Jean-Pascal Ansermoz

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Copyright  Jean-Pascal Ansermoz

Autorenportrait

Jean-Pascal Ansermoz wurde im September des Jahres 1974 in Dakar (Senegal) geboren. Erst anfangs der achtziger Jahre kam er zurück in die Schweiz, machte seine Schulen und Abitur in Basel bevor er in Lausanne sein Studium in Angriff nahm. Schon früh begann er zu schreiben: Zuerst Liedertexte und Poesien, dann Kurzgeschichten und schließlich auch Romane. Bis 2009 schrieb er nur in französischer Sprache. Er lebt als freischaffender Autor mit Familie in der Nähe von Fribourg in der Schweiz.


Wie kamen Sie zum Schreiben?
Hauptsächlich durchs Lesen. Eigentlich habe ich schon immer geschrieben. Selbst zu meiner Schulzeit erinnere ich mich daran, ganze Nachmittage damit verbracht zu haben. Allerdings nicht mit dem Wunsch, je einmal publiziert zu werden, sondern einfach Schreiben um des Schreibens willen.

Was macht ein Jean Pascal Ansermoz, wenn er sich nicht dem Schreiben widmet?
Nun, ich bin ein Hausmann, kümmere mich um den Haushalt und die Kinder. Ich lese und koche auch gerne, oder lasse meine Seele auf der Terrasse eines Cafés oder auf einem Spielplatz baumeln...

Welche drei Bücher würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Das ist eine schwierige Frage und die Beantwortung derselben kann nur ungerecht sein. Als erstes würde mich die Bibel begleiten, da so viele verschiedene Bücher in einem einzigen stecken; dann sehr wahrscheinlich etwas Lustiges und etwas Poetisches...

Wer ist ihr Vorbild/Lieblingsautor?
Vorbilder habe ich eigentlich keine. Ich bin manchmal durch Texte beeindruckt. So mag ich in der deutschen Literatur z.B Hermann Hesse oder auch Rainer Maria Rilke sehr. In der französischen Welt Marguerite Yourcenar oder auch André Gide. Aber es gibt so viele...

Welches Buch lesen Sie zur Zeit?
Ich lese zur Zeit „Eine deutsche Leidenschaft names Nudelsalat“ von Rafik Schami. Seit beinahe vierzig Jahren lebt der Autor nun schon in Deutschland, seinen staunenden und kritischen Blick auf den deutschen Alltag hat er dabei nicht verloren. Unnachahmlich charmant erzählt er in den teilweise erstmals veröffentlichten Erzählungen aus den Jahren 1990 bis 2010 von den Deutschen und ihren sprachlichen Eigenheiten, wundert sich über die unerschütterliche Konsequenz, mit der deutsche Gäste bei Einladungen selbst gemachten Nudelsalat mitbringen. Erfrischend, witzig und so...deutsch!

Welches geschriebene Buch von Ihnen ist ihr Lieblingsbuch?
Nun, da ich ein sehr vielseitiger Autor bin (ich schreibe auf französisch und deutsch, Kurzgeschichten, Romane, Poesien; sei es in der Belletristik oder in fantastischen Welten), denke ich, dass „Auf den Flügeln der Zeit“ mein bis hierhin beachtenswertestes Buch ist. Ist ja auch das Neuste ;-)

Wie soll das nächste Buch heißen?
Nach mehreren Monaten, in denen ich in deutscher Sprache tätig war, widme ich mich nun wieder dem Französischen. Das Buch wird „Les finalités du monde“ (Die Endlichkeiten der Welt) heißen und erscheint voraussichtlich im September 2011.

Möchten Sie den Lesern noch etwas mitteilen?
Wie Heinz Erhardt mal sagte: „Das Schönste am Sonntag ist der Freitagabend“. In diesem Sinne vielen Dank!


An dieser Stelle möchte ich mich für die ausführliche Beantwortung der Fragen bedanken und wünsche weiterhin viel Erfolg!!! 

 


 
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Kai Meyer - Die Sturmkönige Bd. 1

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===Buchdaten===
Autor: Kai Meyer
Titel: Die Sturmkönige
Untertitel: Dschinnland
Originaltitel: 1001 Nacht, Band 1
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 1. Auflage 2010
ISBN-13: 978-3404164264
Seiten: 432
Einband: TB
Kosten: 9,99€
Serie: Die Sturmkönige

===Zitierter Klappentext===
Sabateas Geheimnis liegt in ihrem Blut - es ist Gabe und Fluch zugleich. Als sie aus der Gefangenschaft im Palast des Herrschers entkommt, führt sie ihr Weg ins Reich der Wilden Magie - und in die Arme des Gesetzlosen Tarik. Der schmuggelt kostbares Drachenhaar durch ein Land, in dem die Naturgesetze keine Gültigkeit besitzen. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise, an deren Ende die Welt eine andere sein wird. Der Auftakt der Trilogie um DIE STURMKÖNIGE - Rebellen, die auf himmelhohen Tornados reiten.

===Weitere Teile der Trilogie===
  • Die Sturmkönige – Wunschkrieg
  • Die Sturmkönige - Glutsand

===Meine Meinung===
Tarik verdient sein Geld mit illegalen Wettrennen auf einem fliegenden Teppich. Nachdem er seine große Liebe Maryam vor sechs Jahren im Dschinnland verloren hat, bekommt er sein Leben nicht auf die Reihe. Das Dschinnland ist die Wüste zwischen Samarkand und Bagdad, die von Dschinns beherrscht werden. Grausame Wesen, die alle Menschen töten. Nur wenige Schmuggler, darunter auch Tarik und sein verstorbener Vater, haben es gewagt, die Wüste als Schmuggler zu durchqueren. Nach all den Jahren des billigen Weins und der käuflichen Frauen fällt Tarik eine Frau auf den Teppich, die ihn bittet nach Bagdad zu bringen. Als dieser ablehnt, nimmt sein Bruder, Junis, den Auftrag an. Obwohl beide wegen dem Tod von Maryam im Streit sind, kann Tarik ihn nicht alleine ziehen lassen und fliegt den Beiden hinterher, um seinen kleinen Bruder zu beschützen. Dabei müssen die Drei zahlreiche Gefahren überstehen, gegen Horden von Dschinne und deren Anführer kämpfen und kommen einen Geheimnis auf die Spur. Nur ein Ziel vor Augen, heil nach Bagdad zu kommen, kämpfen sie sich durch das Dschinnland.

Die Sturmkönige – Dschinnland“ war für mich das erste Werk, welches ich von dem recht bekannten Autoren Kai Meyer in den Händen hielt. Am Anfang wusste ich nicht, was ich von ihm und seinem Stil halten sollte. Detailliert beschrieb er das Wettrennen auf dem fliegenden Teppich, konnte mich jedoch nicht wirklich fesseln. Das Land, die Situation und die Figuren blieben mir anfänglich noch sehr fremd. Als dann nach wenigen Seiten der Teppich als Schauplatz eines sexuellen Aktes wurde, war ich am Überlegen, ob ich überhaupt weiter lesen wollte. Gleich zu Beginn in einer solchen Fantasy-Geschichte Sex einzubauen, gefiel mir persönlich überhaupt nicht.
Trotz meiner anfänglichen Skepsis habe ich weiter gelesen und mit jeder Seite kam ich immer mehr in die Geschichte hinein. Mit dem Aufbruch ins Dschinnland baut Kai Meyer eine packende und rasante Spannung auf, die sich bis zur letzten Seite des Buches auf einem ansprechenden Niveau hält und höchstens durch einige ansteigende Spannungskurven unterbrochen wird. Die erwachsene Figur Tarik wird verständlicher und auch die anderen Figuren erscheinen gut durchdacht und lebendig. Handlungen und Emotionen werden authentisch beschrieben.
So wie Kai Meyer seine Figuren mit Leben versieht, so lebendig, farbenfroh und erschreckend ist auch jeder neue Schauplatz. Neben der abenteuerlichen Reise nach Bagdad und in Tariks Vergangenheit kommt es immer wieder zu mitreißenden Kämpfen mit den bösartigen Kreaturen, die in diesem Ödland leben. Die Wesen werden bis ins abscheulichste Detail beschrieben und sind definitiv nichts für jüngere Leser. Durch das Kopfkino, welches der Autor entstehen lässt, sieht man im Grunde alles vor seinem inneren Auge. Alleine der Narbennarr, der sich sich aus verschiedenen menschlichen Teilen zusammengenäht hat, ist kein schöner Anblick. Hier sieht man, wie viel Kreativität der Autor an den Tag legt.

Leider gelingt es dem Autor nicht in allen Punkten alles detailliert zu beschreiben. Vieles wird genannt, minimal erklärt bzw. eingeführt, im Grunde jedoch nicht verständlich beschrieben. Wer die Dschinne sind, woher sie genau kommen oder wie es mit der wilden Magie begonnen hat - dies sind alles Fragen, die der Leser sich während des Buches immer wieder stellt, aber leider in diesem Teil nicht beantwortet bekommt.

Ein besonderes Augenmerk richtet Kai Meyer auf die fliegenden Teppiche. Immer wieder beschreibt er in langatmigen Passagen, wie die Protagonisten auf ihnen fliegen. Am Anfang sicherlich interessant, aber nach und nach hätte es gereicht, wenn er einfach nur von Befehlen gesprochen hätte, statt immer wieder auf die genaue Handhabung einzugehen. Das Ganze minimiert an manchen Stellen den Nervenkitzel.

Auch versucht der Autor den Leser mit einem Geheimnis zu packen und verbirgt bis zum Schluss das Geheimnis um die weibliche Passagierin, die unbedingt nach Bagdad will. Er möchte dadurch einen weiteren Anreiz neben der vielen Spannung schaffen, die den Leser bis zur letzten Seite in den Bann ziehen soll. Wer jedoch genau liest, wird schon nach rund 100 Seiten wissen, was für eine Überraschung am Ende des Buches wartet.

Der Schluss selbst wird durch einen rasanten Kampf eingeleitet und läuft sanft aus. Dabei wählt Kai Meyer einen Punkt für das finale Ende, das den Leser zum Kauf des nächsten Teils animieren soll. Dies gelingt ihm teilweise. Wer auf düstere Wesen, viel flache Action, prickelnde Erotik und die Atmosphäre von 1001 Nacht steht, wird sicherlich gefallen daran finden. Der Stil ist bildhaft, lebendig und lässt sich flüssig lesen. Allerdings wird mir persönlich zu viel wichtiges einfach nicht näher beschrieben oder offen gelassen. Am Ende eines ersten Teiles sollte zumindest das Wesentliche geklärt sein.
Trotz alledem kann ich das Buch empfehlen. Wer mit kleinen Schönheitsfehlern leben kann, wird dieses Buch gerne lesen.
Ich habe es nach zwei Tagen durchgelesen, fühlte mich jedoch nicht zu 100% überzeugt, sodass ich mir den nachfolgenden Teil nicht holen werde.

===Bewertung===
Triviale Kost gemischt mit einem Hauch von Fantasie in der magischen Umgebung von 1001 Nacht. Viel Action, erschreckende Gegner und offene Fragen sorgen für ausreichend Fesslung, sodass man das Buch trotz kleiner Mängel gerne zu Ende liest. Für mich ergibt diese Mischung drei Sterne.


===Leseprobe===
Hier kann die Leseprobe als PDF heruntergeladen werden.

http://www.buecher.de/shop/science-fiction-fantasy-horror/dschinnland-die-sturmkoenige-bd-1/meyer-kai/products_products/detail/prod_id/23826428/
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Celia Fremlin - Zwielicht

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===Buchdaten===
Autor: Celia Fremlin
Titel: Zwielicht
Originaltitel: Listening in the Dusk
Verlag: Diogenes
Erschienen: 1994
ISBN-13: 9783257227314
Seiten: 277
Einband: TB
Kosten: Damals 16,90DM, heute gebraucht ab 0,01€
Serie: -

===Autor/in===
Celia Fremlin ist das Pseudonym von Celia Margaret Goller. Geboren wurde sie 1914 in Kingsbury und verstarb im Jahre 2009. Als Tochter eines Arztes studierte sie klassische Philologie und Philosophie. 1958 veröffentlichte Celia ihren ersten Roman, dem weitere folgten. Sie war zweimal verheiratet und hatte insgesamt drei Kinder.

***Weitere Werke***
  • Die Spinnenorchidee , 1988
  • Unruhestifter, 1993
  • Gefährliche Gedanken, 1994

===Zitierter Klappentext===
Für Alice Saunders bricht eine Welt zusammen. Ihr Mann will sich einer anderen wegen scheiden lassen. Alice muß auf eigenen Füßen stehen, sucht Job und Unterkunft. Letztere bietet ihr die liebenswert-schrullige Pensionswirtin Hetty mit einer heruntergekommenen Mansarde. Die übrigen Pensionsgäste, die Alice allmählich kennenlernt, begegnen ihr teils feindselig, teils hilfsbereit. Etwas Merkwürdiges geschieht, als sie ihre Mansarde renovieren will. Sie entdeckt eine Kiste mit vergilbten Zeitungsausschnitten und Tagebuchaufzeichnungen, die sich - auf den ersten Blick - mit der Zerstörung eines Fledermaus-Biotops befassen.

===Meine Meinung===
Alice wird von ihrem Mann für eine andere Frau verlassen. Sie zieht kurzer Hand in eine heruntergekommene Pension. Ihr Zimmer ist feucht, wurde vorher als Rumpelkammer verwendet, vieles funktioniert nicht und die anderen Hausgäste sind mehr als komisch - dafür muss sie jedoch nichts bezahlen. Dort lernt sie nach und nach auch Mary kennen, die sich ihr vom ersten Moment an gegenüber feindselig verhält. Als sie beim Renovieren ihres Zimmers auf alte Zeitungsausschnitte stößt, kommt sie dem Geheimnis von Mary auf die Spur. Es ist ein Geheimnis, das den Tod bringen kann.

Celia Fremlin ist durch zahlreiche Werke, die hauptsächlich im Diogenes Verlag erschienen sind, eine bekannte englische Autorin. Für mich ist „Zwielicht“ jedoch mein erster Fremlin. Der Klappentext machte mich sofort neugierig, und besonders die Aussage des Listener: „Kluger Witz, kluger Horror....“ weckte mein Interesse.

Der Einstieg in die Geschichte ist anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig. Erst berichtet Celia Fremlin den Einzug von Alice aus Sicht von Mary. Dabei lernt der Leser eine verängstigte Mary kennen, die sich kaum aus ihrem Zimmer traut. Im Anschluss an das erste Kapitel wechselt die Autorin abrupt die Perspektive und der Leser erfährt nun die komplette Geschichte rund um Alice. Traurig und einfühlsam versucht sie die Gefühlswelt einer verlassenen und stolzen Ehefrau zu beschrieben, die von einem Tag auf den anderen ihren Mann und ihr gesamtes altes Leben verliert. Dies gelingt Celia Fremlin außerordentlich gut. In dieser Perspektive verharrt die Autorin die meiste Zeit des Romans. Lediglich einige, wenige Kapitel werden wieder aus Sicht von Mary oder Cyril beschrieben. Dies wird aber nach wenigen Sätzen immer deutlich, sodass es nicht wie am Anfang, eine leichte Verwirrung gibt.

Der Stil, den Celia Fremlin in diesen Werk, verwendet, ist locker, modern, bildhaft, authentisch und lebendig. Er lässt sich ohne Probleme flüssig lesen, verfolgt dabei einen kleinen, roten Faden, und vermittelt den Inhalt gekonnt. An keiner Stelle wirkte die Geschichte langatmig, übertrieben oder langweilig. Obwohl zu Beginn die Spannung noch sehr mager ist, gelingt es der Autorin durch den flüssigen und leichten Stil zu fesseln.

Während des gesamten Buches fragte ich mich stets, wo nun der angekündigte „kluge Horror“ verborgen sein soll. Horror ist nicht unbedingt gleich Blut, Zombies oder Axtmörder. Zwar ruft der Begriff Horror diese Assoziation hervor, bedeutet aber im Grunde nur Schrecken, Schauder, Gänsehaut, sinnlose Gewalt und panische Angst. Zwar spürt der Leser die Angst, die Mary beherrscht, aber in meinen Augen schafft es die Autorin sie nicht besonders gut zu vermitteln. Zumindest fühlte ich mich diesbezüglich nicht selbst betroffen. Guter Horror versetzt den Leser selbst in diese Gefühlswelt.
Nach und nach erfährt der Leser nun die Beweggründe für ihre panische Angst. Man könnte ihre Geschichte als minimale Form von Horror sicherlich definieren. Allerdings könnte man es genauso gut als Thriller ansehen. Ab dem Punkt, wo der Leser ihre Geschichte erfährt, baut sich die Spannung nach und nach immer mehr auf. Als Leser wusste ich, dass es noch zu einem mitreißenden Schluss kommen würde. Leider wird diese stets durch nebensächliche Handlungsstränge unterbrochen. Zwar bleibt sie im Hintergrund aufrecht erhalten und ich wollte stets wissen, wie es nun weitergeht, aber es sind einfach zu belanglose Nebenstränge, wie zum Beispiel der Unterricht, den Alice gibt, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, oder die Einladung von ihrem Ex-Mann, um noch einige Dinge zu klären. Auf Grund der Einleitung müssen auch diese Handlungen fortgesetzt werden, um die Geschichte gänzlich abzuschließen, aber in einer Kurzform hätte dies auch gereicht.
Im Vergleich zum Anfang und zum Mittelteil ist der Schluss rasant eingeleitet, wird nur durch die anderen Erzählungen, verlängert und binnen weniger Seiten ist es abgehakt. Spannend, aber überraschend kurz. Das Kennenlernen und Anfreunden passiert genauso schnell, sodass es im Vergleich zum sonstigen Alltag, wie ein Wimpernschlag wirkt.

Besonders gut finde ich, dass Celia Fremlin in ihrem Buch einmal auf verschiedene Seiten des Lebens eingeht, wie es sonst wenige Autoren schaffen. Packende Thriller die sich mit der Gefühlswelt von Opfern, Tätern oder Ermittlern beschäftigen gibt es viele, aber wenige befassen sich mit den Emotionen von Familienangehörigen seitens des Täters. Genauso beschreibt sie das Ende einer glücklichen Beziehung, die auf morbiden Humor ihr Ende findet. Diesmal gibt es kein Happy-End, eine neue Beziehung oder ähnliches. Es wirkt dadurch alles so realistisch wie möglich.

Empfehlen kann ich das Buch Leseratten, die gerne einen niveauvollen Thriller lesen möchten, der aber auch andere Themen beinhaltet und nicht durch Brutalität glänzt. Da die vorhandenen Morde nicht ins kleinste Detail beschrieben werden, sondern nur die Brutalität andeuten, können in meinen Augen auch Leser ab 14 Jahren dieses Werk ohne Bedenken lesen.

===Bewertung===
Ich finde die Kombination aus Thriller und Neuanfang gut gewählt und stilistisch perfekt umgesetzt. Das es durch die verschiedenen Protagonisten und Handlungen nicht durchgehend spannend sein kann, nimmt dem Buch jedoch nicht seinen Reiz. Lediglich die abrupten Veränderungen wirken aufgesetzt. Dafür gibt es drei Sterne.

  
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Martin Gray - Licht am Ende der Nacht

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Copyright Sarahs Bücherwelt
   

===Buchdaten===
Autor: Marting Gray
Titel: Licht am Ende der Nacht
Untertitel: Die Fortsetzung von 'Der Schrei nach Leben'
Verlag: Goldmann
Erschienen: 2. Auflage 1989
ISBN-13: 978-3442090822
Seiten: 318
Einband: TB
Kosten: gebraucht ab 15,19€ bei Amazon
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Mitten in der Nacht, im Februar 1977, habe ich das Glück wiedergefunden: Meine Frau Virginia hat ein kleines Mädchen zur Welt gebracht, Barbara. Endlich kam wieder Licht in mein dunkles Leben.

Und trotzdem, Angst schnürte mir die Kehle zu. Mein Lebensweg war zu unruhig gewesen, mein Schicksal zu dunkel, als dass ich das Glück so plötzlich annahmen konnte. Tag für Tag musste ich den dunklen Weg noch einmal zurücklegen, noch einmal musste ich die beklemmenden efühle heraufbeschwören, die mich seit dem Flammentod meiner Familie im Oktober 1970 verfolgt hatten. Alles, was ich seitdem unternommen und erlebt hatte, musste ans Tageslicht kommen.

===Meine Meinung===
Licht am Ende der Nacht“ ist die Fortsetzung des bekannten und verfilmten Werkes „Der Schrei nach Leben“. Während Martin Gray im ersten Buch über seine Erlebnisse im zweiten Weltkrieg detailliert und doch sachlich berichtet und mit dem Tod seiner eigenen Frau und Kinder im Jahre 1970 endet, sind in der Fortsetzung schon einige Jahre ins Land gezogen. Inzwischen befinden wir uns im Jahr 1977 und der Autor ist zum zweiten Mal verheiratet. Mit seiner Frau bekommt er eine neue Tochter geschenkt, die ihn jedoch nur nach und nach aus seiner trüben Gedankenwelt der letzten Jahre befreien kann.

Ich selber mag Biographien und manchmal fragte auch ich mich, wie es mit der betreffenden Person weitergegangen ist. Gerade in diesen Lesemomenten musste ich feststellen, dass es nur selten eine Fortsetzung gibt. Dies sind Schicksalsberichte oder Teilbiographien, die in sich abgeschlossen sind, aber man wissen möchte, ob die betreffende Person es geschafft hat. Nachdem ich „Der Schrei nach Leben“ zu Ende gelesen hatte, kam dieses Gefühl nicht auf. Hätte das Buch kurz nach dem zweiten Weltkrieg geendet, hätte es mich sicherlich auch noch interessiert, wie er mit all den Schicksalsschlägen, die er im zweiten Weltkrieg erlebt hat, umgeht. Da das Buch jedoch mit dem schrecklichen Tod seiner Frau und den Kindern 1970 endet, weiß jeder Leser, dass dieser Mann ein Stehaufmännchen ist und nichts mehr kommen kann, was mich fesseln könnte.

Licht am Ende der Nacht“ setzt den vorherigen Teil definitiv voraus. Schon vor wenigen Wochen hatte ich versehentlich nach diesem Werk gegriffen und schnell gemerkt, dass dies alleine nicht lesbar ist. Viele Erinnerungen basieren auf dem ersten Buch und um Martin Gray und seine Gefühlswelt besser begreifen zu können, musste ich es erstmal beiseite legen und mir den erste Teil vornehmen. Mit den genügenden Vorkenntnissen war ich schnell in dieser neuen Situation
Auch hier setzt Martin Gray auf einen sachlichen, aber trotzdem bildhaften Stil. Er versucht jedoch nichts mit Adjektiven zu beschönigen oder zu verlängern. Trotzdem er sich an den bekannten Stil hält, konnte er mich mit dieser Fortsetzung nicht fesseln. Viele Rückblenden, viele noch unbekannte Erlebnisse, aber in meinen Augen ist nichts wirklich interessant. Schon nach rund 100 Seiten hatte ich keine große Lust mehr weiter zu lesen. Mit einem bestimmten Hintergrund, wie zum Beispiel aktuelle Krankheit oder Drogensucht, oder als Zeitzeuge einer bestimmte Epoche, kann man mich überzeugen. Allerdings war Martin Gray in dieser Fortsetzung weder das eine, noch das andere. Zwar ist seine Vergangenheit stets präsent, aber in diesem Buch hatte ich nicht das Gefühl etwas neues, interessantes zu erfahren. Es hätte eine x-beliebige langweilige Biographie sein können. In meinen Augen hätte er es beim ersten Teil belassen sollen.

Ich hatte oft das Gefühl, dass der Autor an seinen alten Erfolg einfach anknüpfen wollte, um vielleicht noch mehr Geld für die Stiftung seiner verstorbenen Frau zu sammeln. Für mich ist die Nachfolge nicht empfehlenswert, da es einfach nicht packen kann.

===Bewertung===
Rückblenden, Auffrischungen und ansonsten wenig interessante Erlebnisse machen diese Fortsetzung zu keinem Erfolg. 318 Seiten, die eher langatmig wirken, obwohl der Stil wirklich leicht zu lesen ist. Ein guter Stil kann keinen langweiligen Inhalt retten. Daher zwei Sterne.

  
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Martin Gray - Der Schrei nach Leben

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===Buchdaten===
Autor: Martin Gray
Titel: Der Schrei nach Leben
Verlag: Goldmann
Erschienen: 1995
ISBN-13: 978-3442123520
Seiten: 376
Einband: TB
Kosten: gebraucht ab 3€
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Martin Gray erlebte als Vierzehnjähriger den Einmarsch der Deutschen in Warschau. Die Konfrontation mit den Gräueln setzte in ihm zweierlei frei: einen unbändigen Willen zum Kämpfen und Überleben und den durch nichts zu hemmenden Drang zu helfen. Martin entwickelt Kräfte und Fähigkeiten, die ihn zum gefährlichen, unberechenbaren Gegner machen. Er ist einer der Ersten, die die Gettomauern durchlässig machen: Er schafft Verbindungen zur Unter- und Schieberwelt auf der anderen Seite und bringt Waffen, vor allem aber Lebensmittel und Medikamente in das nur scheinbar hermetisch abgeriegelte Getto. Er organisiert Überfälle und spielt Katz und Maus mit den Bewachern., bis er schliesslich verhaftet und in das berüchtigte Pawiak-Gefängnis gesteckt wird. Es gelingt ihm zu fliehen, doch die Freiheit ist nicht von langer Dauer - Martin kommt ins Lager. Angesichts all dessen droht sein Herz zu versteinern, doch die Menschlichkeit in ihm siegt. Eines Tages gelingt ihm die Flucht aus Treblinka. Er trägt die Kunde von den unvorstellbaren Verbrechen in die Welt, aber niemand will ihm glauben. Er geht zu den Partisanen, kämpft beim Warschauer Aufstand, wird in die Rote Armee aufgenommen und zieht schliesslich mit ihr in das brennende Berlin ein. Martin Gray hat überlebt. Er verzweifelte nicht an dem, was er erleben musste. Selbst als das Schicksal ihn ein weiteres Mal grausam auf die Probe stellte - bei einem Waldbrand kamen seine Frau und seine vier Kinder ums Leben - ,verlor er seinen Lebenswillen nicht. Er überwand den Schicksalsschlag, indem er dieses Buch schrieb - ein grossartiges und einmaliges Dokument menschlicher Selbstbehauptung.

===Meine Meinung===
Die Thematik rund um den zweiten Weltkrieg wurde schon in unzähligen Büchern aufgenommen. Früher gerne gelesen, schüttelt inzwischen vielerorts der Leser den Kopf und denkt sich, nicht noch ein bewegendes Schicksal aus dieser Zeit. Einerseits ist dies verständlich, denn inzwischen möchte niemand mehr an diese Zeit denken und wer sich doch dafür interessiert, wird zahlreiche Werke finden. Auf der anderen Seite ist dies ein Stück deutscher Geschichte, die niemals vergessen werden sollte, um jüngere Generationen zu warnen.

Diesmal begleitet der Leser den 14jährigen Martin durch das Leben des Warschauer Ghettos. Martin wächst als Sohn eines polnischen Juden in wohlhabenden Verhältnissen auf. Als 1939 Deutschland Polen angreift, lernt er bald andere Seiten kennen. Er muss zum Mann werden, für die Familie sorgen und dabei selbst am Leben bleiben. Mit vielen Tricks kämpft er mehr als einmal ums nackte Überleben. Doch die Zeiten werden immer schlimmer und Martin muss mit seiner Familie ins neu errichtete Ghetto von Warschau ziehen. Das Ghetto ist hermetisch abgeriegelt und nur für Juden gedacht. Martin findet sich allerdings schnell mit der Situation ab und fängt auch hier an mit einigen Tricks, vielen Freunden und noch mehr Zlotys die Bewohner des Ghettos und vor allen Dingen seine Familie mit Nahrung zu versorgen. Täglich gefährdet er mehrfach sein Leben. Nur der Hass, Glück und seine flinken Beine können ihn oftmals vor dem Tod bewahren. Das Ghetto bleibt für Martin nicht die letzte Etappe seines Kampfes. Gefängnisse und KZ werden im Laufe des Krieges seine neue Heimat. Doch Martin gibt nie auf.

Der Einstieg in die Lebensgeschichte von Martin Gray fiel mir sehr leicht. Zum einen kannte ich mich mit diesem Zeitgeschehen sehr gut aus, zum anderen verwendet der Autor einen sachlichen, aber bildhaften Stil, der dem Leser genau die wichtigen Eindrücke authentisch schildert, auf die es ankommt. Nach all den Jahren sind es nur Erinnerungen, die Martin Gray in die richtige Reihenfolge bringt. Er verschwendet dabei keine Worte mit unnützen oder sentimentalen Aspekten, sodass der Leser nicht unbedingt das Gefühl bekommt, hier wird das Mitleid gesucht. Genau das Gegenteil ist hier zutreffend. Martin Gray ist stark und hat einen unbändigen Lebenswillen. Das ist es auch, was er dem Leser vermittelt. Auch nach all den Jahren weckt es beim Lesen diesen Lebenswillen. Dabei verliert er nie das Menschsein aus den Augen. In meinen Augen lässt sich durch diesen Erzähl-Stil das bewegende Schicksal angemessen verfolgen.
Der Autor schildert nicht nur die menschliche Seite dieser Zeit, sondern versucht dem Leser die damalige Situation komplett näher zu bringen. Authentisch und lebendig schildert er, wie selbst in einem Ghetto zwei Klassen präsent waren, wie hart der Überlebenskampf war und wie menschlich, aber auch unmenschlich die Menschen an der Macht waren. Selbst ein Leser, der die Zeit von damals nicht kennt, wird sich am Ende des Buches ein genaues Bild machen können. Es wird ein Alltagsgefühl vermittelt, das jeden zum Nachdenken anregt und hoffen lässt, so etwas nie selbst erleben zu müssen.

Auf der anderen Seite fällt auch hier beim Lesen auf, dass Martin Gray ein „Glückskind“ sein muss. Der zweite Weltkrieg hat wie jeder andere Krieg unzählige Opfer. Ein „Happy End“ kam selten vor und wenn dann hatte diese Person unendliches Glück. Martin Gray hat stets einen Schutzengel an seiner Seite. Egal, wo er ist oder was ihm passiert, er kommt mit heiler Haut raus. Es sind Einzelschicksale und nur durch solche ist es überhaupt möglich gewesen, zu erfahren, wie es damals wirklich war. Trotzdem fällt es, sofern man schon viele solcher Bücher gelesen hat, auf. Familienangehörige, Freunde und andere Personen sterben und nur dieser eine Mensch hat das Glück. Da dies bei sehr vielen solchen Schicksalsberichten der Fall ist, kann es auf die Dauer manchmal ermüdend wirken. Bei Martin Gray ist sogar das Besondere, dass ihn das Glück auch Jahre später immer wieder verschont, während seine Familie sterben muss. Am Ende des Werkes fragte ich mich tatsächlich, wie viel Glück kann ein einzelner Mann bei soviel Unglück haben. Wäre es eine fiktive Geschichte gewesen, ich hätte ehrlich gesagt, dass der Autor zu Übertreibungen neigt, keine Ahnung hat und unrealistisch wirkt. Diese Geschichte zeigt jedoch, dass so etwas nicht nur in der Fiktion, sondern auch der Realität passieren kann. Es ist wie ein 6er im Lotto. Nur hätte man sich gewünscht, dass viel mehr Menschen dieses Glück gehabt hätten.

Auch wenn das Buch schon einige Jahre auf den Buckel hat, kann ich das Buch jedem empfehlen. Es zeigt authentisch die Lebensumstände der polnischen Juden in einem Ghetto. Obwohl Martin selbst so viel Glück hat, kann man in jeder einzelnen Zeile das Leid des zweiten Weltkrieges herauslesen. Es wird weder etwas Beschönigt, noch weggelassen. Es sind die bloßen Erinnerungen eines alten Mannes, der die Welt mit den erwachsenen Augen eines 14jährigen sieht. Nicht nur Menschen, die sich für das Thema zweiter Weltkrieg interessieren, sondern auch Schülern oder Lehrern kann ich dieses Werk ans Herz legen. Fachlich korrekt, emotional und doch sachlich. Mehr können junge Leser gar nicht über den Krieg lernen. Es ist ein Buch das zum Nachdenken und Diskutieren anregt.

===Bewertung===
Der Schrei nach Leben“ zeugt von Glück, Elend, Leid und wenigen schönen Momenten, die der zweite Weltkrieg mit sich gebracht hat. Martin Gray ist es gelungen eine längst vergessene und verdrängte Zeit authentisch für die Ewigkeit auf Papier zu bannen. Für mich trotz seines immensen Glücks fünf Sterne wert.

===Leseprobe===
Da ich für diese alte Ausgabe keine genehmigte Leseprobe gestattet bekommen habe, verlinke ich eine andere Leseprobe, die ich bei Dooyoo in einer anderen Rezi gefunden habe.

http://www.dooyoo.de/sachbuecher/der-schrei-nach-leben-martin-gray/1205187/


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Noch ein kleiner Tipp von mir. Wer auf den Spuren von Martin Gray laufen möchte und zum Beispiel mal ein KZ besichtigen möchte, oder Warschau anschauen will, sollte dies tun. Es ist ein trauriges Stück Geschichte, aber es sollte nie vergessen werde. Wo geht es besser, als in Polen. Ich selbst war öfters in Polen und kann nur sagen, dass dort deutsche Geschichte hautnah und spannend erleben kann. Die Höhlen von Hitler sind allesamt eine Besichtigung wert.  Mehr über dieses Land unter diesem Link. 
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Petra Hammesfahr - Der stille Herr Genardy

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Copyright Sarahs Bücherwelt

===Buchdaten===
Autor: Petra Hammesfahr
Titel: Der stille Herr Genardy
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 1995
ISBN-13: 978-3404171293
Seiten: 333
Einband: TB
Kosten: gebraucht ab 0,01€
Serie: -

===Autor/in===
Petra Hammesfahr, 1951 geboren, lernte Einzelhandelskauffrau und ist nun Schriftstellerin und Drehbuchautorin. Sie erhielt 2000 in Hessen den Frauen Krimi Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden.

***Weitere Werke***
  • Die Mutter
  • Die Sünderin
  • Merkels Tochter

===Zitierter Klappentext===
Er ist ein so netter und hilfsbereiter Mensch, der Herr Genardy. Kinderlieb ist er auch und bereit, hundert Mark mehr im Monat zu bezahlen als seine Vormieterin. Und wenn man mit jeder Mark rechnen muß wie Sigrid, alleinerziehende Mutter einer kleinen Tochter, wer würde da nicht sofort zugreifen? Und versuchen, das Gefühl von Unbehagen zu ignorieren, die Alpträume und Visionen, für die es keine Erklärung gibt? Irgend etwas stimmt nicht mit diesem Herrn Genardy. Und Sigrid hat Angst. Angst um ihr Kind.

===Meine Meinung===
Petra Hammesfahr ist eine bekannte Autorin, die so manchen spannenden Thriller oder Krimi geschrieben. Mit dem vorliegenden Werk befasst sie sich mit einem heiklen Thema, das stets aktuell ist – Kindesmissbrauch. Kein Kind ist vor dieser Thematik wirklich sicher. Ich war gespannt, wie Petra Hammesfahr dies in einem Krimi authentisch umsetzen würde.

Herr Genardy ist kinderlieb, freundlich und hat ein düsteres Geheimnis. Seine Vorliebe gilt kleinen Kindern. Angefangen bei seiner Tochter, kann er den Trieb nicht unterdrücken und sucht sich regelmäßig kleine Kinder auf einem Spielplatz aus. Als er der Tochter von Hedwig begegnet, überkommt es ihn. Obwohl sie nicht seinem Altersschema entspricht wird er unvorsichtig und lässt sich gehen. Am Ende vergewaltigt und bringt das kleine Mädchen um. Eine falsche Spur ist schnell gelegt und so wird ein anderer Mann verhaftet. Herr Genardy taucht unter und kommt zufällig bei Hedwigs Arbeitskollegin Sigrid unter. Als Witwe muss sie einen Teil des Hauses vermieten und freut sich über das Extra-Geld von Herrn Genardy. Ihr Mann, selbst ein Kinderschänder, starb vor sechs Jahren und ließ sie mit der gemeinsamen Tochter zurück. Es dauert nicht lange und Sigrid überkommen bei Herrn Genardy die gleichen Gefühle, wie bei ihrem Mann. Sie ahnt, dass etwas mit ihm nicht stimmt und kommt seinem schrecklichen Geheimnis auf die Spur. Dabei gerät ihre Tochter, deren beste Freundin und ihre Nichte ins Kreuzfeuer.

Das Buch ist in drei Teile unterteilt, die jeweils rund 15 einzelne Kapitel haben. Im ersten Teil gelang es der Autorin mich gekonnt zu verwirren. Anfänglich erzählt sie zwei Geschichten parallel aus Sichtweise der jeweiligen Person. Leider vergisst die Autorin dies zu erwähnen oder zumindest deutlich darzustellen. Am Anfang hatte ich das Gefühl Gegenwart und Vergangenheit ein und derselben Person zu lesen. Erst als von einer Hochzeit die Rede war, wurde ich stutzig.In diesem Teil lernt der Leser Herrn Genardy und seine perverse Vorliebe für kleine Kinder kennen. Man erfährt seine grobe Vergangenheit der letzten Jahre und kann hautnah erleben, wie er sich gerade an ein unschuldiges Kind heran macht. Nebenbei lernte ich Sigrid und ihre Versionen kennen. Nach und nach verbinden sich diese Geschichten und der Leser erwartet eine Verbindung, die es so nicht geben wird. Petra Hammesfahr wäre keine gute Autorin würde sie nicht eine brisante Wendung einbauen.
Ab dem zweiten Teil verknüpft die Autorin geschickt beide Perspektiven und Schauplätze, sodass man nur noch einer Geschichte folgen muss. Diese wird aus Sichtweise von Sigrid geschildert.

Eigentlich finde ich die Umsetzung und die Ansätze zwar pervers, aber authentisch. Ich konnte mich ohne Probleme sowohl in die abwegigen Gedankengänge von Herrn Genardy hineinversetzen, als auch die Ängste von Sigrid begreifen. Ihre Angst steht für das, was viele Mütter fühlen. Dadurch das sie selbst mit einem solchen Mann verheiratet war, ist die Angst für sie noch präsenter und kann noch lebendiger dargestellt werden. Petra Hammesfahr schildert detailliert, ehrlich und schockierend, wie schnell ein Kind in die Fänge eines Kinderschänders gelangen kann und das selbst eine ausreichende Aufklärung kein Kind wirklich schützen kann. Als Leser bekommt man regelrecht Gänsehaut, wenn man hört, wie ein solcher Kinderschänder denkt. Sie versucht nichts zu beschönigen oder zu verharmlosen. Gekonnt baut sie sogar die Emotionen einer Mutter ein, die ihr Kind durch die Hand eines solchen Kinderschänders verloren hat. Angst, Vorwürfe und die unsagbare Trauer, das Kind nicht beschützt zu haben werden realistisch an den Leser vermittelt.

Wenn es um die Realität geht, hat mich Petra Hammesfahr gänzlich überzeugen können. Allerdings empfand ich die Passagen, die sich mit dem Zukunftsträumen befassten, einfach nur unpassend. Ich will nicht abstreiten, dass es bestimmte Dinge gibt. Auch das sich bestimmte Träume erfüllen, kann vorkommen. In meinen Augen passt ein solcher Hauch jedoch nicht in dieses ernste Thema. Es wird dadurch eher ins Lächerliche gezogen. Nicht nur ihre Visionen vom Tod, sondern auch die Träume, wer der Mörder ist wirkten deplatziert. In jedem anderen Krimi hätte mich dies nicht gestört. Ein Medium ist in der heutigen Zeit nicht unbedingt was neues. Bei einem heiklen Thema wie Kindesmissbrauch finde ich es aber störend und unpassend. Auch ohne diesen Einbau hätte Petra Hammesfahr genügend Spannung aufbauen können, um jeden Leser zu fesseln. Schließlich möchte man wissen, ob Herr Genardy gefasst wird, an wie wie vielen Kindern er sich vorher noch vergreift, wie viele Kinder er schon missbraucht hat und wie es sich aufklärt. Für mich ist das schon spannend genug.

Wer selbst ein Kind hat, wird dieser Geschichte noch mit ganz anderen Augen folgen und sich sicherlich öfters die Frage stellen, wie man selbst reagiert hätte. Für die Spannung sicher dienlich, wird vieles verschwiegen und erst im letzten Augenblick, als es schon fast zu spät ist, aufgeklärt. Das sorgt für einen spannenden Schluss, der meines Erachtens in Lichtgeschwindigkeit herbeigeführt wird. Im Vergleich zum Anfang und Mittelteil ist der Schluss wie ein Zeitraffer.
Ich persönlich, habe mich allerdings immer wieder gefragt, warum eine Mutter so handelt. Wenn ich diese Fakten herausgefunden hätte, ich hätte sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt und hätte zumindest meine Tochter aufgeklärt. Jeder weiß, wie naiv Kinder in diesem Alter sind. Vor Fremden sind sie noch distanziert, aber einem Bekannten vertrauen sie. Selbst wenn man seinem Kind nicht die ganze Wahrheit sagen kann, um die Kinderseele nicht zu sehr zu belasten, kann man ein Kind nicht in einer solchen Dunkelheit herum tappen lassen. Auch wenn die Mutter einem nicht glaubt, so kann man sein Kind nicht mit Unwissenheit schützen. Am Ende des Buches war ich der Überzeugung, dass man das Mädchen, aber auch jedes andere Mädchen mit genügend Aufklärung hätte schützen können. Damit meine ich nicht nur Aufklärung gegenüber Fremden, sondern auch Nachbarn und Verwandten.

Im Großen und Ganzen ist Petra Hammesfahr ein Werk gelungen, welches Spannend, tiefgründig und realistisch ist. Durchgehend ist ein roter Faden vorhanden und der Stil lässt sich flüssig lesen. Der Hauch vom übersinnlichen kann überlesen werden, wenn er als störend empfunden wir, schadet der eigentlichen Thematik aber nur theoretisch. Es wirkt bei dem ernsten Thema deplatziert, aber nimmt der Kindesmisshandlung nicht die Authentizität. Meines Erachtens spürt man an jeder Stelle, dass sich die Autorin mit der brutalen Wahrheit eines Kinderschänders und dessen Opfer befasst hat. Stellenweise ist es hart, pervers, aber immer authentisch.

===Bewertung===
Ein trauriges, aber alltägliches Thema, welches mit einem Hauch Übersinnlichkeit trotzdem erschreckend realistisch dargestellt wird. Starke Nerven sind nötig, damit man die Grausamkeit verarbeiten kann. Erst nach dem Showdown kommt der Leser zum Nachdenken. Und nachdenken wird jeder. Für mich wegen der Visionen und dem rasanten Schluss nur drei Sterne.

===Leseprobe===
Eine genehmigte Leseprobe habe ich leider nicht gefunden und Bastei Lübbe erteilt bei so alten Büchern keine Genehmigung. Aus diesem Grund verzichte ich auf eine Leseprobe. Allerdings gibt es unter dem nachfolgenden Link einige kurze Passagen zum Reinlesen: http://www.ciao.de/Der_stille_Herr_Genardy_Hammesfahr_Petra__Test_2924785


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Ingeborg Jacobs - Wolfskind

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===Buchdaten===
Autor: Ingeborg Jacobs
Titel: Wolfskind
Untertitel: Die unglaubliche Lebensgeschichte des ostfreußischen Mädchens Liesabeth Otto
Verlag: Weltbild
Erschienen: 2010
ISBN-13: 9783868004847
Seiten: 318
Einband: TB
Kosten: 9,99€
Serie: -

===Autor/in===
Ingeborg Jacobs, geboren 1957 in Solingen. 1989 bis 1992 Aufenthalt in der Sowjetunion. Seit 1995 freie Autorin beim ZDF. Zahlreiche Dokumentarfilme, überwiegend zu zeitgeschichtlichen Themen. Sie wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Deutschen Wirtschaftsfilmpreis und dem Bayerischen Fernsehpreis. Mitarbeit an mehreren Büchern von Guido Knopp, darunter »Die große Flucht«. (Quelle: Amazon.de)

***Weitere Werke***
  • Freiwild: Das Schicksal deutscher Frauen 1945

===Zitierter Klappentext===
Ostpreußen 1945. Auf der Flucht vor der Roten Armee verliert die siebenjährige Liesabeth Otto Mutter und Geschwister. Allein irrt sie durch die Wälder und gerät auf der Suche nach Nahrung und Unterkunft ins benachbarte Baltikum. Unter unfassbaren Entbehrungen schlägt sie sich jahrelang durch, völlig auf sich gestellt, stets auf der Hut vor sowjetischen Häschern. Ein erschütterndes Schicksal, zugleich ein Panorama deutsch-sowjetischer Nachkriegsgeschichte. Tausende Kinder verlieren in den Nachkriegswirren in Ostpreußen ihre Eltern und bleiben allein zurück - die »Wolfskinder«. Auch die kleine Liesabeth übernachtet in Scheunen oder unter Brücken, gelegentlich findet sie bei Bauern Unterschlupf. Doch niemand will sich ihrer annehmen. Man hetzt die Hunde auf sie, von den einheimischen Kindern wird sie bei Hitler- Spielen gequält, als Achtjährige vergewaltigt. Als sie mit fünfzehn beim Klauen erwischt wird, landet sie in den Straflagern des Gulag. Nach der Entlassung beginnt eine Odyssee durch die Sowjetunion. Doch die Hoffnung, eines Tages ihre Familie wiederzufinden, gibt sie nie auf. Liesabeth Otto, heute 72 Jahre alt, hat ihre Lebensgeschichte der ZDF-Journalistin Ingeborg Jacobs erzählt, deren Dokumentarfilm über das einstige Wolfskind mit überwältigender Resonanz im ZDF und auf ARTE ausgestrahlt und mit dem World Television Award ausgezeichnet wurde. Nun folgt das Buch, die ergreifende Geschichte eines Kindes, das allen Schicksalsschlägen zum Trotz nie seinen Lebensmut verliert.

===Meine Meinung===
Für die siebenjährige Liesabeth beginnt 1945 ein Kampf ums nackte Überleben. Nachdem ihre Mutter verhungert ist und sie auf tragische Weise von ihren älteren Geschwistern getrennt wird, landet sie in Litauen. Immer auf der Flucht vor Entdeckung kann sie bei den Bauern immer nur wenige Tage, manchmal aber auch einige Monate bleiben. Während andere das Glück haben für immer bleiben zu dürfen, muss Liesabeth sich alleine durchschlagen. Immer auf der Suche nach freundlichen Menschen, die ihr Essen, Kleidung oder ein Dach über dem Kopf anbieten. Sie arbeitet hart, hat Läuse, schläft viele Nächte im Freien, muss viele Rückschläge in Kauf nehmen und wird sogar brutal vergewaltigt. Doch nichts kann ihr den Lebensmut, ihr freches Mundwerk und ihren guten Instinkt nicht nehmen. Als sie aus Rache klaut, kommt sie zum ersten Mal in ein Kinderlager...

Eigentlich ein sehr interessantes Thema in meinen Augen. Die Thematik „Zweiter Weltkrieg“ ist eigentlich ausgereizt. Schicksale von versteckten Juden, Menschen die Flüchten kommt einen bei einem solchen Buch in den Sinn. Diesmal befasst sich die Lektüre jedoch mit einer ganz anderen Seite. Wie sah es am Ende des Krieges für Personen aus, die in die andere Richtung geflüchtet sind? Zwar gibt es auch zahlreiche Berichte über Gefangenenlager der Russen, aber dies ist doch schon etwas Besonderes.

In einem kurzen Prolog wird der Leser an Liesabeth Otto herangetastet und erfährt, wie die Autorin an dieses biographische, traurige Schicksal gekommen ist. Nach diesen einleitenden Worten beginnt Liesabeth Otto anfänglich stockend über ihre Erlebnisse zu berichten. Dabei erzählt sie, wie jeder alte Mensch erzählen würde. Sie berichtet über einprägsame Erlebnisse und lässt alles andere einfach weg. Ich persönlich hatte aber gerade am Anfang das Gefühl, dass die Autorin hier etwas geschnitten hat, um durch einige spätere Rückblenden noch zusätzliche Informationen an den Leser zu bringen. Der Tod der Mutter wird nur kurz erwähnt. Genaue Informationen zum Tod oder wie die Kinder alleine in die alte Heimat gekommen sind fehlen einfach. Ich wurde mitten in die Tatsache hineingeworfen, dass die siebenjährige Liesabeth mit ihren Geschwistern völlig alleine hauste. Aber gerade diese Hintergrundinformationen hätten den Leser viel besser auf dieses traurige Schicksal einstimmen können. Innerhalb von wenigen Sätzen war Liesabeth plötzlich alleine und ich fragte mich immer wieder, wie es nur so weit kommen konnte. In späteren Rückblenden erfährt der Leser jedoch diese fehlenden Eingangsinformationen.

Auf ihrer Reise erlebt sie viele Dinge und weiß diese auf eine alte kindliche Weise zu schildern. Ihre Gedankengänge und Handlungen sind für den Leser klar verständlich und nachvollziehbar beschrieben. Ich verstand sofort, warum dieses kleine Mädchen erst mit genügend Essen wieder nach Hause kommen wollte. Auf der anderen Seiten entstehen beim Lesen Fragen, die auch Liesabeth Otto nicht beantworten kann. Viele sogenannte „Wolfskinder“ waren zur damaligen Zeit unterwegs und viele fanden eine neue Familie. Gerade bei einem so fleißigen und wissbegierigen kleinen Mädchen, kann ich einfach nicht nachvollziehen, warum gerade sie immer weggeschickt wurde. Bei den Arbeiten zu diesem Buch trifft sie eine solche Person wieder, die sie damals, auch für sie unverständlicherweise, weggeschickt hat. Obwohl ihr diese Frage nie Ruhe gelassen hat, spricht sie sie nicht aus. Warum sie es nicht macht, konnte ich nicht begreifen.

Neben den Gedanken und Handlungen beschreibt sie ihr Umfeld, wie sie es in Erinnerung hat. Eine genaue Vorstellung habe ich allerdings nie ganz bekommen. Als Kind sieht man viele Dinge einfach anders, als ein Erwachsener. Sich aus den Erinnerungen eines Kindes ein klares Bild zu machen ist fast unmöglich. Trotzdem sind ihre Beschreibungen detailliert und lebendig. Die Ängste vor Hunger und Kälte vermag sie einfach nicht so authentisch zu vermitteln, wie ein Erwachsener, der dies erlebt hat. Dieser nimmt es einfach bewusster wahr. Selbst als sie älter wird, bleibt dieser Erzähl-Stil bei. Das Leiden und die Angst die für viele stets gegenwärtig war, klingt bei ihr stellenweise harmlos. Das liegt daran, dass ihren Beschreibungen der Tiefgang fehlt. Zum Beispiel wird sie von drei Männern vergewaltigt und sogar an einen anderen Gefangenen verkauft. Dies müsste das Herz bewegen. Ich konnte diese Qualen und Ängste ahnen, aber nicht durch ihre Beschreibung, sondern durch die menschliche Fantasie.
Um zumindest Personen plastisch erscheinen zu lassen überrascht das Buch in der Mitte mit zahlreichen schwarz-weiß Fotos. Darunter sind Fotos von ihrem Mann, ihren Eltern, ihren beiden Kindern, einer Familie von damals oder das Lager in dem sie sich befand.

Ihr kindlich Stil lässt sich flüssig lesen und packt den Leser trotzdem. Die Gefühle, die sie nicht gut vermitteln kann, kann der Leser zumindest erahnen. Auch wenn dies nicht unbedingt Sinn und Zweck eines guten Buches ist. Lieber so, als zu sachlich.

Neben ihrer Kindheit und den Jahren in Litauen berichtet sie auch von der Rückkehr nach Deutschland, dem Wiedersehen mit ihrem Vater, ihrer Hochzeit, den Geburten und vieles mehr. Fast die Hälfte des Buches spielt sich nach ihrer Rückkehr nach Deutschland ab. Es ist interessant zu erleben, wie sie ihr Leben trotz einer so bewegenden Kindheit gemeistert hat. Ich persönlich hätte mir statt dieser letzten Hälfte lieber wirklich detaillierte erste Hälfte gewünscht. Zum Schluss hätten sicherlich einige Worte zum weiteren Verlauf in meinen Augen genügt.

Durch den leichten Stil, der keine wirklich brutalen Schilderungen enthält, sondern nur zart andeutet, können sogar interessierte Leser ab 12 Jahren dieses Buch lesen. Allerdings sollte mit diesen über den Inhalt geredet werden. Es zeigt ihnen jedoch anschaulich, wie gut sie es hier in Deutschland mit einem vollen Kühlschrank, langweiligen Schulunterricht und einem warmen Dach über den Kopf haben.

===Bewertung===
Auf eine interessante, kindliche Art schildert Liesabeth Otto ihre Erlebnisse nach dem zweiten Weltkrieg. Während ihre kindlichen Gedanken nachvollziehbar sind, mangelt es dem Buch Emotionen, die der Leser richtig spürt. Vielmehr muss er sich diese selbst denken. Trotzdem ist es ein Schicksal, dass es verdient gelesen zu werden. Von mir gibt es drei Sterne.

===Leseprobe===
Dort gibt es eine genehmigte Leseprobe im PDF-Format.

http://www.buecher.de/shop/berichte--erinnerungen/wolfskind/jacobs-ingeborg/products_products/detail/prod_id/28008612/
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Harry Mazer - Das Mädchen seiner Träume

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===Buchdaten===
Autor: Harry Mazer
Titel: Das Mädchen seiner Träume
Originaltitel: The Girl of his Dreams
Verlag: Beltz & Gelberg
Erschienen: 1999
ISBN-13: 978-3760723716
Alter: ab 14
Seiten: 220
Einband: TB
Kosten: Damals 14,90€, jetzt gebraucht ab 0,01€
Serie: -

===Autor/in===
Harry Mazer hat zahlreiche Jugendbücher, manche davon gemeinsam mit seiner Frau, der Schriftstellerin Norma Fox Mazer, geschrieben. Die beiden wohnen in Jamesville, New York, und in New York City. (Quelle: Buch)

***Weitere Werke***
  • Herzschlagen, 1989
  • Marcus Rosenbloom und die Liebe, 1991
  • Vermisst: Lisas Mutter, 1997

===Zitierter Klappentext===
Willis hat eine genaue Vorstellung von seiner Traumfrau - ist aber ein verschlossener Einzelgänger. Eine leise, behutsame Liebesgeschichte mit viel Gefühl.Wenn Willis sich aus seinem grauen Großstadtalltag träumt, hat er eine Freundin, die aussieht wie ein Model und er ist ein gefeierter Langstreckenläufer. Aber die Realität ist anders. Willis ist ein verschlossener Einzelgänger, und als er ein verletztes Hundeweibchen zu sich nimmt und liebevoll gesund pflegt, bedeutet das für ihn einen großen Schritt. Eines Tages begegnet ihm Sophie, die auch einsam ist, aber überhaupt nicht seinen Vorstellungen entspricht. Und doch ist es eben die bodenständige und unbefangene Sophie, die ihn ermutigt und ihm hilft, seinen großen Traum zu erfüllen: einmal gegen den Langstreckenmeister Aaron Hill anzutreten.

===Meine Meinung===
Schon als Jugendliche habe ich immer wieder gerne eine zarte Liebesgeschichte zwischendurch gelesen. Man kann so herrlich träumen, entspannen und wird oft vom tristen Alltag abgelenkt. Obwohl dies schon viele Jahre her ist, lese ich auch heute immer noch wieder gerne Liebesgeschichten, egal für welche Altersstufe.


In diesem Buch wird der Leser in die Welt von Willis (18) und Sophie (22) entführt. Sophie ist gerade von zu Hause, einer kleinen abgeschiedenen Farm, in die große Stadt gezogen. Ihr Bruder wird zum dritten Mal Vater und hat nun keinen Platz mehr für seine Schwester auf der Farm. Willis ist selbst erst seit einigen Monaten in einer eignen Wohnung. Vorher hat er mit seinen Eltern in einem kleinen Wohnwagen gelebt, bis er es nicht mehr ausgehalten hat. Sie arbeitet als Zeitungsverkäuferin; er als Lagerist im Betrieb nebenan. Sie verliebt sich sofort in den schüchternen Langstreckenläufer; er hat in all den Jahren der Einsamkeit ein ganz anderes Bild von einer Traumfrau. Doch dann überschlagen sich die Dinge...

Wenn man sich den Klappentext durchliest, dann hat man das Gefühl den Protagonisten Willis schon genau zu kennen. Schüchtern, auf seine Art und Weise hübsch und einsam. Doch dann kam der Schock. Viele äußere Faktoren, wie der Verlag, das empfohlene Alter und auch der Klappentext ließen mich darauf schließen, dass der Protagonist ein Schüler von ungefähr 16 Jahren ist. Dies wird schon auf den ersten Seiten widerlegt, denn er arbeitet in einer Firma, hat seine eigene Wohnung und die Highschool abgeschlossen. Das passte so gar nicht in mein Bild. Zudem kam bei mir die Frage auf, wie alt Willis denn nun tatsächlich sei. Diese Frage wird erst nach rund 70 Seiten geklärt. Für mich war diese Auflösung inzwischen nicht mehr überraschend, aber doch irgendwie unpassend. Willis ist in dieser Geschichte 18 Jahre und Sophie ist 22. Im Lese-Alter von 14 Jahren fand ich persönlich Protagonisten stets besser, die sich maximal 2 Jahre über mir befanden. Dies hat sich bis heute auch so gehalten. So kann sich der Leser in meinen Augen auch besser mit den Figuren identifizieren.

Neben dieser Frage ist auch der Aufbau des Buches gewöhnungsbedürftig. Statt alles aus Sicht von Willis zu erzählen, wechselt der Autor immer mit einem neuen Kapitel die Erzähl-Perspektive. Mal begleitete ich Willis, dann lief ich an der Seite von Sophie durch die Welt. Deutlich wird dieser Wechsel immer nur beim Lesen. Erst als sich die Geschichte der beiden Figuren verbindet, werden die Erlebnisse auch aus einer Sichtweise erzählt.

Der Erzähl-Stil kann die Geschichte in meinen Augen nicht hervorheben. Dabei ist die Grundidee sogar sehr gelungen. Oftmals haben Menschen einen bestimmten Typen vor Augen in den sie sich verlieben möchten, dabei verlieren sie oft die Realität aus den Augen. Das ist nicht nur im Schulalter so, sondern auch im hohen Alter. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht oder verliebt sich erst nach längerer Zeit. Ich finde dieses Thema sehr wichtig, denn mit einer solchen Geschichte können Jugendliche sehen, dass man sich auch in den besten Freund oder einen unmöglichen Menschen verlieben kann. Diese Kombination ist oftmals sogar besser als das Bild vom Traummann. Leider wird genau dieser Aspekt nicht besonders gut vermittelt. Kurze Kapitel, die sich hauptsächlich um das Thema „Langstreckenlauf“ drehen. Zwischendurch bahnt sich langsam die Liebesgeschichte an und entwickelt sich mit menschlichen, beziehungstechnischen Höhen und Tiefen. Eigentlich ist dies ein guter roter Faden, den der Autor sich ausgesucht hat. Nur was nützt ein guter Leitgedanke, wenn Harry Mazer mit seinem langatmigen, abgehackten Stil alles ruiniert. Entweder verrennt er sich in belanglose Details, oder er kürzt wichtige Szenen drastisch ab. Es kommt weder Spannung, noch Romantik oder ähnliches auf. Für mich ist diese Geschichte richtig flach.
Anfänglich hat man die Hoffnung, dass es bald besser wird. Ehe man sich versieht, hat man die Hälfte des Buches gelesen, aber wirklich gefesselt war ich an keiner Stelle. Man leidet nicht mit den Protagonisten, muss an keiner Stelle mit zittern... Mit jeder neuen Seite, einem neuen Streit oder ähnlichem kommt die Hoffnung auf, dass nun doch etwas passiert. Diese Hoffnung blieb bei mir bis zur letzten Seite und wurden durch einen interessanten Schluss zerstört. Der Schluss selbst ist nicht schlecht, aber ließ bei mir Fragen offen und wirkte auf mich nicht gut durchdacht. Wenn ich selbst in dieser Situation wäre, würde ich ganz anders handeln. Logisch war es für mich nicht. Aber dies wird jeder Leser selbst betrachten müssen.
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===Bewertung===
Schlecht ist dieses Buch nicht, denn es zeigt die Liebe aus einem alltäglichen Blickwinkel und beschönigt nichts. Es ist interessant, aber das alleine genügt nicht, wenn der Stil versagt. Daher kann ich persönlich das Buch nicht empfehlen. Zwei Sterne für die Idee.
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Oliver Bottini - Jäger in der Nacht

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===Buchdaten===
Autor: Oliver Bottini
Titel: Jänger in der Nacht
Verlag: Fischer
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3596172689
Seiten: 336
Einband: TB
Kosten: 8,95€
Serie: Louise Boni

===Autor/in===
Oliver Bottini, geb. 1965 in Nürnberg, Studium der Literaturwissenschaft und Psychologie, Ausbildung zum Kung-Fu- und Qi-Gong-Meister. Seit vielen Jahren widmet er sich dem Studium des Buddhismus und hat bereits mehrere Arbeiten zum Thema publiziert. Als Krimi-Autor wurde er mit der Kommissarin Louise Bonì-Reihe mehrfach mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet und für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Er lebt als Redakteur und Buchautor in München. (Zitierte Quelle: Amazon.de)

***Weitere Werke***
  • Mord im Zeichen des Zen
  • Das verborgene Netz
  • Im Sommer der Mörder
  • Im Auftrag der Väter

===Zitierter Klappentext===
Der vierte Fall für die Freiburger Hauptkommissarin Louise Bonì
Sommer 2005. Innerhalb weniger Tage verschwindet eine Freiburger Studentin, wird ein Familienvater auf grausame Weise ermordet, ertrinkt ein Junge unter ungeklärten Umständen im Rhein. Louise Bonì, Hauptkommis-sarin der Freiburger Kripo, und ihren Ermittlerkollegen wird schnell klar, dass die drei Fälle zusammenhängen und dass noch mehr Menschen in größter Gefahr schweben. Darunter: Louise Bonì selbst. Bonìs vierter Fall konfrontiert sie mit den düstersten Geheimnissen gutsituierter Freiburger Familien und führt ihr erneut vor Augen, dass manchmal wenig genügt, um die Bestie im Menschen freizusetzen.

===Meine Meinung===
Hochsommer 2005: Eddie und sein Freund Dennis entdecken eine brutal zusammengeschlagen junge Frau und behalten dies für sich. Statt die Polizei oder den Notruf zu alarmieren, gehen sie nach Hause, damit Eddie sie später noch vergewaltigen kann. Bei diesem Versuch gerät er in die Hände der Täter und muss beseitigt werden. Zwei Leichen und die Dritte lässt nicht lange auf sich warten. Für Louise Boni und ihrem Kollegen fangen an zu ermitteln und stoßen dabei auf Gewalt, Geheimnisse und Zusammenhänge, die sie bald selbst in größte Gefahr bringen.

Jäger in der Nacht“ ist der vierte Fall den Oliver Bottini für Louise Boni schafft. Es handelt sich hierbei um einen klassischen Kriminalfall, der das Herz eines wahren Krimi-Fans höher schlagen lässt.
In diesem Teil befasst sich der Autor mit dem brisanten Thema „Gewalt gegen Frauen“. Dabei geht Oliver Bottini nicht nur auf die handgreifliche Gewalt gegenüber dem weiblichen Geschlecht ein, sondern lässt seelische Misshandlungen und Vergewaltigungen in seine Geschichte einfließen. In diesem Krimi kommt das komplette Paket rund um „Gewalt gegenüber Frauen“ zum Einsatz. Schon im Prolog zeigt der Autor, wie tief die Abgründe bei einigen männlichen Mitmenschen sein können. Neben den schauerlichen Abgründen zeigt er auch die Beweggründe auf, wie zum Beispiel das Heranwachsen in häuslicher Gewalt. Leider gehen diese Motive im typischen Negativ-Image von Männer an einigen Stellen unter. Zu oft bekam ich das Gefühl, als würde sich das Leben eines Mannes nur um Alkohol, Sport und Frauen drehen. Auch wenn sich der Autor an einigen Stellen verliert, ist die grausame Grundspannung und der Hass auf den Täter immer präsent. Dazu hat Oliver Bottini die Eingangsituation, die körperliche Gewalt an der jungen Studentin einfach zu detailliert beschrieben, als das ich sie hätte vergessen können. Emotionen, Konflikte und die Tiefen der menschlichen Seele vermag der Autor packend, authentisch und erbarmungslos zu schildern. Selbst die Charaktere vermag Bottini detailliert und lebendig erscheinen zu lassen. Handlungen, Emotionen und Gedankengänge waren für mich stets nachvollziehbar und ließen ein grandioses Kopfkino entstehen.

Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto gefesselter wird der Leser sein. Trotzdem kam es bei mir immer wieder zu einem Kopfschütteln. Manche Wendungen oder Ideen wirken einfach verwirrend oder unpassend. Diese Empfindung ist jedoch subjektiv und liegt stets im Auge des Lesers. Ich persönlich empfand es jedoch befremdlich, wie die Ermittlungen plötzlich eine starke Wendung bekamen. Ungeachtet dessen ist es dem Autor gelungen so zu fesseln, dass ich einfach nur noch auf den Schluss gespannt war. Letzteres wirkte auf mich etwas in die Länge gezogen, war aber in sich schlüssig und passte zum vorhergegangenen Verlauf der Handlung. Einige detaillierte, aber unnötige Passagen weniger hätten den Höhepunkt noch spannender und knackiger erscheinen lassen. Man merkt an diesem Schluss, dass sich der Autor große Gedanken gemacht hat und nicht nur einfach irgendeinen in Frage kommenden Ansatz ausgebaut hat.

Auf Grund der leicht brutalen Szenen, der komplexen Thematik denke ich, dass dieses Buch sich eher an Leser ab 14 Jahren richtet. Vorher dürften einige Ansätze vielleicht schwerer nachzuvollziehen sein.

===Bewertung===
Trotz einiger Wendungen, die ich eher ungewöhnlich und nicht ganz ausgereift empfand, und der Tatsache, dass der Schluss hätte knackiger sein können, überzeugt Bottini im vierten Teil seiner Louise Boni-Reihe mit einer interessanten Thematik, fesselnder Spannung und einem anschaulichen Stil. Vier Sterne für mich.

===Leseprobe===
http://www.fischerverlage.de/sixcms/media.php/308/LP_978-3-502-11018-7.pdf
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Richard Doetsch - Die 13. Stunde

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===Buchdaten===
Autor: Richard Doetsch
Titel: Die 13. Stunde
Originaltitel: The Thirteenth Hour
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3785760369
Seiten: 416
Einband: TB
Kosten: 14,99€
Alter: Vom Hersteller empfohlen ab 20
Serie: -

===Autor/in===
Richard Doetsch ist Inhaber einer Immobilienfirma. Während andere Autoren nur aufregende Thriller schreiben, führt er auch ein aufregendes Leben: Er ist Extremsportler und springt mit Fallschirmen und Gummibändern von Brücken, Klippen und Hochhäusern. In ruhigen Stunden spielt er Gitarre und Klavier. Er ist seit über zwanzig Jahren mit seiner Jugendliebe verheiratet und hat drei Kinder.

Seine Thriller um den Meisterdieb Michael St. Pierre waren große Erfolge in den USA und begeistern viele Fans. Die Filmrechte wurden an 20th Century Fox verkauft. Die Übersetzungen der Bücher sind in einem guten Dutzend Länder erschienen, unter anderem Russland, Italien, Brasilien, China, Polen, Japan und den Niederlanden.
Richard Doetsch arbeitet an seinem nächsten Thriller. (Quelle: Verlag)

***Weitere Werke***
  • Die Quelle der Seelen
  • Der dunkle Pfad Gottes

===Zitierter Klappentext===
Nicholas Quinn sitzt im Verhörraum der Polizei. Seine Frau wurde ermordet, und man hält ihn für den Täter. Doch er ist unschuldig. Ihr Tod ist mit dem Schicksal von 212 Menschen verbunden, die bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind - denn eigentlich sollte Nicholas' Frau an Bord dieser Maschine sein. Doch aus irgendeinem Grund hat sie die Maschine in letzter Minute verlassen. Dieser Grund ist für den Absturz verantwortlich. Und für ihren Tod. Ein Fremder betritt das Verhörzimmer. Ihre Frau lebt noch, sagt er. Sie können sie retten und die 212 Passagiere des Flugzeugs. Er überreicht Nicholas eine goldene Uhr, auf der die Zeit rückwärts zu laufen scheint. Sie haben dreizehn Stunden. Der Countdown läuft.

===Meine Meinung===
Nick ist mit seiner Jugendliebe seit Jahren glücklich verheiratet und nun sitzt er auf einem Polizeirevier und wird verdächtigt diese Frau ermordet zu haben. Sie wurde in seinem Haus umgebracht und die Waffe ist übersät mit seinen Fingerabdrücken. Als ein fremder Mann das Verhör stört und ihm die Chance gibt seine Frau zu retten, glaubt er anfänglich an einen schlechten Witz. Der Fremde gibt ihn eine goldene Uhr, einen Brief und den Hinweis bis 22.00 zu verschwinden. Punkt 22.00 taucht Nick in einen schwarzen Strudel ein und als er wieder zu sich kommt, ist es 20.15. Nach und nach wird ihm klar, dass er jede Stunde der letzten 12 Stunden rückwärts laufend noch einmal durchleben muss. Doch mit dem jeweils aktuellen Wissen und der Möglichkeit sich komplett frei in dieser Stunde zu bewegen. Nick setzt nun alles daran seine Frau vor diesem Mord zu beschützen und kommt dabei einem tödlichen Geheimnis auf die Spur. Die Ermordung seiner Frau hängt mit dem Flugzeugabsturz, der um 11.50 passiert ist zusammen. Kann er sogar beides verhindern???

Die 13. Stunde“ ist ein Thriller, doch erinnert er auf den ersten Blick nicht an einen gewöhnlichen Thriller. Das Buch beginnt mit dem 12 Kapitel und Seite 409. Genau wie der Protagonist Nick erlebt der Leser die letzten 12 Stunden. Seine erste Zeitreise bringt ihn zurück zur Stunde 20.00. Mit jeder vollendeten Stunde geht es eine Stunde weiter zurück. Der Vorteil von dieser ungewöhnlichen Erzähl-Methode ist, dass der Leser immer nur Stück für Stück Details erfährt. Man fiebert mit dem Protagonisten und erlebt in einer Stunde die unglaubwürdigsten Geschehnisse. Kurz vorm Ende eines jeden Kapitels wird die Sache noch etwas komplizierter, als sie vorab schon dargestellt wurde. Neue Zusammenhänge werden sichtbar, neue Charaktere werden eingeführt oder ein anfänglich guter Plan geht schief. Dadurch kommt der Leser nicht wirklich zur Ruhe. Mit jedem neuen Kapitel baut sich mehr Spannung auf und die gesamte Tragbreite der Zusammenhänge an diesem Tag wird sichtbar. Zusammenhänge die man anfänglich nie für möglich gehalten hätte. Richard Doetsch zeigt mit diesem Werk sein ganzes Können.

Schon von der ersten Seite an möchte der Leser nur noch wissen, wer für den Mord an dieser Frau verantwortlich ist. Mit jeder neuen Stunde wird der Protagonist Nick sympathischer und man möchte nur noch, dass er dieses tragische Schicksal von seiner großen Liebe abwenden kann. Der Autor hat Nick, seine Frau Julia und die Ehe so farbenfroh, liebevoll und authentisch geschildert, sodass sich der Leser mit diesem Schicksal verbunden fühlt. Den Detailreichtum, den Richard Doetsch bei seinen Figuren an den Tag legt, findet der Leser auch in vielen anderen Bereichen wieder. Zum Beispiel wird eine Leiche brutal und sogar leicht abschreckend bis ins die kleinste Kleinigkeit beschrieben, sodass das Kopfkino perfekt ist.
Während nach und nach die Zusammenhänge immer deutlicher werden und der eine oder andere Leser schon weiß, wer für den Mord verantwortlich ist, kommt trotzdem keine Langeweile auf. Richard Doetsch baut immer wieder neue Wendungen und Details ein mit denen kein Leser gerechnet hätte. Wer hier das Buch aus der Hand legen kann, der mag definitiv keine Thriller. Einmal angefangen hat mich Richard Doetsch mit seinem Werk so gefesselt, dass ich es an einem Tag durchgelesen habe.
Selbst der Schluss dieses Werkes konnte mich überzeugen.Oftmals stimmt der Anfang eines Werkes und der Schluss ist eher fragwürdig. In diesem Fall passt alles.

Lediglich diese unnatürliche Art, wie es zu dieser neuen Chance kommt, fand ich etwas an den Haaren herbeigezogen, aber warum nicht. Aber welcher Mensch, der gerade einen lieben Menschen aus einem solchen Grund verloren hat, hat sich nicht schon einmal vorgestellt, wie es wäre, wenn er eine zweite Chance bekäme, um dessen Tod zu verhindern.

Warum dieses Buch ab 20 Jahren empfohlen wird, kann ich nicht nachvollziehen. Ein Flugzeugabsturz, ein Einbruch und ein Mord werden etwas näher beschrieben und in einer packenden Handlung kombiniert. Ähnliche Bücher habe ich schon mit 16 Jahren gelesen. Ich könnte ja noch verstehen, wenn eine Empfehlung an Minderjährige nicht ausgesprochen worden wäre, aber 20 Jahre finde ich schon übertrieben, wenn man bedenkt das Filme wie „Final Destination“ zum Beispiel ab 16 Jahren sind.
Auch wenn ich dies nicht nachvollziehen kann, kann ich mit Sicherheit meine Empfehlung für dieses Buch aussprechen. Wer spannende Bücher mit kombiniertem Inhalt und einem innovativen Inhalt mag, sollte sich dieses Buch kaufen.

===Bewertung===
Spannend, fesselnd bis zum Schluss, überzeugt „Die 13. Stunde“ durch einen innovativen Stil. Richard Doetsch kombiniert in seinem Werk spannende Themen, wie der Tod eines geliebten Menschen, einen Flugzeugabsturz und einen umfangreichen Einbruch. Für mich fünf Sterne.

===Leseprobe===
Der Verlag bietet unter nachfolgendem Link eine Leseprobe zu diesem Buch an.

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