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Slaughter, Karin: Vergiss mein Nicht


==Schwache Nerven? - Dann lieber nicht==



===Einleitung===
Nachdem ich nun vor einigen Wochen einen Thriller aus der Feder von Karin Slaugter gelesen hatte, sprang mich „Vergiss mein nicht“ seit einigen Tagen an. Wie es mir nach dem Lesen gefallen hat, lest selbst.

===Buchdaten===
Autor: Karin Slaughter
Titel: Vergiss mein nicht
Originaltitel: Kisscut
Verlag: rororo
Erschienen: 2005
ISBN-10: 349923243x
ISBN-13: 9783499232435
Seiten: 508
Einband: TB
Kosten: 9,90€
Serie: Grant-County

===Reihe===
  1. Belladonna(Blindsighted)
  2. Vergiss mein nicht(Kisscut)
  3. Dreh dich nicht um(A Faint Cold Fear)
  4. Schattenblume(Indelible)
  5. Zerstört (Faithless)

===Zitierter Klappentext===
Es sind doch noch Kinder: Ein schrecklicher Abend in Heartsdale, Georgia: Auf einem Parkplatz droht eine Dreizehnjährige einen Mitschüler abzuknallen. Vergeblich versucht der Polizeichef, die Situation zu entschärfen – das Mädchen muss erschossen werden, um das Schlimmste zu verhindern. Die ganze Stadt fragt sich ratlos, was die eher unscheinbare Schülerin in eine entschlossene Mörderin verwandelt hat. Da macht Pathologin Sara Linton bei der Obduktion des Kindes eine Entdeckung, die schockierender ist als alles, was sie bis dahin gesehen hat…

===Meine Meinung===
Nachdem mich das letzte Werk „Dreh dich nicht um“ von Karin Slaughter etwas aufgeregt hatte, wollte ich mich trotzdem an den vorherigen Teil dieser Reihe wagen. Schließlich konnte hier nicht auch ein Kind im Bauch der Mutter erschossen worden sein. Doch auch dieser Thriller ist nicht unbedingt etwas für schwache Nerven oder werdende Mütter.

Der aktuelle Fall der Gerichtsmedizinerin Sara und ihres Ex-Mannes, dem Polizeichef Jeffrey, berührt die ganze Stadt. Jenny, ein ruhiges, liebenswertes 13jähriges Mädchen rastet auf dem Parkplatz der Rollschuhbahn aus und bedroht einen Mitschüler mit geladener Pistole. Der Ernst der Lage erfordert ein schnelles Handeln, sodass Jeffrey keine andere Wahl hat, als dieses Mädchen zu erschießen. Ihre Hintergründe bleiben unklar. Erst die Obduktion und der Fund einer zerstümmelten Babyleiche im Klo der Rollschuhbahn, bringen etwas Licht ins Dunkel. Jenny wurde brutal vergewaltigt, beschnitten und unten zugenäht. Sie konnte also nicht die Mutter des Babys sein. Sara, Jeffrey und sein Team machen sich auf die Suche nach den wahren Hintergründen und stoßen dabei auf dunkle Geheimnisse, die grausamer nicht hätten sein können.

Der Einstieg in die Geschichte ist wie gewohnt sehr spannend und auf den ersten 50 Seiten passiert genug Action, um den Leser für das gesamte Buch mit vielen Fragezeichen zu versehen. Zu fesseln, aber auch abzuschrecken weiß die Autorin. Leider ist dies nicht unbedingt etwas für schwache Nerven. Ein Baby, dass zu früh kommt, lebensfähig ist und dann verstümmelt im Klo landet, ist schon schwere Kost; aber in Kombination mit einem 13jähriges Mädchen, dass vergewaltigt, beschnitten und zugenäht wird, war sogar für mich zu viel. Wie krank muss eine Autorin sein, ihre Werke nur auf solche Dinge zu konzentrieren? Mord, Vergewaltigung einer Erwachsen oder ähnliches okay, aber warum muss sie ständig unschuldige Babys, die noch nicht mal eine Chance hatten, einbauen?! Damit gelingt es Karin Slaughter immer wieder aufs Neue mich zu schockieren.

Schnell wird beim Lesen klar, warum sie auf so schockierende Details setzt, denn die eigentliche Thematik, die sie diesem Werk zum Grundsatz legt, ist genauso schockieren, wie real. Karin Slaughter setzt sich auf brutal, realistische Weise mit pädophilen Eltern und Pornoringen auseinander. Leider ein Thema, welches häufiger in der Presse ist, als vielen Menschen lieb ist.
Die schockierenden, brutalen Details, die gerade bei der Obduktion und anderen Beispielen deutlich werden, könnten genauso Details aus einer Nachrichtensendung sein, so authentisch beschreibt Karin Slaughter ihre Szenen.

Damit diese Grausamkeit den Leser nicht verschreckt, unterbricht die Autorin ihre Erzählungen zum eigentlich Fall immer wieder mit altbekannten Figuren, wie Lena. Die Spannung wird dadurch minimal aufgelockert, kann für manche Leser jedoch auch zur Ansicht führen, dass diese Passagen das Werk unnötig in die Länge ziehen. Seitenlang wird über Lena, ihre Erlebnisse im vorherigen Roman, ihren Onkel Hank und vieles mehr berichtet. Zwar ist sie ein Teil des Teams und Lesern des ersten Bandes eine liebgewonnene Protagonistin, aber in meinen Augen hätten diese Schilderungen deutlich gekürzt werden können. Ich fand, dass durch diese Einbauten das eigentliche Thema oftmals leicht aus den Augen verloren wurde. Zwar kehrt die Autorin gekonnt zurück, aber die dramatische Stimmung ist nicht mehr ganz so gut vorhanden. Ich denke, 100 Seiten weniger hätten der Spannungskurve nicht geschadet.

Je mehr Karin Slaughter deutlich macht, worauf das Buch hinausläuft, nämlich der Pornoring in Kombination mit pädophilen Eltern und anderen Anhängern, desto mehr möchte der Leser wissen, wer alles daran beteiligt ist. Man rätselt mit, bildet sich sein eigenes Urteil und wird am Ende sehr überrascht sein, weil man mit diesen Tätern nicht gerechnet hätte. Das liegt daran, dass die Autorin eine Gruppe gewählt hat, die der Leser fälschlicherweise außer Acht gelassen hat, aber in der Realität genauso vorkommen kann. Nachdem der Leser endlich die Hintergründe dieser Tragödie begriffen und den Schock hat sacken lassen, erwartet man eigentlich ein Ende, dass den Leser etwas beruhigen wird.

Leider sieht die Autorin einen anderen Schluss vor, als sich jeder Leser wünschen würde. Die Schuldigen können trotz genügend Hinweisen auf die wahren Täter nicht dingfest gemacht werden. Real, schockierend und trotzdem wünscht sich der Leser in diesem Fall zumindest ein kleines Happy End. Karin Slaughter lässt den Leser sozusagen mit seinen Gefühlen, seiner Wut und vielleicht sogar Angst alleine. Aber genau mit dieser Art fesselt sie so viele Leser, denn sie bricht Tabus und schreibt schonungslos detailliert, so wie es das reale Leben oftmals auch schreibt.

Die brisante Thematik, der detaillierte Stil und der Hang zu authentischen Fällen ist nicht unbedingt der Geschmack der Mehrheit. Trotzdem kann ich das Buch empfehlen, denn es ist spannend, rüttelt den Leser auf schockierende Art auf und bringt ihn zum Nachdenken. Zwar hätte sie sich die Thematik rund um das ermordete Baby sparen können, da es einfach nur ein unnötiges und widerliches Detail ist, aber der Rest ist eine gelungene Umsetzung zu einem heiklen Thema.

===Bewertung===

Vergiss mein nicht“ ist der passende Titel für den zweiten Band der „Grand County“ Reihe. Spannend, schockierend und detailliert befasst sich die Autorin mit Kindern, die von pädophilen Menschen über Jahre missbraucht werden. Ein Werk das zeigen soll, dass wir diese Kinder nicht vergessen dürfen, sondern ihnen helfen müssen. Auf Grund manch unnötiger Details, dem Schluss und einer schwankenden Spannungskurve vier Sterne.

===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Leseprobe zum Stil-Einblick S. 33:


Mit seinen achtundzwanzig Wochen wäre Jenny Weavers Kind auch außerhalb der Gebärmutter lebensfähig gewesen, wenn seine Mutter nicht versucht hätte, es die Toilette hinunterzuspülen. Der Fötus war gut entwickelt und wohl genährt. Der Hirnstamm war intakt, und mit ärztlicher Unterstützung hätten sich wohl auch die Lungen im Laufe der Zeit ausgebildet.

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