Dora Heldt - Urlaub mit Papa

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===Buchdaten===
Autor: Dora Heldt
Titel: Urlaub mit Papa
Verlag: dtv
Erschienen: 2009
ISBN-13: 978-3423211437
Seiten: 320
Einband: TB
Kosten: 7,95€
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Es sollte ein toller Urlaub werden: Christine (45) will nach Norderney, um einer Freundin bei der Renovierung ihrer Kneipe zu helfen. Doch dann wird sie von ihrer Mutter dazu verdonnert, ihren Vater mitzunehmen. Kaum sind sie dort, übernimmt Heinz (73) auch sofort das Kommando auf der Baustelle. Es kommt für Christine aber noch schlimmer, als Papa erfährt, dass auf der Insel nach einem Heiratsschwindler gefahndet wird. Für Heinz ist klar: Das muss Johann sein, der mysteriöse Pensionsgast, der Christines Herz Kapriolen schlagen lässt. Mithilfe von Papas neuen Freunden – 72, 75, 63 Jahre alt – soll Johann zur Strecke gebracht werden...

===Meine Meinung===
Es soll ein entspannter Urlaub werden, als Christine ihre Freundin Marleen auf Norderney besuchen will. Zusammen mit Doro will sie Marleen bei der Renovierung ihrer Kneipe und der Arbeit in der ausgebuchten Pension helfen. Doch kurz vorher bekommt sie von ihrer Mutter einen Anruf, dass Christine ihren Vater mitnehmen muss. Mit seinen 73 Jahren, seiner Farbblindheit und tollpatschigen Art kann er nicht alleine zu Haus bleiben und ihre Mutter muss für eine OP ins Krankenhaus. Mit seinen Sprüchen und seiner Art bringt er Christine von der ersten Minute an auf die Palme. Auch ihre Freundinnen bleiben nicht verschont. Es kommt jedoch noch schlimmer, als sich Christine in Johann, einen Pensionsgast, verliebt. Ihr Vater hält ihn für den gesuchten Heiratsschwindler und nimmt mit seinen Freunden die Verfolgung auf.

Als ich gesehen hatte, dass die Protagonistin Christine schon 45 Jahre alt ist, hatte ich meine Zweifel, dass ich mich mit ihr identifizieren konnte. Diese Zweifel wurden jedoch schnell im Keim erstickt. Total sympathisch wurde Christine in die Geschichte eingeführt. Ich hatte von der ersten Sekunde an Mitleid mit ihr. Mit einem alten Vater verreisen ist schon nicht leicht, aber ihrer schien von einem anderen Stern zu kommen. Meine Vermutungen wurden bald bestätigt. Er lässt kein Fettnäpfchen aus und raubt Christine den letzten Nerv. Die Situationen sind aus dem Leben gegriffen und wurden von der Autorin authentisch wiedergegeben. Die kaputte Hüfte, die nur schwere Arbeiten erlaubt, wenn er Lust dazu hat; ständig verbietet er ihr etwas oder die schlechte Laune, wenn etwas nicht nach seinen Wünschen geschieht. Es sind Kleinigkeiten, die den Leser auf jeden Fall das eine oder andere Schmunzeln aufs Gesicht zaubern werden. Bei einigen Punkten konnte ich mir sogar vorstellen, dass mit meinem Vater etwas ähnliches hätte passieren können. Besonders gut gelungen ist der Autorin der Aspekt, dass die Protagonistin oftmals wie 14 wirkte, ich aber genau verstehen konnte, warum sich eine 45jährige Frau in der Gegenwart des Vaters noch immer so benimmt. Das schließt zum Beispiel das heimliche Rauchen, die Protest-Cola und das heimliche Herausschleichen mit ein.
Die ersten 100 Seiten ziehen sich mit lustigen Situationen hin. An manchen Stellen bekam ich jedoch das Gefühl, dass bestimmte Dinge einfach zu oft verwendet wurden oder zu vorhersehbar waren. Nach rund 100 Seiten baut sich neben dem Papa-Lachern noch eine zarte Liebesbeziehung an. Diese wird natürlich von Papa nicht gutgeheißen und ständig funkt er dazwischen. Als dann nach weiteren 100 Seiten der Heiratsschwindler auftaucht, versucht Dora Heldt noch etwas Spannung aufzubauen. Der Reiz des Komischen lässt dort auch langsam nach, sodass die Spannung nötig ist. Ich fragte mich ständig, ob sie so naiv ist und wirklich auf den Schwindler reinfällt oder ob es nur alles Missverständnisse sind. Allerdings wirkte dieser Anteil sehr künstlich in meinen Augen. Zu viele Missverständnisse, Verwicklungen und Zweifel, die den Leser nur minimal in die Irre führen. Auch der Schluss ist zwar lustig, aber meines Erachtens dürftig gehalten. Spannung aufbauen und halten liegt der Autorin definitiv nicht. Vieles wird einfach durch langatmige Szenen unnötig in die Länge gezogen und verliert dadurch an Spannung, aber auch an Witz und Charme.

Auch wenn mir nicht alles gefallen hat, habe ich das Buch an einem Nachmittag durchgelesen. Ich wollte einfach wissen, was noch alles passiert und wer dieser ominöse Johann war. Als leichte Urlaubskost ist dieses Buch sicherlich schön und versetzt den Leser in Urlaubsfeeling. Der Versuch des eingebauten Krimis empfand ich jedoch als nicht gut umgesetzt, aber das ist eine Frage des Geschmacks. Ich persönlich hätte es besser gefunden, wenn Dora Heldt die Urlaubskomödie auf 200 Seiten gekürzt hätte und eine harmlose Liebesgeschichte, statt eines Krimis eingebaut hätte. Trotzdem kann ich das Buch empfehlen.

===Bewertung===
Eine Geschichte, wie aus dem Leben gegriffen, wird fast jedem Leser ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Tollpatschige, aber authentische Situationen sorgen für ein großes Lesevergnügen, welches nur durch einen schlechten Krimianteil und einen unmöglichen Schluss verschlechtert wurde. Für mich vier Sterne.

===Leseprobe===
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Georges Simenon - Maigret und Pietr der Lette

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===Buchdaten===
Autor: Georges Simenon
Titel: Maigret und Pietr der Lette
Originaltitel: Pietr le Letton
Verlag: Diogenes
Erschienen: 1999
ISBN-13: 978-3257205022
Seiten: 191
Einband: TB
Kosten: 9,00€
Serie: Maigret

===Zitierter Klappentext===
Maigret erwartet die Ankunft eines internationalen Verbrechers, gegen den trotz gründlichster Vorarbeit durch Interpol noch keine stichhaltigen Beweise vorliegen. Am Bahnhof erlebt der Kommissar eine Überraschung: Ein vornehmer Herr, auf den die Beschreibung des Mannes passt, steigt aus dem Zug und wird kurze Zeit später im Zug tot aufgefunden. Maigret folgt dem vornehmen Herrn in das Palasthotel "Majestic" und wird Zeuge, wie dieser sich mit einem amerikanischen Milliardär trifft, woraufhin sich beide scheinbar in Luft auflösen! (Quelle: Amazon.de)

===Meine Meinung===
Der etwas eigenartige Kommissar Maigret soll den Verdächtigen Pietr den Letten beschatten. Dieser ist auf den Weg nach Paris und darf nicht aus den Augen verloren werden. Er ist ein gesuchter Krimineller, der dem organisierten Verbrechen angehört. Eine detaillierte Beschreibung soll eine Verwechslung verhindern und Maigret entdeckt die verdächtige Person auch schnell. Doch dann wird ein Doppelgänger tot im gleichen Zug aufgefunden. Wer ist nun der echte Pietr? Für Maigret beginnen gefährliche Ermittlungen, die ihn zu verschiedenen Schauplätzen des Paris 1929 führen.

Der vorliegende Band ist der erste Teil der berühmten Maigret-Reihe und wurde 1929 innerhalb von rund fünf Tagen geschrieben. Dies zumindest behauptet der Autor in einem kleinen Nachwort, welches er an seine Leser richtet. Diesem schnellen Erstling folgten 76 weitere Bücher in dieser Reihe, sodass ein regelrechter Kult um diesen Kommissar entstanden ist.
Ich wollte mich nun selbst von diesem Kult überzeugen. Schon der Einstieg war gewöhnungsbedürftig. Maigret war mir von der ersten Seite an komplett unsympathisch. Ihn kann nichts aus der Ruhe bringen, trinkt Bier am Arbeitsplatz, kümmert sich wenig um seine Frau und sein ständiger Begleiter ist seine Pfeife, die er nicht mal zum Essen herausnimmt. Zudem empfand ich es sehr schwierig herauszufinden, worum es nun genau geht. Was genau hatte dieser Verdächtige verbrochen? Nach und nach setzt sich das Puzzle zusammen. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass die anderen Figuren nicht ganz durchdacht waren. Sie wirkten blass und ungewöhnlich.
Neben den eigenartigen Charakteren wurde ich auch mit dem Stil des Autoren nicht sehr war. Es werden viele Dialoge verwendet. Leider sind diese nicht nur häufig vorhanden, sondern auch sehr lang. Dadurch muss sich der Leser richtig konzentrieren, um genau im Auge zu behalten, wer welchen Satz sagt. Ich habe öfters den Überblick verloren. Dazu kommt, dass viele Sätze sehr abgehackt geschrieben ist. Zitiert von 103: „Ja... Man hat es mir erzählt... Persönlich habe ich ihn nie gesehen... Ich meine, bewußt...“. So sehen viele Passagen aus. Es klingt wie ein Telefonat, wo man nur die anwesende Person hört. Allerdings kommt dies auch bei persönlichen Gesprächen vor. An manchen Stellen ist dies so arg, dass ich oft gar nicht wusste, worum es noch geht. Es war sehr schwer zu folgen.
Einige Leser könnten sich auch dem häufigen „Jude“ stören, aber zu dieser Zeit ging es schließlich langsam mit Hitler los, sodass es nachvollziehbar ist.

Die anfängliche Spannung, um den organisierten Kriminellen und die gesamten Zusammenhänge, geht schnell unter. Zwar baut der Autor immer wieder einige Tote, sogar den Kollegen und Freund des Kommissars ein, und verletzt Maigret zudem schwer. Durch seine hartnäckige und eigensinnige Art lässt sich der Kommissar jedoch nie unterkriegen. Mir persönlich wurde Maigret dadurch noch unsympathischer und die Spannung ging verloren. Einfach weil ich wusste, dass der Kommissar nie aufgibt und bis auf den Tod seines Freundes kaum Sackgassen oder Rückschläge erlebt. Er lässt sich nie täuschen und kann sogar stundenlang im Regen wie eine Statue herumstehen.
Weder übermäßige Spannung noch Humor kommen in diesem Werk vor. Stellenweise wirkte es sogar langatmig. Trotzdem wollte ich als Leser wissen, wie es ausgeht und aus diesem Grund habe ich mich bis zum Ende durchgekämpft. Der Schluss war allerdings vorhersehbar und der eine oder andere Leser wird schon ab dem zweiten der 19 Kapitel wissen, was dahinter steckt.

Wenn ich nun berücksichtige, dass der Autor diese Geschichte und die Hauptfigur innerhalb so weniger Tage entwickelt hat, dann kann ich das Buch empfehlen. Die meisten Erstlingswerke kommen nicht die spätere Qualität heran. Die Idee fand ich persönlich gut und das mir Maigret so unsympathisch ist, ist einfach eine Frage des Geschmacks.


===Bewertung===
Wenig Spannung, blasse Figuren und eine unsympathische Hauptfigur wurden mit einem gewöhnungsbedürftigen Stil, einer interessanten Handlung und einem vorhersehbaren Schluss kombiniert. Für einen Krimi gibt es zudem zu wenig Spannung. Aus diesem Grund bekommt dieser erste Teil nur zwei Sterne.

===Leseprobe===
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Philip Jolowicz - Das Vermächtnis des Bösen

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===Buchdaten===
Autor: Philip Jolowicz
Titel: Das Vermächtnis des Bösen
Originaltitel: Whitechapel
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3404164035
Seiten: 480
Einband: TB
Kosten: 8,99€
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
London 1888 Hardy Scholten Lansdown ist ein begabter Mensch, Bühnenbildner und Kostümschneider an den großen Londoner Theatern und ein talentierter Autor. Doch seine Begabung interessiert ihn nicht. Seine guten Beziehungen ermöglichen ihm, sich eine ganz besondere Betätigung zu erkaufen. Er wird Assistent des Henkers von Liverpool, denn es bereitet ihm eine morbid Lust, den Tod anderer Menschen hautnah mitzuerleben.

New York, die Gegenwart Tom Cole entdeckt durch Zufall, dass sein Vater in Wirklichkeit sein Onkel ist. Sein leiblicher Vater beging vor Toms Geburt Selbstmord. Als Tom weiter nachforscht, stellt er fest, dass sein Vater einem blutigen Geheimnis auf der Spur war. Einem Geheimnis, das bis zu seinen Londoner Vorfahren zurückreicht.

===Meine Meinung===
Wir befinden uns im Jahr 1888 im Herzen Londons. Hardy Lansdown ist als Maler, Autor, Bühnenbilder und Kostümschneider erfolgreich unterwegs. Mit seiner Frau wechselt er nur wenige Worte und schon seit der Hochzeit leben sie in getrennten Häusern. Obwohl er begabt und bekannt ist, kann der uneheliche Sohn seine Lust nur an morbiden Dingen finden. So erregt es ihn zum Beispiel, wenn andere Leute sterben. Aus diesem Grund versucht er seine Lust als Assistent eines Henkers und später sogar als brutaler Mörder zu stillen.

Zeitgleich befinden wir uns im New York der Gegenwart. Tom Cole ist ein kleiner Anwalt, dessen Vater als zukünftiger Justizminister der USA erfolgreich unterwegs ist. Durch Zufall entdeckt Tom, dass Devlin nicht sein leiblicher Vater ist, sondern dessen Bruder Ray, der vor seiner Geburt Selbstmord begangen hat. Tom kommt dabei einen blutigen Geheimnis auf die Spur.

Diese beiden Geschichten werden von Philip Jolowicz parallel behandelt und fast abwechselnd im jeweils neuen Kapitel erzählt. Anfänglich sieht es aus, als handle es sich um zwei unterschiedliche Geschichten. Schließlich liegen Jahre dazwischen und der Schauplatz ist ebenfalls ein unterschiedlicher. Jedoch wird der Leser schnell merken, dass beide Geschichten miteinander verbunden sind und ein düsteres Geheimnis sie verknüpft.

Der Einstieg in beide Geschichten geht schnell von der Hand. Gleich im ersten Kapitel durfte ich Hardy erleben, wie es ihn erregt, als er dem Henker assistiert und dem Mörder regelrecht der Kopf abgefetzt wird, da die Berechnungen des Henkers beim Erhängen falsch waren. Schon an dieser Szene erkennt der Leser, dass dies kein harmloses Buch ist und sich die Brutalität der Situationen in den kleinsten Details widerspiegeln. Hardy wurde mir dadurch als Protagonist vom ersten Kapitel an total unsympathisch geschildert.

Die Geschichte um Hardy wird mit jedem weiteren Kapitel abgerundeter, aber auch perverser und brutaler. Von Sexorgien, denen er als Zuschauer beiwohnt, bis hin zu brutalen Morden ist alles vertreten. Wer sich nicht schon am Anfang seine Gedanken zu der Jahreszahl, dem Schauplatz und dem ärztlichen Fachwissen gemacht hat, der wird im Laufe des Buches schnell dahinter kommen, dass Hardy der berühmte „Jack the Ripper“ ist. Der Autor hat sich seine eigenen Gedanken gemacht, wie es zu den Taten gekommen und wie sie abgelaufen sind. Der Ansatz ist sicherlich nicht schlecht, aber die Figur ist in meinen Augen überhaupt nicht durchdacht worden. Warum aus Hardy plötzlich Jack wird ist höchst merkwürdig und wird nie gänzlich geklärt. Vermutungen, wie zum Beispiel eine Krankheit durch Moskitobisse, die zum Wahnsinn führt, empfand ich als total unsinnig. Seine morbiden Gelüste sind Voraussetzungen, bei denen der Leser nie erfährt, ob sie schon als Kind vorlagen oder wann genau er sein perverses Verhalten entwickelt hat. Schließlich muss doch vorher schon etwas gewesen sein, wenn er heiratet und sich seiner Frau sofort entzieht. Seine Persönlichkeit, aber auch die gesamten Situationen werden so bildhaft beschrieben, dass jüngere Leser dieses Buch nicht lesen sollten. Vergewaltigungen, Amputationen, Morde, Sexorgien und vieles mehr wird bis ins kleinste Detail geschildert. Dabei wird sich gerade bei den Morden an die belegten Taten von Jack the Ripper gehalten. Nebenbei werden langatmige Begebenheiten, wie Feste, seine Ausflüge in die Kanalisation oder seine Malereien beschrieben. Zwar wird eine düstere, grausame und teilweise eklige Stimmung geschaffen, aber an Spannung mangelt es. Ich wusste als Leser genau, was als nächstes passieren würde.

Neben dieser Geschichte befindet sich der Leser stets in der Gegenwart und begleitet Tom auf seiner Recherche über seinen Familienstammbaum. Nachdem er von seinem leiblichen Vater erfahren hat, will er das Geheimnis der Familie lüften und kommt diesem auf die Spur. Eine kleine Leiche,Intrigen und Sex kommen auch hier vor. Als Leser habe ich in diesem Geschichtsteils sehr viel über Ahnenforschung lernen können. Spannung kommt auch hier nicht vor. Selbst der unaufmerksamste Leser wird schnell die Zusammenhänge erahnen können. Ich persönlich wusste schon nach der Hälfte wie das Buch ausgehen würde und empfand die Geschichte als langweilig, schlecht durchdacht und blass. Mit blass ist in diesem Teil die Beschreibung der einzelnen Charaktere gemeint. Während Hardy bildhaft beschrieben wurde, konnte ich mir weder Tom noch Juno vorstellen. Hier hat sich der Autor schon keine Mühe mehr gemacht, die Figuren lebendig und plastisch darzustellen. Um die Gegenwart aufzupeppen darf der politische Anteil nicht fehlen. In meinen Augen ist auch dieser Part nicht authentisch und dient nur dem Zweck später Spannung aufzubauen und dem Leser einen irrwitzigen Gedanken – was wäre, wenn ein Politiker böse, historische Ahnen hat - in den Kopf pflanzt. Es wirkt in die Länge gezogen und bei mir konnten nicht mal die Verfolgungsjagden einen gewissen Spannungsfaktor hervorrufen.

Nachdem ich nun die Zusammenhänge beider Geschichten sehr früh verstanden hatte, wollte ich das Buch eigentlich abbrechen. Ich hatte jedoch die Hoffnung, dass für mich aufgekommene Fragen geklärt werden und der Höhepunkt ein Highlight sein würde. Meine Meinung am Ende war: Wer nach der Hälfte frustriert ist, wird es am Schluss erst recht sein. Ein Showdown mit wenig Spannung, den jeder Leser vorhersehen konnte. Fragen wurden ebenfalls nicht geklärt, was aber daran lag, dass es keine logische Erklärung gegeben hätte. Hier hätte der Autor schon vor dem Schreiben sich seine Gedanken machen müssen.

Empfehlen kann ich das Buch persönlich nicht. Es handelt sich hierbei um einen Thriller, der die Kriterien, die ich an einen guten Thriller stelle, nicht erfüllt. Weder spannend, noch logisch durchdacht, noch besticht das Buch durch einen brillanten Schluss. Von einem Thriller mit einem so interessanten Ansatz wie Jack the Ripper kombiniert mit der Gegenwart, hätte ich mir deutlich mehr Spannung erwartet. Nur der historische Ansatz bezüglich des damaligen Lebens und die historischen Fakten um Jack the Ripper konnten mich überzeugen.

===Bewertung===
Ein guter Ansatz, der langweilig, unlogisch, blass und alles andere als Spannend. Nur der historische Anteil kann überzeugen. Durch die perversen, brutalen Details können sich zudem viele Leser abgestoßen fühlen. Für mich bekommt das Buch einen Stern.

===Leseprobe===
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Patricia McCormick - Verkauft

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===Buchdaten===
Autor: Patricia McCormick
Titel: Verkauft
Originaltitel: Sold
Verlag: Weltbild
Erschienen: 2008
ISBN-13: 978-3596807178
Seiten: 311
Einband: TB
Kosten: 7,95
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Gebt mir mein Leben zurück!Die dreizehnjährige Lakshmi aus Nepal merkt schnell, dass man sie belogen hat. Niemals wird sie als Dienstmädchen für eine reiche Frau in der Stadt arbeiten. An eine Mädchenhändlerin hat ihr Stiefvater sie verkauft, und ein heruntergekommenes Bordell in Kalkutta ist ihr neues Zuhause. Lakshmi wird geschlagen, vergewaltigt und unter Drogen gesetzt bis sie sich fügt. Und ganz gleich, wie viele Männer sie Tag für Tag mit auf ihr Zimmer nimmt, nie wird sie genug Geld zusammenbekommen, um sich freizukaufen. Da taucht eines Tages ein Fremderr auf, der Lakshmi heimlich fragt, ob er ihr helfen kann. Und Lakshmi schöpft wieder Hoffnung.

===Meine Meinung===
Das Mädchen Lakshmi lebt mit ihrer Mutter, ihrem Bruder und ihrem faulem Stiefvater in einer kleinen ärmlichen Hütte in Nepal. Hunger, Tod, Geldmangel, Wasserknappheit und Unwetter gehören für sie zum Leben dazu. Ihr größter Wunsch ist es, als Dienstmädchen in der Stadt zu arbeiten, damit sich ihre Mutter auch ein Wellblechdach und genügend Essen leisten kann. Nach einem starken Unwetter ist die gesamte Ernte verloren und Lakshmi soll nun in die Stadt gehen. Ihr Stiefvater verkauft sie für viel Geld, was er gleich wieder versaufen wird. Anfangs freut sich Lakshmi noch auf das Leben als Dienstmädchen. Doch schnell wird klar, dass sie über die Grenze gebracht wird und dort in einem Freudenhaus arbeiten soll. Mädchen die sich weigern ihre Schulden dort mit Sex abzuarbeiten, werden gefügig gemacht, sterben oder werden weiter verkauft. Lakshmi wird gefügig gemacht und sie hat nur ein Ziel vor Augen, ihre Schulden abzuarbeiten und dann nach Hause zu ihren Eltern zu reisen. Nach knapp einem Jahr wird ihr aber bewusst, dass sie das Haus erst verlassen wird, wenn sie zu krank zum Arbeiten ist. Vorher wird ihre Besitzerin sie nicht hergeben. Ihre einzige Hoffnung, die netten Amerikaner.

Das Buch besteht aus vielen kurzen Kapiteln, die wiederum durch zahlreiche Absätze sehr übersichtlich gestaltet sind. Dies ist auch der erste Punkt, der beim Lesen auffällt. Die Passagen bestehen aus kurzen, kindlichen Erinnerungen. Sie sind sehr sachlich geschrieben und vermitteln den Leser am Anfang eine gewisse Emotionslosigkeit. Genau dieser Punkt störte mich am Anfang, schließlich ist die Thematik aktuell, brisant und traurig. Als Leser möchte ich diese Gefühlswelt eines so jungen Mädchens genau nachvollziehen können. Zudem zieht sich ihre Zeit zu Hause bei ihrer Familie sehr in die Länge. Bei mir kam dadurch öfters die Frage auf, wie kurz doch die eigentliche Thematik „Kinderprostitution“ behandelt wird. Die anfänglichen Bedenken wurden jedoch nach der Hälfte des Buches zerschlagen. Ihre Zeit im Bordell, ihre Entjungferung, der Sex mit den Männern und die Situation der anderen Mädchen wird ebenfalls sachlich beschrieben, aber durch diesen sachlichen Stil bekommt der Leser in meinen Augen einen viel besseren Eindruck. Die kleinen Bemerkungen, Beschreibungen, Erinnerungen mit den wenigen Gefühlen berühren mehr das Herz, als hätte die Autorin jegliche Emotionen aufgeschrieben. Wer zwischen den Zeilen liest, wird die Ängste, Wünsche und Traurigkeit genau begreifen und nachvollziehen können.
Der Schluss dieses Buches ist auf der einen Seite gut gewählt, aber auf der anderen Seite werden sich sicherlich einige Leser einen anderen Schlusspunkt wünschen, da dieser Fragen offen lässt. Sieht sie ihre Familie wieder oder meinen es die Amerikaner gut mit ihr?

Zum Abschluss gibt es noch ein interessantes Nachwort, in welchem die Autorin verdeutlicht, dass dies kein Einzelschicksal ist, sondern jährlich 12.000 Mädchen in Nepal auf diese Art und Weise verkauft werden. Dies hätte ich mir persönlich lieber als Vorwort gewünscht, um beim Leser die richtige Einstimmung hervorzurufen.

Das Buch ist als Jugendbuch für Leser ab 14 Jahren gedacht. Da grausame Details nicht verwendet werden, kann ich das Buch auch ohne Bedenken jüngeren Lesern empfehlen. Egal ob in der Schule als Lektüre oder privat, dieses Buch zeigt in einer kindlich-naiven Sprache, dass es gleichaltrigen Kindern in anderen Ländern nicht so gut gehen muss, wie hier. Es geht dabei nicht nur um die Prostitution, sondern auch um die Kinderarmut und was für solche Kinder das Wort Hoffnung bedeutet.

===Bewertung===
Lehrreich, aufklärend, schockierend und traurig sind die wesentlichen Adjektive, die „Verkauft“ beschreiben. Der sachliche Stil ist eine Frage des Geschmacks und erfordert ein Lesen zwischen den Zeilen. Von mir gibt es fünf Sterne.

===Leseprobe===
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David Eddings - Turm der Hexer

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===Buchdaten===
Autor: David Eddings
Titel: Turm der Hexer
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 2004
ISBN-13: 978-3404202096
Seiten: 416
Einband: TB
Kosten: gebraucht bei Amazon.de für 5,98€
Serie: Belgarid Saga Band 4
===Alle Bände dieser Reihe===
1.Kind der Prophezeiung
2.Zauber der Schlange
3.Spiel der Magier
4.Turm der Hexer
5.Duell der Zauberer

===Was geschah vorher===
Die Menschen des Westens leben in Angst und Schrecken. Eine alte Prophezeiung besagt, daß sie solange in Frieden leben werden, wie das magische Auge Baldurs bei ihnen ruht, mit dem der gute Gott Baldur seinen finsteren Bruder Torak strafte. Nun aber ist das Juwel verschwunden und droht wieder dem bösen Gott in die Hände zu fallen. Der unsterbliche Zauberer Belgarath bricht mit seiner Tochter Polgara auf, den Stein zu finden. Mit ihnen zieht Garion, ein Junge mit besonderen magischen Fähigkeiten. Auf ihrer Suche gelangen die Gefährten in die sagenumwobene Felsenstadt Rak Chtol. Erst strahlt dieser unheimliche Ort nur die Aura von Frieden und Verlassenheit aus, dann aber beginnt das Spiel der mächtigsten Magier des Reiches.

===Zitierter Klappentext===
Eine alte Weissagung hat die Menschen von Riva in Schrecken versetzt. Sollte das Auge Aldurs verschwinden, ein magisches Juwel, mit dem der Gott einst seinen finsteren Bruder Torak bestrafte, so droht der Menschenwelt Tod und Vernichtung. Der junge Garion aber und der unsterbliche Zauberer Belgarath haben den verlorenen Edelstein zurückgewonnen. Nun müssen sie das Juwel aus der düsteren Felsenstadt Rad Chtol nach Riva bringen. Tausende von Gefahren lauern auf ihrem Weg, denn noch gibt sich der Finsterling Torak nicht geschlagen.

===Meine Meinung===
„Turm der Hexer“ ist der vierte Teil der Belgarid Saga und stammt aus der Feder von David Eddings. Normalerweise lese ich eine Saga immer vom ersten Band an. Da diese Bände gebraucht sehr teuer sind, habe ich mich entschieden nur diesen Teil erstmal zu lesen. Dementsprechend bin ich unwissend in die Saga gestoßen worden.

Für Quereinsteiger wird der Einstieg sicherlich nicht einfach werden. Viele unbekannte Charaktere werden kombiniert mit zahlreichen neuen Figuren. Ich persönlich benötigte über 70 Seiten, bis ich mich langsam in die vorhergehende Handlung hinein gefunden hatte. Ein Kampf der sich jedoch lohnt.

David Eddings setzt in der ersten Hälfte dieses Werkes eher auf Witz und Charme. Lustige Begebenheiten, sarkastische Sprüche und kleine Späße zauberten mir öfters ein Lächeln auf die Lippen und verliehen dem Einstieg wenigstens etwas Spaß. Je weiter das Buch jedoch fortschreitet, desto ernster wird die gesamte Situation. Krieg, Kämpfe und Angst beherrschen die letzte Hälfte des vierten Bandes.

Die Figuren sind bezaubernd beschrieben. Egal, ob es sich um neue oder schon bekannte Charaktere handelt. Ich konnte mir jede einzelne Figur bildhaft vorstellen. Dazu kommt, dass jeder Charakter seine eigenen Charakterzüge besitzt und dadurch einzigartig dargestellt wird. Jeder Leser wird eine oder mehre Figuren finden, die er sympathisch finden wird. Ich konnte mich in jeder Situation in die Protagonisten hineinversetzen.

Die Geschichte selbst wird mit jeder Seite spannender. Der Autor weiß zu fesseln. Spätestens ab dem Punkt, wo Garion, Silk und der alte Wolf aus der Rivanischen Burg schleichen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Untermalt wird die spannende Handlung durch malerische Landschaften und Städte. Doch nicht nur Spannung, sondern auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Eine Hochzeit, mehrere Romanzen und die Familienplanung sorgen auch bei weiblichen Lesern für Aufmerksamkeit.

Der Schluss dieses Buches ist perfekt gewählt. Dem Autor ist mit diesem Ende gelungen, dass er den Leser zum Kauf des letzten Teils animiert. Mit der letzten Seite wurde zumindest bei mir der Wunsch geweckt zu erfahren, wie die Geschichte nun ausgeht. Allerdings finde ich 24€ für ein gebrauchtes Buch bei Amazon.de deutlich zu teuer.

Vom Alter her denke ich, kann das Buch für Leser ab 14 Jahren geeignet sein. In dem Alter kann die gesamte Handlung besser verstanden werden.

Empfehlen kann ich das Buch jedem, der gerne Bücher wie „Herr der Ringe“ oder andere heroische Fantasy-Werke liest. Auch wenn ich den Quereinstieg schwer fand, hat mich dieser Teil überzeugt und ich kann gut nachvollziehen, warum diese spannende und witzige Saga so erfolgreich war bzw. ist.


===Bewertung===
Spannend, lustig und mit neuen Gesichtern kommt der vierte Teil der Belgarid Saga daher. David Eddings weiß auch nach so vielen Bänden, wie er überzeugen kann. Ihm ist eine Saga gelungen, die an „Herr der Ringe“ heranreicht. Der vierte Teil überzeugt und bekommt dafür fünf Sterne.

===Leseprobe===
Da Bastei Lübbe Leseproben zu Bücher, die älter sind und offiziell nicht mehr über den Verlag verkauft werden, generell nicht genehmigt. Verweise ich auf eine Leseprobe, die ich in einer anderen Rezi gefunden habe.

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Spende für Japan

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Die Blogger-Aktion sieht nun wie folgt aus (Zitat von myswisschocolate.ch):

"Wir möchten eine europaweite Blog-Aktion starten und diese aus aktuellem Anlass mit einer Spendenaktion verbinden.
Normalerweise wollen wir mit der Blog-Aktion natürlich die leckere und selbstkreierbare Schweizer Schoggi von mySwissChocolate bekannt machen. In diesem Fall geht es aber um viel mehr. Die unglaublich dramatische Katastrophe in Japan bewegt uns alle. Aus diesem Anlass möchten wir unsere Osterblogaktion mit einer Spende von mySwissChocolate an die Glückskette für die Opfer in Japan verbinden.

Und so gehts:
Wir verschenken mySwissChocolate Gutscheine (1 gratis Tafel inkl. Versand) an 10 Blogger unserer Wahl (dies ist nun bereits geschehen)
Jeder der 10 Blogger kann nun wiederum Gutscheine an max 10 weitere Blogs verschenken. “Weiterschenken” kann man, indem man in seinem Blog über die Aktion berichtet und 1-10 weitere Blogs benennt. Bitte informiere die von Dir beschenkten Blogs doch auch direkt wenn möglich, damit der Bloglauf nicht stockt.
Ob ein Blog bereits “beschenkt” wurde, erfährt man hier in unserem Blog. Wir aktualisieren die Liste mehrmals täglich. Ein Blog kann nur 1 Gutschein erhalten (aber wie gesagt max. 10 Gutscheine virtuell weiter verschenken an weitere Blogs).
Setzt bitte UNBEDINGT einen Backlink als Kommentar in unserem Blog zu Eurem Bericht – sonst erfahren wir ja nicht, an wen wir nachher all die Gutscheine versenden sollen
Unsere Spende:
Es gibt eigentlich keine Limitierung. Jede Art von Blog* kann mitmachen, respektive beschenkt werden.
Die internationale Aktion startet JETZT und wird bis zum 31. März 2011 bis 12:00 Uhr mittags laufen.
Für jeden beschenkten Blog*, spenden wir 2.00 CHF – mindestens aber 1′000 CHF. Bei 1‘000 Blogs sind dies also bspw. schon 2‘000 CHF – die maximale Spenden-Grenze wäre 10‘000 CHF. Zusätzlich erhält nachher jeder Beschenkte Blog* per Mail den Gutschein für 1 gratis Tafel inklusive Versandkosten selbstverständlich auch tatsächlich zugesendet. Die Geld-Spende geht an die nationale Glückskette, die derzeit für Japan Spenden sammelt
*der vor Start dieser Aktion bereits aktiv existierte und vor Ablauf der Frist a) tatsächlich beschenkt wurde, b) einen Blogbeitrag verfasst und c) bei uns einen Backlink hier als Kommentar gesetzt hat. Im Streitfall entscheidet alleine mySwissChocolate über die Gutscheinvergabe. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Wir würden uns sehr freuen wenn sogar mehr als die 1′000 CHF als Spende zusammen kämen."

Da diese Aktion bereits seit Tagen im Internet zu finden ist, sind nun auch schon einige der Blogs, die ich verfolge, beschenkt worden, und ich habe leider den Überblick verloren, wer bereits dabei ist.

Deshalb versuche ich mein Weiterverschenkglück wie folgt:

http://answernow.wordpress.com/ 
http://chogaramirez.wordpress.com/ 
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R. L. Stine - Fear Street - Feuerfluch

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===Buchdaten===
Autor: R. L. Stine
Titel: Fear Street - Feuerfluch
Untertitel: Wie das Grauen begann
Verlag: Loewe
Erschienen: 2004
ISBN-13: 978-3785551981
Seiten: 160
Einband: HC
Kosten: 6,90€
Serie: Fear Street – Wie das Grauen begann

===Zitierter Klappentext===
Nicht umsonst hat seine Mutter Nicholas seinen wahren Namen verschwiegen. Nicht umsonst sind sie aus Shadyside weggegangen. Denn Nicholas ist ein Fear. Als er nach dem Tod seiner Mutter in die Kleinstadt zurückkehrt, erweckt er den Fluch, der auf der Familie der Fears lastet, zu neuem Leben. Und das Böse hält Einzug...

===Meine Meinung===
Fear Street – Feuerfluch ist der letzte Teil der „Wie das Grauen begann“-Trilogie von R. L. Stine.

Dieses Teil beginnt im Jahr 1900. Shadyside ist noch immer ein kleines Dorf. Diesmal scheint es jedoch, dass das Grauen endlich ausgestorben ist. In einem verheerenden Feuer kommen alle Nachkommen der Familie Fear um. Lediglich Nora überlebt, aber niemand glaubt ihr die Geschehnisse am Tatort. Stattdessen wird sie in eine Irrenanstalt eingewiesen. Dort bringt sie auch Nicholas zur Welt, den gemeinsamen Sohn, den sie kurz vor Daniel Fears tot gezeugt haben. Als dieser weggebracht werden soll, gelingt Nora die Flucht. 19 Jahre später verstirbt sie und ihre letzten Worte richten sich an Nicholas und betreffen sein Erbe. Er macht sich auf den Weg nach Shadyside und bringt somit das Böse wieder an Ort und Stelle.
Nachdem mir der zweite Teil schon etwas weniger gefallen hat, hatte ich gehofft, dass der Abschluss ein würdiger Abschluss für diese interessante Trilogie sein würde. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Gleich am Anfang erwartet den Leser der bekannte Prolog, wie auch schon in den Bänden vorher. Daraus geht hervor, wie die Familie Fear mit dem Fluch belegt wurde. Danach beginnt der wohl denkbar schlechteste Abschluss für diese Reihe.

Es beginnt schon beim Einstieg. Dort wird der Tod der Familie Fear detailliert geschildert. Wer die vorherigen Bände gelesen hat, wird sich allerdings fragen, wie ein solcher Tod möglich sein konnte. Zudem ist von zwei verfeindeten Familien die Rede. Dieser Streit soll schon lange bestehen, aber er wurde vorher nie erwähnt. Das wirft schon einmal Fragen auf. Danach geht es schon mit einer rasanten und merkwürdigen Flucht weiter. Statt Logik setzt R. L. Stine auf eine unkomplizierte Lösung, der Fantasie. Ich bekam das Gefühl, dass er einfach in diesem Moment keine andere Lösung gesehen hat.
Die Jahre ziehen ins Land und plötzlich verstirbt die Mutter. Woran sie stirbt, wird jedoch nicht erwähnt. Vieles kann der Leser sich hier einfach nur als Puzzle zusammensetzen und erahnen. Die Rückkehr nach Shadyside verspricht endlich eine Wendung, wird aber durch seine Brutalität für Kinder sehr extrem gestaltet. Von abgetrennten Fingerkuppen mit hohem Blutverlust bis zu dem qualvollen Tod durch Ersticken an Hefeteig, der in Nasen und Mund gefüllt wird. Ich gehöre nicht zur Zielgruppe, aber finde es als Mutter eher extrem und zu gewalttätig für die empfohlene Zielgruppe. Sonst sind R. L. Stine Werke auch recht brutal, aber das ist meist nur der Ansatz. In der Regel wird der Tod nie so direkt beschrieben. Das Problem ist einfach, dass der Autor einen sehr bildhaften Stil hat und seinen Lesern ein perfektes Kopfkino bieten möchte. Gerade bei einem solchen Inhalt könnten sich jüngere Leser noch ängstigen.
Auch der Schluss ist alles andere als logisch. Während die beiden Vorgänger noch einen halbwegs realistischen Abschluss gefunden haben, musste der Autor hier auf Logik verzichten, damit sich die Reihe erklärt. Ich als Leser konnte hier einfach nur noch den Kopf schütteln. Auch an diesem Punkt hatte ich das Gefühl, dass R. L. Stine mit seinen Ideen am Ende war. Ich habe noch nie ein so unlogisches, brutales und schlechtes Buch aus dieser Reihe gelesen.

Eine Empfehlung auszusprechen fällt mir ehrlich gesagt schwer. Sonst konnte ich auch langweiligere oder unlogischere Bände der Fear Street Reihe zumindest einigen Lesern empfehlen. Dieses Buch ist wohl mit das schlechteste, welches ich in meinem ganzen Leben gelesen habe. Es schließt die Trilogie ab und erklärt, den Start für die eigentliche Reihe. Daher kann ich das Buch empfehlen, aber vom Inhalt her: Finger weg.

===Bewertung===
Spannend, brutal, unlogisch und teilweise schlecht durchdacht, versucht R. L. Stine überhaupt einen passablen Abschluss der Trilogie und somit einen Anfang für die Reihe zu finden. In meinem Augen ist ihm dieser Teil nicht gelungen. Er hätte sich von der Idee her an den ersten Teil halten sollen. Für mich ein Gnadenstern.

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R. L. Stine - Fear Street - Todesengel

7
copyright sarahs bücherwelt


===Buchdaten===
Autor: R. L. Stine
Titel: Fear Street - Todesengel
Untertitel: Wie das Grauen begann
Verlag: Löwe
Erschienen: 2004
ISBN-13: 978-3785551998
Seiten: 160
Einband: HC
Kosten: 6,90€
Serie: Fear Street - Wie das Grauen begann

===Zitierter Klappentext===
Dichte Nebelschwaden umhüllen die Grabsteine auf dem Friedhof. Dennoch beschließen Hallie und Jenna, sich in die Gruft der Fear-Schwestern zu schleichen, die unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen sind. Plötzlich taucht eine finstere Gestalt hinter ihnen auf: die Mutter des toten Mädchen. Sie ist gekommen, um Hallie und Jenna mitzunehmen. Denn sie hat eine teuflischen Plan - und der führt in die Villa der Fears...

===Meine Meinung===
Fear Street – Todesengel ist der zweite der Teil der Trilogie „Wie das Grauen begann“. In einem Prolog erfährt der Leser alles nötige, um zu wissen, wie es zum Fluch über die Familie Fear kam. Wer den ersten Teil kennt, wird feststellen, dass der Prolog identisch ist.

Diesmal befinden wir uns im bekannten Shadyside wenige Jahre nach dem ersten Teil. Hallie ist mit ihrer Familie vor kurzem nach Shadyside gezogen und bekommt nun Besuch von ihrer besten Freundin Jenna. Als Hallie auf die verrückte Idee kommt mitten in der Nacht auf den Friedhof zu gehen und sich das Grab der Schwestern Fear anzusehen, kann sie nicht ahnen, dass dieser Besuch ihr Leben verändern wird. Sie werden von Mrs. Fear entdeckt und zu ihr eingeladen. Hallie sieht darin ihre große Chance. Alle Jugendlichen glauben an die gruseligen Geschichten und niemand würde freiwillig in dieses Haus gehen. Sie hofft, so die Aufmerksamkeit der anderen Kinder auf sich lenken zu können. Doch die Familie Fear verfolgt ein ganz anderes Ziel mit ihrer Einladung. Und tatsächlich kommen sie ihrem Ziel immer näher, als die beiden Mädchen sogar noch ihre Geschenke von den verstorbenen Töchtern annehmen.

Am Anfang wirkt das Buch noch sehr langweilig. Die Szene des Wiedersehens zieht sich meines Erachtens sehr in die Länge und wird dann ganz abrupt unterbrochen, um plötzlich auf den Friedhof zu gehen. Die Szenerie auf dem Friedhof wird von R. L. Stine richtig düster und beängstigend geschrieben. Damit packt er den Leser. Schließlich möchte man wissen, was es mit dem Todesengel auf sich hat. Gerade jüngere Leser werden sich richtig schön gruseln können.

Ab dem Besuch im Haus wurde mir die Geschichte jedoch zu unglaubwürdig. Erst wird das Augenmerk des Lesers auf die Thematik Voodoo gelenkt, um dann plötzlich in eine ganz andere Richtung zu gehen. Es sind so viele Punkte, die kurz angerissen werden und plötzlich auf unlogische Art und Weise geklärt oder gänzlich weggelassen werden. Zum Beispiel die Geschichte um Rob ist anfangs total schön und wird dann total schlecht weitergeführt. Dann ist da der Todesengel, der einen beängstigenden Auftritt hinlegt und plötzlich verschwindet. Auch der Schluss ist einfach nur gewöhnungsbedürftig. Zwar gab es schon im ersten Teil viel Fantasie durch die Geister, aber in diesem Teil wirkt es einfach nur übertrieben. Aber dieser Fantasie-Anteil ist eben eine Frage des Geschmacks. Es ist spannend, aber passt in meinen Augen wenig zur ursprünglichen Serie.

Bildhaft und spannend kommt die Geschichte daher. So wie man den Stil von den anderen Fear Street Büchern gewohnt ist.

Zumindest ist es dem Autor gelungen etwas lehrreiches für die jungen Leser einzubauen. Diesmal setzt er sich mit der Thematik „Fremder“ auseinander. Egal wie oft man seinen Kinder predigt nichts von Fremden anzunehmen oder mit ihnen zu gehen, wenn es drauf ankommt, wird dieses Gebot oft vergessen. In dieser Geschichte zeigt R. L. Stine, was passieren kann, wenn man zu gutmütig und leichtgläubig ist. Schon ein einziges Mal kann fatale Folgen haben.

Das Buch ist für Kinder ab 12 Jahren geeignet. Ich denke, dass diese Empfehlung angebracht ist. Jüngere Leser könnten sich sonst leicht gruseln. Für dieses Alter ist der Fantasy-Anteil schon ansprechend.

Empfehlen kann ich das Buch jedem, der den ersten Teil der Trilogie gelesen hat. Dies ist zwar nicht der beste Teil und erscheint sehr unglaubwürdig, aber ist trotzdem spannend.

===Bewertung===
Spannend, aber trotzdem sehr unglaubwürdig. Lehrreich und trotzdem passt es nicht ganz in die Fear Street Reihe. Langweiliger Einstieg verbunden mit einem unlogischen Schluss. Für mich bekommt der zweite Teil lediglich drei Sterne.
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7 Kommentare:

R. L. Stine - Fear Street - Bruderhass

5
Copyright Sarahs Bücherwelt

===Buchdaten===
Autor: R.L. Stine
Titel: Fear Street - Bruderhass
Untertitel: Wie das Grauen begann
Originaltitel: The hidden evil
Verlag: Loewe
Erschienen: 2004
ISBN-13: 978-3785551974
Seiten: 160
Einband: HC
Kosten: 6,90€
Serie: Fear Street – Wie das Grauen begann

===Zitierter Klappentext===
Meggie nimmt auf dem Landsitz Tanglewood eine Stelle als Gouvernante an. Doch das alte, von Efeu überwucherte Herrenhaus birgt ein schreckliches Geheimnis. Die beiden Söhne Andrew und Garrett scheinen seltsam verstört, und nachts hallen unheimliche Laute durch die finsteren Gänge. Als Meggie ihnen nachgeht, stößt sie auf eine verriegelte Tür. Eine Tür, die zu öffnen ihr verboten wurde...

===Meine Meinung===
Fear Street, warum passiert in dieser Straße so viel Leid und Böses? Diese Frage werden sich sicherlich schon viele Leser dieser Reihe gestellt haben. Jetzt kommt die Antwort auf die große Frage. In einer Trilogie beantwortet R. L. Stine gekonnt spannend diese Frage. Er erzählt, wie alles begann.
„Bruderhass“ ist der erste Teil dieser Trilogie und beginnt im Jahre 1852. Meggie ist ein reiches Mädchen, dass als ihr Vater ermordet wird, unter Mordverdacht gerät und gehängt werden soll. Dabei hat ihre Schwester diesen Mord begangen. Meggie gelingt dank Freunde die Flucht und sie beginnt ein unscheinbares Leben als Gouvernante. Sie soll auf Andrew und Garret aufpassen, die nach den Tod ihrer Mutter mit dem Vater und den Hausangestellten allein sind. Doch irgendetwas stimmt nicht mit Garret. Er zeichnet immer wieder Leichen der vorherigen Gouvernante, droht ihr sie zu töten und versucht es sogar mehrfach. Dazu kommt immer wieder das nächtliche Geheul aus dem Turmzimmer, wo die Mutter verstorben ist. Irgendwann taucht sogar ihr Geist am Fenster auf und warnt sie zu verschwinden. Meggie denkt jedoch nicht daran und öffnet damit die Tür des Grauens.

Das Buch beginnt mit einem Prolog. Es führt den Leser ein, warum die Familie Fear auf immer und ewig verflucht sein wird. Ein Pakt mit dem Bösen verflucht die Familie und alle nachfolgenden Generationen. Anschließend befindet man sich im Jahre 1858. Ein junger Mann kommt mit seinen Freunden durchgefroren nach Hause und beginnt seinen Freunden eine Gruselgeschichte zu erzählen. Er erzählt die Geschichte von Meggie.

Diese Idee finde ich wirklich spannend und der Leser ist von der ersten bis zur letzten Seite gepackt. Worum geht es in dieser Geschichte, woher kennt der Junge sie und in welcher Verbindung stehen beide Geschichten? Mit diesen Fragen schafft der Auto zu fesseln. Auf einer Seite ist es sogar mal schön zu sehen, wie viel Fantasie der Autor hat. Sonst spielen seine Geschichten in der Gegenwart und nun musste er sein Talent in vergangenen Zeiten unter Beweis stellen. In meinen Augen ist es ihm gut gelungen. Er hat perfekt die Stimmung der damaligen Zeit aufgefangen und die Figuren sehr authentisch erscheinen lassen.

Auch kann der junge Leser von dieser Geschichte etwas lernen. Nicht alles ist so, wie es zu sein scheint. Es fängt bei der Schwester an und endet bei den Geschwistern. Oft sprechen Beweise gegen etwas oder eine Person, aber nicht immer ist dies so korrekt. Es gibt viele Möglichkeiten, wie dies fälschlich dargestellt werden kann.

Ein weiteres Thema in diesem Buch, welches sogar noch lehrreicher für Kinder ist, ist „Eifersucht unter Geschwistern“. Immer denkt ein Kind, dass es zu kurz kommt. Mal ist es das jüngere Kind was weniger darf oder es ist mal das ältere Kind, was meint, die Eltern würden sich nur noch um das neue Kind kümmern. Hier sind zwei gute Beispiele wohin Eifersucht unter Geschwistern führen kann.

Vom Alter her ist das Buch für Leser ab 12 Jahren geeignet. Ich denke aber, dass dies Alter gut gewählt ist, da es schließlich einige grausige Szenen beinhaltet, die jüngeren Lesern eventuell Alpträume verursachen können.

Empfehlen kann ich das Buch jedem, der sich für die Fear Street Reihe interessiert. Es zeigt anschaulich, wie alles begann und ist genauso spannend, wie andere Fear Street Bände.

===Bewertung===
Spannend, authentisch und lehrreich wird der Leser in die Anfänge der Fear Street geführt. Dazu wird der Leser ins Jahr 1952 zurückversetzt und muss sich mit der Vergangenheit der Familie Fear auseinandersetzen. Für mich fünf Sterne.

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Erwin Bosler - Aus den Schreckenstagen Heilbronns

0
Copyright Sarahs Bücherwelt

===Buchdaten===
Autor: Erwin Bosler
Titel: Aus den Schreckenstagen Heilbronns
Verlag: Franz Verlag
Erschienen: 1950
ASIN: B004AJ2Z4Q
Seiten: 46
Einband: Heftroman
Kosten: 9,99€ auf Amazon.de
Serie: -

===Eigene Inhaltsangabe===
Es ist der Abend des ersten Advents, der 4.12.1944 in Heilbronn. Schon in der Vergangenheit ist Heilbronn vor Bombenangriffen nicht verschont geblieben. Und auch jetzt gehen die Bewohner um Punkt 19.00 in ihre Luftschutzkeller aus Angst vor dem nächsten Großangriff. Diese Nacht jedoch soll unvergesslich bleiben. In dieser Nacht fallen so viele Bomben wie noch nie auf Heilbronn und binnen kurzer Zeit brennt fast die gesamte Stadt. Die gesamte Altstadt wird an diesem Tag zerstört. Offizielle Zahlen gehen von 5000 Toten aus, aber die Gerüchte besagen, dass durch die vielen Flüchtlinge fast 25.000 Menschen in dieser Nacht ihr Ende fanden.

===Meine Meinung===
Auf den ersten Blick sieht dieses Buch sehr unscheinbar aus. Klein und alt kommt es daher. Der Inhalt hat es jedoch in sich. In diesem Buch wird der Abend des 4.12.1944 und die Zeit danach in Heilbronn behandelt. Es gibt zahlreiche Bücher über die Judenverfolgung, das Leben während der Nazi-Zeit, aber ich habe noch kein so erschreckendes Buch gelesen. Dieser schlimme Bombenangriff, der fast ganz Heilbronn zerstört hat, wurde weder in der Schule, noch in einem der vorher gelesenen Werke behandelt.

Der Einstieg in die wenigen Seiten ist gar nicht so leicht. Die Geschichte wurde 1950 verfasst und ist noch in altdeutscher Schrift. Ich persönlich kann durch meine Eltern ohne Probleme altdeutsch lesen, aber selbst ich benötige deutlich länger und muss bei dem einen oder anderen Wort stoppen. Dadurch ist es schwerer dem Text zu folgen. Noch nie habe ich für 46 kleine Seiten einen halben Tag benötigt.
Das Buch geht auf viele Aspekte dieser Bombennacht und die Tage danach ein. Es wird vom letzten Gottesdienst geredet, der zu verschiedenen Zeiten stattgefunden hat, weil niemand genau wusste, wann er tatsächlich stattfinden soll. Es wird von den Mut der verschütteten, den Rettungsarbeiten, den Hoffnungen und den vielen Leichen berichtet. Auf den ersten Blick kommt der Text sachlich daher, aber zwischen den einzelnen Worten sieht versteckt sich für den Leser das Leid, die Trauer, die Angst und die Verzweiflung. Die wenigen Seiten, welche Erwin Bosler aufgeschrieben hat, spiegeln dieses Ereignis komplett wieder. Ich hatte das Gefühl direkt vor Ort zu sein, die Flammen zu spüren. An vielen Stellen ist der Glaube an Gott vertreten. Manche Leser könnten dies als störend empfinden, aber es zeigt, wie sehr sich die Menschen an das Wort Gottes geklammert haben und das der Autor ein sehr gläubiger Mensch gewesen ist.
Dieser Text berührt das Herz der Leser.

Empfehlen kann ich dieses Buch jedem, der sich für die Geschichte Heilbronns am 4.12.1944 interessiert. Dieser lehrreiche, schockierende Text würde sich ebenfalls für den Schulunterricht eignen. Allerdings dürfte heutzutage kaum noch jemand die altdeutsche Schrift lesen können.

===Bewertung===
Lehrreich, traurig und schockierend wird dem Leser die Schreckensnacht von Heilbronn und die darauf folgenden Tage geschildert. Deutsche Geschichte, die anschaulich in einem dünnen Buch festgehalten wurde. Dafür gibt es fünf Sterne
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R. L. Stine - Fear Street - Tödlicher Tratsch

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copyright Sarahs Bücherwelt  

===Buchdaten===
Autor: R. L. Stine
Titel: Fear Street - Tödlicher Tratsch
Originaltitel: What Holly heard
Untertitel: Wenn Neugier zum Verhängnis wird
Verlag: Loewe
Erschienen: 2008
ISBN-13: 978-3785561966
Seiten: 160
Einband: TB oder HC
Kosten: 7,50€
Serie: Fear Street

===Zitierter Klappentext===
Holly ist furchtbar neugierig. Und sie kann kein Geheimnis für sich behalten. Das weiß ganz Shadyside. Am Abend nach der Party im Haus von Meis Eltern belauscht Holly ein Gespräch zwischen Mei und ihrem Freund Noah. Haben die beiden wirklich vor, jemanden zu ermorden? Noch bevor Holly den neuesten Klatsch und Tratsch weitererzählen kann, geschieht etwas Entsetzliches ...

===Meine Meinung===
Tratschen gehört besonders für Mädchen in der Schulzeit dazu. Die neusten Gerüchte über andere Mädchen, Paare oder Jungen sind sehr beliebt. Wer nicht schon selbst einmal getratscht hat, wird zumindest schon einmal ein Gerücht gehört haben. Das man damit aber Schaden anrichten kann, zeigt diese Geschichte von R.L. Stine.

Holly ist die größte Tratsch-Tante der gesamten Schule. Sie kennt die neusten Gerüchte und besonders die Gerüchte um Mei und ihren Freund interessieren sie sehr. Obwohl Holly selbst mit Gary zusammen ist, ist sie bis über beide Ohren in Meis Freund verliebt. Ihren beiden besten Freundinnen erzählt sie natürlich immer sämtliche Gerüchte und ihre Schwärmereien. Besonders Ruth sind diese Gefühle ein Dorn im Auge, da sie die beste Freundin von Gary ist. Als Holly ein Gespräch zwischen Mei und Noah mitbekommt in dem sie den Mord an ihrer Meis Mutter ankündigen, macht sich Holly ernsthafte Sorgen. Tatsächlich ist die Mutter am nächsten Morgen verstorben. Holly bekommt es mit der Angst zu tun und wenig später wird auch ihre Leiche gefunden. Nun machen sich ihre Freundinnen ernsthaft sorgen. Haben Mei und Noah ihre Mutter und Holly getötet? Sind sie als nächstes dran?

Ich finde die Thematik sehr interessant. Einfach einmal den jungen Lesern aufzuzeigen, was sie mit einem Gerücht oder einem einzelnen Satz alles anrichten können. Manchmal greift man etwas auf, kennt deren Bedeutung nicht, erzählt es jedoch einfach seiner besten Freundin und schon weiß es die ganze Schule. Von daher finde ich es wichtig, dass junge Leser einmal beide Seiten kennenlernen und nicht erst darauf warten müssen, bis ein Gerücht über sie verbreitet wird, um die unschöne Situation zu begreifen. R. L. Stine zeigt dem Leser an vielen kleinen Beispielen, wie leicht man die Situation ausnutzen und Leute ins Fadenkreuz der Polizei bringen kann.
Um es interessanter und noch spannender zu gestalten, hat der Autor ein weiteres Thema “Anabolika“ Ich durfte als Leser einen Einblick in die Nebenwirkungen und die Folgen eines solchen Konsum erhalten. Detailliert und abschreckend klärt der Autor auf, dass der Konsum sicherlich für kurze Zeit hilft, die Nebenwirkungen allerdings alles zerstören können, für was man gekämpft hat.
Durch diese beiden Handlungen schafft der Autor eine gelungene Mischung aus Spannung, Misstrauen und Rätseln. Als Leser habe ich natürlich immer wieder mitgefiebert, was nun als nächstes passiert, welche Folgen der Tratsch haben könne, ob Holly etwas passiert und wer am Ende dahinter steckt. Ständig wird man auf falsche Fährten gelockt, kann aber schon erahnen, worauf es am Ende hinausläuft. Ich kann sogar behaupten, dass ich mit meiner Vermutung richtig gelegen hatte.
Vom Stil her ist das Buch wieder erste Sahne. Bildhaft, authentisch und spannend. Hier macht lesen jung und alt Spaß. Aus diesem Grund kann ich es jedem empfehlen.

===Bewertung===
Zwei wichtige Themen vereint in einem spannenden Jungend-Thriller. „Tödlicher Tratsch“ besticht durch eine gelungene, authentische Umsetzung und erhält dafür fünf Sterne.

Pro: Spannung, wichtige Themen
Contra: nichts

Danke fürs Lesen und Bewerten. Freu mich über Lob / Kritik, also her mit Kommentaren.


Eure Sarah


===Leseprobe===
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R. L. Stine - Fear Street - Brandnarben

2
   
Copyright Sarahs Bücherwelt

===Buchdaten===
Autor: R.L.Stine
Titel: Fear Street – Brandnarben
Originaltitel: The Fire Game
Untertitel: Gefährliches Spiel mit dem Feuer
Verlag: Loewe
Erschienen: 1997
ISBN-13: 978-3785530061
Seiten: 160
Einband: HC oder TB
Kosten: 7,50€
Serie: Fear Street


===Zitierter Klappentext===
Zuerst ist es nur eine Mutprobe. Der Papierkorb in der Schulbibliothek brennt sofort und beschert den Schülern der Shadyside Highschool ein paar freie Schulstunden. Gabe ist völlig fasziniert von dem Feuer. Doch als das leer stehende Haus an der Fear Street in Flammen aufgeht, wird auch ihm das Spiel zu heiss ...

===Meine Meinung===
Feuer fasziniert Kinder genauso wie Jugendliche. Wer hat nicht schon einmal mit einer Kerze gekokelt oder etwas angezündet? Für manche Personen ist dieser Reiz so groß, dass sie die Grenze zum normalen Kokeln überschreiten und sich zu einem Brandstifter entwickeln. Darum geht es in diesem Buch.

Jill und ihre Clique beschäftigen sich eigentlich mit unwichtigen Themen, wie Gruselfilme, die nächste Klassenarbeit, Klamotten oder der nächste Sportwettkampf. Dieser Alltag wird durcheinander gebracht, als Dianes ehemaliger Schulkamerad Gabe ebenfalls nach Shadyside zieht. Als Großstadtjunge langweilt er sich zu Tode, bis er vom Feuer in einem Papierkorb hört. Kurzerhand stiftet er Max an, in der Schultoilette ebenfalls ein Feuer zu legen. Unter Druck gibt dieser nach und legt ein gefährliches Feuer in der Schule. Von da an artet die Situation aus. Die Jungs stacheln sich regelrecht an und stecken sogar einen Schuppen an. Als dann Gabes Auto brennt, Max und Nick zu einem brennenden Haus eingeladen werden, weiß Jill, dass es tatsächlich zu weit geht. Gerade Diane hat panische Angst vor Feuer und nun sieht Jill ein, dass sie wirklich etwas unternehmen muss, aber wer steckt hinter der Einladung und hat somit den Obdachlosen getötet?

Harmlos und realistisch fängt die Geschichte an. Ein bisschen Herumkokeln und dabei versehentlich den Papierkorb entzünden, ist noch harmlos, zeigt aber schon auf, wie gefährlich Feuer wirklich sein kann. Ich persönlich kann daher schon nicht nachvollziehen, warum sich Max nach dieser gefährlichen Situation hinreißen lässt, ein richtiges Feuer zu legen. Abgesehen von dem Sachschaden können immer wieder Menschen versehentlich verletzt werden und es ist strafbar. In dem Punkt sind Jungen vielleicht anders. Schließlich möchte man nicht als Feige gelten. Diese Grundlage stellt R. L. Stine wirklich authentisch dar. Als Leser ist man sofort auf Dianes Seite und kann ihre Angst nachvollziehen. Zudem möchte man wissen, was damals passiert ist mit Gabe und warum sie panische Angst vor einem Brand hat. Hier habe ich als Leser viele Mutmaßungen angestellt und mitgefiebert. Je weiter das Buch fortschreitet, desto mehr Ideen kommen mir als Leser, wer für die weiteren Brände verantwortlich ist und was damals wirklich passiert ist. Damit ist es R. L. Stine wieder einmal gelungen Spannung aufzubauen. Allerdings wissen Fans der Reihe, dass der Autor seine Leser gerne aufs Glatteis führt und der Schluss oftmals eine überraschende Wendung beinhaltet. Dies ist auch in diesem Buch der Fall. Ich persönlich hätte mit diesem Schluss nur teilweise gerechnet. Die eine oder andere Idee kam mir zwar auch, aber mit einem anderen Hintergrund.
Mich hat die Schlussidee von R. L. Stine nicht nur überrascht, sondern ich fand sie sogar sehr verwirrend. Um nicht zu viel zu verraten, nur ein kleiner Ansatz. Wer ein so traumatisches Erlebnis mit Feuer in der Vergangenheit am eigenen Leib erfahren hat, würde und könnte niemals so etwas machen. Daher fragt man sich, ob der Autor eine Schreibblockade hatte und nicht wusste, wie er realistisch das Buch auflösen sollte.
Von Anfang an war das Buch lehrreich und zeigt dem Leser wie gefährlich das Spiel mit dem Feuer ist. Es ist schön anzusehen und zieht jeden in den Bann, aber es ist ein Spiel mit der Gefahr und dem Tod. Es klärt auf und schreckt den Leser ab. Für Kinder und Jugendliche als genau das Richtige. Man könnte dieses Buch sogar in der Schule lesen. Auf Grund der Thematik. Jedoch macht der Schluss die gesamte Realität kaputt, weil es einfach zu ausgedacht und unlogisch klingt.

Empfehlen kann ich das Buch trotzdem jedem, der gerne spannende Jungend-Bücher liest, denn Spannung kommt von der ersten bis zur letzten Seite auf.

===Bewertung===
Ein wichtiges Thema wird lehrreich umgesetzt und durch einen schlechten Schluss ruiniert. Trotzdem ist das Buch spannend, interessant und bis auf den Schluss authentisch. Dafür gibt es drei Sterne von mir.

===Leseprobe===
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R. L. Stine - Fear Street - Sonnenbrand

2
   

===Buchdaten===
Autor: R. L. Stine
Titel: Der Sonnenbrand
Untertitel: Ein fast perfekter Mord
Verlag: Loewe
Erschienen: 2000
ISBN-13: 978-3785530030
Seiten: 154
Einband: TB oder HC
Kosten: 4,95€ als Taschenbuch
Alter: ab 12
Serie: Fear Street

===Zitierter Klappentext===
Endlich einmal raus aus Shadyside! Am Strand liegen, faulenzen und dabei knallbraun werden. So hatte sich Claudia die Ferien vorgestellt. Doch die Woche im Ferienhaus von Marlas Eltern wird für Claudia und ihre Freundinnen zum Alptraum. War es wirklich ein Zufall, der Claudia fast das Leben kostet? Und warum benimmt sich Marla so merkwürdig? Als die Mädchen beschließen zu fliehen, zieht ein Gewitter auf, das sie so schnell nicht vergessen werden . . .

===Meine Meinung===
Der Einstieg in diese Geschichte ist perfekt gewählt. Als Leser wachte ich mit der Protagonistin Claudia mitten am Strand auf, die sich nicht bewegen kann. Anfangs wundert sie sich nur, bis sie merkt, dass sie im Sand vergraben ist und die Flut langsam immer näher kommt. Nur einem glücklichen Zufall hat sie es zu verdanken, dass sie dieser tödlichen Falle entkommen kann. Warum haben ihre Freundinnen sie eingebuddelt stundenlang in der prallen Sonne liegen lassen? Anfangs hält sie es nur für ein Missverständnis, aber die Zufälle häufen sich. Immer wieder passieren Unfälle, die für eins der Mädchen tödlich enden könnte. Langsam haben die drei Freundinnen das Gefühl, dass ihre Gastgeberin sich an ihnen rächen will, da sie ihre Freundinnen für den Tod ihrer Schwester, letztes Jahr im Feriencamp, verantwortlich macht. Als der Punkt erreicht ist, an dem es nur noch ums nackte Überleben geht, entdecken die drei Mädchen ihre Freundin Marla, ermordet, wo sie doch gerade noch vor ihnen stand!? Wie kann das nur möglich sein?

Wenn man als Leser sofort in diese beängstigende Situation hineingebracht wird, dann gibt es sicherlich nur wenig Personen, die nicht sofort gepackt sind. Am Anfang denkt man, dass dies gar nicht mehr übertroffen werden kann. Allerdings schafft es der Autor immer wieder neue Vorfälle zu inszenieren, die tödlich, aber alltäglich sein können. Der Leser kann noch immer an einen dummen Zufall glauben. Dazu baut der Autor immer wieder neue Rätsel ein. Wer oder vielleicht sogar was ist Daniel? Was ist mit der Schwester letztes Jahr genau passiert? Wer sind die geheimnisvollen Jungen am Strand? Vieles klärt sich schon einige Seiten später auf, andere Fragen werden bis zum Schluss aufrecht erhalten und erst auf den letzten Seiten geklärt. Ich nenne diese Methode Spannungserhaltung. In meinen Augen ist dies R. L. Stine sogar sehr gut gelungen. Allerdings konnte ich bei dieser Geschichte schon nach der Hälfte des Buches eine klare Vorstellung bekommen, was hinter den Unfällen steckt. Zwar wurde ich am Ende doch etwas überrascht, aber das hatte weniger mit dem Hauptthema zu tun. Trotzdem hat man hier wieder gedacht, diese Geschichte ist zwar irgendwie unglaublich, aber sie könnte passieren.

Vom Stil her war die Geschichte, wie auch die anderen Werke von R. L. Stine, sehr bildhaft, detailliert, jugendgerecht, modern, einfach und spannend. Der Autor weiß, wie er junge Leser fesselt, aber sie nicht mit zu viel Inhalt überfordert. Kurze, bildhafte Sätze und angenehme Kapitellängen sorgen für einen angenehmen Lesefluss.

Viele neue Geschehnisse sorgen dafür, dass dieser Teil nicht langweilig wird. Bis zum Schluss kann der Leser miträseln und vielleicht sogar überrascht werden. Aus diesem Grund kann ich dieses Buch empfehlen.


===Bewertung===
Ein genialer Einstieg fesselt den Leser von der ersten Seite an. Bildhaft und authentisch versucht R. L. Stine diese gewonnene Spannung bis zum Schluss beizubehalten ohne sich dabei in Widersprüche oder Unlogik zu verstricken. Dafür gibt es fünf Sterne.

Pro: Spannung, Idee
Contra: Nix

Danke fürs Lesen und Bewerten. Freu mich über Lob / Kritik, also her mit Kommentaren.


Eure Sarah


===Leseprobe===
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2 Kommentare:

R. L. Stine - Fear Street - Die Wette

0
Copyright by Sarahs Bücherwelt

===Buchdaten===
Autor: R. L. Stine
Titel: Fear Street – Die Wette
Untertitel: Zu hoch gepokert
Verlag: Loewe
Erschienen: 2004
ISBN-13: 978-3-7855-5194-3
Seiten: 160
Einband: HC oder TB
Kosten: 7,50€
Serie: Fear Street

===Zitierter Klappentext===
Traust du dich?

Johanna würde alles tun, um zu Dennis’ Clique zu gehören. Als er sie scherzhaft fragt, ob sie sich traut, jemanden für ihn umzubringen, kann sie gar nicht anders: Sie verspricht ihm, es zu tun. Schließlich war es sowieso nur ein Witz, oder? Doch als plötzlich mehrere Wetten auf sie laufen, gefriert ihr das Blut in den Adern. Muss sie wirklich einen Mord begehen, um Dennis für sich zu gewinnen?

===Meine Meinung===
„Traust du dich?“ Dieser Satz steht hinten auf dem Klappentext und dürfte jedem bekannt vorkommen. Mutproben und Wetten sind während der Schulzeit keine Seltenheit.

In dieser Geschichte geht es um Johanna, die eher zur armen Schicht von Shadyside. Ihre Eltern sind geschieden und ihre Mutter hat zwei Jobs, um sich und ihre Tochter über die Runden zu bringen. Dennis und seine Clique sind hingegen die reichen Kids der Stadt und haben nur Mist im Kopf. Als sie eines Tages Zeuge eines Streits zwischen Dennis und ihrem Geschichtslehrer wird, spricht Dennis zum ersten Mal mit ihr. Immer häufiger unterhält er sich mit ihr, ruft sie an oder nimmt sie mit zu Treffen, obwohl er eigentlich eine Freundin hat. Johanna schwebt auf Wolke sieben und würde alles tun, um Dennis neue Freundin zu werden. Aber ihr Nachbar und Geschichtslehrer steht dem jungen Glück im Weg. Als Dennis sie bittet ihn umzubringen, hält sie dies erst für einen Scherz und muss dann feststellen, dass es purer Ernst ist. Wie weit geht Johanna für ihren Schwarm?

Eigentlich einen ganz realistische Geschichte auf den ersten Blick. Wer war nicht schon einmal verliebt und hätte für seinen Partner alles getan, zumindest auf den ersten Blick. Im Prolog versucht der Autor die spätere Situation spannend zu verpacken. Allerdings fühlte ich mich dadurch eher verwirrt. Von welchen kranken Fantasien war die Rede und wie kommt ein Mädchen auf die Idee, für jemanden anderen einen Menschen zu töten. Anschließend erfuhr ich als Leser in einer detaillierten Rückblende, wie es dazu gekommen ist.

Der Autor präsentiert anfänglich eine total sympathische Johanna. Erst nach und nach fragt man sich, warum ihr Wunschdenken immer so grauenhaft und gemein ist. Auf der andern Seite sagt man sich, dass schüchterne Personen in ihrem Wunschdenken oft aus sich herausgehen und sich rächen. Trotzdem ließen diese Szenen Johanna unsympathisch erscheinen. Je mehr man liest, desto mehr habe ich mich immer gefragt, wie es ein Mann schaffen kann, jemanden so in den Bann zu ziehen, dass man wirklich töten würde. Die Frage, wie weit geht ein Mensch aus Liebe ist im gesamten Buch gegenwärtig.
Neben der Geschichte, um den Geschichtslehrer, Dennis und Johanna, muss dem Titel des Buches „Die Wette“ gerecht werden. Dementsprechend häufig baut der Autor Wetten ein. Ich persönlich würde die Wetten allerdings eher als Mutprobe bezeichnen. Nur weil die Sätze mit „Ich wette, du traust dich nicht...“ anfangen, wirken sie nicht wie eine richtige Wette auf mich.

Lehrreich fand ich das Buch von dem Aspekt her, dass das Ende sehr realistisch gehalten war und dem Leser gezeigt wird, dass man mit Lügen nicht vorankommt. Am Ende kommt die Wahrheit heraus.

Empfehlen kann ich die Geschichte jedem, der mal wieder ein realistisches Buch aus der Fear Street Reihe lesen möchte.

===Bewertung===
Spannend, lehrreich und das zu einem interessanten, aktuellen Thema. Absolutes Lesevergnügen für jung und alt. Dafür gibt es von mir fünf Sterne.
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Julia S. - Hoffnung am Ende der Straße

1
Copyright Sarahs Bücherwelt

===Buchdaten===
Autor: Julia S. / Franz Lerchenmüller
Titel: Hoffnung am Ende der Straße
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 1997
ISBN-13: 978-3404613953
Seiten: 222
Einband: TB
Kosten: 1,00€
Serie: Schicksalsreihe

===Zitierter Klappentext===
Julia ist heroinabhängig und dennoch eine liebevolle Mutter, für die ihre Kinder das Wichtigste in ihrem Leben sind. Doch dann verliebt sich Julia in einen Dealer und heiratet überstürzt. Kurt wird straffällig, und während er im Gefängnis sitzt, greift das Jugendamt ein. Julia wird das Sorgerecht für ihre Kinder - Tanja, Lena und Kevin - entzogen und damit der einzige Lebensinhalt genommen. In ihrer Verzweiflung greift die junge Frau zu immer mehr Drogen. Bald kann sie ihre Wohnung nicht mehr bezahlen und wird obdachlos.
Julia hat nur eine Chance, ihre Kinder je wiederzusehen: Sie muß die Bedingungen des Jugendamtes erfüllen, d.h. Heroinentzug und festen Wohnsitz nachweisen. Mit fast unmenschlicher Willenskraft entschließt sich die junge Mutter, zu kämpfen und einen Weg aus der Sackgasse zu finden. Mit Hilfe eines Journalisten und einer neuen Liebe schafft Julia das Unmögliche - doch wird sie das zuständige Jugendamt von ihrem neuen Start überzeugen können?

===Meine Meinung===
Nachdem ich vor einigen Jahren das Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ gelesen hatte, war ich sehr gespannt, wie das Leben der Julia S. verlaufen und wie sie heroinabhängig geworden ist. Das interessante an diesem Werk ist, dass Julia aus meiner Heimatstadt Hamburg kommt und ich mich dadurch besser in ihr Schicksal hineinversetzen konnte.

Nachdem Juli und ihre Geschwister im Heim gelandet sind, kam der erste Kontakt zu Drogen, als sie 12 Jahre alt war, sie schnüffelt Kleber. Von diesem Punkt an geht es mit Alkohol, kiffen weiter, bis sie anfängt sich Heroin durch die Nase zu ziehen und später der erste richtige Schuss zu Stande kommt. Trotz ihrer Sucht bekommt sie drei gesunde Kinder und ein behindertes Kind. Die ersten Jahre leben die gesunden Kinder auch bei ihr, müssen dann aber zu ihrem „Vater“, da Juli noch immer abhängig vom Heroin ist und ihre Wohnung für Kinder nicht mehr zulässig ist.
An dieser Stelle beginnt das Buch und somit die Geschichte von Julia S. In einer Tagebuch-Form konnte ich Eindrücke gewinnen, wie das Leben eines Junkies aussieht. Fast täglich gibt es kurze oder längere Einträge, die sich mit dem Beschaffen von Drogen, dem Pumpen, dem Betteln und vielen mehr handeln. Zwischendurch gibt es immer wieder betitelte Rückblenden, in denen mir der Werdegang der Julia S. geschildert wurde. Leider sind die Rückblenden nicht chronologisch. Zuerst erfahre ich vom Beginn der Drogenkarriere, als Julia 12 Jahre alt ist. Später geht es noch weiter zurück und wir befinden uns bei ihrer Geburt und den ersten Jahren bei ihren Eltern. Mir persönlich hätte es allerdings besser gefallen, wenn es chronologisch gewesen wäre. So musste ich die Rückblenden wie ein Puzzle zusammensetzen.
Julia erzählt ihren Alltag und ihre gesamte Laufbahn authentisch und erschütternd. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und schockiert den Leser immer wieder aufs Neue. Vulgäre Begriffe, Fachausdrücke und vieles mehr sind hier Standard. Der Vorteil bei den Fachausdrücken ist, dass es hinten eine Art Lexikon gibt und der Leser eine einfache Übersetzung für Pumpen, Medikamente und Co. bekommt. Durch diesen lebendigen Stil erkennt jeder Leser, der Hamburg kennt, sämtliche Handlungsorte. An diesem Beispiel merkte ich, dass sie auch in anderen Bereichen so ehrlich schreiben muss.
Ich habe Eindrücke bekommen, wie es in Einrichtungen für Drogensüchtige zugeht, wie es ist, wenn man auf Entzug ist, auf der Straße lebt und vieles mehr. Besonders schockierend empfand ich die Berichte, wenn es um ihre Kinder, ihre Fehlgeburten und ihre Krankheiten geht. Zum Beispiel hat sie mehrere abgebrochene Spritzen in ihrem Körper, sogar im Herzen. Sogar die schlimmen Eiterbeulen werden detailliert beschrieben. Ehrlicher kann ein Buch nicht sein.
Trotz ihre Drogensucht hat es Julia S. geschafft, dass sie nie ihren Körper verkauft hat. Diebstahl und Betteln, so hat sie sich ihre Sucht finanziert, aber auf das schnelle Geld hat sie verzichtet. Genauso war sie trotz ihrer starken Abhängigkeit stets um Sauberkeit bemüht.
Leider endet das Buch nach knapp 1,5 Jahren und die Frage, ob sie ihre Kinder jemals wiederbekommen hat, ob sie von den Drogen längere Zeit weggeblieben ist oder sogar ganz und wie es mit ihrem Freund weitergegangen ist, das bleibt damit offen. Ich persönlich hätte mir da noch ein Nachwort des tatsächlichen Autors gewünscht. Eventuell hätte ich mich auch über Fotos gefreut. Schließlich wurde sie für einen Zeitungsbericht sogar interviewt und fotografiert, wo sie noch auf der Straße gelebt hat. Bilder aus diesem Bericht hätten mich sehr gefreut.
Wer die Tagebucheinträge verfolgt wird merken, dass sie zwar so gut wie täglich sind, es aber viele Lücken gibt und nicht alles aufgeklärt wird. Zum Beispiel gibt sie täglich 300€ für Heroin aus, erbettelt aber oft nur 50-100€. Es bleibt offen, woher sie das restliche Geld hat. Dies ist nur einer der vielen Punkte. Es ist jedoch deutlich, dass ein detaillierterer Tagesbericht zu viele Seiten hervorgebracht hätte. Der eigentliche Autor und Julia S. haben bewusst nur wichtige Aspekte aufgegriffen.
Neben der Drogensucht, bekommt man auch gute Eindrücke über den Alltag in einem Frauengefängnis und Kinderheimen. Doch nicht nur ihr Schicksal, sondern auch die Bedeutung für ihre Kinder wird hervorgehoben. Sie erkennt sogar oft, wie sehr sich ihre Kinder für ihre zerstochenen Arme, ihre eitrigen Beulen und ihr heruntergekommenes Aussehen schämen und sich nur eine normale Mutter wünschen.
Für mich ein durchweg lehrreiches und abschreckendes Buch.

Empfehlen kann ich das traurige Schicksal der Julia S. jedem, der sich für Bücher wie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ interessiert. Durch die Ehrlichkeit in ihrem Buch, kann ich das Buch Eltern, Jugendlichen und auch Lehrern für den Unterricht, wie zum Beispiel als Lesestoff ab 8 Klasse empfehlen. Es klärt auf und schreckt vielleicht den einen oder anderen Leser ab und bewahrt ihn so eventuell vor einem ähnlichen Schicksal.

===Bewertung===
Traurig, aber dennoch realistisch. Julia S. nimmt in ihrer Biographie kein Blatt vor den Mund, warnt und klärt durch schockierende Details auf. Auch wenn es lückenhaft, nicht immer perfekt ist, verfehlt es seine Wirkung nicht. Dafür gibt es fünf Sterne.
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