Gisela Sachs - Schattenkinder, Sonnenkinder

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===Buchdaten===
Autor: Gisela Sachs
Titel: Schattenkinder - Sonnenkinder
Verlag: Zwiebelzwerg Verlag
Erschienen: 2008
ISBN-13: 978-3868060201
Seiten: 46
Einband: TB
Kosten: 6,50€
Genre: Kinderbuch
Serie: -

===Eigene Inhaltsangabe===
Dieses Buch beinhaltet mehrere kurze Geschichten rund um das Thema Schattenkinder und Sonnenkinder. Gisela Sachs hat verschiedene Geschichte über Adoptivkinder, ausländische Kinder, vernachlässigte Kinder und andere traurige Schicksale herausgesucht. Diese Schicksale bilden die Grundlage für Schattenkinder. Auf der anderen Seite befinden sich Geschichten über Sonnenkinder. Hier erzählt sie Geschichten, welche sie als Mutter glücklicher Kinder gesammelt hat.

===Meine Meinung===
Als ich das dünne Buch in den Händen hielt, war ich sehr gespannt, wie Gisela Sachs diese Thematik umsetzen würden. Das Cover ist sehr schrill gehalten, wirkt aber nicht unbedingt ansprechend. Es erinnert mich irgendwie an einen LSD-Tripp oder die 70er Jahre. Auch innen befinden sich kleine Zeichnungen. Es sind Bleistiftzeichnungen, die wirklich total niedlich aussehen. Diese als Cover verwendet, hätten mir definitiv besser gefallen.

Das Buch beginnt mit den Geschichten der Schattenkinder. Schon die erste Geschichte handelt von Sternschnuppen. Also ein Fötus, welcher nicht überlebt hat. Kindgerecht, ehrlich und bewegend befasst sich die Autorin mit diesem Thematik. Auch ihre anderen Gescichten rund um traurige Schicksale rühren wirklich zu Tränen. Da sind Eltern, die sich unbedingt ein Kind wünschen, damit aber überfordert sind; Eltern, die noch zu unreif sind für Kinder; Adoptivkinder und viele mehr. Jedes einzelne Schicksal ist so bewegend, dass ich kurz Tränen in den Augen hatte. Die vielen unglaublichen Geschichten schockieren und man denkt, dass niemand so viel Pech haben kann, aber wenn man die Zeitungen aufmacht, weiß jeder, dass diese Schicksale so tatsächlich vorkommen. Trotzdem es so realistisch vermittelt wird, hätte ich mir an dieser Stelle einfach etwas Abwechslung gewünscht. Es ist teilweise schon recht hart nur traurige Schicksale zu lesen. Gerade für Kinder könnte dies einfach zu viel sein. Abwechselnd eine schöne und dann eine traurige Geschichte, hätte ich als Mutter einfach besser empfunden.
Nach vielen herzergreifenden Geschichten gelangte ich zu den Sonnenkindern. Wie ich mich nach etwas Frohem sehnte. Doch hier war ich beim Lesen etwas enttäuscht. Während Gisela Sachs bei den Schattenkinder eine kurze eigene Erfahrung einbaut, sind die anderen Geschichten fremde Kinder. Bei den Sonnenkindern nimmt sie jedoch nur ihre eigenen Kinder. Erlebnisse mit dem Opa, Geburt des zweiten Kindes und vieles mehr. Es ist zwar egal, welche glücklichen Kindheiten gewählt werden, aber als Kind wäre es in meinen Augen schön zu sehen, wie andere Kinder es haben und nicht nur eine Familiengeschichte zu hören. Selbst meinem Stiefsohn ist dies aufgefallen. Er fragte mich beim Vorlesen, warum vorher so viele Kinder vorkamen, hier aber immer nur von den zwei Namen die Rede ist.

Für Kinder finde ich dieses Buch sehr wertvoll. Gerade Kinder aus zerrütteten Familien, aber auch Kinder mit vorbildlichen Eltern können so sehen, wie schlecht es noch andere Kinder haben. Aus diesem Grund finde ich, dass dieses Buch auch in der Schule vorgelesen werden kann. Vielleicht haben so Schattenkinder eher Mut jemanden auf ihre Situation anzusprechen.

Auch wenn mir einige Punkte negativ auffallen wie zum Beispiel die Aufteilung der Geschichten oder der Protagonisten, kann ich das Buch trotzdem ruhigen Gewissens empfehlen.

===Bewertung===
Kindgerecht, ehrlich und traurig zugleich sind die Geschichten der Schattenkinder. Lustig, glücklich und geborgen sind hingegen die Geschichten der Sonnenkinder. Eine interessante Mischung, die durch kleine Makel vier Sterne bekommt.
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Barbara Schinko - Rabenfeder

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===Buchdaten===
Autor: Barbara Schinko
Titel: Rabenfeder
Verlag: Arcanum
Erschienen: 10/2010
ISBN-13: 978-3-939139-42-3
Seiten: 63
Einband: Heftroman
Kosten: 4,95€
Genre: Fantasy
Serie: Weltenwanderer Bd. 12

===Autor/in===
Geboren 1980 in Linz/Österreich, schreibt seit ihrem zehnten Lebensjahr und kann auf mehrere Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien verweisen. In der wirklichen Welt ist sie nach Abschluss eines Wirtschaftsstudiums im Finanzbereich tätig.

"Rabenfeder", ihr erster Roman, erschien 2010 im Arcanum Fantasy Verlag (www.arcanum-fantasy-verlag.de). Anfang März 2011 folgt im Dieter Frieß Verlag (www.dieter-friess-verlag.de)ihr erstes Kinderbuch mit dem Titel "Eine Insel nur für Patti-Lee". (Quelle: Schreiblust Verlag)

===Weltenwanderer-Reihe===
Die Reihe Weltenwanderer ist keine übliche Fantasy-Reihe eines Autors, sondern setzt sich aus verschiedenen Fantasy-Geschichten zusammen. Jede Geschichte stammt aus einer anderen Feder. Somit haben weder Figuren, Orte noch Situationen mit einem anderen Werk etwas zu tun. Alle Werke stammen aus einem Wettbewerb und werden nun nacheinander veröffentlicht.

===Klappentext===
Mit dem Schattenspieler Calvin und der Zauberin Juwel flieht Maradita aus der Stadt. Bei den Rabenbrüdern, den Herrschern der Jahrmärkte, findet sie Zuflucht; doch wird Rabe sie vor dem Unheil beschützen, das ihr dicht auf den Fersen ist? …

===Meine Meinung===
„Rabenfeder“ ist der 12. Band aus der Weltenwanderer-Reihe und stammt aus der Feder von Barbara Schinko. Es handelt sich hierbei um Geschichten verschiedener Autoren, die bei einem Wettbewerb ausgewählt wurden. Nachdem ich den 14. Teil kannte, war ich gespannt, wie die Qualität dieser Autorin sein würde, da mir Barbara Schinko bis dato kein Begriff war.

Der 12. Band entführt mich in die Welt der 12jährigen Maradita. Ständig wird sie von ihrem Onkel geschlagen und am liebsten möchte sie bei Calvin, dem Schattenspieler, bleiben. Lange muss sie darauf nicht warten. An diesem Abend wird im Ort die Leiche eines Mannes gefunden. Feen sollen ihn getötet haben. Als Calvin und Maradita sich näher mit diesem Mann beschäftigen, bestätigt sich dieser Verdacht, denn sein Schatten fehlt. Und wie jeder weiß, ernähren sich Feen von Schatten. Sie machen ihre Opfer nackt. Zusammen mit Calvin und seiner Freundin, der Zauberin Juwel, flüchtet Maradita und findet Unterschlupf bei den Rabenbrüdern, den Herrschern der Jahrmärkte. Doch sie sind nicht allein, denn der Schattenfresser ist ihnen gefolgt. Ist es die alte Dame, die Maradita trifft, oder jemand aus ihrer Nähe? Sie muss es herausfinden, bevor alle ihre Schatten verlieren und sterben müssen.

Einmal angefangen, konnte ich mit diesem Heftroman nicht mehr aufhören. In der Regel denkt man bei dem Begriff „Heftroman“ an billigen Schund. Dieser Verlag beweist jedoch das Gegenteil. Wie schon zuvor „Zwischen den Toren“ ist auch „Rabenfeder“ ein Fantasy-Kurzroman auf höchstem Niveau.
Bildhaft führt mich Barbara Schinko in das Leben von Maradita ein. Ihre Situation, ihre Freunde, ihr Aussehen, alles wird liebevoll in vielen kleinen Details verpackt. Das Kopfkino beginnt hier wie von alleine. Schon nach wenigen Sätzen hatte ich Maradita in mein Herz geschlossen. Liebenswert, frech und irgendwie zerbrechlich. Die Welt um sie herum erinnert anfänglich gar nicht an einen Fantasy-Roman, sondern eher ans Mittelalter. Fahrende Jahrmärkte, die von Pferden gezogen werden; die käufliche Medizin, die Straßen und die Kleidung sprachen dafür. Umso überraschter war ich, als die Autorin plötzlich Feen einbaute. Dazu noch Feen, die sich von Schatten ernähren. Ich dachte immer, Feen sind süß und klein, so wie Tinkerbell. Ungewöhnlich, aber damit hatte mich Barbara Schinko gepackt. Die dort aufgebaute Spannung baut sie mit jeder Seite aus. Es werden neue, unheimliche, rätselhafte Figuren eingebaut, überraschende Wendungen und genügend Schreckmomente. Langweilig wurde es mir an keiner Stelle.

Viele werden denken, 63 Seiten, wie kann ein Autor da genügend Details einbauen. Für eine Kurzgeschichte ist es zu lang, aber ein richtiger Roman ist es auch noch nicht. Was manche bekannte Autoren wie zum Beispiel Wolfgang Hohlbein auf 800 Seiten nicht schaffen, dass schafft Barbara Schinko auf 63. Ihre Geschichte ist fesselnd, spannend, lustig, sympathisch und von der ersten bis zur letzten Seite logisch. Sie beschränkt sich bei ihrem Werk auf das Wesentliche. Unnötige Details, langatmige Erklärungen oder Beschreibungen fehlen gänzlich. Knackig und ohne Umwege, so würde ich dieses Werk bezeichnen.

Wen das Wort „Heftroman“ abschreckt, sollte hier einmal über seinen Schatten springen, denn nicht auf die Hülle, sondern auch den Inhalt kommt es an. Diese schlichte Verpackung beinhaltet ein gelungenes Fantasy-Abenteuer, welches ich gerne empfehlen werde. Selbst jüngeren Lesern ab 12 Jahren würde ich dieses Werk ans Herz legen. Es ist leicht verständlich, spannend, die Protagonistin ist selbst ein Kind und genau diesem Alter passt sich die Spannung an. Eltern können „Rabenfeder“ ohne Bedenken ihrem Kind zu lesen geben. Für jung und alt ein wahres Lesevergnügen.

===Bewertung===
Auf den ersten Blick schlicht, nach den ersten Seiten lebendig und farbenfroh. Voller liebevoller Details, sympathischer Charaktere und spannender sowie witziger Situationen ist die Geschichte von Barbara Schinko. 

===Von der Autorin genehmigte Leseprobe===
»Wer bist du?«, flüsterte sie. »Du bist nicht er.«
Calvin verzog das Gesicht zu einem breiten Grinsen. Feuerrotes Haar spross aus seiner Glatze und seinen Wangen, eine rote Mähne, ein Bart – und zugleich bückte er sich und begann zu schrumpfen. Rotes Fell bedeckte jetzt sein Kinn, sein Hemd, seine Hose; und seine Hände wurden zu Pfoten, seine Füße ebenfalls. Alles ging so schnell, dass es Maradita kaum fassen konnte. Erschrocken riss sie die Arme hoch, als der Fuchs auf sie zu- und über sie hinwegsprang und mit einem mächtigen Satz in der Dämmerung verschwand.
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Tanith Lee - Das Mächen und das schwarze Einhorn

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Copyright Sarahs Bücherwelt

===Buchdaten===
Autor: Tanith Lee
Titel: Das Mädchen und das schwarze Einhorn
Originaltitel: Black Unicorn
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 1994
ISBN-13: 978-3404202379
Seiten: 220
Einband: TB
Kosten: Damals 8,80DM gebraucht ab 1,85€
Genre: Fantasy
Serie: Tanaquil-Trilogie

===Zitierter Klappentext===
Tanaquil ist die Tochter einer berühmten Zauberin, doch in ihrer Festung am Ende der Welt langweilt sie sich zu Tode. Bis Piefel, ihr kleiner Gefährte, seltsame Knochen findet. Aus Langeweile setzt Tanaquil die Knochen zusammen - und erschafft auf diese Weise ein höchst sonderbares Wesen: ein schwarzes Einhorn. Doch das Zauberwesen flieht, und das Mädchen macht sich auf die Suche.

===Meine Meinung===
„Das Mädchen und das schwarze Einhorn“ ist ein Titel, den ich mir extra aufgehoben hatte. Den Film „Das letzte Einhorn“ sehe ich mir auch heute noch gerne an. Einhörner sind einfach bezaubernde Wesen und da sich dieses Werk mit einem Einhorn befasst, war die Vorfreude groß.
Der Titel und der Klappentext lassen auf ein spannendes Werk schließen. Das Cover wurde dem Inhalt angepasst, wirkt aber alles andere als ansprechend. Durch den Bart und die leuchtenden Augen sieht das schwarze Einhorn eher böse aus. Auch die Protagonistin wirkt unschön. Ein bezauberndes Gesicht wird durch einen plumpen Körper verunstaltet.

Schon auf der ersten Seite lernte ich die 16jährige Tanaquil kennen. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter, einer Möchtegern-Zauberin in einem riesigen Felsenschloss mitten in der Wüste. Sie selbst hat kein Talent in magischen Dingen und befasst sich lieber mit der Technik. Daher ist es nicht verwunderlich, das sie die merkwürdigen Knochen, die Piefel in der Wüste findet, zu einem neuen Einhorn zusammensetzt. Als das Einhorn zum Leben erwacht und aus dem Schloss flieht, setzt Tanaquil ihm, ohne nachzudenken, hinterher. Eine gefährliche Reise beginnt für Tanaquil.

Die Idee eines schwarzen Einhornes und des traurigen Mädchens fand ich eine ideale Grundlage für eine Fantasie-Geschichte. Leider ist die Umsetzung Tanith Lee nicht im Geringsten gelungen. Es fängt schon bei der Beschreibung der Figuren an. Tanaquil ist noch einer der schönen Namen. Ganz ehrlich, wie kommt man auf Namen wie Kissen oder Vogel für seine Figuren?! Während Tanaquil nicht nur einen außergewöhnlichen Namen hat, wird sie von der Autorin zumindest äußerlich detailliert beschrieben. Ihre Emotionen konnte ich noch nachvollziehen, jedoch hörte dies bei den Handlungsweisen und Gedanken auf. Vieles war einfach zu verworren, als das ich es hätte begreifen können. Dieser Detailsreichtum wird jedoch bei den anderen Figuren gänzlich weggelassen. Piefel konnte ich mir gerade noch vor mein inneres Auge führen. Alle anderen Charaktere waren einfach nur blass. Teilweise wurden gar keine Beschreibungen außer dem Namen geboten. Selbst das Einhorn, was als leuchtend beschrieben wird, bleibt verschleiert, da die Beschreibung kaum ins Detail geht. Zwar wird es mir teilweise als wild und böse beschrieben, aber die Beschreibung ist so harmlos, dass man dies gar nicht für wahr nimmt. Für mich war es schwer, die Figuren in einem Kopfkino zu sehen.
Was bei den Figuren schon beginnt, wird von Tanith Lee bei den Schauplätzen weitergeführt. Ich wurde plötzlich in diese Festung geworfen und befand mich mitten in der Wüste. Befand ich mich in einem Zauberland, was gab es außerhalb der Wüste oder andere Fragen, wurden gar nicht beantwortet. Zwar beschreibt sie die Umgebungen etwas liebevoller, trotzdem fühlte ich mich nicht wohl in diesen Schauplätzen. Es fehlte die Lebendigkeit.
Wenn die geschichtliche Umsetzung dafür brillant ist, kann man über solche Kleinigkeiten hinwegsehen.
In meinen Augen fehlte diesem Buch alles. Eine Zauberin, die nicht wirklich gut ist, eine sprechende Wüstenkatze, ein blasser Dämon, ein schwarzes Einhorn und eine technisch begabte Protagonistin reichen in meinen Augen nicht für einen gelungenen Fantasy-Roman. Die Situationen oder Handlungen brachten mich weder zum Lachen, noch empfand ich sie als Spannend. Wie ein ruhiger Bach wird mir die Geschichte erzählt. Nicht mal als das Einhorn seinen Auftritt hat, Tanaquil ihm hinterher rennt noch ihre Erlebnisse auf dieser Reise sind spannend. Höhepunkte sind sicherlich vorhanden, aber sie werden miserabel an den Leser weitergegeben. Ohne Spannung, damit kann ich leben, wenn wenigstens die Geschichte lustig ist oder zumindest durch etwas anderes packt. 220 Seiten und ich fand sie nur gähnend langweilig. Im Grunde keine besonderen Figuren, keine besondere Handlung und keine besonders bezaubernde Welt.

Der Stil selbst ist leicht. Die Autorin verwendet einen Stil, den ich als kindgerecht bezeichnen würde. Keine schwierigen Wörter, keine langen Sätze und die wörtliche Rede ist auf das Minimum reduziert.

Was das Alter betrifft, kann ich dieses Buch ohne Bedenken Kindern ab 12 Jahren empfehlen. Es ist weder brutal, noch blutig oder in anderer Weise schlimm. Es gibt viele Kapitel, sodass nach rund 20 Seiten auch für Leseanfänger eine Pause eingelegt werden kann.

Empfehlen kann ich das Buch aus den ganzen Gründen definitiv nicht. Für mich war es ein Highlight im Bereich „Langeweile“. Warum dieses Buch bei Amazon so gelobt wird, kann ic definitiv nicht nachvollziehen.

===Bewertung===
Ein Buch, welches durch Langeweile besticht, verdient in meinen Augen nur einen Stern. Die Idee ist wunderschön, aber ohne Talent kann ein Fantasy-Roman nicht gelingen. Künstlich, langatmig und so packend, wie eine alte Socke. Was anderes fällt mir zu „Das Mädchen und das schwarze Einhorn“ nicht ein.
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Andrew Bates - In der Löwengrube

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meine Ausgabe Copyright Sarahs Bücherwelt


===Buchdaten===
Autor: Andrew Bates
Titel: In der Löwengrube
Originaltitel: Lay down with lions
Verlag: Feder und Schwert
Erschienen: 2002
ISBN-13: 978-3935282628
Seiten: 248
Einband: Softcover
Kosten: 12,95
Genre: Rollenspiel
Serie: Das Jahr des Skarabäus

===Zitierter Klappentext===
Auf seiner Suche nach der Herkunft seiner Vorfahren kommt der seiner Art entfremdete Vampir Beckett nach Chicago und gerät mitten in einen Krieg. Unwissentlich hilft Beckett Khalid al-Rashid, einem mächtigen Nosferatu, die uralte Geschichte der Mumien zu enträtseln - eine Geschichte, die Jahrhunderte verborgen war. Jetzt sehen sich die Kainskinder nicht nur der Bedrohung durch Thea Ghandour und die anderen Jäger gegenüber, sondern müssen auch gegen andere Unsterbliche kämpfen. Der Tempel des Echnaton ist zerstört, und Maxwell Carpenter enthüllt sein wahres Motiv für seine Suche nach der Quelle der Macht der Mumien: Rache. Getrieben von seinem Haß wird Carpenter vor nichts haltmachen, bis er das letzte Mitglied der Familie Sforza getötet hat: die Mumie Nicholas Sforza-Ankhotep. Die Mumien müssen das Herz ihrer Macht beschützen, oder sie und ihre Zukunft werden aufhören zu existieren.

===Meine Meinung===
„In der Löwengrube“ ist der zweite Teil der Trilogie „Das Jahr des Skarabäus“. Dieser Roman kann dem Rollenspiel „World of Darkness“ zugeordnet werden.

Aufgefallen ist mir dieses Rollenspiel durch sein „böses“ Cover. Es sieht Furcht erregend aus, aber wirkt irgendwie lustig. Trotzdem hatte ich bei diesem Buch anfängliche Bedenken. Zum einen hatte ich noch nie ein Buch gelesen, welches einem Rollenspiel zugeordnet werden kann. Zum anderen ist dies der zweite Teil und ich hatte Angst, nicht in die Geschichte hinein zufinden.

Gleich zu Beginn lernte ich den Vampir Becket kennen. Er stammt aus dem Geblüt der Gangrel. Er ist eher ein Einzelgänger. Ein einsamer Wolf unter Untoten. Nach all den Jahren lässt ihn sein Ursprung keine Ruhe und er lässt nichts unversucht um mehr über seine Vorfahren zu erfahren. Doch genau diese Informationen sind in der Welt der Vampire nicht unbedingt kostenlos.
Maxwell Carpenter, ein leibhaftiger Zombie, hat hingegen nur das Ziel der Unsterblichkeit vor Augen. Seitdem er weiß, dass der letzte Feind der Sforza Familie noch am Leben ist und irgendwie nicht sterben kann, macht es ihn wahnsinnig nicht zu wissen, wie das Geheimnis der Unsterblichkeit aussieht.

Schon nach wenigen Seiten merkte ich, dass dieses Buch unendlich schwer zu lesen ist. Das lag zum einen am Aufbau des Buches. Viel Text, wenig Kapitel und eine recht kleine Schrift. Zum anderen lag es aber an der Tatsache, dass mir die Vorkenntnisse aus dem ersten Teil fehlten. Dieser wird leider vorausgesetzt und ich kam nur mit Mühe und Not mit den Figuren zurecht. Becket wird zum Beispiel gar nicht vorgestellt. Genauso wurden Handlungsweisen am Anfang nicht mal erklärt. In anderen Büchern werden relevante Eigenschaften, Merkmale oder Handlungen noch minimal erklärt, damit auch Quereinsteiger eine gewisse Grundlage zum Lesen haben. Aber nicht nur dieser schwere Einstieg hat mir das Lesen erschwert. Der Stil des Autoren ist sehr gewöhnungsbedürftig. Das fängt schon bei den Beschreibungen an. „Er war ein einsamer Wolf...“. Diese Bedeutung ist mir nicht fremd, aber bei einem Vampir doch definitiv ungewohnt. Auch sonst wirkte der ganze Stil eher schwer. Die Sätze waren kurz, die Wortwahl sehr einfach, aber regelmäßig musste ich Passagen doppelt lesen, um den Sinn zu verfestigen. Vielleicht lag es aber auch an den ständigen Perspektivwechseln und den Sprüngen der Schauplätze.
Ich hätte gerne schon nach rund 30 Seiten dieses Buch abgebrochen. Ein gehemmter Lesefluss wird oftmals durch brillante Schilderungen und Spannung ausgeglichen. Das konnte ich hier irgendwie nicht feststellen. Hat man sich erstmal an alles gewöhnt, ist es ganz interessant, aber für mich wurden keine großen Spannungsbögen sichtbar. Zwar ist es durch die ganzen Sprünge und Wechsel sehr lebhaft, aber in meinen Augen leidet darunter die Spannung. Kaum wird sie aufgebaut, macht ein Wechsel sie zu Nichte. Auch der Fantasy-Anteil war eher dürftig. Was aber definitiv daran lag, dass ich mit den Figuren nie gänzlich warm wurde. Ich hatte immer das Gefühl kein komplettes Bild vor Augen zu haben, konnte Handlungen stellenweise nicht nachvollziehen und auch neue Figuren wurden mir persönlich zu blass eingeführt.
Stellenweise fühlte ich mich richtig überfordert. Viele Informationen, Wechsel, Sprünge und die Kapitel können sehr lang sein. Ausdauer ist bei diesem Buch definitiv notwendig.
Als Rollenspiel-Laie kann ich zu den Rollenspiel-Argumenten wenig beitragen und muss dieses Werk als einfache Fantasy-Lektüre betrachten. Und aus diesem Blickwinkel, ist es für mich nicht sonderlich empfehlenswert als alleinstehendes Werk zumindest.

===Bewertung===
„In der Löwengrube“ ist der zweite Teil einer Trilogie, welches definitiv nicht eigenständig gelesen werden kann. Alleinstehend wirkt es blass und verworren. Gleiches gilt für den Stil. Wenig Details, dafür viele Sprünge. Mehr als einen Stern bekommt dieses Werk nicht.

===Leseprobe===
Er hoffte, ein stimmiges Bild bis zurück zu dem zusammensetzen zu können, der als der erste ihrer Art galt – Kain - , indem er die oft lebhaften Erinnerungen älterer Vampire zusammentrug. ...
Backett streifte in der eisigen Februarnacht auf dem Graceland-Friedhof von Chicago umher und wartete auf Inyanga. Die ältere Vampirin hatte keine ständige Ruhestätte und zog häufig aus Gründen, die nur ihr bekannt waren, in ganz Nordamerika herum. Sie hatte Graceland zu dem gemacht, was einer ständigen Zuflucht am nächsten kam. (Genehmigte Leseprobe des Verlages von Oliver Graute)
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A. Lloyd - Das Tal der Wiesel

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Meine Ausgabe Copyright Sarahs Bücherwelt

===Buchdaten===
Autor: A. Lloyd
Titel: Das Tal der Wiesel
Originaltitel: Kine
Verlag: Marion von Schröder Verlag
Erschienen: 1984
ISBN-13: 978-3404107766
Seiten: 304
Einband: HC
Kosten: gebraucht ab 3,01€ bei Amazon
Genre: Tier-Fantasy
Serie: -

===Eigene Inhaltsangabe===
Kine ist ein Wiesel und lebt als Einzelgänger in seinem Revier, welches er wie seine Westentasche kennt. Er ist nicht nur mutig und stark, sondern auch sehr clever. Eines Tages wird sein Alltag von Kia, einem nervigen, weiblichen Wiesel gestört, die ihm berichtet, dass sie Monster gesehen hat. Anfangs lacht er sie aus, bis er selbst diese Monster sieht – Nerze. Sie töten alles was Kine Idylle ausmacht. Doch nicht nur die Nerze stören diesen Frieden, sondern auch Ford, ein Wiesel von der anderen Seite, und die Menschen. Kine muss alles daran setzen seinen Nachwuchs und Kia, die er inzwischen leibt, zu schützen.

===Meine Meinung===
Als Kind habe ich Tier-Bücher sehr gerne gelesen. Mit dem Alter wurde dies immer weniger. Dieses Buch ist vergleichbar mit „Unten am Fluss“ von Richard Adams.
Meine Ausgabe ist sehr schlicht gehalten. Ein dunkelgrüner Hintergrund auf dem ein Wiesel zu sehen ist. Schlicht, aber in meinen Augen passend.

Kine ist ein mutiger Wiesel, der täglich durch sein Revier läuft. Begleitet wird er durch zahlreiche Freunde, wie zum Beispiel Kia. Er gewinnt jeden Kampf und hält sich für einen starken Wiesel. Dies ändert sich auch nicht, als Nerze in sein Revier eindringen und beginnen ihre Mordlust zu stillen. Für Kine beginnt ein Kampf harter Kampf gegen seine Feinde, aber auch gegen die Menschen.

„Das Tal der Wiesel“ ist in drei Teile mit insgesamt 23 Kapiteln unterteilt. Ganz am Anfang des Buches befindet sich eine Karte von Kines Revier. Alle Schauplätze, die es im Buch gibt, wurden hier eingezeichnet. Die Idee finde ich sehr gut, da ich so immer wieder nachsehen konnte, wo sich die Figuren gerade befinden. Leider sind die Bezeichnungen in Schreibschrift eingefügt worden und ich brauchte einige Zeit, bis ich wirklich alles gefunden hatte.

Der Einstieg in die Geschichte beginnt mit einem Kennenlernen von Kine. Er befindet sich gerade auf einem Gang durch sein Revier. Witzig, liebevoll und einfach knuddelig wurde mir Kine beschrieben. Eigentlich ist er mutig, stark und einfallsreich, aber A. Lloyd beschreibt in so detailliert und liebevoll, dass mir Kine als Charakter sofort sympathisch war. Ich fand ihn einfach nur knuddelig. Nicht Kine beschreibt der Autor sehr detailliert, sondern auch die Schauplätze und die Situationen, welche Kine, die Nerze oder die Menschen erleben. Die Gedankengänge sind logisch, gut durchdacht und ließen mich als Leser die Tierwelt aus einem ganz anderen Winkel betrachten. Es klingt alles sehr authentisch und ich merkte sofort, wie viel Herzblut und Rechercheaufwand dies den Autoren gekostet hat.

Wer ein solches Tier-Buch in den Händen hält, denkt am Anfang, dass es sicherlich nicht spannend sein kann. Aber in meinen Augen ist es auf seine Art und Weise spannend geschrieben. Für die Tiere sind Kämpfe, Bedrohungen durch Feinde und Menschen oder die Nahrungssuche schon Abenteuer und Spannung pur. Das vermittelt der Autor hervorragend. Stellenweise ist diese Spannung und Realität sogar beängstigend und grausam, sodass ich denke, dass Kinder erst ab 10 Jahren dieses Buch lesen sollten. Die Thematik interessiert sicherlich auch jüngere Leser. Mein sieben Jahre alter Stiefsohn ließ sich auch bereitwillig daraus vorlesen. Jedoch merkte man, dass er sich bei Szenen mit den Nerzen leicht gefürchtet hat. Zudem können ältere Kinder die gesamte Situation im Tierreich besser nachvollziehen und verstehen.

Empfehlen kann ich das Buch jedem, der sich für einen gelungenen Roman über die Tierwelt oder ein ähnliches Werk, wie „Unten am Fluss“ interessiert. Mich hat es sehr überzeugt.

===Bewertung===
Ein guter Mix aus süßen Charakteren, realistischer Tierwelt und einer interessanten Thematik, machen „Das Tal der Wiesel“ zu einem schönen Kinderbuch. Wer eine Alternative zu „Unten am Fluss“ sucht, wird hier fündig. Mir ist das Ganze fünf Sterne wert.
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Michael Wigge - Bis ans Ende der Welt

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===Buchdaten===
Autor: Michale Wigge
Titel: Ohne Geld bis ans Ende der Welt
Verlag: KiWi
Erschienen: 05.2010
ISBN-13: 978-3462041811
Seiten: 198
Einband: TB
Kosten: 8,95€
Genre: Biographien
Serie: -


===Zitierter Klappentext===
Kann man das schaffen? Ohne einen Cent in der Tasche von Berlin bis in die Antarktis reisen? Michael Wigge hat es erprobt: zum Nachmachen nur für Abenteurer mit sehr viel Humor empfohlen - aber zum Nachlesen ein Riesenspaß für alle.
Am Anfang sieht es nach einem Kinderspiel aus: In Belgien wird er auf dem Schiff, das ihn nach Kanada bringen soll, freundlich begrüßt und in eine Luxuskabine geführt - bis sich rausstellt, dass er kein zahlender Passagier ist. Ab da heißt es Schiffsgeländer streichen, Container inspizieren, Dosen zählen. Und Karaoke singen mit den Filipinos an Bord.
Über Montreal gelangt er in die USA. Dort übernachtet er in einem Amish-Dorf (in einer Scheune) und bekommt eine Bibel geschenkt - und ein Fahrrad mit Radhose lang. Damit durchquert er Ohio, bis er es schließlich gegen ein Busticket nach New Mexico eintauschen kann. In einem uralten Mustang fährt er über die Route 66 nach Las Vegas, wo er in einem Hotel übernachten kann. Aber nach einer Woche geht es weiter: Nach Los Angeles und San Francisco (dann kommt ein unvorhergesehener, aber nicht unwillkommener Schlenker nach Hawaii dazu), durch Mexiko, Mittelamerika und den ganzen südamerikanischen Kontinent bis in die Antarktis. Dabei bleibt ihm wenig erspart, denn jeden Tag muss er auf fremde Leute zugehen, um etwas zu essen und zu trinken und um einen Platz zum Schlafen zu bekommen.


===Meine Meinung===
Auch wenn ich zur „jüngeren“ Generation gehöre und früher VIVA geschaut habe, ist mir Michael Wigge kein Begriff. Mein erster Gedanke war: Nicht schon wieder ein/e Moderator/in, die sich als Autor versucht.

Michael Wigge ist ein Mensch, den viele als Abenteurer bezeichnen würden. Mit einer kleinen Idee fing alles und wurde dann zum Projekt „Ohne Geld bis zur Antarktis“. Von Berlin, über Kanada, die USA bis hin zur Antarktis. Detailliert beschreibt der Autor die unterschiedlichen Etappen, erteilt Tipps zum Leben und Reisen ohne Geld und führt den Leser an die verschiedenen Kulturen heran.

Alleine die Idee ist schon faszinierend. Ständig stellt man sich die Frage, wie ein Mensch ohne Geld wirklich so viele Kilometer reisen kann. Diese Frage hat sich mir als Leser schon nach rund 70 Seiten beantwortet.

Der Einstieg begann schon einmal sehr vielversprechend. In einem lockeren, modernen und leichten Stil wurde ich an die gesamte Situation und an Michael Wigge als Person herangeführt. In der Ich-Person schildert der Autor auf sympathische und humorvolle Art und Weise, seine Erlebnisse. Es beginnt mit seinem Tramp von Berlin nach Köln. Von dort geht es mit der Bahn weiter nach Antwerpen, wo ihn ein Container-Schiff mit nach Kanada nimmt. Damit hatte sich schon mal meine größte Frage, wie man kostenlos nach Kanada kommt, geklärt. Alleine die Erzählung bis zu diesem Punkt ist zwar humorvoll und zaubert ein Lächeln auf die Lippen, sorgt aber auch für Runzelfalten auf der Stirn. Diese wurden im Verlauf des Buches immer größer und die Lachfalten verschwanden gänzlich.

Dieser Mann ist im Augenmerk viele Jugendlicher und was er dann alles zum Besten gibt, zeugt von einem schlechten Vorbild. Hier einige meiner Aufreger. Er wohnt bei einem Freund in Köln bis es weitergeht. Hunger, kein Geld und aushalten lassen will er sich nicht. Löblich, aber warum macht er es dann später bei Fremden?!? Stattdessen „Dumpster Diving“. Es machen viele, aber es ist hier eben illegal. Beinbrechend ist dies jedoch nicht. Wenige Seiten später hat er Geld für eine Fahrkarte, doch statt diese zu kaufen, fährt er lieber schwarz. Statt daraus zu lernen, als er erwischt wird, macht er den gleichen Mist sofort wieder. Wenig später ist er in Kanada. Dort kann er kostenlos bei jemanden wohnen, der wie viele andere Menschen weltweit, ein Zimmer, an Touristen kostenlos vermittelt. Ich denke, er nimmt nichts an und kann es dort kaum erwarten, bis sie ihm Essen anbieten. Was isst er – Haschkekse.
Übersieht man diese Aspekte und geht davon aus, dass jüngere Leser wissen, dass sie dies nicht machen dürfen, kommt das nächste große Thema. Michael Wigge erscheint durch seinen Job eigentlich erfahren genug. Dieses Projekt muss dementsprechend gut geplant worden sein. Trotzdem merkt man an vielen Stellen, dass er sich auf dieses Abenteuer fast gar nicht vorbereitet hat. Er hat weder seine Fitness auf einen notwendigen Level gebracht, noch sich bei Behörden angemeldet, um ohne Rückflugticket zum Beispiel in die USA reisen dürfen. Bei einem solchen Projekt würde ich alles wirklich wichtige vorab schon regeln, damit es nicht wegen so etwas scheitert. Zwar ist es amüsant zu sehen, wie er zittert, wenn eine solche Situation auftritt und wie gut sie immer ausgeht, aber das ist einfach Glück.

Neben seinen Schilderungen über die gesamte Route, geht er auch auf Städte und Länder ein. Er informiert den Leser über die wesentlichen Aspekte. Zwar ist dies nicht sehr ausführlich, aber es genügt. Mehr Informationen hätten langatmig wirken können. Während seiner gesamten Beschreibungen versucht er nicht nur die Eindrücke von den Menschen, sondern auch seine Erfahrungen bezüglich „Kein Geld“ und der Strecke zu vermitteln. Genau da merkt man, dass Michael Wigge kein Autor ist. Wiederholungen über Wiederholungen. In jeder Stadt bekommt er bei 80% der Läden Lebensmittel geschenkt oder klaut aus dem Müllcontainer. Ständig hat er Muskelkater, weil die Strapazen einfach zu viel für ihn sind. Der 40kg Rucksack, 90km laufen und das in der prallen Sonne ist für nicht trainierte Menschen einfach fast unmöglich. So viel zum Thema „Vorbereitung“. Lediglich die Idee, um an Geld zu kommen sind bis zum Schluss originell. Alles andere hat man früher oder später schon einmal gelesen. Klar ist es sein Abenteuer und da wiederholt sich eben vieles, aber oftmals wirkt es langweilig. Zum Beispiel wiederholt er ständig die Website, auf der er sich Zimmer sucht. Nach dem dritten Mal kannte ich den Namen auswendig.
Genauso faszinierend ist es, dass er erwartet, mit einem Zettel, auf dem sein Konzept steht, alles immer kostenlos zu bekommen. Dieses Geschnorre ist teilweise wirklich widerlich. Auf der anderen Seite ist es interessant zu sehen, wie oft es mit diesem Konzept klappt. Und ich habe mich oft gefragt, ob ein Normal-Bürger dies auch so schaffen würde. Denn als normaler Tourist geht er sicherlich nicht durch.
In der Mitte des Buches befinden sich Bilder. Dort angekommen war ich überzeugt landschaftliche Highlight, aber auch bekannte Gesichter und viele Etappen wiederzufinden. In der Regel wurden die Fotos von ihm selbst gemacht. Ausgestreckter Arm, ein Pappschild oder etwas anderes. Mich persönlich haben diese Bilder wirklich enttäuscht. Sein befreundeter Penner, das Hotel in Las Vegas und vieles mehr, wurde gar nicht gezeigt. Auch die Landschaft war nicht unbedingt hübsch. Wenn man nun aber bedenkt, dass er in seinem 40kg Sack sogar eine ganze Kameraausrüstung samt Mikrofon für Filmaufnahmen dabei hat, dann fragt man sich schon, warum dann die Fotos so uninteressant sind. Aber daran merkt man, dass er eher als Reporter mit einer Mission angesehen wurde und viele Vergünstigungen ohne diesen Status sicherlich nicht möglich gewesen wären.

Nach einem Tag hatte ich dieses Abenteuer durch und muss sagen, dass ich enttäuscht bin. Viele Wiederholungen, ständiges Gejammer und dieses aufdringliche Betteln. Das eigentliche, die Reiseroute, die Landschaften, die Bevölkerung wird nur am Rande beschrieben. Klar ist das Augenmerk auf die Reise ohne Geld gelegt, aber etwas weniger detailliert, wäre durch die wegfallenden Wiederholungen besser gewesen. Daher ist es nur bedingt empfehlenswert. Wer Land und Leute kennenlernen will, ist hier falsch. Wer etwas über das Leben als naiver Bettler lesen will, ist hier richtig.

===Bewertung===
Anfangs sympathisch wurde Michael Wigge bald eher aufdringlich und unsympathisch. Wer also Runzelfalten auf der Stirn sammeln möchte, sollte sich dieses Buch kaufen. Es ist zwar leicht zu lesen und gerade zu Beginn noch interessant, aber es fehlt der Pepp durch Land und Leute. Bustickets, Nahrung und Schmerzen dominieren zu sehr. Dafür gibt es zwei Sterne.

===Leseprobe===
Unter nachfolgendem Link gibt es eine Leseprobe des Verlags.

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Mark Scheppert - Mauergewinner

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Copyright by Mark Scheppert


===Buchdaten===
Autor: Mark Scheppert
Titel: Mauergewinner
Untertitel: Ein Wessi des Ostens: 30 vergnügliche Geschichten aus dem Alltag der DDR
Verlag: BoD
Erschienen: 2009
ISBN-13: 978-3839192504
Seiten: 228
Einband: TB
Kosten: 14,90€
Genre: Kurzgeschichten
Serie: -

===Klappentext===
Als Mark Scheppert diese Geschichten 2008 zu schreiben begann, hatte er sich vorgenommen, stellvertretend für seine Generation etwas Neues und Einzigartiges über die DDR zu schreiben. Denn seltsam: In keinem der angeblich so „typischen“ literarischen Denkmälern für dieses verschwundene Land fand er sich wieder. Er gehörte auch nicht zu der Generation von „Zonenkindern“ und wohnte in keiner „Sonnenallee“ und in keinem „Turm“. Seine Jugend, seine Auseinandersetzung mit diesem seltsamen Ort namens DDR, seine Erfahrungen und seine Kämpfe, kamen nirgendwo vor. Und erst recht nicht das Gefühl, das er mit dieser Zeit verband. Komisch. War er so ein Sonderfall?

===Meine Meinung===
Als 83er Jahrgang habe ich noch einige Erinnerungen an die getrennte Zeit und die Zeit nach der Wende. Durch Familie und Freunde, welche aus den neuen Bundesländern kommen, bin ich zudem mit dem Leben in der ehemaligen DDR vertraut. Ich war echt gespannt, wie diese alltäglichen Geschichten von Mark Scheppert geworden sind. Gerade bei eigenen Geschichten, hatte ich Bedenken, dass der Autor ins Jammernde verfällt. Gerade 20 Jahre nach der Wende hört man schließlich oft, wie viele ehemalige Ostdeutsche entweder noch jammern, wie schwer sie es im Vergleich hatten oder wie viel besser es noch war, als die Mauer vorhanden war.

In 30 Geschichten erzählt der Autor aus seiner Kindheit in der DDR. Alltag, Schule, sportliche Aktivitäten, Urlaube, Ferienlager, Konzerte, Familie und vieles mehr wird von ihm aufgegriffen. In einer hübschen Übersicht am Anfang des Buches konnte ich genau sehen, welche witzigen Themen mich während des Buches erwarten.

Wie jede Leseratte habe auch ich Bereiche, die ich gerne lese und welche die ich nicht so gerne lese. Biographien liebe ich, Kurzgeschichten können mich jedoch nur schwerlich erwärmen. Dieses Buch ist eine interessante Kombination dieser beiden Kategorien.

Gleich zu Beginn fällt der lockere Stil von Mark Scheppert auf. Freundlich, offen und modern fängt er mit seinem ersten Erlebnis an. Es geht um eine Bahnfahrt zum Kleingarten und wie diese Bahnfahrt verkürzt wurde. Ich selbst habe als Kind auch Dinge während der Bahnfahrt gezählt, aber Wachhunde fand ich an dieser Stelle traurig, aber auch witzig. Diese Geschichte beinhaltete ein Erlebnis, welches erzählt wurde. Diese Umsetzung finde ich sehr gelungen. Ich habe einen Eindruck von der Situation, der Person, aber auch der Gefühlswelt bekommen. Leider behält der Autor diesen Aufbau nicht bei.
Zum Beispiel sucht er sich ein Thema wie Konzerte, die ersten Brüste, FKK-Strand oder Ferienlager als Oberbegriff. Mark Scheppert erzählt nun eine kleine Anekdote zum Beispiel über sein erstes Mal im Ferienlager. Wenige Sätze später ist er schon deutlich älter und so geht es bis zum letzten Ferienlager durch. Da sämtliche Sprünge durch Absätze gekennzeichnet werden, kam ich zwar nie durcheinander, aber ich konnte kaum eine Verbindung zu ihm und den Situationen aufbauen. Sein Erzählungen kratzen in meinen Augen sehr an der Oberfläche. Zwar lernte ich ihn und auch die DDR damit kennen, aber irgendwie fehlte der Tiefgang. Kaum ein Erlebnis wird farbenfroh und detailliert geschildert. Genauso wurden Fakten der DDR, wie zum Beispiel das Einkaufen nur in ein zwei Wörtern, wie zum Beispiel Einheitspreis, beschrieben. Klar, dass ich als „Wessi“ mehr über die damalige Zeit erfahren wollte. Hier wäre es einfach besser gewesen, wenn er sich wirklich nur auf ein prägendes Erlebnis konzentriert hätte und dieses lebendiger geschildert hätte. So erfahre ich zwar sehr viel, aber manchmal ist weniger besser.

Zudem wiederholt sich der Autor in verschiedenen Kapiteln wieder. Man merkt, wie stolz er ist, dass sein Vater sozusagen Jan Ullrich und Franzi entdeckt hat, aber eine einmalige Erwähnung hätte in meinen Augen gereicht. Das Problem ist einfach, dass er sich schon von Anfang an als Feigling, Schwächling und Sohn mit besonderen Beziehungen. Dadurch wirkt er stellenweise unsympathisch. Es sind dann solche Kapitel, wo er zum Beispiel an Konzertkarten kommt, die auf dem Schwarzmarkt 800DM wert wären, was zeigt, wie gut schon seine Kontakte sind. Aber auf der anderen Seite, wenn er etwas über seine Familie erzählt, wirkt er wieder als lieber Sohn, dass ich ihn sympathisch finde.

Trotz dieser Sprünge und der gemischten Gefühle beim Lesen, konnte ich dieses Buch an einem Stück durchlesen. Wenn die oberflächlichen DDR-Aspekte mal nicht berücksichtigt würden, wäre es eine ganz normale Biographie über alltägliche Dinge, einer Kindheit,wie es weltweit sein könnte. Die ersten Erfahrungen mit Alkohol, Zigaretten, Mädchen, Schulalltag, Familiengeschichten, Aufbesserung des Taschengeldes und vieles mehr. Es ist nett zu lesen, unterhaltsam, aber kein Bestseller. Die DDR-Aspekte sind wie gesagt, leider sehr oberflächlich. Er geht auf Kontaktsperre, Diplomatenstatus, Öffnung der Grenzen, Raritäten der DDR, Jobsituation, Schule und vieles ein. Darüber schwebt aber stets der Status der Eltern. Neubausiedlung, TV, Trabbi, bessere Jobs und Geld.

Nachdem ich diese Lektüre aus der Hand gelegt hatte, war ich echt lange darüber am Nachdenken. Ich kenne durch Verwandte live die abgenutzten Plattenbausiedlungen, weiß wie schwer es Leute ohne Status hatten. Diese Aspekte werden zwar angesprochen, aber manchmal klingt es abfällig, wie zum Beispiel die Ferien bei seiner Oma. Plattenbau, Plumpsklo und gleich ist es schlecht. Für viele war dies jedoch normal. Aber ist es jetzt wegen dieser Argumente ein schlechtes Buch? Definitiv nein. Es ist eben sein Leben und mit jeder Zeile merkt der Leser, dass Mark Scheppert so mit seiner Kindheit und Jugend in der DDR auffrischen, aber irgendwie auch abschließen will. Genauso ist der Vorteil an diesem Werk, dass es an dem eingangs erwähnten Gejammer mangelt. Für mich ein klarer Pluspunkt. Deswegen kann ich das Buch auch empfehlen.

===Bewertung===
Durch die vielen Sprünge und den oberflächlichen Stil fehlt es den Kurzgeschichten an Farbe. Sie sind jedoch leicht, locker und unterhaltsam, wofür ich gerne drei Sterne verteile.

===Leseprobe===
Unter „Buch lesen“ gibt es eine Leseprobe.

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Tanja Kinkel - Die Puppenspielerin

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meine Ausgabe
  

===Buchdaten===
Autor: Tanja Kinkel
Titel: Die Puppenspieler
Verlag: Goldmann
Erschienen: 1995
ISBN-13: 978-3442429554
Seiten: 667
Einband: TB
Kosten: Neu ab 10,00€, gebraucht ab 2€
Genre: historischer Roman
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Im Jahre 1484 gibt der Papst das Signal zur Hexenverfolgung. Und mitten in Deutschland muss ein Zwölfjähriger zusehen, wie seine Mutter auf dem Scheiterhaufen endet. Richard, Sohn eines schwäbischen Kaufmanns und einer schönen Sarazenin, werden die unmenschlichen Bilder für immer verfolgen. Bis ins Haus des reichen Jakob Fugger, der den Neffen seiner Frau aufnimmt und in seinem Hause erziehen lässt. Und später nach Florenz und Rom, wo er für Jakob Fugger arbeiten wird. Im Italien der Medici und Borgia, der Busspredigten eines Savonarola und der grenzsprengenden Kunst eines Michelangelo wird Richard gegen das Erbe seines eigenen Blutes kämpfen. Und er muss sich endgültig entscheiden zwischen Freundschaft und Liebe, zwischen dem Wunsch nach Rache und einem ungebundenen, vorurteilsfreien Leben.

===Meine Meinung===
Historische Werke sorgen bei mir für eine geteilte Meinung. Zwar interessiert mich die historische Lebensweise, bestimmte historische Ereignisse und einige bekannte Figuren, aber oft ist die Sprache bei den Werken altmodisch, sehr trocken und langatmig.

In Werk „Die Puppenspieler“ von Tanja Kinkel wurde ich ins Mittelalter des Jahres 1484 entführt. Es ist der Zeitpunkt, wo die Hexenverfolgung seine Anfänge hat. Richard, 12 Jahre alt, muss mit ansehen, wie seine Mutter, eine Sarazenin, die nach dem Tod ihres deutschen Mannes, als Hebamme arbeitet, auf dem Scheiterhaufen landet. Unschuldig wird sie als Hexe verbrannt. Von der Klosterschule, die mitverantwortlich für den Tod seiner Mutter ist, geht es zur Schwester seines Vaters. Dort wird er herzlich aufgenommen. Jakob Fugger, ihr Mann, nimmt sich seiner an und Richard beginnt in seine Fußstapfen zu treten. Er wird ein Puppenspieler, dessen Figuren die Menschen sind. Doch irgendwann muss auch er sich entscheiden zwischen Rache und der wahren Liebe.

Die Thematik der Hexenverfolgung fasziniert mich sehr. Daher war ich sehr erfreut, dass ich schon nach wenigen Seiten feststellen durfte, dass Tanja Kinkel dieses Thema in einem lockeren, modernen und detaillierten Stil. Ich konnte den Inhalt flüssig lesen und fand die Umsetzung gut verständlich. Gleich zu Beginn wurde mir auf amüsante Art und Weise der Protagonist Richard vorgestellt. Ich lernte ihn als lustigen, frechen, wissbegierigen und intelligenten Jungen, der nicht auf den Mund gefallen ist, kennen. Alle relevanten Details wurden liebevoll in Szene gesetzt. Mir war Richard sofort sympathisch. Zugleich wurde die gesamte Situation über den Tod des Vaters, die Herkunft der Mutter und ihre Arbeit aufgegriffen. Für mich stellte dies einen wirklich gelungenen Einstieg dar.
Es dauerte nicht lange, bis es zu der Verbrennung, welche im Klappentext genannt wurde, kam. Bildhaft wurde der Verlauf der Anklage bis hin zum Eintreten des Todes auf dem Scheiterhaufen beschrieben. Dabei achtete die Autorin genau darauf, mir als Leser beide Seiten verständlich zu erklären. Zum einen die Seite der Kirche und des Mobs, auf der anderen Seite die Meinung weniger denkender Menschen. Ich empfand es als schockierend und bewegend zu gleich. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich schon in dieses Buch verliebt.
Dann begann der nächste Teil des Buches und ich befand mich mit Richard bei seiner neuen Familie. Leider wurde das Buch für mich ab diesem Teil immer langatmiger. Politische Dinge wurden bis ins kleinste Detail besprochen. Der Schreibstil hatte sich mit diesem neuen Abschnitt nicht geändert, aber die Thematik wurde einfach langweiliger, wie ich persönlich fand. Die eigentliche Geschichte um Richard empfand ich allerdings noch immer spannend und interessant. Dadurch kam ich häufig an den Punkt, wo ich einfach einige Seiten im Buch vor blättern wollte, um wieder zu einer Passage zu gelangen, die nicht so trocken wirkte. Während die Geschichten rund um die Familie und Richard wirklich lebendig und farbenfroh waren, wirkten die anderen geschichtlichen Aspekte zwar detailliert, aber extrem in die Länge gezogen. Die Autorin versuchte stellenweise die Geschichte einfach zu sehr auszubauen, immer neue historische und politische Situationen einzubauen. Dadurch ging für mich die traurige Eingangssituation mit Richards Mutter immer wieder zu sehr unter. Schließlich geht es um die Hexenverfolgung. Dies wird erst viel später wieder richtig aufgegriffen. In meinen Augen zu spät. Erst das letzte drittel des Buches begann wieder den Reiz auf mich zu haben, wie der Einstieg. Ich denke, wenn Tanja Kinkel das Buch auf 400 Seiten gekürzt hätte, hätte sie mich als Leser durchgehend fesseln können. Zudem ist der politische Anteil stellenweise so breit gefächert, dass vieles einfach zu verworren klang und ich Schwierigkeiten hatte den ganzen Begebenheiten zu folgen. Neben der Politik, gibt es genügend Intrigen und Fehden zu lesen. Stellenweise denkt man sich nur - nicht schon wieder. Zwar ist dies verständlicher, aber einfach zu viel. Gerade durch die vielen und teilweise nur kurzfristig wichtigen Namen, kam ich oft durcheinander, wenn ich nicht sehr genau gelesen habe. Dieses Buch muss trotz langatmiger Passagen wirklich genau gelesen werden, um nichts wichtiges zu verpassen.
Bei Figuren, Schauplätzen und wichtigen Situationen finde ich einen solchen Detailreichtum angemessen und gut, aber man muss als Autor wissen können, wann es für Leser einfach zu viel ist. 200 Seiten weniger und es wäre eins der besten historischen Werke in meiner Leselaufbahn gewesen.
Trotzdem mich dieses Werk an einigen Stellen nicht überzeugen konnte, ist es im Gesamtbild eine schöne und interessante Geschichte, die mir einen guten Einblick ins späte Mittelalter gegeben hat. Daher kann ich das Werk auch empfehlen.

===Bewertung===
Kurz, ist manchmal besser. In diesem Fall wäre es so gewesen. Eine interessante, dramatische Geschichte geht hier stellenweise in den Nebenhandlungen unter. Wenn die eigentliche Geschichte jedoch durchstößt, ist es ein spannendes, interessantes und bewegendes Werk. Für die Mischung bekommt es drei Sterne.

===Leseprobe===
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Michael Ende - Die unendliche Geschichte

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===Buchdaten===
Autor: Michael Ende
Titel: Die unendliche Geschichte
Verlag: Carlsen
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3551359353
Seiten: 480
Einband: Taschenbuch
Kosten: 9,95€
Genre: Fantasy-Kinderbuch
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Der Junge Bastian Balthasar Bux stößt in einer Buchhandlung auf ein Buch, "Die unendliche Geschichte", das ihn in eine andere Welt entführt, nach Phantsien. Dort erhält er von der kindlichen Kaiserin ein Medaillon als Zeichen der unbeschränkten Macht. "Tu was du willst" lautet die Inschrift, und Bastian deutet die Worte zuerst als "Tu was dir beliebt" und gerät damit immer tiefer in den Strudel ungezügelter, vergessen machender Phantasie. Bis er erkennt, dass das Motto auch bedeuten kann "Tu wozu es dich gerade innerlich drängt, was dein eigentlicher Wille ist". Ohne Atreju, seinen Freund, hätte er nie herausgefunden aus diesem Land ohne Grenzen, denn dieser erklärt ihm, dass die kindliche Kaiserin auf der Suche ist nach einem Retter für Phantsien und Atreju beauftragt hat, diesen zu suchen. Ohne den Glauben der Menschen an Phantsien werden alle Bewohner dieses Landes zur Lüge, und das darf nicht geschehen. Daher muss Bastian zu seinem Leben außerhalb des Buches zurückkehren, um den Menschen das "Wasser des Lebens" zu überbringen und die Phantasie zu retten: "Es gibt Menschen, die können nie nach Phantsien kommen, und es gibt Menschen, die können es, aber sie bleiben für immer dort. Und dann gibt es einige, die gehen nach Phantsien und kehren wieder zurück. So wie du, Bastian. Und sie machen beide Welten gesund."

===Meine Meinung===
„Die unendliche Geschichte“ ist ein Kinderbuch, welches jung und alt schon seit Jahren fasziniert. Als Kind habe ich schon vor vielen Jahren die Filme immer wieder gerne gesehen. Trotzdem habe ich es als Leseratte nie geschafft, das Buch zu lesen – bis heute.

Michael Ende erschafft den jungen, dicklichen und feigen Protagonisten Bastian Balthasar Bux, der regelmäßig von seinen Mitschülern gehänselt wird, seine Mutter verstorben ist und dessen Welt um Bücher kreist. Genau ein solches Buch beschert ihm das Abenteuer seines Lebens. Eines Tages fällt ihm zufällig das Buch „Die unendliche Geschichte“ in die Hände und klaut es kurzer Hand. Auf dem Dachboden der Schule beginnt er zu lesen. Das Buch handelt von dem Land Phanasien, welches von der kindlichen Kaiserin reagiert wird. Sie ist schwer krank und braucht einen neuen Namen, damit sie gegen das Nichts, welches Phantasien verschlingt kämpfen kann. Beim Lesen merkt Bastian immer mehr, dass die Geschichte seine Hilfe braucht und wird kurze Zeit später ins Buch hineingezogen. Nun beginnt das Abenteuer für Bastian, welches viele Gefahren und Hindernisse birgt.

Der Aufbau dieser komplexen Geschichte ist dem Autor, aber auch dem Verlag perfekt gelungen. In 26 Kapiteln auf 480 Seiten erzählt Michael Ende dieses Abenteuer um Phantasien und den kleinen Helden Bastian. Gerade am Anfang, wo sich Bastian noch in der realen Welt befindet und im Buch liest, werden die Sprünge mit unterschiedlichen Schriftfarben deutlich gemacht. In Phantasien ist der Text in blauer Schrift, während der Text in der realen Welt rot gehalten ist. Eine Verwechselung ist dadurch ausgeschlossen.

Den Film habe ich zuletzt vor 10 Jahren gesehen, trotzdem wusste ich noch genau, wie die Figuren im Film umgesetzt wurden. Aus diesem Grund war ich am Anfang sehr überrascht, als ich die Beschreibung vom Protagonisten Bastian erhielt. Er wird im Buch als klein und dick beschrieben. Im Film war er jedoch klein und sehr dünn. Nichtsdestotrotz sind die einzelnen Charaktere sehr liebevoll gestaltet und von einigen kleineren äußeren Merkmalen wurden sie im Film gut umgesetzt. Beim Lesen zumindest habe ich als Leser gemerkt, wie viel Herzblut der Autor in die Entstehung der vielen einzelnen Figuren gesteckt hat. Diese sind sofort sympathisch und wachsen zumindest mir mit jeder neuen Seite ans Herz. Die gleiche liebevolle Schreibweise durfte ich auch bei allen anderen Punkten, wie zum Beispiel Schauplätze, Handlungsweisen und Emotionen feststellen. An vielen Stellen kamen mir die Bilder des Films sofort in den Kopf, aber selbst wenn dies nicht der Fall war, konnte ich jede Handlung und Emotion nachvollziehen, und die fehlenden Bilder im eigenen Kopf vervollständigen. Liebevoll wurde alles gestaltet bis ins kleinste Detail.

Dabei verliert sich Michael Ende jedoch nicht in seinen Beschreibungen, wie es vielen anderen Autoren leider Gottes passiert. Er vergisst nicht, dass ein Kinderbuch wie dieses spannend sein muss. Dieses fantastische Abenteuer baut sich nach und nach immer mehr auf. An keiner Stelle ist es jemals langweilig oder langatmig. Immer passiert etwas Neues, welches mich in den Bann gezogen hat, sodass ich es nur schwer aus der Hand legen konnte.

Die Geschichte ist kindgerecht, spannend, farbenfroh und lebendig. Für Kinder ab 10 Jahren. Es ist weder brutal, noch verstehen Kinder in diesem Alter etwas nicht. Selbst mein 7jähriger Stiefsohn mag dieses Buch sehr gerne. Er fürchtet sich nicht und möchte immer weiter vorgelesen haben. Das zeigt, dass auch jüngere Kinder dieses Buch lieben würden.

Empfehlen kann ich das Buch jung und alt. Auch nach Jahren ist diese Geschichte unendlich schön zu lesen. Egal, ob man den Film kennt oder nicht, das Buch ist ein Highlight.

===Bewertung===
„Die unendliche Geschichte“ wurde unendlich liebevoll geschrieben. Detailliert, spannend, voller Fantasie und doch nicht künstlich, und dabei ist es fesselnd für alt und jung. Michael Ende hat sich mit diesem Werk fünf Sterne verdient.

===Leseprobe===
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Wolfgang Hohlbein - Krieg der Engel

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===Buchdaten===
Autor: Wolfgang Hohlbein
Titel: Krieg der Engel
Verlag: Ueberreuter
Erschienen: 2004
ISBN-13: 978-3800051403
Seiten: 563
Einband: HC
Kosten: 16,95€
Alter: ab 12 Jahren
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Der 15-jährige Eric hat stets denselben Traum: Ein weißer Engel steht mit brennendem Gefieder auf dem Dach einer gewaltigen schwarzen Kathedrale. Und immer endet dieser Traum kurz bevor sich entscheidet, ob der Engel leben oder die Apokalypse über die Welt hereinbrechen wird …
Eric ist sicher, dass die düsteren Bilder eine Warnung enthalten. Als bald darauf seine Eltern verschwinden, gerät seine Wirklichkeit vollends ins Wanken. Er wird hineingerissen in den Kampf der weißen und schwarzen Engel. Ein Kampf, dessen Ausgang über die Zukunft der Welt entscheidet.

===Meine Meinung===
Nachdem ich die „Märchenmond-Trilogie“ regelrecht verschlungen habe, wollte ich nun auch „Krieg der Engel“ lesen. Eigentlich bin ich kein großer Fan von Geschichten, welche sich mit Engeln beschäftigen, aber der Autor hat mich schon häufig positiv überrascht.

Die Geschichte beginnt mit Erics immer wiederkehrenden Alpträumen. Sein Traum handelt von einem brennenden Engel, der von einer Kathedrale fällt. Doch bevor der Engel aufkommt, wacht Eric immer schweißgebadet auf. Nach einem solchen Alptraum sieht er tatsächlich einen Engel in seinem Zimmer. Völlig verwirrt wendet er sich an seine Lehrerin, um etwas über Engel und vielleicht den Traum zu erfahren. Bei diesem Gespräch explodiert das Eiscafe und für Eric beginnt sein Kampf mit dem dunklen Engeln.

Gerade der Anfang begann sehr spannend und selbst einen Leser, der sich für die Engel-Thematik interessiert, merkt schon nach einigen Seiten, dass es ein spannender Roman werden könnte. Der spannende Einstieg wurde jedoch nicht beibehalten. Sämtliche spannende Aspekte wirken irgendwie gleich. Ich hatte oftmals das Gefühl, dass Wolfang Hohlbein nur eine Idee hatte, die er in unterschiedlichen Farben beschreibt. Mal explodiert das Eiscafe, dann explodiert die Schule. Dann überfallen ihn Rowdys sowohl beim Eiscafe und später in der Stadt erneut. Spannungsfaktoren kommen hier immer im Doppelpack vor. Man könnte es auch als künstlich in die Länge gezogen bezeichnen.
Doch nicht nur beim Geschehen zeigt sich, wie unkreativ der Autor bei diesem Werk ist, sondern auch bei seinen Beschreibungen. Eric, aber auch seine Freunde und die Familie werden zwar eingeführt, aber ich hatte während des gesamten Buches kein Bild vor meinen Augen. Blasse Charaktere kommen auch bei guten Autoren vor, jedoch empfand ich es als großen Störfaktor, dass er sich nicht mal bei wichtigen Details, wie zum Beispiel dem Bösen oder den Engeln richtig Mühe gegeben hat. Blass ohne Leben, würde ich sagen. Gerade bei diesem Thema „Engel“ empfinde ich dies als schwache Leistung.
Zudem war die Geschichte sehr vorhersehbar. Ich wurde an keiner Stelle überrascht oder bekam das Gefühl, dass ich ein überraschendes Ende erwarten würde. Im Grunde wusste ich schon nach 250 Seite, wie das Buch ausgehen würde. Zwar war meine Vermutung noch etwas ausgeschmückter, jedoch völlig richtig. Je mehr sich das Buch dem Schluss näherte, desto langweiliger fand ich es sogar. Zum einen ahnte ich den Ausgang, zum anderen baute sich durch die Wiederholungen keine Spannung auf. Der Endkampf ist interessant, aber haut definitiv nicht vom Hocker. Ich habe eine gewaltige Schlacht, ein Inferno erwartet, aber das hätte wohl mehr Einfälle vorausgesetzt.
Die Geschichte selbst ist durch ihren leichten Stil gar nicht so schlecht zu lesen. Es ist kein Highlight, aber ich habe schon schlechtere Werke von ihm gelesen. Allerdings merkt man diesem Werk an, dass Wolfang Hohlbein in diesem Fall keine Zeit mit Recherchen verschwendet hat. Ein Werk so voller Fehler hätte ich nie erwartet.
Zum Beispiel hat Eric nur das Neuste vom Neusten. Den tollsten und modernsten PC, aber einen uralten Monitor mit übertriebenem Gewicht. Das Gewicht allein ist schon unmöglich, aber warum hat er keinen Flatscreen? Die Rede ist ständig von drei Reitern der Apokalypse, aber eigentlich sind es vier. Auch verwendet er den Begriff Cherubi bei Erics Schutzengel, dabei versperren diese Engel den Weg ins Paradies.

Die Kombination aus Wiederholungen, Fehlern, Vorhersehbarkeit und Langeweile sorgen definitiv nicht dafür, dass mich dieser Hohlbein überzeugt. Es ist zwar leicht und locker zu lesen und man möchte auch wissen wissen wie es ausgeht. Erschwert wird das Lesen jedoch durch fehlende Kapitel oder zumindest Absätze. Es gab kaum Stellen, wo ich wirklich eine Pause hätte einlegen können. Im Grunde musste ich stets mitten in einer Handlung pausieren.

Eine nette Idee, die Wolfgang Hohlbein jedoch nicht überzeugend umgesetzt hat. Daher kann ich das Buch leider nicht empfehlen.

===Bewertung===
„Krieg der Engel“ ist ein interessante Idee, die durch Fehler, Vorhersehbarkeit und Wiederholungen leider nicht hervorsticht. Es handelt sich um einen Roman, der wie ein seichter Fluss vor sich hin fließt. Dafür gibt es lediglich zwei Sterne.
   
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Jana Kleinkes - Schattenopfer

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Copyright by Sarahs Bücherwelt


===Buchdaten===
Autor: Jana Kleinkes
Titel: Schattenopfer
Verlag: epubli Verlag
Erschienen: 12. 2010
ISBN-13: 978-3869319308
Seiten: 160
Einband: Taschenbuch
Kosten: 12.00€
Genre: Fantasy
Serie: -

===Genehmigter Klappentext===
Sind Katana, sogenannte Schattenopfer nur ein Mythos?
Lange Zeit lebten sie unerkannt zwischen den Menschen. Alles Leid und alles Unglück lenkten sie auf sich und wahrscheinlich wäre es immer so weitergegangen, wenn nicht eines Tages, die Katana von Saya, Nebai Lebana, während einer Mission in schwerwiegende Probleme geraten wäre.
Ein Ereignis jagt das Nächste und wird alles für immer verändern.

===Meine Meinung===
Kantana, Schattenopfer? Ich muss zugeben, als ich den Klappentext gelesen hatte, wusste ich nicht was mich erwarten würde. Das Cover war genauso verwirrend. Es ist durch den schwarzen Hintergrund passend, aber was genau das helle darstellen soll, bleibt wohl immer ein Rätsel, da die Autorin es nicht jedem verrät.
Als Leser wurde ich in eine Welt geworfen, die ich einfach nicht einordnen konnte. Spielt die Geschichte in der Gegenwart, Zukunft, Vergangenheit und wo genau befand ich mich überhaupt. Zwar wird der Ort genannt, aber ich fühlte mich irgendwie anfangs fremd. Das lag aber vielleicht auch an den vielen fremdklingenden Namen. Auch mein Stiefsohn fragte mich, wo sich denn Saya befindet.
Was bei der Ortsbeschreibung am Anfang zu kurz kam, wurde bei der Figurenbeschreibung wieder aufgeholt. Jana Kleinkes führt liebevoll und knackig die wichtigsten Charaktere ein. Dadurch das die Autorin ihre Geschichte aus Sicht einer dritten Person schreibt, konnte ich jeden Charakter kennenlernen und musste mich nach dem schweren Einstieg nicht noch in eine bestimme Figur hineinversetzen. Ich hatte dadurch die Möglichkeit, Sympathien für jede einzelne Figur nach und nach zu entfalten. Man merkt, dass Jana Kleinkes viele unterschiedliche Charaktere ins Leben gerufen hat. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Jedoch musste ich bei diesem Punkt feststellen, dass ihr eigenes Bild, nicht unbedingt mit meinem Kopfkino zusammenpasste. Zum Beispiel stellte ich mir bei Joanas Einführung ein Mädchen von 8-12 Jahren vor. Im späteren Verlauf wird es jedoch minimal intimer und man merkt, dass dieses Alter definitiv falsch ist.
Dies ist aber nur nebensächlich, wenn man die gesamte Geschichte betrachtet. Jana Kleinkes Geschichte geht um Nebai, den Katan von Saya. Er wurde von Onbabu ins Nachbarreich geschickt, um dort für ihn zu spionieren. Doch statt Nebai kommt nur seine tierische Freundin, ein Falke, blutend zurück. Irgendetwas muss passiert sein. Joana und andere Freunde machen sich auf den Weg, um Nebai zu retten.

Wer erstmal verstanden hat, was es mit den fremdklingenden Namen auf sich hat, wird von dieser Geschichte schnell gefesselt. Jana Kleinkes versteht es den Leser zu fesseln. Immer neue Wendungen, Spannungsbögen und liebevolle Details haben mir viel Freude bereitet. Trotzdem es sich hier um ein Kinderbuch für Leser ab 12 Jahren handelt, konnte mich das Buch packen. Anfangs habe ich die Geschichte mit meinem 7jährigen Stiefsohn zusammen gelesen. Jedoch musste ich dies abbrechen, als die Beschreibung zu dem Ort kam, wo Nebai verschwunden ist. Es ist von Leichen und Blut die Rede. Für 12jährige Leser sicherlich in Ordnung, da keine Details genannt werden, für jüngere Leser aber nicht unbedingt empfehlenswert. Später fragte ich mich aber, ob die Wahl der Altersangabe nicht lieber 14 hätte sein sollen. Die Beschreibung der Liebesszenen, besonders die detaillierten Küsse, könnten viele Eltern als störend empfinden. Es ist weder vulgär beschrieben, sondern auf ganz natürliche Art und Weise. Kinder lesen es, aber manche Eltern sind dafür eben noch nicht modern genug.
Die Idee hinter der Geschichte fand ich sehr schön. In der Mitte des Buches hatte ich allerdings das Gefühl, dass zwei Geschichten verknüpft wurden. Nebais Verschwinden, seine spätere Amnesie und dann kommt etwas ganz unerwartetes. Es war für mich zwar zusammenhängend, aber so, als würde ich Band eins und Band zwei lesen. Auf den ersten Blick ist dies überraschend. Für Kinder finde ich dies jedoch gut, da sie so nicht mit zu vielen und langatmigen Passagen überfordert werden. Der Inhalt ist dadurch ähnlich, wie der Aufbau des Buches. Knackig, viele kurze Absätze und Kapitel. Auch die Sprache, welche die Autorin wählt, ist für das Alter angemessen. Schwere Worte oder lange Sätze werden hier gemieden.

Der Schluss ist zwar abgeschlossen lässt jedoch einige Fragen offen. Ob dies beabsichtigt für eine Fortsetzung oder unbeabsichtigt war, kann ich allerdings nicht einschätzen.

Nachdem lesen war mein erster Gedanke – Ungewöhnlich. Ungewöhnlich heißt jedoch in diesem Fall nicht gleich schlecht. Es ist eine einmalige Geschichte. Es macht Spaß die Geschichte zu lesen und sie ist von vorne bis hinten durchdacht. Es wirkt nicht künstlich, langgezogen oder unlogisch. Die Spannungsbögen kommen immer am richtigen Platz, sodass jüngere Leser nie der Langeweile verfallen. Ich bekam jedoch durch die obengenannten Kleinigkeiten das Gefühl, dass die Autorin sich hier auf Neuland bewegt, und noch etwas Feinschliff benötigt. Wie zum Beispiel, dass dem Leser andere Bilder entstehen, als der Autor vorgeben möchte; oder man anfangs gar nicht weiß, wo man sich befindet.Trotzdem kann ich das Buch sowohl jung, als auch alt empfehlen. Auf Markt ist diese Geschichte einzigartig.

===Bewertung===
Ungewöhnlich und trotzdem schön zu lesen. Ein schwerer Einstieg, aber es kann sich lohnen. Selbst wenn an einigen Stellen der nötige Feinschliff fehlt, ist es eine schöne Fantasy-Geschichte, die drei Sterne von mir bekommt.

===Leseprobe===
http://www.epubli.de/preview/publication/5086
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Gerd Ruebenstrunk - Arthur und die vergessenen Bücher

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Copyright by arsEdition

===Buchdaten===
Autor: Gerd Ruebenstrunk
Titel: Arthur und die vergessenen Bücher
Verlag: arsEdition
Erschienen: 07.2009
ISBN-13: 978-3760736280
Seiten: 384
Einband: HC
Kosten: 16,95
Genre: Fantasy
Serie: Arthur

===Klappentext===
Manche Bücher sind anders als andere Bücher. Manche Bücher haben magische Kräfte. Und manche Bücher können den Lauf des Schicksals beeinflussen . . . Von all diesen Geheimnissen ahnt Arthur nichts, als er in den Ferien in einem Antiquariat aushilft. Doch als plötzlich ein merkwürdiger Fremder auftaucht und den alten Buchhändler bedroht, beginnt für Arthur eine gefährliche Jagd. Gemeinsam mit Larissa, der Enkelin des Buchhändlers, muss er das geheimnisvolle Buch der Antworten finden, bevor es in die falschen Hände gerät. Ihre Suche führt die beiden über Amsterdam bis nach Bologna immer tiefer hinein in die rätselhafte Welt der vergessenen Bücher . . .

===Meine Meinung===
Allein schon das Cover des Buches ist ein absolutes Highlight. Imitierte Goldbeschläge an den Kanten, das leuchtende Grün und die liebevolle Zeichnung sprechen für sich. Die Zeichnungen, welche auf dem Cover zu finden sind, verteilen sich über das gesamte Buch, sodass Kinder viel zum Anschauen und Entdecken haben.

Arthur ist noch sehr klein, als ihn sein Vater zum ersten Mal mit zu diesem Buchhändler nimmt. Seit diesem Augenblick ist Arthur dort Stammkunde und lesen wird seine größte Leidenschaft. Im Alter von 12 Jahren fragt ihn der Buchhändler, ob er nicht in seinem Antiquariat während der Ferien aushelfen und diese Zeit bei ihm und seiner Enkelin Larissa wohnen möchte. Das Ganze wird nun schon zwei Jahre praktiziert, als der Buchhändler eines Tages auf ihn zu kommt und ihm etwas von vergessenen Büchern berichtet. Dieses Buch ist gefährlich und wird seit jeher versteckt, damit es nicht in die Hände der Falschen gerät. Nun ist ein Hinweis zu einem dieser Bücher aufgetaucht und es muss gefunden werden, bevor die Bösen es in die Finger bekommen. Aus diesem Grund schickt der Buchhändler Larissa und Arthur nach Holland, wo der erste Hinweis entdeckt wurde. Es beginnt eine lebensgefährliche Jagd nach diesem Buch, denn schon auf der Hinfahrt merken sie, dass sie verfolgt werden. Der Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Gleich zum Anfang des Buches befindet sich ein Kapitel, sodass die jungen Leser gleich sehen, wie viele Kapitel es gibt, wie lang sie sind und wie sie alle heißen. In der Regel sind die Kapitel mit 20 Seiten für Kinder ab 10 Jahren nicht zu viel. Ansonsten befindet sich ein Band am Buch, um den aktuellen Pausenort zu markieren.
Dieses wird jedoch selten gebraucht. „Arthur und die vergessenen Bücher“ gehört zu den Lektüren, die man anfängt und gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Gerd Ruebenstrunk weiß, wie er junge, aber auch alte Leser fesseln kann. Leichtfüßig führte er mich als Leser an den Protagonisten Arthur heran. Ich lernte ihn als kleinen Jungen kennen und durfte ihn auf seinen Abenteuer im Antiquariat begleiten. Dadurch, dass ich Arthur schon so jung kennenlernen durfte, konnte ich mich sehr schnell in diese Figur hineinversetzen. Arthur wird so detailliert beschrieben, dass es schwer fällt ihn nicht zu mögen. Aber nicht nur Arthur wird so liebevoll beschrieben, sondern auch die anderen Figuren. Jede Figur bekommt von Gerd Ruebenstrunk einen lebendigen Charakter, der wie die Faust aufs Auge passt. Bis auf die Bösewichte wirkt niemand unsympathisch. Der Sprachstil selbst ist kindgerecht gehalten. Fachbegriffe werden erklärt, die Wortwahl ist auf die jungen Leser abgestimmt und die Sätze sind in einer angenehmen Länge. Kinder werden mit diesem Stil nicht überfordert.

Auch bei der Handlung merkte ich sofort, wie viel Liebe der Autor in dieses Werk investiert hat. Durch den spannenden und düsteren Prolog ist der Leser schon gefesselt. Schließlich möchte man wissen, wer diese Figuren sind und in welchen Zusammenhang sie später mit Arthur stehen. Dieses Rätsel wird für den Leser schnell aufgedeckt. Es warten jedoch zahlreiche Rätsel auf den Leser und auf Arthur. Gerd Ruebenstrunk baut in seine Geschichte immer neue Wendungen, Geheimnisse, rätselhafte Ereignisse und Rätsel ein, die den Protagonisten fordern, den Leser jedoch mit neuer Spannung versorgen. Realistische Verfolgungsjagden, Einbrüche und vieles mehr packen. Man merkt an diesen Punkten, wie gut der Autor recherchiert hat. Er kennt sich genau mit dem Knacken von Schlössern aus, baut gute Hilfsmittel, wie zum Beispiel einen Leatherman ein, kennt sich geschichtlich und ortstechnisch sehr gut aus. Bei seinen Beschreibungen habe ich alles direkt vor meinem Auge gesehen. Obwohl ich noch nie in den Niederlanden war, bekam ich das Gefühl vermittelt, sollte ich je dorthin reisen, ich bräuchte keinen Stadtplan. An keiner Stelle bekam ich das Gefühl, dass der Autor Seiten schindet, unlogische Handlungen einbaut oder nicht weiß, worüber er schreibt. Zwar wusste ich als Leser immer genau, wann die Bösewichte wieder zugreifen, woher sie jedoch ihre Informationen haben, konnte der Autor sehr lange gut verbergen. Auch bei anderen Punkten schafft der Autor vieles zu verschleiern, sodass man dem Ende regelrecht entgegen fiebert.
Das Ende ist sogar noch besser, als ich erwartet habe. Magisch, spannend und es beantwortet alle Fragen.
Mir als Erwachsenen hat das Buch sehr gut gefallen. Zeitgleich habe ich dieses Buch meinen Stiefsohn vorgelesen. Mit seinen sieben Jahren liegt er zwar unter dem empfohlenen Alter von zehn Jahren, aber er ist mit großer Begeisterung dieser Geschichte gefolgt. Er konnte sich sehr gut in die Geschichte hineinversetzen, hat mit den Figuren mitgefiebert, sich vor den Bösewichten leicht gegruselt und fand es nie langweilig. Leider hat der Autor vergessen, dass junge Leser nicht unbedingt sprachbegabt sind. Um es authentischer zu schreiben, baut er die landestypische Sprache ein. Es sind leichte Sätze, die für die Handlung nicht wichtig sind, aber man möchte trotzdem wissen, was genau gesagt wird. Ich kann mir vieles als Erwachsener herleiten, muss aber schon eingestehen, dass ich vieles selber nicht verstanden habe. Mein Sohn hingegen verstand nur Bahnhof. Auch seine 10jährige Cousine konnte mit diesen Sätzen nichts anfangen. Wären sie im Text danach noch einmal übersetzt worden, wäre dies für Kinder schöner gewesen. So weiß mancher Leser nicht, was gemeint ist und auch wenn es nicht wichtig ist, stört dies. Dadurch wirkt es aber in meinen Augen noch authentischer.

Das Buch ist nicht nur spannend, sondern auch lehrreich. Kindern wird gezeigt, wie Erwachsene lügen. Man darf nicht zu leichtgläubig sein, gerade wenn eine fremde Person einem etwas erzählt. Zudem lernen Kinder, dass wenn sie an sich glauben, sie auch über sich hinauswachsen können. Es zeigt den jungen Lesern ebenfalls, wie unterschiedlich Charaktere sein können, wie gut sich dies aber zeitgleich ergänzen kann. Zwei völlig unterschiedliche Charaktere können am Ende die besten Freunde sein, da sie von dem Anderen lernen können.

Der magische Fantasy-Anteil ist nicht übertrieben eingebaut. Dadurch wirkt es an keiner Stelle künstlich, denn schließlich muss sich diese Magie keiner Fantasy-Welt, sondern der realen Menschenwelt anpassen. Dies ist dem Autor sehr gut gelungen.

Mir persönlich, aber auch den Kleinen hat das Buch sehr gut gefallen. Daher kann ich dieses Werk jung und alt ohne Bedenken empfehlen. Mein Sohn und ich freuen uns schon auf den dritten Teil, der diesen Januar erscheinen wird, damit wir die anderen beiden Bücher auch noch lesen können.

===Bewertung===
Spannend, magisch, kindgerecht und authentisch, so kann man „Arthur und die vergessenen Bücher“ beschreiben. Egal ob jung oder alt, dieses Buch wird durch seinen lebendigen Stil unvergesslich. Für mich bekommt dieses Buch fünf Sterne.


===Leseprobe===
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Jason Lethcoe - Der mysteriöse Mr. Spines - Wings

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Copyright by arsEdition

===Buchdaten===
Autor: Jason Lethcoe
Titel: Wings - der mysteriöse Mr. Spines Band 1
Originaltitel: The mysterious
Verlag: arsEdition
Erschienen: 07.2010
ISBN-13: 978-3760753232
Seiten: 218
Einband: HC
Kosten: 12,95€
Genre: Fantasy
Alter: ab 10
Serie: Der mysteriöse Mr. Spines

===Klappentext===
Edward, gerade mal 14 Jahre alt, gilt als Sonderling: Er stottert, ist eine fast 2 m lange »Bohnenstange«, baut am liebsten Kartenhäuser und dann ist da diese merkwürdige Stelle auf seinem Rücken, die juckt und juckt bis ihm eines Tages schwarze Flügel wachsen! Von diesem Moment an ist nichts mehr wie es einmal war. Auf der Flucht vor Whiplash Scruggs, der es auf seine Flügel abgesehen hat, bekommt Edward unerwartet Unterstützung von dem mysteriösen Mr. Spines. Mit ihm taucht er ein in eine unbekannte Welt: die Welt nach dem Tod, die von einem abgrundtief bösen Geschöpf beherrscht wird . dem Schakal! Ob Edward tatsächlich der Sohn eines gefallenen Engels und damit der prophezeite Erlöser ist? Er selbst hat vorerst nur ein Ziel: seine Mutter aus den Klauen des Schakals zu befreien.

===Meine Meinung===
Schon ein Blick auf das Cover macht Lust auf dieses Buch. Das Hardcover-Buch wirkt mit diesem dunklen blau und der silbernen Schrift sehr edel. Die Figur passt hervorragend zum Inhalt.

Gleich zu Beginn der Geschichte wurde mir der 14jährige Edward vorgestellt. Nachdem Tod seiner Mutter, wurde er von seiner Tante in eine Schule abgeschoben wurde. Mit seinen zwei Meter Länge, der schlacksigen Figur und seinem Stottern eckt er überall an. Ohne Freunde liest er viel und baut spektakuläre Kartenhäuser. Eigentlich hätte er es schlechter treffen können, wenn sein Rücken nicht penetrant jucken würde. Nach einer Prügelei muss er mit seinem Feind nachsitzen. Dabei lernt er Whiplash kennen, der ein besonderes Auge auf ihn geworfen hat. In seiner Nähe brennt der Rücken wie Feuer bis aus seinem Rücken zwei Engelsflügel herauswachsen. Danach ist nichts mehr wie es war. Whiplash gehört zu den Gefallenen, die ihm die Flügel abnehmen wollen. Nur der mysteriöse Mr.Spines will ihm helfen. Dieser verrät ihm, dass seine Mutter von den Gefallenen gefangen gehalten wird. Nun hat Edward ein Ziel, seine Mutter zu retten.

Die Handlung dieses Buches ist wirklich ausgefallen, vor allen Dingen, wenn man bedenkt, wie dieses Buch entstanden ist. In einem Vorwort erklärt der Autor dem Leser, dass er sich bei seinen Werken die Frage „Was wäre wenn,...“ stellt. Hier kam die Frage auf: „Was wäre wenn, einem Jungen Engelsflügel wachsen würden?“. Das Ergebnis ist ein bezauberndes Kinderbuch.
Nachdem mir erklärt wurde, wie er auf die Idee zu dem Werk gekommen ist, erwartete mich ein hübsches Inhaltsverzeichnis. Gerade für junge Leser finde ich dieses sehr schön. Es ermöglicht eine gute Übersicht, wie lang zum Beispiel das nächste Kapitel wäre. Die Kapitel selbst sind unterschiedlich lang. Manche gehen nur zwei Seiten, andere hingegen sind 15 Seiten lang. Dabei achtet der Autor genau darauf, dass ein Schauplatz und eine Handlung in jedem Kapitel abgeschlossen werden, sodass keine Verwirrung entsteht, wo ich mich als Leser gerade befindet.

Anfänglich war ich leicht skeptisch, ob dieses Thema kindgerecht umgesetzt werden kann. Engel und gerade der Tod sind zwar wichtigen Themen, aber ich persönlich finde viele Bücher einfach zu schwer oder zu kindlich. Dieses Buch hat mich als Mutter jedoch überzeugen können.
Es fängt schon mit dem Protagonisten Edward an. Diese schlacksige Figur, die sich hinter Büchern und seinem Kartenhaus versteckt, wirkt einfach nur liebenswert. Ich konnte seine Gedanken, Handlungen und Emotionen sehr gut nachvollziehen. Er weckt in meinen Augen das Mitgefühl des Lesers. Aber auch die anderen Figuren haben ihren Reiz. Jeder einzelne Charaktere wird bis detailliert beschrieben. Dadurch wirken sie total lebendig. Dem Autoren gelingt es, selbst den skurrilen Mr. Spines irgendwie liebenswert und niedlich zu beschrieben und die Gefallenen als das Böse zu vermitteln. Für Kinder ist diese klare Trennung sehr wichtig.
Nicht nur die Figuren, sondern auch der Schauplatz ist interessant gewählt. Statt der Gegenwart befand ich mich in den 20er Jahren der USA wieder. Es ist eine Zeit, die wir nur aus dem Fernsehen kennen. Trotzdem schafft es Jason Lethcoe, dass ich mir diese Zeit richtig vorstellen konnte. Es wirkt nicht künstlich oder fehlerhaft. Zwar ist der historische Aspekt nur minimal, aber einige Dinge können gerade junge Leser daraus lernen. Zum Beispiel beschreibt er die damaligen Lehrverhältnisse perfekt. Trotz des Augenmerk auf den Bereich Fantasy, wirkt die Geschichte sehr authentisch.
Die Geschichte ist authentisch und fesselnd. Selbst als Erwachsene Leserin habe das Buch in einem Zug durchgelesen. Angefangen merkte ich gar nicht, wie schnell ich dem Ende näher kam. Auf kindgerechte Art werden Spannungskurven eingebaut, die jung und alt überzeugen können. Mal wird ein Bösewicht eingeführt, dann gibt es eine Flucht oder einen Rettungsversuch. Langweilig wird es nie. Zudem achtet der Autor sehr darauf, dass sich nichts wiederholt und dadurch das Buch in die Länge zieht.
Bis zum Schluss wurde ich gepackt und war mehr als überrascht, als die Geschichte abrupt endete. In meinen Augen ist der Schluss für eine Buchreihe gut gewählt. Er ist in sich abgeschlossen, hat sich aber schon ein offenes Thema für den zweiten Teil gebaut, sodass Kinder unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Ganz zum Schluss gibt es für die Kleinen ein Glossar, welches über Figuren und andere Begriffe aufklärt. Wer möchte, kann ebenfalls eine Leseprobe der Fortsetzung lesen. Diese habe ich persönlich ausgelassen, da ich mir nichts von dem zweiten Teil, der diesen Monat, am 14. Januar, erscheint, nehmen möchte.

Anfangs hatte ich nicht nur Bedenken wegen des Inhalts, sondern auch wegen dem Alter meines sieben jährigen Sohnes. Schließlich ist das Buch für Kinder ab 10 Jahren. Nachdem ich angefangen hatte ihm das Buch vorzulesen, um sein Interesse zu wecken, wich er nicht von meiner Seite, bis ich es durchgelesen hatte. Ein Kind für einen „so langen“ Zeitraum an ein Buch zu fesseln, ist gerade bei einem Zappel-König wie ihm schwer. In meinen Augen spricht dies allein schon für das Buch. Er hat alles verstanden, fand die Figuren erinnern in teilweise an Pokemon und ist schon ganz wild auf die Fortsetzung. Aus diesem Grund kann ich das Buch nur empfehlen. Erwachsene und Kinder werden viel Freude mit dieser Reihe haben.

===Bewertung===
Detailliert, spannend, mysteriös, authentisch, lebendig und kindgerecht beginnt der erste Teil der „Mr. Spines“-Reihe. Jason Lethcoe ist damit ein bezauberndes Kinderbuch gelungen, welches junge Leser in den Bann zieht. Einfach kultverdächtig. Dafür gibt es fünf Sterne.

===Leseprobe===
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