planwagen steht dort, und nicht weit entfernt ein unheimlicher Mann. Patty und Blue Boy sind einem dunklen Geheimnis auf der Spur und schon bald sind die beiden in dramatische Ereignisse verwickelt.


===Meine Meinung===
Auch wenn ich mit meinen 28 Jahren deutlich über dem eigentlichen Lesealter von 8-13 Jahren liege, finde ich es entspannend, ab und an zwischen den schweren Romanen, mal etwas leichtes zu lesen.

Patty ist ein 12 jähriges Mädchen, dass von ihren Adoptiveltern Ende des 19. Jahrhunderts flieht und sich Richtung Westen aufmacht. Auf der Bahnfahrt kommen die schrecklichen Erinnerungen an die letzten Tage bei ihrer bösen Adoptivmutter und dem abgebrannten Zirkus hoch, und als Ellen, eine andere Passagierin sie anspricht, schüttet Patty ihr das Herz aus. Da das Mädchen und die junge Reporterin alleine unterwegs sind, entschließt sich Ellen Patty mit sich zu nehmen. Als beide Zeugen werden, wie ein Indianer schlecht behandelt wird, will die Reporterin einen Bericht über die Indianer schreiben und macht sich auf den Weg zu einer indianischen Familie. Dort angekommen werden Patty und der indianische Sohn Blue Boy Augenzeugen von einem Handel zwischen einem Weißen und den Rothäuten, die ihm geklaute Teppiche für Feuerwasser verkaufen. Sie erzählen ihre Entdeckung Ellen, die sich auf den Weg zum Fort der weißen Soldaten macht. Doch dort stoßen die beiden Frauen auf Widerstand, denn der Cononel steckt mit in den Machenschaften. Auf den Rückweg merken sie, dass ihr Handeln tödliche Folgen mit sich bringt.

Patty ist ein wirklich interessantes Mädchen und der vorliegende Roman ist eine Fortsetzung. In einer kurzen und guten Rückblende erfährt der Quereinsteiger etwas über ihre Zeit im ersten Jugendbuch. Da diese Rückblende sehr ausführlich ist und jeden wichtigen Abschnitt in Pattys Leben enthält, könnte es für Kenner der Reihe langweilig erscheinen. Ich fühlte mich dadurch jedoch bestens auf die starke Protagonistin vorbereitet. Patty ist ein Mädchen mit dem sich zahlreiche junge Mädchen identifizieren können. Sie ist stark, lustig, mutig, frech und klug.
In diesem Teil rauft sie sich mit der Reporterin Ellen zusammen. Als Mutter fand ich dies etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Es wirkte zu abrupt, aber da es in einer früheren Zeit spielt, könnte es für damalige Verhältnisse schon passen. Wer würde heute schon nach zehn Minuten ein wildfremdes Mädchen zu sich holen.

Nachdem sich Patty Ellen angeschlossen hat, geht es schnell zum eigentlichen Thema – Indianer. Hier erfährt der Leser wirklich alles wissenswerte über die Rothäute. Man erfährt etwas über die Kriege, die Vertreibung, die schlechte Behandlung, die Verträge mit den Weißen und vieles mehr. Es wird alles kindgerecht erklärt, aber auch als Erwachsener kann man aus diesen Erzählungen etwas lernen. Mir persönlich hat dies sehr gut gefallen. Zwar wirkt es durch die vielen geschichtlichen Erklärungen stellenweise recht langweilig, aber ich finde Bücher, in denen Kinder etwas lernen können, sehr wichtig.

Jetzt muss man aber keine Angst bekommen, dass das Buch nur lehrreich ist. Im Gegenteil immer wieder passieren spannende Dinge. Zum Ende hin, als Patty wirklich bei den Indianern angekommen ist, wird es wirklich mitreißend. Diese Spannung bleibt bis zum Schluss konstant und macht das Buch auch für Jungen lesenswert. Das ist anfänglich nicht der Fall. Alleine durch Ellen und Patty als Protagonisten ist es eher ein Werk für Mädchen. Die Tatsache, dass Ellen emanzipiert ist, auf eigenen Beinen steht und immer den richtigen Spruch parat hat, zeigt jedoch ganz deutlich, dass es sich um ein Abenteuerbuch für Mädchen handelt.

Ich habe das Buch, welches mit einigen schwarz-weiß Zeichnungen untermalt wurde, innerhalb von einer Stunde durchgelesen. Meine zehnjährige Nichte hat das Buch ebenfalls gelesen und hatte es binnen zwei Stunden zu Ende. Das zeigt, dass es sich um leichte Lektüre handelt. Auch ihr hat das Buch sehr gut gefallen. Besonders die starke Protagonistin, hatte es ihr angetan. Nachdem sie in diesem Buch einiges über Indianer erfahren hatte, hat sie sich gleich weitere Indianer-Bücher gewünscht. Auch dies spricht für das Buch, sodass ich es gerne weiterempfehle.

===Bewertung===

Patty rettet Blue Boy“ ist ein Buch speziell für Mädchen. In einer spannenden Story wird die Geschichte der Indianer und Emanzipation vermittelt. Durch den leichten Stil bekommt das Buch vier Sterne. Abzug gibt es, weil die Indianer selbst so spät vorkamen.

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Hohlbein, Wolfgang: Die Druiden von Stonehenge

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==Neues von Robin Hood==



===Einleitung===
Nachdem ich vor einigen Tagen zufällig über eine Rezension zum Buch „Die Druiden von Stonehenge“ gestoßen bin, war ich so neugierig auf den letzten Teil dieser Trilogie geworden, dass ich ihn gestern gleich lesen musste. Wie er mir als Quereinsteiger gefallen hat, lest selbst....

===Buchdaten===
Autor: Wolfgang Hohlbein
Titel: Die Druiden von Stonehenge
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 1995
ISBN-10: 3404186079
ISBN-13: 9783404186075
Seiten: 236
Einband: HC
Alter: ab 10
Kosten: gebraucht ab 3,95€ bei Amazon
Serie: Kevin von Locksley Bd. 3

===Autor/in===
Wolfgang Hohlbein, 1953 in Weimar geboren, ist der meistgelesene und erfolgreichste deutschsprachige Fantasy-Autor. Seine Bücher decken die ganze Palette der Unterhaltungsliteratur ab - von Kinder- und Jugendbüchern über Romane und Drehbücher zu Filmen, von Fantasy über Sciencefiction bis hin zum Horror. Der Durchbruch gelang ihm 1982 mit dem Jugendbuch "Märchenmond", für das er mit dem Fantastik-Preis der Stadt Wetzlar ausgezeichnet wurde. 1993 schaffte er mit seinem phantastischen Thriller "Das Druidentor" im Hardcover für Erwachsene den Sprung auf die Spiegel-Bestsellerliste. Die Auflagen seiner Bücher gehen in die Millionen und immer noch wird seine Fangemeinde Tag für Tag größer. Der passionierte Motoradfahrer und Zinnfigurensammler lebt zusammen mit seiner Frau und Co-Autorin Heike, seinen Kindern und zahlreichen Hunden und Katzen am Niederrhein. (Quelle: Amazon.de)

***Weitere Werke***
  • Dreizehn
  • Magog
  • Teufelsloch

===Die eigentliche Trilogie===
1: Kevin von Locksley
2: Der Ritter von Alexandria
3: Die Druiden von Stonehenge
4: Der Weg nach Thule

===Zitierter Klappentext===
Zurückgekehrt von aufregenden Abenteuern im Heiligen Land, wo es ihm gelungen war, König Richard Löwenherz vor den finsteren Ränken zweier Magier zu warnen, befindet sich Kevin von Locksley wieder in England. Hier will er, begleitet von den getreuen Will und Arnulf, seinen Bruder Robin in Sherwood Forest treffen. Der Weg dorthin führt jedoch durch ausgedehnte Wälder, in denen nicht nur räuberische Banditen ihr Unwesen treiben. Deutlich spürt Kevin die Anwesenheit von etwas weitaus Bedrohlicherem. Und bald muß er feststellen, daß sein Kampf gegen die dunklen Mächte noch lange nicht zu Ende ist...

===Meine Meinung===
Wolfgang Hohlbein ist ein Autor, der mich immer wieder aufregt. Manche seiner Werke sind so genial, dass man sie gar nicht mehr aus der Hand legen mag, viele andere Werke sind jedoch deutlich nur auf schnelles Geld aus. Vor jedem neuen Werk, welches ich aus seiner Feder lese, hoffe ich, dass es diesmal zu der ersten Kategorie gehört.

Die Druiden von Stonehenge“ ist ein Kinderbuch und eine Trilogie, zu der ich lediglich den dritten Teil besitze. Seine Kinderbücher können mich meist überzeugen, aber den letzten Teil einer Trilogie zu lesen, ist so eine Sache.

Kevin ist mit Arnulf und Will auf dem Weg zu Robin Hood in den Sherwood Forest. Er ist gerade auf dem Rückweg vom Heiligen Land, wo er König Löwenherz vor einer bösen Intrige gerettet, und so manches Abenteuer mit den Tempelrittern bestanden hat. Kaum in England angekommen, muss er sich jedoch im Verborgenen bewegen, damit ihn niemand erkennt. So beschließt die Gruppe den unwegsamen und längeren Weg durch den Wald zu nehmen, als ihnen zufällig Astred, ein armer Bauer über den Weg läuft. Dieser wird von Borg, einem angeblichen Helfer Robin Hoods gejagt. Obwohl ihm keiner glaubt, das Robin Hood nun unter die Bösen gegangen ist, kann Kevin nicht anders und rettet Astred vor dem sicheren Tod. Ihr weiterer Weg führt sie in das Dorf, in dem Astred wohnt. Dort wollen sie die Nacht verbringen, stoßen jedoch auf Ablehnung. Wenig später erfährt Kevin auch den Grund dafür. Darkon ist ihm auf den Fersen und setzt als Druide alle Mittel in Bewegung ihn in seine Fänge zu bekommen.

Der Einstieg als Quereinstieg hatte ich mir bei diesem Werk schwerer vorgestellt. In groben Zügen bekommt der Leser die wichtigen Einblicke in die vorherigen Teile und ist somit zumindest im Wesentlichen informiert. Diese wenigen Hinweise stören Altleser nicht, machen Quereinsteiger aber auf die vorherigen Bände neugierig. Nach wenigen Seiten ist man in dem aktuellen Abenteuer involviert. Wolfgang Hohlbein gelingt es authentisch den Leser die damalige Zeit zu vermitteln. Tempelritter, Schurken, düstere Wälder - ich konnte alles direkt vor meinem inneren Auge sehen. Lediglich mit dem Protagonisten Kevon hatte ich so meine Schwierigkeiten. Zwar wird die Hauptfigur ausführlich beschrieben, aber ein Bild entstand nicht direkt. Das tut jedoch der Geschichte nichts. Schließlich ist Kevin eh ein Protagonist mit dem ich mich nicht unbedingt identifizieren konnte. Hilfsbereit, aber leicht naiv, wie er erscheint, ist er kein Vergleich zu Robin Hood.

Beim Lesen wird schnell deutlich, dass es sich eigentlich um ein Kinderbuch handelt. Eine recht große Schrift, wunderschöne schwarz-weiß Zeichnungen und ein kindgerechter Stil sprechen für sich. Lediglich die Kapitel fand ich als Elternteil für ein Kinderbuch etwas zu lang. Als Kind legt man öfters mal eine Pause ein oder liest abends die eine oder andere Seite. Auch wenn dann die Schrift groß ist, sind teilweise 30 Seiten doch zu lang. 10Jährige, wie es die Altersempfehlung vorgibt, sind zwar ausdauernder aber verlieren auch schnell die Konzentration.
Der Inhalt selbst wird eher Jungen fesseln, da viele detaillierte Kampfszenen zu Pferd und mit dem Schwert oder anderen typischen Waffen ausgetragen werden. Spannung baut sich trotz der vielen Action nur wenig auf. Man weiß, dass dem Protagonisten nicht viel passieren wird und dadurch, wie die Kämpfe ausgehen werden. Im Vergleich zu anderen Dingen werden die Kampfszenen sehr ausgeschmückt, dass es manchmal auch zu langatmig erscheint und die Spannung dadurch minimiert wird.

Während die Seiten voranschritten, kam bei mir immer wieder die Frage auf, was dieses Abenteuer mit Druiden zu tun, wie der Titel schließlich erahnen lässt. Die Frage wird nach rund 150 Seiten endlich geklärt und das auf eine Art und Weise, die mir persönlich irgendwie Fehl am Platze erschien. Vorher geschahen nur handfeste, authentische Dinge und plötzlich baut Wolfgang Hohlbein Fantasy-Ansätze ein. Ab diesem Zeitpunkt setzt der Autor auf Spannung pur und versucht den Leser durch rasante Szenen zum Mitfiebern zu bringen. Das ist ihm auch gelungen. Selbst einen älteren Leser konnte er damit überzeugen, wobei Kinder sicherlich noch faszinierter sein werden. Der Schluss selbst passierte binnen weniger Sätze und war im Vergleich zu anderen Beschreibungen in meinen Augen arg kurz gehalten. Was mich jedoch überraschte, war die Tatsache, dass damit die angebliche Trilogie nicht abgeschlossen war. Dabei steht auf der letzten Seite im Buch extra noch einmal der Hinweis auf diese Romantrilogie. Stattdessen schließt er zwar diese Geschichte ab, baut aber neue Elemente ein, die auf einen weiteren Roman schließen lassen, wie sich ja auch bestätigt hat.

Robin Hood, auf den ich mich persönlich sehr gefreut hatte, kam leider bis zum Schluss nicht vor. Mich hat diese Tatsache enttäuscht. Ansonsten ist dieses Buch ein interessanter Jugendroman der historische Dinge mit einem Hauch Fantasy kombiniert. Egal ob einzeln oder der Reihe nach, dieses Buch lässt sich sehr gut lesen und sorgte für einen gelungenen Leseabend. Trotz kleiner Mängel, kann ich dieses Werk empfehlen.

===Bewertung===

Der dritte Band, der angekündigten Kevin von Locksley Trilogie besticht durch zahlreiche Kämpfe und einem Hauch Fantasy, wird jedoch durch blasse Charaktere, einen offenen Schluss, einem vierten Teil und extrem detaillierten Kämpfen minimal geschwächt, wodurch das Werk vier Sterne bekommt.

===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Probe zum Stil S. 29:


Kevin überlegte, ob er seine Armbrust benutzen sollte. Er war ein guter Schütze, und auf diese Distanz wäre es ihm ein leichtes, einen oder vermutlich sogar zwei der Männer aus dem Sattel zu holen, bevor die übrigen sich von ihrer Überraschung erholten. Es würde das Kräfteverhältnis entscheidend verändern, dennoch zögerte er.

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Zimmer Bradley, Marion: Trommeln in der Dämmerung

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==Mein absolut letzter Zimmer Bradley==



===Einleitung===
Trommeln in der Dämmerung“ ist ein weiteres Buch von Marion Zimmer Bradley. Nach meiner letzten Enttäuschung will ich nun alle Werke von ihr aus dem Regal haben. Dieser Titel klang schon etwas mehr nach meinem Geschmack, da Voodoo nichts mit Weltraum zu tun hat. Wie mir diese Geschichte, die es auch als Sammelband gibt, gefallen hat, lest selbst.

===Buchdaten===
Autor: Marion Zimmer Bradley
Titel: Trommeln in der Dämmerung
Originaltitel: Drums of Darkness
Verlag: Heyne
Erschienen: 1996
ISBN-10: 3453057066
ISBN-13: 9783453057067
Seiten: 200
Einband: TB
Kosten: gebraucht ab 1,00€ bei Ebay
Serie: -

===Autor/in===
Marion Zimmer Bradley wurde am 3.6.1930 in Albany geboren und verstarb am 25.9.199 in Berkeley. Sie war eine große Schriftstellerin, die sich besonders im Fantasy-Bereich einen Namen gemacht hat.

***Weitere Werke***

  • Die Nebel von Avalon
  • Herrin der Stürme
  • Herrin der Falken

===Zitierter Klappentext===

Kaum ist die junge Schauspielerin Mardee bei ihrer Tante in Haiti eingetroffen, gehen seltsame Veränderungen in ihr vor. Der dumpfe Klang der Voodoo-Trommeln begleitet das auf einen dramatischen Höhepunkt hintreibende Geschehen.


===Meine Meinung===
Nachdem mich mein letzter Zimmer Bradley ins Weltall verschlagen hatte, hatte ich bei diesem Voodoo-Roman die Hoffnung, dass es schon eher meinen Geschmack treffen würde.

Mardee, die eigentlich Marie-Louise Haskell heißt, ist eine mittelklassige Schauspielerin, die sich mit Mühe und Not in New York über Wasser halten kann. Als sie von der Tante ihrer Mutter eine Einladung nach Haiti bekommt, überlegt sie kein zweites Mal und macht sich mit dem beiliegenden Ticket sofort auf den Weg. Die Warnungen ihrer Mutter überhört sie geflissentlich. Schließlich ist auf der riesigen Plantage ein wärmeres Klima als im kalten New York, und ein bekannter Regisseur soll die Plantage für einen großen Film gebucht haben. Dort angekommen, fühlt sie sich zu mehreren Männern gleichzeitig hingezogen und genießt den Luxus der Plantage, als sie plötzlich dunkle Trommeln hört und sie die ersten Visionen plagen. Dadurch erfährt sie die tragische Geschichte einer Sklavin, die auf der Plantage lebte, und wird mit ihrem Schicksal verwoben.

Eigentlich ist dies eine Geschichte genau nach meinem Geschmack. Das Thema Voodoo versprach Spannung pur, dazu eine hinreißende Kulisse und eine uralte tragische Geschichte. Mehr brauch ich eigentlich gar nicht, um glücklich zu sein, sofern die Umsetzung gelungen ist. Fantasy einmal ohne Elfen, Vampire oder andere bekannte Charaktere. So etwas hatte ich schon längere Zeit nicht gelesen und stürzte mich gleich in die Handlung. Die Protagonistin Mardee war mir von Anfang an leider gar nicht sympathisch. Nur auf ihre Karriere und aufs Geld achtend, konnte ich mich nicht mit ihr identifizieren. Dafür passte sie genau in diese Story.
Binnen weniger Seiten befand sich die Hauptfigur auf den Weg nach Haiti, um ihrer Verwandten den gewünschten Besuch abzustatten. Nun geht jeder Leser davon aus, dass nach einem so rasanten Einstieg, auch bald die Spannung kommen würde. Leider ist dies hier nicht der Fall. Die Handlung plätschert langatmig vor sich hin. Zwar versucht die Autorin mittels der tragischen Geschichte rund um die Sklavin etwas Spannung aufzubauen, und dies durch die Parallelen zu festigen, aber in meinen Augen gelingt ihr das überhaupt nicht. Über 100 Seiten probiert Marion Zimmer Bradley die Verbindung zwischen Mardee und dem Voodoo aufzubauen, aber nicht mal das gelingt ihr bildhaft. Der Leser ahnt, worauf die Autorin im Grunde hinaus möchte, aber das liegt eher am Bauchgefühl oder der Ahnung, als am wirklich vermittelten Inhalt.
Nachdem ich die Hälfte des Buches geschafft hatte, ging ich davon aus, dass es nun spannender werden würde, aber lediglich die letzten rund 20-30 Seiten sind wirklich mitreißend. Hier hält der Leser den Atem an, fiebert mit und gruselt sich sogar ein bisschen. Sagen wir 30 von 200 Seiten mit einer gelungenen Spannung finde ich für diese Thematik einfach zu dürftig. Die schwachen Charaktere, die langatmigen Versuche eine Verbindung zum Voodoo aufzubauen und dann nur ein guter Schluss, dass reicht nicht aus. Man kan aus diesem Gebiet so viel heraus holen, dass dieser Versuch definitiv enttäuschend ist. Da nützt auch kein flüssiger Stil.

Auch wenn mir die Idee und der spannende Schluss gefallen haben, war der Rest einfach nur schwach und daher kann ich euch dieses Abenteuer auch nicht emfpehlen.

===Bewertung===

Trommeln in der Dämmerung“ befasst sich mit einem spannenden Thema – Voodoo. Leider gelingt es der Autorin nicht dies fesselnd umzusetzen. Blasse Charaktere, unnötige Ausschweifungen, schlechte Verbindungen, ziehen den guten Schluss deutlich herunter. Für mich zwei Sterne.

===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Zur Stil-Vermittlung ein kleines Zitat von Seite 304 (Sammelband):

Um die Gespenster und Erinnerungen zu bannen, zog sie sich an und ging hinunter, aber als sie Robert in der Diele erblickte, wallte die Erinnerung wieder auf. War er der kniende Mann gewesen, der farbiges Puder durch seine Fingerspitzen rieseln ließ und fantastische, obskure Zeichnungen auf den Boden des sonderbaren Tempels machte, wo sich die Schlage um eine Säule wand?

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Zimmer Bradley, Marion: Die Teufelsanbeter

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==Ich bete zu Satan==



===Einleitung===
Nun möchte ich euch mein letztes Buch von Marion Zimmer Bradley vorstellen. Es hat den Titel „Die Teufelsanbeter“ und klang inhaltlich auch sehr vielversprechend. Auch dieses Werk ist einzeln oder im Sammelband erhältlich. Wie es mir gefallen hat, lest selbst.

===Buchdaten===
Autor: Marion Zimmer Bradley
Titel: Die Teufelsanbeter
Originaltitel: Dark Satanic
Verlag: Heyne
Erschienen: 1996
ISBN-10: 3453057066
ISBN-13: 9783453057067
Seiten: 180
Einband: TB
Kosten: gebraucht ab 1€ bei Ebay
Serie: -

===Autor/in===
Marion Zimmer Bradley wurde am 3.6.1930 in Albany geboren und verstarb am 25.9.199 in Berkeley. Sie war eine große Schriftstellerin, die sich besonders im Fantasy-Bereich einen Namen gemacht hat.

***Weitere Werke***

  • Die Nebel von Avalon
  • Herrin der Stürme
  • Herrin der Falken


===Zitierter Klappentext===
Der Autor Jock Cannon hat bereits acht Bücher über Zauberei und Teufelskult geschrieben, als er eines Tages einen Drohbrief erhält: Sollte er sein neues Werk, "Hexerei im New York unserer Tage", veröffentlichen, wäre dies sein Todesurteil. Cannon hält dies zunächst für einen schlechten Scherz, und auch sein Verleger James Melford sieht keinen triftigen Grund, das Buch zurückzuziehen. Er ahnt nicht, daß er damit Cannons Todesurteil unterzeichnet und sich selbst in höchste Gefahr bringt!

===Meine Meinung===
Nachdem in meiner Sammlung nun ein Sci-Fi und ein mittelmäßiger Fantasy-Ansatz vorkamen, war ich überrascht, dass der dritte Band in dieser Sammlung ungekürzter Romane ein Thriller sein sollte. Marion Zimmer Bradley und das Genre Thriller passte irgendwie gar nicht zusammen. Schlimmer als die letzten beiden Versuche konnte es aber nicht werden.

Der bekannte Autor Jock Cannon will mit seinem neusten Buch über die Praktiken von Satanisten informieren und löst mit diesem Manuskript eine riesige Lawine aus. Nachdem er das Buch seinem Verleger überlassen hat, stirbt er augenscheinlich an einem Herzanfall, während Jamie, sein Verleger, regelrecht terrorisiert wird. Dieser beschließt trotz aller Warnungen das Werk zu veröffentlichen und unterschreibt damit sein Todesurteil.

Wie oben erwähnt verbinde ich Marion Zimmer Bradley mit Fantasie und eventuell auch noch mit Sci-Fi, aber ein Thriller dieser Art hätte ich nicht von ihr erwartet. Eine Sammlung verschiedener Werke bringt immer Überraschungen mit sich. Diesmal gelingt es der Autorin mit ihrem Ausflug in ein anderes Genre den Leser von der ersten bis zur letzten Seite durch Action und Nervenkitzel zu fesseln. Das was ich bei den anderen Werken, die ich in den letzten Tagen gelesen hatte, bemängelte, setzte sie hier perfekt um. Die Protagonisten wirkten zwar auch hier etwas flach und blass, aber die Story war durchaus spannend. Man merkt, dass sie sich vorab gut über das Thema übersinnliche Dinge und Sekten informiert hat. Ihr erworbenes Wissen gibt sie informativ, aber trotzdem nicht zu sachlich an den Leser weiter.

Für schwache Nerven ist dieses Werk definitiv nichts. Kadaver und anderer Psychoterror wird mehr als bildhaft beschrieben und lässt sogar erfahrene Thriller-Leser nicht unberührt. Man fiebert mit, ob es dem Verleger gelingen wird, sich aus der Schlinge zu ziehen und vor allen Dingen wer dahinter steckt. Als Viel-Leser solcher Thriller habe ich natürlich stets mitgeraten und meine Vermutungen gehabt. Trotzdem habe ich erwartet, dass ich mit diesen Ideen falsch liege und am Ende mit einer Wendung gänzlich überrascht werde. Dies ist schließlich üblich, wenn schon sehr früh zu erahnen ist, wer hinter dieser Sache steckt. In diesem Thriller war das leider nicht der Fall und darüber bin ich dann doch etwas enttäuscht. Was nützt ein spannendes Werk, wenn man schon nach wenigen Seiten die Hintergründe und die Drahtzieher kennt. Selbst wer zum ersten Mal ein solches Werk liest, wird erkennen, worauf das Buch hinausläuft.

Dazu kommt, dass der Stil alles andere als überzeugend ist. Das liegt aber nicht an Marion Zimmer Bradley, sondern an der gänzlich schlechten Übersetzung. Ich lese zwar keine Werke in der ursprünglichen Sprache, aber sonst ist der Stil der Autorin wirklich klasse. Hier fallen mir jedoch viele Wiederholungen und schlecht Übersetzte Sätze und Wörter auf. Auch die Zeiten wirken oft nicht gerade passend. Ich bin auch nicht perfekt und mache sicherlich viele Fehler was Grammatik und Rechtschreibung angeht, aber aus diesem Grund bin ich auch kein Profi, sondern Laie. Von einem Profi erwarte ich jedoch mehr. Teilweise klangen die Dialoge richtig lustig, durch die zeitlichen Fehler.

Nichtsdestotrotz ist die Geschichte mal etwas spannender und interessanter, als ihre sonstigen alten Werke. Aus diesem Grund kann ich es empfehlen.

===Bewertung===

Die Teufelsanbeter“ ist ein Thriller, der durch eine gute Story besticht, aber vorhersehbar ist. Die Übersetzung sorgt für Schmunzler und sorgt für einen dürftigen Stil. Für mich drei Sterne.

===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Zum Einblick in den Stil, ein kurzes Zitat von S. 422 (Sammelband):


Selbstverständlich nicht“, sagte er. „Er starb an einem Herzanfall, im Städtischen Krankenhaus, in Anwesenheit eines Arztes und einer Krankenschwester, sowie seiner Frau und mir. Aber es ist eine böse Koinzidenz, und ich denke, daß der Groll John Cannon gegolten haben könnte.“

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Slaughter, Karin: Vergiss mein Nicht

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==Schwache Nerven? - Dann lieber nicht==



===Einleitung===
Nachdem ich nun vor einigen Wochen einen Thriller aus der Feder von Karin Slaugter gelesen hatte, sprang mich „Vergiss mein nicht“ seit einigen Tagen an. Wie es mir nach dem Lesen gefallen hat, lest selbst.

===Buchdaten===
Autor: Karin Slaughter
Titel: Vergiss mein nicht
Originaltitel: Kisscut
Verlag: rororo
Erschienen: 2005
ISBN-10: 349923243x
ISBN-13: 9783499232435
Seiten: 508
Einband: TB
Kosten: 9,90€
Serie: Grant-County

===Reihe===
  1. Belladonna(Blindsighted)
  2. Vergiss mein nicht(Kisscut)
  3. Dreh dich nicht um(A Faint Cold Fear)
  4. Schattenblume(Indelible)
  5. Zerstört (Faithless)

===Zitierter Klappentext===
Es sind doch noch Kinder: Ein schrecklicher Abend in Heartsdale, Georgia: Auf einem Parkplatz droht eine Dreizehnjährige einen Mitschüler abzuknallen. Vergeblich versucht der Polizeichef, die Situation zu entschärfen – das Mädchen muss erschossen werden, um das Schlimmste zu verhindern. Die ganze Stadt fragt sich ratlos, was die eher unscheinbare Schülerin in eine entschlossene Mörderin verwandelt hat. Da macht Pathologin Sara Linton bei der Obduktion des Kindes eine Entdeckung, die schockierender ist als alles, was sie bis dahin gesehen hat…

===Meine Meinung===
Nachdem mich das letzte Werk „Dreh dich nicht um“ von Karin Slaughter etwas aufgeregt hatte, wollte ich mich trotzdem an den vorherigen Teil dieser Reihe wagen. Schließlich konnte hier nicht auch ein Kind im Bauch der Mutter erschossen worden sein. Doch auch dieser Thriller ist nicht unbedingt etwas für schwache Nerven oder werdende Mütter.

Der aktuelle Fall der Gerichtsmedizinerin Sara und ihres Ex-Mannes, dem Polizeichef Jeffrey, berührt die ganze Stadt. Jenny, ein ruhiges, liebenswertes 13jähriges Mädchen rastet auf dem Parkplatz der Rollschuhbahn aus und bedroht einen Mitschüler mit geladener Pistole. Der Ernst der Lage erfordert ein schnelles Handeln, sodass Jeffrey keine andere Wahl hat, als dieses Mädchen zu erschießen. Ihre Hintergründe bleiben unklar. Erst die Obduktion und der Fund einer zerstümmelten Babyleiche im Klo der Rollschuhbahn, bringen etwas Licht ins Dunkel. Jenny wurde brutal vergewaltigt, beschnitten und unten zugenäht. Sie konnte also nicht die Mutter des Babys sein. Sara, Jeffrey und sein Team machen sich auf die Suche nach den wahren Hintergründen und stoßen dabei auf dunkle Geheimnisse, die grausamer nicht hätten sein können.

Der Einstieg in die Geschichte ist wie gewohnt sehr spannend und auf den ersten 50 Seiten passiert genug Action, um den Leser für das gesamte Buch mit vielen Fragezeichen zu versehen. Zu fesseln, aber auch abzuschrecken weiß die Autorin. Leider ist dies nicht unbedingt etwas für schwache Nerven. Ein Baby, dass zu früh kommt, lebensfähig ist und dann verstümmelt im Klo landet, ist schon schwere Kost; aber in Kombination mit einem 13jähriges Mädchen, dass vergewaltigt, beschnitten und zugenäht wird, war sogar für mich zu viel. Wie krank muss eine Autorin sein, ihre Werke nur auf solche Dinge zu konzentrieren? Mord, Vergewaltigung einer Erwachsen oder ähnliches okay, aber warum muss sie ständig unschuldige Babys, die noch nicht mal eine Chance hatten, einbauen?! Damit gelingt es Karin Slaughter immer wieder aufs Neue mich zu schockieren.

Schnell wird beim Lesen klar, warum sie auf so schockierende Details setzt, denn die eigentliche Thematik, die sie diesem Werk zum Grundsatz legt, ist genauso schockieren, wie real. Karin Slaughter setzt sich auf brutal, realistische Weise mit pädophilen Eltern und Pornoringen auseinander. Leider ein Thema, welches häufiger in der Presse ist, als vielen Menschen lieb ist.
Die schockierenden, brutalen Details, die gerade bei der Obduktion und anderen Beispielen deutlich werden, könnten genauso Details aus einer Nachrichtensendung sein, so authentisch beschreibt Karin Slaughter ihre Szenen.

Damit diese Grausamkeit den Leser nicht verschreckt, unterbricht die Autorin ihre Erzählungen zum eigentlich Fall immer wieder mit altbekannten Figuren, wie Lena. Die Spannung wird dadurch minimal aufgelockert, kann für manche Leser jedoch auch zur Ansicht führen, dass diese Passagen das Werk unnötig in die Länge ziehen. Seitenlang wird über Lena, ihre Erlebnisse im vorherigen Roman, ihren Onkel Hank und vieles mehr berichtet. Zwar ist sie ein Teil des Teams und Lesern des ersten Bandes eine liebgewonnene Protagonistin, aber in meinen Augen hätten diese Schilderungen deutlich gekürzt werden können. Ich fand, dass durch diese Einbauten das eigentliche Thema oftmals leicht aus den Augen verloren wurde. Zwar kehrt die Autorin gekonnt zurück, aber die dramatische Stimmung ist nicht mehr ganz so gut vorhanden. Ich denke, 100 Seiten weniger hätten der Spannungskurve nicht geschadet.

Je mehr Karin Slaughter deutlich macht, worauf das Buch hinausläuft, nämlich der Pornoring in Kombination mit pädophilen Eltern und anderen Anhängern, desto mehr möchte der Leser wissen, wer alles daran beteiligt ist. Man rätselt mit, bildet sich sein eigenes Urteil und wird am Ende sehr überrascht sein, weil man mit diesen Tätern nicht gerechnet hätte. Das liegt daran, dass die Autorin eine Gruppe gewählt hat, die der Leser fälschlicherweise außer Acht gelassen hat, aber in der Realität genauso vorkommen kann. Nachdem der Leser endlich die Hintergründe dieser Tragödie begriffen und den Schock hat sacken lassen, erwartet man eigentlich ein Ende, dass den Leser etwas beruhigen wird.

Leider sieht die Autorin einen anderen Schluss vor, als sich jeder Leser wünschen würde. Die Schuldigen können trotz genügend Hinweisen auf die wahren Täter nicht dingfest gemacht werden. Real, schockierend und trotzdem wünscht sich der Leser in diesem Fall zumindest ein kleines Happy End. Karin Slaughter lässt den Leser sozusagen mit seinen Gefühlen, seiner Wut und vielleicht sogar Angst alleine. Aber genau mit dieser Art fesselt sie so viele Leser, denn sie bricht Tabus und schreibt schonungslos detailliert, so wie es das reale Leben oftmals auch schreibt.

Die brisante Thematik, der detaillierte Stil und der Hang zu authentischen Fällen ist nicht unbedingt der Geschmack der Mehrheit. Trotzdem kann ich das Buch empfehlen, denn es ist spannend, rüttelt den Leser auf schockierende Art auf und bringt ihn zum Nachdenken. Zwar hätte sie sich die Thematik rund um das ermordete Baby sparen können, da es einfach nur ein unnötiges und widerliches Detail ist, aber der Rest ist eine gelungene Umsetzung zu einem heiklen Thema.

===Bewertung===

Vergiss mein nicht“ ist der passende Titel für den zweiten Band der „Grand County“ Reihe. Spannend, schockierend und detailliert befasst sich die Autorin mit Kindern, die von pädophilen Menschen über Jahre missbraucht werden. Ein Werk das zeigen soll, dass wir diese Kinder nicht vergessen dürfen, sondern ihnen helfen müssen. Auf Grund manch unnötiger Details, dem Schluss und einer schwankenden Spannungskurve vier Sterne.

===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Leseprobe zum Stil-Einblick S. 33:


Mit seinen achtundzwanzig Wochen wäre Jenny Weavers Kind auch außerhalb der Gebärmutter lebensfähig gewesen, wenn seine Mutter nicht versucht hätte, es die Toilette hinunterzuspülen. Der Fötus war gut entwickelt und wohl genährt. Der Hirnstamm war intakt, und mit ärztlicher Unterstützung hätten sich wohl auch die Lungen im Laufe der Zeit ausgebildet.

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