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Cody McFadyen - Der Todeskünstler

==Zum Mord gezwungen==
   

===Buchdaten===
Autor: Cody McFadyen
Titel: Der Todeskünstler
Originaltitel: The Face of Death
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 5. Auflage 2010
ISBN-13: 978-3404162734
Seiten: 556
Einband: TB
Kosten: 9,99€
Serie: Smoky Barrett
===Zitierter Klappentext===
Das Grauen ist hier. Smoky Barrett riecht den Tod, als sie die Türe öffnet. Der Boden und die Wände sind mit Blut getränkt. Auf dem Bett liegen zwei tote Körper - geschändet, entstellt, ausgeweidet. Neben ihnen kauert ein Mädchen. Der Todeskünstler hat sie besucht. Seit Jahren zerstört er ihr Leben, tötet jeden, der ihr lieb ist. Er will sie in den Wahnsinn treiben und nach seinem Bild neu erschaffen. Er wird wieder zu ihre kommen ...

===Meine Meinung===
Nachdem ich schon „Das Böse in uns“ und „Die Blutlinie“ gelesen hatte, wollte ich auch den Teil lesen, der sich zwischen diesen beiden Bänden befindet.

Smoky Barrett hat den Tod ihrer Familie und ihrer Freundin halbwegs verkraftet und will mit ihrer Pflegetochter Bonnie einen Schlussstrich ziehen, als sie zu einem neuen Fall gerufen wird. Sarah, ein 16jähriges Mädchen, verlangt sie zu sehen. Am Tatort angekommen findet Smoky ein regelrechtes Blutbad vor. Die Eltern des Mädchens wurde ermordet und ausgeweidet. Ihrem Pflegebruder wurde ebenfalls die Kehle durchgeschnitten. Nur Sarah hat überlebt. Sie vertraut Smoky eine haarsträubende Geschichte an, dass sie seit ihrem sechsten Geburtstag von einem Mann verfolgt wird, der sämtliche Menschen umbringt, die ihr etwas bedeuten – angefangen bei ihren leiblichen Eltern. Damit Smoky die gesamte Geschichte erfährt, bekommt sie das Tagebuch von Sarah. Smoky beginnt mit den Ermittlungen und lüftet das Geheimnis des unbekannten Mannes, der Sarahs Leben systematisch zerstört.

Der Stil ist wie im ersten Teil flüssig und detailliert. Der Einstieg in die Geschichte beginnt für den Leser eher schleppend. Er dient sozusagen als Auffrischung des ersten Falls von Smoky Barrett. Es wird noch einmal detailliert auf die Ermordung ihres Mannes, ihrer Tochter und ihrer besten Freundin eingegangen. Wer den ersten Teil kennt, wir die Einführung als extrem langatmig empfinden. Vor allen Dingen geht Cody McFadyen zu sehr auf ihre Pflegetochter ein, die seit dem Tod der Mutter kein Wort mehr geredet hat. Gerade für vertraute Leser dümpelt es vor sich hin und es kommt die Frage auf, wann endlich der neue Fall und damit die Spannung beginnt.

Nach rund 50 Seiten kommt Cody McFadyen endlich auf den neuen Fall zu sprechen. Spannung ist aber auch hier noch nicht vorhanden. Stattdessen versucht die Protagonistin Smoky Barrett einen Kontakt zu dem Opfer herzustellen. Authentisch und einfühlsam geht Cody McFadyen auf diese Situation ein. Erst nach und nach kommt mehr Spannung auf, als die Tat näher beschrieben wird. Wie gewohnt geht Cody McFadyen auf jedes noch so blutige, brutale und schockierende Detail näher ein. Für schwache Nerven sind diese Beschreibungen nichts. Nachdem die eigentliche Geschichte nun spannend angefangen hat, gelingt es dem Autoren leider nicht, dies konstant zu halten oder sogar langsam ansteigen zu lassen. Stattdessen kommt es immer wieder zu langatmigen Passagen, die die genaue Polizeiarbeit beschreiben. Es ist interessant, aber der aufgebaute Anspannung leidet in meinen Augen darunter. Die Highlights sind meines Erachtens die Tagebucheinträge von Sarah. In mehreren Rückblenden berichtet Sarah in Tagebuchform, was sie seit ihrem sechsten Geburtstag erlebt hat. Tod, Blut und Brutalität kommen am auf fast jeder Seite vor. Sadistisch und grausam geht der Autor auf die schockierendsten Details ein. Immer wenn man denkt, es geht nun wirklich nicht mehr schlimmer, dann schafft es Cody McFadyen doch. Leider wird ihre Geschichte immer wieder von langatmigen Ermittlungen und Gedankengängen seitens Smoky Barrett unterbrochen. Hier hätte die Geschichte von Sarah komplett in einem Zug erzählt werden müssen, damit sie noch schonungsloser hätte vermittelt werden können. Überspringen mag man diese Passgen nicht, denn man könnte etwas verpassen. Bei Cody McFadyen ist dies immer möglich, denn seine Wendungen und Spannungsanstiege ereignen sich überraschend. Zum Beispiel findet in einer völlig langatmigen Textabschnitt unerwartet heraus, wer hinter diesem unbekannten Mann steckt. Auf der anderen Seite sind zum Beispiel langen Sex-Akte absolut überflüssig – zumindest in diesem Umfang. Für mich hätte die gesamte Geschichte rund 100 Seiten kürzer sein können.

Die Geschichte ist definitiv nichts für schwache Nerven. Bei Cody McFadyen stellte ich mir wirklich die Frage, wie man nur auf so kranke Ideen kommen kann. Er schockiert den Leser, weckt Ängste und zeigt den Mut und die Stärke mancher Charaktere auf. Besonders der Schluss zeigt wieder, wie gekonnt er einen Thriller mit einem spannenden Höhepunkt auslaufen lassen kann. Aus diesem Grund kann ich das Buch jedem empfehlen, der gerne brutale Thriller liest oder schon den ersten Teil der Reihe kennt. Man sollte aber nie vergessen, dass viele Passagen langatmig wirken und die Spannung dadurch unterbrechen.

===Bewertung===
Cody McFadyen ist mit „Der Todeskünstler“ eine gute Fortsetzung gelungen. Eine krankhafte und spannende Idee wird jedoch leider von zahlreichen unspektakulären Szenen unterbrochen, wodurch der zweite Teil nur drei Sterne von mir bekommt.

===Leseprobe===
http://www.frauenzimmer.de/cms/html/de/pub/leben-genuss/buecherregal/mai/buchtipp-mcfadyen/leseprobe-mcfadyen.phtml

Kommentare

  1. mmhh, schade, dass dir das Buch nicht so gefallen hat, ich bin ja total Smoky-verfallen.

    LG Kerry

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