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Link, Charlotte: Die letzte Spur

==636 Seiten Nervenkitzel und menschliche Abgründe==




Sie hatte es bei Pit mit einem Psychopathen zu tun. Im tiefsten Inneren wusste sie, dass er mit einer offenen Rechnung unmöglich leben konnte. Manchmal wachte sie mitten in der Nacht auf und spürte, dass Pit noch immer nach ihr suchte. (Zitat S. 141)


Dieses Zitat stammt aus dem Roman „Die letzte Spur“ der Spannungskönigin Charlotte Link. Aus diesem Grund habe ich das Zitat gewählt, um euch zu zeigen, dass auch in diesem Roman Nervenkitzel und tiefe Abgründe auf den Leser warten. Wem das Zitat neugierig gemacht hat, sollte unbedingt weiterlesen.

===Zitierter Klappentext===

Elaine Dawson ist vom Pech verfolgt. Als sie nach Gibraltar zur Hochzeit einer Freundin reisen will, werden sämtliche Flüge in Heathrow wegen Nebels gestrichen. Anstatt in der Abflughalle zu warten, nimmt sie das Angebot eines Fremden an, in seiner Wohnung zu übernachten – und wird von diesem Moment an nie wieder gesehen. Fünf Jahre später rollt die Journalistin Rosanna Hamilton den Fall neu auf. Plötzlich gibt es Hinweise, dass Elaine noch lebt. Doch als Rosanna diesen Spuren folgt, ahnt sie nicht, dass sie selbst bald in Lebensgefahr schweben wird ...


===Sarahs Meinung===
Charlotte Link gehört mit zu meinen absoluten Lieblingsautoren, die Deutschland aktuell zu bieten hat. Aus diesem Grund ertausche ich mir gerne ihre Bücher und freue mich immer, wenn meine Mutter, die ebenfalls Fan dieser Autorin ist, mir wieder ein neues Buch schenkt.

In „Die letzte Spur“ entführt die Autorin den Leser in die Welt von Rosanna. Sie ist Journalistin und bekommt das Angebot eine Serie zu schreiben über vermisste Personen. Da eine dieser Personen, Elaine Dawson eine Kindheitsbekanntschaft ist, die auf dem Weg zu ihrer Hochzeit verschwunden ist, sagt sie sofort zu, denn diese Tatsache lässt ihr keine Ruhe. So macht sie sich von Gibraltar auf nach England und beginnt mit ihrer Recherche. Dabei freundet sie sich mit dem damaligen Hauptverdächtigen an, obwohl sie sich nie ganz sicher sein kann, dass er unschuldig ist. Zeitgleich wird der Leser in die Welt von Pam entführt, die wie ein total verschrecktes Tier lebt und nur für die nötigsten Dinge ihre Wohnung verlässt. Auch nach fünf Jahren hat sie noch panische Angst vor ihren Ex-Freund Pit. Zu guter Letzt wird der Leser an die Seite von Angela geführt, deren Schwester seit Tagen verschwunden ist. Wie alle Geschichten zusammenhängen, ob der Fall Elaine Dawson gelöst werden kann, ob der Tatverdächtige Marc seine Unschuld beweisen kann, und ob er und die verheiratete Rosanna eine Chance haben, verrate ich nicht.

Der Einstieg in dieses spannungsgeladene Buch ist wie immer bei Charlotte Link Verwirrung pur. Erst mit den Seiten setzen sich die verschiedenen Schauplätze, Charaktere und Handlungen zu einer einzigen Geschichte zusammen. Mit jedem neuen Kapitel lernt man wieder neue Figuren und Fakten kennen, sodass es gerade am Anfang schwer ist den Überblick zu bekommen, aber auch zu behalten.Trotzdem gelingt es der Autorin den Leser sofort zu fesseln, denn schon auf den ersten Seiten gibt es eine Leiche, die mit der Klappentextbeschreibung gar nichts zu tun hat. Das Mitraten beginnt sofort.

Die einzelnen Handlungsstränge sind gut konzipiert und in sich logisch aufgebaut. Lediglich die Verbindung wird immer offen gelassen, damit Charlotte Link den Leser immer wieder aufs neue Überraschen kann. Mit diesem Aufbau lässt sie sich alle Möglichkeiten offen, den Leser gekonnt aufs Glatteis zu führen. Oft passiert das, was man sich als Lösung denkt, und muss dann mit einer kleiner Überraschung rechnen, die aufzeigt, dass alles doch ganz anders ist. Auf diese Art und Weise merkt man gar nicht, dass das Buch 636 Seiten hat. Irgendwann stellt man fest, dass nun die endgültige Auflösung kommt, und das Buch tatsächlich zu Ende ist. Alleine dadurch merkt man schon, wie spannend die Handlung durchweg aufgebaut ist, denn sonst würde man zwischendurch mal nachsehen, wie viele Seiten man noch vor sich hat bzw. wie viele geschafft sind.

Es beginnt schon mit den Charakteren. Sie sind alle unterschiedlich, wobei manche minimale Ähnlichkeiten aufweisen. Trotzdem sind sie individuell gestaltet, lebendig und mit authentischen Emotionen versehen. Ihre Handlungen sind schlüssig und der Leser bekommt ein genaues Bild von ihnen. Vom brutalsten Schläger, über das graue Mäuschen bis hin zur Powerfrau ist alles vertreten. Jeder hat Schwächen und Stärken. Ganz wie aus dem echten Leben gegriffen. Dadurch erscheinen die Figuren realistisch, greifbar und man bekommt das Gefühl sich in sie hineinversetzen zu können.

Genauso gelungen ist der Stil in diesem Buch. Inhaltlich glänzt das Buch durch Spannung und einzigartige Charaktere. Abgerundet wird es ganz einfach durch den bildhaften, modernen und lebendigen Stil. Ohne Umschweife beschreibt sie die wichtigen Punkte und verliert sich nicht in langweiligen Details. Zudem wird es an keiner Stelle richtig blutig, brutal oder ekelerregend, wie manche Thriller geschrieben sind. Hier wird mit wenigen Worten umschrieben, sodass der Magen trotz Andeutungen verschont bleibt.

Neben der Frage, was nun mit Elaine Dawson passiert ist, ob Marc damit etwas zu tun hat, wer die anderen Morde begangen hat und wovor sich dies eine Mädchen versteckt, widmet sich die Autorin auch einem anderen Thema. Sie baut eine Liebesgeschichte ein, die man auch erwarten würden. Allerdings geht sie damit auf das Thema Familie, Trennung, Scheidung, unglückliche Ehe und Stiefkinder ein. Diese Verbindung aus Liebe und die Frage, ob man noch glücklich ist bzw. sich selbst verloren hat, finde ich einen guten Ruhepol zu der sonst so spannungsgeladenen und rasanten Thematik.

Gerade zum Schluss baut sich die Spannung extrem auf, und ein Geschehnis reiht sich ans nächste, sodass ich im ersten Moment schlucken musste, als plötzlich die Auflösung zu alles entscheidenden Frage kam. Als Leser erwartet man noch einen explosiven Höhepunkt, stattdessen lässt die Autorin es leicht offen mit einem kleinen Spannungs-Kick ausgehen. Dadurch versucht sie den Leser zum Nachdenken anzuregen und das gelingt ihr in meinen Augen sehr gut.

Einmal angefangen konnte ich definitiv nicht mehr aufhören, sodass ich das Buch an zwei Tagen durchgelesen habe. Bei 636 Seiten spricht das für sich. Aus diesem Grund kann ich dieses Werk von Charlotte Link auch wieder aus vollem Herzen empfehlen.

===Sarahs Fazit===
Charlotte Link ist mit ihrem Roman „Die letzte Spur“ wieder ein erstklassiger psychologisch aufreibender Roman gelungen, der mit seinen detaillierten und schlüssigen Handlungen für eine kontinuierlich ansteigende Spannung von der ersten Seite bis zum Schluss sorgt. Von mir gibt es fünf Sterne.

Pro: Inhalt, Stil, Charaktere, Spannungsaufbau
Contra: Evtl. Der offene Schluss
Empfehlung: 100% Ja

Autor: Charlotte Link, Titel: Die letzte Spur
Verlag: Goldmann, Erschienen: 2008
ISBN-10: 3442464587, ISBN-13: 9783442464586
Seiten: 636, Kosten: 9,95€


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© Eure CQ für Sarahs Bücherwelt


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