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Wolfgang Hohlbein - Krieg der Engel


===Buchdaten===
Autor: Wolfgang Hohlbein
Titel: Krieg der Engel
Verlag: Ueberreuter
Erschienen: 2004
ISBN-13: 978-3800051403
Seiten: 563
Einband: HC
Kosten: 16,95€
Alter: ab 12 Jahren
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Der 15-jährige Eric hat stets denselben Traum: Ein weißer Engel steht mit brennendem Gefieder auf dem Dach einer gewaltigen schwarzen Kathedrale. Und immer endet dieser Traum kurz bevor sich entscheidet, ob der Engel leben oder die Apokalypse über die Welt hereinbrechen wird …
Eric ist sicher, dass die düsteren Bilder eine Warnung enthalten. Als bald darauf seine Eltern verschwinden, gerät seine Wirklichkeit vollends ins Wanken. Er wird hineingerissen in den Kampf der weißen und schwarzen Engel. Ein Kampf, dessen Ausgang über die Zukunft der Welt entscheidet.

===Meine Meinung===
Nachdem ich die „Märchenmond-Trilogie“ regelrecht verschlungen habe, wollte ich nun auch „Krieg der Engel“ lesen. Eigentlich bin ich kein großer Fan von Geschichten, welche sich mit Engeln beschäftigen, aber der Autor hat mich schon häufig positiv überrascht.

Die Geschichte beginnt mit Erics immer wiederkehrenden Alpträumen. Sein Traum handelt von einem brennenden Engel, der von einer Kathedrale fällt. Doch bevor der Engel aufkommt, wacht Eric immer schweißgebadet auf. Nach einem solchen Alptraum sieht er tatsächlich einen Engel in seinem Zimmer. Völlig verwirrt wendet er sich an seine Lehrerin, um etwas über Engel und vielleicht den Traum zu erfahren. Bei diesem Gespräch explodiert das Eiscafe und für Eric beginnt sein Kampf mit dem dunklen Engeln.

Gerade der Anfang begann sehr spannend und selbst einen Leser, der sich für die Engel-Thematik interessiert, merkt schon nach einigen Seiten, dass es ein spannender Roman werden könnte. Der spannende Einstieg wurde jedoch nicht beibehalten. Sämtliche spannende Aspekte wirken irgendwie gleich. Ich hatte oftmals das Gefühl, dass Wolfang Hohlbein nur eine Idee hatte, die er in unterschiedlichen Farben beschreibt. Mal explodiert das Eiscafe, dann explodiert die Schule. Dann überfallen ihn Rowdys sowohl beim Eiscafe und später in der Stadt erneut. Spannungsfaktoren kommen hier immer im Doppelpack vor. Man könnte es auch als künstlich in die Länge gezogen bezeichnen.
Doch nicht nur beim Geschehen zeigt sich, wie unkreativ der Autor bei diesem Werk ist, sondern auch bei seinen Beschreibungen. Eric, aber auch seine Freunde und die Familie werden zwar eingeführt, aber ich hatte während des gesamten Buches kein Bild vor meinen Augen. Blasse Charaktere kommen auch bei guten Autoren vor, jedoch empfand ich es als großen Störfaktor, dass er sich nicht mal bei wichtigen Details, wie zum Beispiel dem Bösen oder den Engeln richtig Mühe gegeben hat. Blass ohne Leben, würde ich sagen. Gerade bei diesem Thema „Engel“ empfinde ich dies als schwache Leistung.
Zudem war die Geschichte sehr vorhersehbar. Ich wurde an keiner Stelle überrascht oder bekam das Gefühl, dass ich ein überraschendes Ende erwarten würde. Im Grunde wusste ich schon nach 250 Seite, wie das Buch ausgehen würde. Zwar war meine Vermutung noch etwas ausgeschmückter, jedoch völlig richtig. Je mehr sich das Buch dem Schluss näherte, desto langweiliger fand ich es sogar. Zum einen ahnte ich den Ausgang, zum anderen baute sich durch die Wiederholungen keine Spannung auf. Der Endkampf ist interessant, aber haut definitiv nicht vom Hocker. Ich habe eine gewaltige Schlacht, ein Inferno erwartet, aber das hätte wohl mehr Einfälle vorausgesetzt.
Die Geschichte selbst ist durch ihren leichten Stil gar nicht so schlecht zu lesen. Es ist kein Highlight, aber ich habe schon schlechtere Werke von ihm gelesen. Allerdings merkt man diesem Werk an, dass Wolfang Hohlbein in diesem Fall keine Zeit mit Recherchen verschwendet hat. Ein Werk so voller Fehler hätte ich nie erwartet.
Zum Beispiel hat Eric nur das Neuste vom Neusten. Den tollsten und modernsten PC, aber einen uralten Monitor mit übertriebenem Gewicht. Das Gewicht allein ist schon unmöglich, aber warum hat er keinen Flatscreen? Die Rede ist ständig von drei Reitern der Apokalypse, aber eigentlich sind es vier. Auch verwendet er den Begriff Cherubi bei Erics Schutzengel, dabei versperren diese Engel den Weg ins Paradies.

Die Kombination aus Wiederholungen, Fehlern, Vorhersehbarkeit und Langeweile sorgen definitiv nicht dafür, dass mich dieser Hohlbein überzeugt. Es ist zwar leicht und locker zu lesen und man möchte auch wissen wissen wie es ausgeht. Erschwert wird das Lesen jedoch durch fehlende Kapitel oder zumindest Absätze. Es gab kaum Stellen, wo ich wirklich eine Pause hätte einlegen können. Im Grunde musste ich stets mitten in einer Handlung pausieren.

Eine nette Idee, die Wolfgang Hohlbein jedoch nicht überzeugend umgesetzt hat. Daher kann ich das Buch leider nicht empfehlen.

===Bewertung===
„Krieg der Engel“ ist ein interessante Idee, die durch Fehler, Vorhersehbarkeit und Wiederholungen leider nicht hervorsticht. Es handelt sich um einen Roman, der wie ein seichter Fluss vor sich hin fließt. Dafür gibt es lediglich zwei Sterne.
   

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