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Jason Lethcoe - Der mysteriöse Mr. Spines - Wings

Copyright by arsEdition

===Buchdaten===
Autor: Jason Lethcoe
Titel: Wings - der mysteriöse Mr. Spines Band 1
Originaltitel: The mysterious
Verlag: arsEdition
Erschienen: 07.2010
ISBN-13: 978-3760753232
Seiten: 218
Einband: HC
Kosten: 12,95€
Genre: Fantasy
Alter: ab 10
Serie: Der mysteriöse Mr. Spines

===Klappentext===
Edward, gerade mal 14 Jahre alt, gilt als Sonderling: Er stottert, ist eine fast 2 m lange »Bohnenstange«, baut am liebsten Kartenhäuser und dann ist da diese merkwürdige Stelle auf seinem Rücken, die juckt und juckt bis ihm eines Tages schwarze Flügel wachsen! Von diesem Moment an ist nichts mehr wie es einmal war. Auf der Flucht vor Whiplash Scruggs, der es auf seine Flügel abgesehen hat, bekommt Edward unerwartet Unterstützung von dem mysteriösen Mr. Spines. Mit ihm taucht er ein in eine unbekannte Welt: die Welt nach dem Tod, die von einem abgrundtief bösen Geschöpf beherrscht wird . dem Schakal! Ob Edward tatsächlich der Sohn eines gefallenen Engels und damit der prophezeite Erlöser ist? Er selbst hat vorerst nur ein Ziel: seine Mutter aus den Klauen des Schakals zu befreien.

===Meine Meinung===
Schon ein Blick auf das Cover macht Lust auf dieses Buch. Das Hardcover-Buch wirkt mit diesem dunklen blau und der silbernen Schrift sehr edel. Die Figur passt hervorragend zum Inhalt.

Gleich zu Beginn der Geschichte wurde mir der 14jährige Edward vorgestellt. Nachdem Tod seiner Mutter, wurde er von seiner Tante in eine Schule abgeschoben wurde. Mit seinen zwei Meter Länge, der schlacksigen Figur und seinem Stottern eckt er überall an. Ohne Freunde liest er viel und baut spektakuläre Kartenhäuser. Eigentlich hätte er es schlechter treffen können, wenn sein Rücken nicht penetrant jucken würde. Nach einer Prügelei muss er mit seinem Feind nachsitzen. Dabei lernt er Whiplash kennen, der ein besonderes Auge auf ihn geworfen hat. In seiner Nähe brennt der Rücken wie Feuer bis aus seinem Rücken zwei Engelsflügel herauswachsen. Danach ist nichts mehr wie es war. Whiplash gehört zu den Gefallenen, die ihm die Flügel abnehmen wollen. Nur der mysteriöse Mr.Spines will ihm helfen. Dieser verrät ihm, dass seine Mutter von den Gefallenen gefangen gehalten wird. Nun hat Edward ein Ziel, seine Mutter zu retten.

Die Handlung dieses Buches ist wirklich ausgefallen, vor allen Dingen, wenn man bedenkt, wie dieses Buch entstanden ist. In einem Vorwort erklärt der Autor dem Leser, dass er sich bei seinen Werken die Frage „Was wäre wenn,...“ stellt. Hier kam die Frage auf: „Was wäre wenn, einem Jungen Engelsflügel wachsen würden?“. Das Ergebnis ist ein bezauberndes Kinderbuch.
Nachdem mir erklärt wurde, wie er auf die Idee zu dem Werk gekommen ist, erwartete mich ein hübsches Inhaltsverzeichnis. Gerade für junge Leser finde ich dieses sehr schön. Es ermöglicht eine gute Übersicht, wie lang zum Beispiel das nächste Kapitel wäre. Die Kapitel selbst sind unterschiedlich lang. Manche gehen nur zwei Seiten, andere hingegen sind 15 Seiten lang. Dabei achtet der Autor genau darauf, dass ein Schauplatz und eine Handlung in jedem Kapitel abgeschlossen werden, sodass keine Verwirrung entsteht, wo ich mich als Leser gerade befindet.

Anfänglich war ich leicht skeptisch, ob dieses Thema kindgerecht umgesetzt werden kann. Engel und gerade der Tod sind zwar wichtigen Themen, aber ich persönlich finde viele Bücher einfach zu schwer oder zu kindlich. Dieses Buch hat mich als Mutter jedoch überzeugen können.
Es fängt schon mit dem Protagonisten Edward an. Diese schlacksige Figur, die sich hinter Büchern und seinem Kartenhaus versteckt, wirkt einfach nur liebenswert. Ich konnte seine Gedanken, Handlungen und Emotionen sehr gut nachvollziehen. Er weckt in meinen Augen das Mitgefühl des Lesers. Aber auch die anderen Figuren haben ihren Reiz. Jeder einzelne Charaktere wird bis detailliert beschrieben. Dadurch wirken sie total lebendig. Dem Autoren gelingt es, selbst den skurrilen Mr. Spines irgendwie liebenswert und niedlich zu beschrieben und die Gefallenen als das Böse zu vermitteln. Für Kinder ist diese klare Trennung sehr wichtig.
Nicht nur die Figuren, sondern auch der Schauplatz ist interessant gewählt. Statt der Gegenwart befand ich mich in den 20er Jahren der USA wieder. Es ist eine Zeit, die wir nur aus dem Fernsehen kennen. Trotzdem schafft es Jason Lethcoe, dass ich mir diese Zeit richtig vorstellen konnte. Es wirkt nicht künstlich oder fehlerhaft. Zwar ist der historische Aspekt nur minimal, aber einige Dinge können gerade junge Leser daraus lernen. Zum Beispiel beschreibt er die damaligen Lehrverhältnisse perfekt. Trotz des Augenmerk auf den Bereich Fantasy, wirkt die Geschichte sehr authentisch.
Die Geschichte ist authentisch und fesselnd. Selbst als Erwachsene Leserin habe das Buch in einem Zug durchgelesen. Angefangen merkte ich gar nicht, wie schnell ich dem Ende näher kam. Auf kindgerechte Art werden Spannungskurven eingebaut, die jung und alt überzeugen können. Mal wird ein Bösewicht eingeführt, dann gibt es eine Flucht oder einen Rettungsversuch. Langweilig wird es nie. Zudem achtet der Autor sehr darauf, dass sich nichts wiederholt und dadurch das Buch in die Länge zieht.
Bis zum Schluss wurde ich gepackt und war mehr als überrascht, als die Geschichte abrupt endete. In meinen Augen ist der Schluss für eine Buchreihe gut gewählt. Er ist in sich abgeschlossen, hat sich aber schon ein offenes Thema für den zweiten Teil gebaut, sodass Kinder unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Ganz zum Schluss gibt es für die Kleinen ein Glossar, welches über Figuren und andere Begriffe aufklärt. Wer möchte, kann ebenfalls eine Leseprobe der Fortsetzung lesen. Diese habe ich persönlich ausgelassen, da ich mir nichts von dem zweiten Teil, der diesen Monat, am 14. Januar, erscheint, nehmen möchte.

Anfangs hatte ich nicht nur Bedenken wegen des Inhalts, sondern auch wegen dem Alter meines sieben jährigen Sohnes. Schließlich ist das Buch für Kinder ab 10 Jahren. Nachdem ich angefangen hatte ihm das Buch vorzulesen, um sein Interesse zu wecken, wich er nicht von meiner Seite, bis ich es durchgelesen hatte. Ein Kind für einen „so langen“ Zeitraum an ein Buch zu fesseln, ist gerade bei einem Zappel-König wie ihm schwer. In meinen Augen spricht dies allein schon für das Buch. Er hat alles verstanden, fand die Figuren erinnern in teilweise an Pokemon und ist schon ganz wild auf die Fortsetzung. Aus diesem Grund kann ich das Buch nur empfehlen. Erwachsene und Kinder werden viel Freude mit dieser Reihe haben.

===Bewertung===
Detailliert, spannend, mysteriös, authentisch, lebendig und kindgerecht beginnt der erste Teil der „Mr. Spines“-Reihe. Jason Lethcoe ist damit ein bezauberndes Kinderbuch gelungen, welches junge Leser in den Bann zieht. Einfach kultverdächtig. Dafür gibt es fünf Sterne.

===Leseprobe===

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