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Hitchcock, Alfred: Die drei ??? und die Silbermine



Dann hörten die drei ???, wie Allie ihre Taschenlampe fallen ließ. Klirrend stürzte sie aufs Gestein und Glas splitterte. Am Ende des dunklen Seitenganges stieß Allie einen markerschütternden Schrei aus. Sie schrie und schrie und hörte nicht mehr auf. ..“ ( Zitat zum Stilverändtnis S. 46)

   

===Zitierter Klappentext===
Eine stillgelegte Silbermine weckt die Neugier der drei Detektive. Warum kauft der steinreiche Makler Thurgood ausgerechnet ein verlassenes Bergwerk? Woher kommt das Donnern aus der Tiefe? Und warum versucht Thurgood mit allen Mitteln, Fremde von der der Mine fern zu halten? Heimlich erforschen Justus, Bob und Peter das Stollenlabyrinth. Dort machen sie einen schaurigen Fund ..

===Meine Meinung===
Die drei ??? verzaubern seit vielen Jahrzehnten junge und alte Leser. Obwohl es eigentlich für Leser ab 11 Jahren ausgelegt sind, gibt es noch viel Erwachsene, die regelmäßig die Abenteuer der Drei verfolgen.

In dem Band „Die drei ??? und die Silbermine“ zieht es Justus, Bob und Peter auf die Weihnachtsbaumplantage von Allies Onkel. Allie wittert einen Fall, da der Makler Thurgood, der die alte Silbermine gekauft hat, sie von seinem Grundstück schmeißt. Anfänglich glaubt keiner der Detektive, dass tatsächlich ein Fall vorliegt. Trotzdem lassen sie sich die Erfahrungen auf der Plantage nicht entgehen. Vor allen Dingen da zu Hause nur die Arbeit auf dem Schrottplatz auf sie wartet. Vor Ort sieht es jedoch ganz anders aus, als sie auf ihrer Erkundungstour im Bergwerk eine Leiche entdecken. Der Fremde ist ein flüchtiger Verbrecher, der zudem verdächtigt wurde, bei einem Überfall, bei dem 250.000 Dollar erbeutet wurden, dabei gewesen zu sein. Klar, dass die drei ??? da einen Fall wittern und dabei in tödliche Gefahr geraten.

In meiner Jugend und auch später habe ich immer wieder neuere und ältere Werke der drei Fragezeichen gelesen. Es ist leichte Unterhaltung, die durch das eigene Mitraten und den Versuch die Geschichte vor den Detektiven zu lösen für genügen Spannung sorgt.

Das Buch beginnt mit einem üblichen Vorwort seitens Alfred Hitchcock, der die drei Detektive einmal genau vorstellt. Wer sie kennt, kann dies überspringen, aber gerade für neue Leser ist diese Einleitung sehr hilfreich.

Nach der Einleitung geht es gleich zum neusten Fall der Detektive. Das dieses Abenteuer eigentlich aus der Feder einer Frau stammt, tut dem Inhalt nichts ab. Es wäre lediglich vom Vorteil wenn man den Fall „Die singende Schlange“ vorab gelesen hat, denn ein altbekanntes Gesicht aus diesem Fall, Allie, übernimmt auch hier eine tragende Rolle. Ich für meinen Teil, kann mich an diesen Band nicht erinnern. Trotzdem konnte ich mir durch die kleine Auffrischung gut vorstellen, warum die Protagonistin von Bob, Peter und Justus als Nervensäge deklariert wird. Das diese ausgerechnet mit einem neuen Fall zu ihnen kommt, passt ihnen so gar nicht. Anfänglich ist auch kein wirkliches Geheimnis erkennbar. Als Leser weiß man zwar, dass definitiv mehr dahinter steckt, aber worauf dieser Band nun hinausläuft ist längere Zeit unklar.

Die Idee, dass das neue Abenteuer auf einer Weihnachtsbaumplantage spielt, ist einerseits sehr kreativ, aber auf der anderen Seite auch recht verwirrend. Ich wusste nicht mal, dass Weihnachtsbäume zurechtgeschnitten werden. Genauso finde ich es unverantwortlich den jugendlichen Protagonisten eine Machete für diese Arbeit in die Hand zu geben. Zwar spiegeln sie damit eine gewisse Verantwortung wieder, aber manche Leser könnten die Situation als weniger gefährlich einstufen, weil es sich so leicht anhört.

Die ersten Seiten dieses Teiles dümpeln eher daher, als das sie mit Spannung versehen sind. Ein Geheimnis, wie es sonst der Fall ist, kann man einfach nicht erkennen. Erst als die Detektive bei einem Erkundungsgang eine Leiche finden, ist ihnen klar, dass der Besitzer der Silbermine. Ab diesem Punkt werden sicherlich einige Leser empfinden, dass die Spannung los geht. Für meinen Geschmack schleicht auch hier die Geschichte unspannend voran. Die Ermittlungen wirken teilweise etwas dürftig und wichtige Hinweise fliegen den Dreien immer an Stellen zu, wo ihre eigentlichen Ermittlungen sich im Sande verlaufen. Erst zum Ende hin wird es in meinen Augen wieder richtig spannend. Von Entführungen, über Explosionen und Verfolgungsjagden ist alles dabei. Dies hätte im vorherigen Verlauf deutlich mehr eingebaut werden können.

Der lehrreiche Aspekt, den man bei vielen Jugendbüchern findet, ist bei dieser Ausgabe nicht unbedingt ausgeprägt. Ohne Absicherung in einen Minenschacht gehen, obwohl bekannt ist, dass es dort schon Todesopfer gab oder der Umgang ohne Schutz mit einer Machete, finde ich nicht gerade vorbildlich. Auf der anderen Seite ist Allie aber so verantwortungsbewusst, dass sie ohne Führerschein nur auf dem Grundstück ihres Onkels fährt und dies nicht ausnutzt.

Nachdem das Grundgerüst für den Fall endlich sichtbar geworden ist, kann der Leser nach Herzenslust rätseln, was er vermuten würde. Kleinere Hinweise gibt es an Hand von Aussagen und Fragen die Alfred Hitchcock persönlich einwirft. Manche sind nützlich, andere weißen den Leser in meinen Augen aufs Glatteis. Ich muss gestehen, dass ich bei diesem Werk auch bis zum Schluss auf der langen Leitung stand und nicht auf die grundlegende Schlussantwort kam. Daran erkennt man schon die Kreativität der Autorin.

Der Stil unterscheidet sich nicht von den anderen Bänden der drei Fragezeichen. Im Gegenteil, er lässt sich locker lesen, ist kindgerecht spannend und spricht auch nach vielen Jahren die Leser noch an. Lediglich manch langer und in die Länge gezogener Dialog ist im Buch störender als bei den Hörspielen. Trotzdem ist alles sehr bildhaft geschildert, sodass man Schauplätze oder Figuren direkt vor seinem Auge sehen kann. Ideal für die jungen Leser.

Das Alter ist mit 11 Jahren in Ordnung. Ich selbst habe diese Bücher zwar schon im Alter von 8 Jahren verschlungen, aber da sie doch ein gutes Textverständnis voraussetzen, mit ihren Spannunghöhepunkten manchen Lesern auch Alpträume bescheren kann, ist die Altersempfehlung schon nicht verkehrt als Richtlinie für Eltern.

Auch wenn es anfänglich etwas langatmig erscheint, ist es doch zum Ende hin sehr spannend gehalten und macht den Anfang wieder wett. Aus diesem Grund kann ich das Buch jedem Fan der Reihe oder für Neueinsteiger empfehlen.

===Bewertung===

Hobbie-Detektive kommen mit diesem Teil der drei Fragezeichen ganz auf ihre Kosten. Hier kann bis zum Schluss am Fall mitgeraten werden. Anfangs etwas langatmig, gibt es zum Schluss eine ordentliche Ladung Action. Dafür gibt es vier Sterne.

===Buchdaten===
Autor: Alfred Hitchcock
Titel: Die drei ??? und die Silbermine
Originaltitel: The Mystery Of Death Trap Mine
Verlag: Omnibus
Erschienen: 2004
ISBN-10: 3570211835
ISBN-13: 9783570211830
Seiten: 160
Kosten: 6,00€
Serie: Die drei ???



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