Enid Blyton - Fünf Freunde und das Höhlengeheimnis

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===Buchdaten===
Autor: Enid Blyton
Titel: Fünf Freunde und das Höhlengeheimnis
Verlag: CBJ
Erschienen: 2001
ISBN-13: 978-3570125410
Seiten: 154
Einband: HC
Kosten: 8,00€
Genre: Abenteuerbuch
Serie: Fünf Freunde


===Zitierter Klappentext===
Die Geschwister Anne, Richard und Julius dürfen wieder mit ihrer Kusine Georg und dem wachsamen Hund Tim im Felsenhaus bei Tante Fanny und Onkel Quentin ihre Sommerferien verbringen. Nach einem herrlichen Tag auf der Felseninsel wartet abends eine große Überraschung auf sie: Onkel Quentin hat sein Versprechen gehalten und neue Fahrräder gekauft. Die Kinder sind überglücklich. Endlich können sie mühelos lange Strecken zurücklegen und neue Ortschaften erkunden.
Bei der Besichtigung eines alten Schlosses erfahren sie, dass Diebe die Gegend unsicher machen: Aus der Villa Riddington wurde die überaus wertvolle und weltbekannte Uhrensammlung von Sir Donald gestohlen. Die Diebe sind so trickreich und raffiniert, dass die Polizei hilflos zusehen muss, wie seit Wochen gut gesicherte und bewachte Schlösser, Museen und Villen ausgeraubt werden.
Während die Ermittlungen der Polizei auf der Stelle treten, lässt die Unternehmungslust und die Neugierde der Kinder nicht nach. Wo verstecken die Diebe ihre Beute? Die Polizei hat die Gegend weiträumig abgesichert. Die Schätze müssen noch ganz in der Nähe sein. Doch die Beamten durchsuchen erfolglos alle verdächtigen Gebäude.
Die Fünf Freunde suchen auf eigene Faust. Nach einem furchtbaren Sturm entdecken sie eine Höhle beim Kliff, von der aus ein langer unterirdischer Gang hinauf zu einem seltsamen Ginsterbusch führt ...“

===Meine Meinung===
Jedes Kind oder auch jeder Erwachsene kennt die „Fünf Freunde“. Enid Blyton ist mit diesen Figuren und ihren Abenteuern eine zeitlose Kinderbuch-Reihe gelungen. Die alten Bücher haben 21 Bände und haben einen altmodischen Charme. Sie spielen hauptsächlich bei Georg und ihren Eltern. Dort erleben die fünf Freunde viele Abenteuer. Die Abenteuer sind mit einer idyllischen Landschaft und liebevollen Figuren geschmückt.

In diesem Band sind die fünf Freunde in den Ferien vereint. Dank neuer Fahrräder sind sie ständig unterwegs auf langen Radtouren. Mehr durch Zufall erfahren sie so von einer Diebesbande, die in der Umgebung gerade am Werk ist. Sie wären nicht die fünf Freunde, wenn sie diesen Fall nicht lösen würden und so begeben sie sich in große Gefahr, um den Tätern das Handwerk zu legen.

Es ist der erste Band der neuen Abenteuer und die Hoffnungen auf eine gelungene Anreihung an die Originale ist groß gewesen. Jedoch kann der neue Autor hinter diesen Werken dem Namen Enid Blyton in keiner Weise gerecht werden. Die idyllische Landschaft versucht er in diesem Teil noch einzubauen. Picknicke, Radtouren, die geliebte Felseninsel und das kleine Boot. Was nützt es, wenn das Talent einfach nicht an die Originale reicht. Früher konnte ich mir die Heide, das Meer oder andere Schauplätze direkt vor meinem Auge vorstellen. Hier wird sie zwar beschrieben, aber der Detailreichtum ist verschwunden. Die Landschaften sind nicht mehr idyllisch und lebendig, sondern blass.
Die Charaktere wirkten irgendwie lieblos. Während Anne früher total mütterlich war, im Haushalt geholfen hat, gekocht, geputzt hat und total ängstlich war, ist heute nur diese ängstliche Art geblieben.
Alleine schon der Start in die neuen Abenteuer. Alle bekommen gleich neue, erstklassige und teure Fahrräder gekauft. Diese modernen Details passen einfach nicht in das Bild, welches die Bücher von Enid Blyton hinterlassen haben. Man merkt, dass hier ein anderer Autor ihren Namen verwendet.
Auch das Abenteuer wirkt wie aus anderen Werken zusammengesucht. „Das Geheimnis um ein blaues Boot“ erinnerte mich stark an dieses Werk. Sonst konnte ich nie Ähnlichkeiten zu anderen Werken aus ihrer Feder erkennen. Diebstahl ist schön und gut. Auch wenn ich nicht jedes Abenteuer der fünf Freunde kenne, ging es nie groß um richtigen Diebstahl. Schmuggler, Schatzdiebe, Entführer, aber reine Diebe nicht. Das Abenteuer wirkte so deplatziert.
Auch wenn der Stil detailliert ist, einfach und durch Bilder den Leser alles veranschaulicht, kommt kein richtiges Bild vorm inneren Auge zustande. Trotzdem weiß ich durch diesen flachen Stil genau, was als nächstes geschehen wird. Während sich sonst die Spannung um das Abenteuer aufbaute, lustig war und zum Ende kindgerecht spannend wird. Wurde hier versucht mit den Diebstählen schon am Anfang Spannung zu schaffen. Es passt nicht in die Reihe und ist einfach zu langweilig geschrieben. In diesem Fall wird die Spannung einfach nicht gehalten. Sie kommt einfach nicht über ein langweiliges Level hinüber. Selbst der Schluss ist einfach nur eintönig.

Verständlich und kindgerecht sind die Abenteuer nach wie vor. Daher ist das Alter von zehn Jahren angebracht. Wobei auch jüngere Leser sicherlich keine Probleme haben werden. Große Schrift, leichte Wörter und kurze Sätze sind dabei sehr hilfreich.

Empfehlen kann ich die Reihe nur bedingt. Ich liebe die fünf Freunde und habe nun schon vieles als Kassette gehört oder auch gelesen. Dies ist nun der dritte Teil der neuen Abenteuer. Ständig fragte ich mich, warum es so anders klingt. Der alte Charme war einfach verschwunden. Nichts lehrreiches, keine Spannung, keine Idylle. Einfach nur ein modernes Abenteuer, mit zufällig dem gleichen Titel und den selben Charakter-Namen. Als ich durch Zufall nun erfuhr, dass ein anderer Autor, hinter den neuen Abenteuern steckt und nur der Name von Enid Blyton verwendet wurde, ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Wer die fünf Freunde liebt, sollte bei den Originalen bleiben. Die neuen Abenteuer sind nicht schlecht, aber komplett anders und haben mich nicht überzeugt.

===Bewertung===
Fünf Freunde stehen für Abenteuer, Spannung, landschaftliche Highlights und eine Buchreihe, die auch heute noch unglaublich lesenswert ist. Das Remake hätte lieber im Keller bleiben sollen. Langweilig, blass und passt nicht zu den Originalen. Dieses Abenteuer hat mich null überzeugt, daher zwei Sterne.



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Barbara Schilling - Liebst du das Dunkel

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Mein neuer Schilling

===Buchdaten===
Autor: Barbara Schilling
Titel: Liebst du das Dunkel
Verlag: Periplaneta
Erschienen: Erstausgabe 2010
ISBN-13: 978-3940767554
Seiten: 101
Einband: TB
Kosten: 14,00€, gebraucht ab 10,00€
Serie: -

===Genehmigter Klappentext===
Dies ist die dunkle Seite von Barbara Schilling. Dunkel ist aber keineswegs immer nur düster oder beklemmend, sondern hat bei ihr viele Facetten. Neben Wahn und Einsamkeit begegnen uns auch Fernweh, Sehnsucht und so vor allem das Romantische und Melancholische. Ihr Repertoire reicht dabei vom kurzen nachdenklichen Vierzeiler bis zur mehrseitigen Kurzgeschichte ohne Happy End... Ihre Verse und Gedanken hat die in Potsdam lebende Autorin mit zahlreichen Fotografien und einer selbst eingesprochenen CD zu einem Gesamtkunstwerk erhoben


===Meine Meinung===
Die Autorin Barbara Schilling ist mir spätestens nach ihren lustig, bezaubernden Hundegeschichten ein Begriff.

„Liebst du es dunkel“ setzt auf eine ganz andere Seite der Autorin. Wie der Titel des Werkes schon vorausgehen lässt, befasst sich die Autorin mit dem Wort „dunkel“. Doch „dunkel“ bedeutet nicht immer das Gleiche. Barbara Schilling gibt diesem Begriff eine ganz neue Perspektive. Wahnvorstellungen, Einsamkeit, Fernweh oder Sehnsucht erwarten den Leser neben Romantik und Melancholie. Genauso facettenreich, wie sich die Autorin mit dem Thema auseinandersetzt, ist auch Umsetzung ihrer Werke. Kleine, einfache vierzeilige oder umfangreiche Gedichte, Kurzgeschichten und ausdrucksstarke Fotografien ergeben ein rundes Gesamtkonzept.
Nachdenklich, vielseitig, emotional und melancholisch wirken ihre Gedichte. Ich konnte bei jedem neuen Text sehen, wie viel Gefühl und Tiefgang sie haben. Doch nicht nur ihre Gedichte sind schön zu lesen. Besonders die morbide Kurzgeschichte „Weniger ist mehr“ hat es mir besonders angetan. Ein verzweifelter Autor, der nur möchte, dass sein Werk endlich gedruckt wird. Eine Verzweiflung entsteht, die den Mann über Leichen gehen lässt.
Der Autorin ein Werk gelungen, welches direkt ins Herz trifft. Das Buch kommt zudem nicht alleine, sondern wird durch eine CD unterstützt. Dort wurden 30 Texte von der Autorin persönlich vorgelesen. Die CD ist ein Kontrast zu den düsteren Texten. Barbara Schillings Stimme ist glockenhell, klar und kindlich. Ihre Stimme ist angenehm, aber irgendwie erwartet man eine warme und rauchige Stimme. Um diese Manko auszugleichen setzt die Autorin auf akustische Mittel, wie Hall, Melodien oder Echos. Genau diese Texte sind trotz der hellen Stimme wunderschön anzuhören. Jedoch wurden auch einige Texte ohne akustische Hilfsmittel besprochen. Dort wird die dunkle Stimmung leider nicht so schön vermittelt. Auch Barbara Schillings Lebensgefährte ist auf der CD zu hören. Er liest meine bevorzugte Kurzgeschichte vor. Eine angenehme, männliche Stimme, die leider durch mangelnde Geräusche oder Hintergrundmusik einfach nur allein und verlassen klingt.
Trotz der kleinen Makel klingt diese CD sowohl auf den einfachen Laptop, als auch auf einer teuren Anlage klasse.

Zusammen ergeben CD und Buch ein gelungenes, lyrisches Werk, welches gerne meine Empfehlung bekommt. Wer also lyrische Texte mag, sollte sich dieses merken.

===Bewertung===
Lyrik, Kurzgeschichten und Fotografien sind passend zur Thematik „Dunkel“ abgestimmt. Die Kombination aus Buch und CD machen Lust auf mehr. Man kann nur hoffen, dass die Autoren diesem Gebiet treu bleibt. Dafür gibt es fünf Sterne.



===Leseprobe===
http://www.periplaneta.com/php/index.php?page=shop.product_details&flypage=flypage-ask.tpl&product_id=144&category_id=25&option=com_virtuemart&Itemid=42
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Enid Blyton - Fünf Freunde und die schwarze Maske

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===Buchdaten===
Autor: Enid Blyton
Titel: Fünf Freunde und die schwarze Maske
Verlag: CBJ
Erschienen: 2001
ISBN-13: 978-3570125465
Seiten: 156
Einband: HC
Kosten: 8,00€ neu auf Amazon
Genre: Abenteuerbuch
Serie: Fünf Freunde

===Zitierter Klappentext===
Tante Fanny und Onkel Quentin haben sich diesmal eine besondere Überraschung ausgedacht. Der nächste Sommerurlaub wird nämlich auf einer Kreuzfahrt im Mittelmeer verbracht. Das Luxusschiff Nordwind garantiert den Fünf Freunden Spaß und Spannung. Und Brummer ist mit seinem Affen Schlingel auch wieder mit von der Partie.
Das ungewohnte Leben an Bord der Nordwind und die vielen Passagiere sorgen schon für eine Menge Abwechslung. Doch als die Nachricht bekannt wird, dass wahrscheinlich „Die schwarze Maske“ ihr Unwesen auf dem Schiff treibt, ist Georg ganz aus dem Häuschen. Hinter dem Namen „Die schwarze Maske“ verbirgt sich ein berühmter und geheimnisvoller Juwelendieb, der sich auf ganz besonders wertvolle Beute spezialisiert hat. Und tatsächlich – schon verschwindet die unbezahlbare Brosche einer reichen Chinesin. Die Jagd nach der schwarzen Maske kann für die Fünf Freunde beginnen. Noch nie schien es so einfach zu sein, einen seit Jahren erfolglos von der Polizei gesuchten Gauner zu schnappen. Denn die schwarze Maske muss sich an Bord befinden. Auf ihrer langen Liste streichen die Kinder alle Personen, die nicht zu den Verdächtigen gehören können. Sie kombinieren messerscharf und stoßen doch auf unerklärlich Widersprüche.“

===Meine Meinung===
Jedes Kind oder auch jeder Erwachsene kennt die „Fünf Freunde“. Enid Blyton ist mit diesen Figuren und ihren Abenteuern eine zeitlose Kinderbuch-Reihe gelungen. Die alten Bücher haben 21 Bände und haben einen altmodischen Charme. Sie spielen hauptsächlich bei Georg und ihren Eltern. Dort erleben die fünf Freunde viele Abenteuer. Die Abenteuer sind mit einer idyllischen Landschaft und liebevollen Figuren geschmückt.

In diesem Fall zieht es die fünf Freunde auf eine Kreuzfahrt. Diesmal ist Brummer mit seinem Affen Schelm mit von der Partie. Auf dem Schiff treibt ein Dieb sein Unwesen. Natürlich übernehmen die fünf Freunde diesen Fall und bringen den meistgesuchten Verbrecher mit dem Namen „Die schwarze Maske“ zu Fall.

Wie man an diesem Inhalt schon merkt, ist der alte Charme von Bauernhöfen, Felseninsel oder durch zelten verloren gegangen. Es wurde wesentlich moderner geschrieben. Die fünf Freunde verreisen nicht mehr alleine, sondern mit den Eltern von George. Ein modernes Kreuzfahrtschiff passt in meinen Augen gar nicht zu den sonst so ruhigen und ländlichen Geschichten. Dieser friedliche Charme, den die alten Bände versprühen, verfliegt dadurch komplett. Auch die Charaktere sind angepasst. Zwar wurden wesentliche Charakterzüge übernommen aber modernisiert. Während Anne früher total mütterlich war, im Haushalt geholfen hat, gekocht, geputzt hat und total ängstlich war, ist heute nur diese ängstliche Art geblieben.
Diese Änderungen sind nicht dramatisch. Jedoch ist bei diesen modernen Bänden auch die Fantasie verloren gegangen. Zwar bin ich Erwachsen, aber ich wusste schon nach den ersten Seiten wer die schwarze Maske ist. Ab der Hälfte wissen es auch junge Leser. Selbst mein siebenjähriger Stiefsohn hat den Täter erkannt. Es wirkt irgendwie alles nicht mehr so spannend. Früher sind die Freunde in Rätsel geraten, die sie erstmal lösen mussten und erst zum Ende hin wurde es richtig spannend. Hier hatte ich das Gefühl gleich in diesen spannenden Teil hineingeworfen zu werden. Steigern konnte man es nicht und so dümpelte es bis zum Schluss hin. Wäre nicht der Titel und die gleichnamigen Charaktere enthalten, ich hätte es beim Lesen mit anderen Namen niemals für die fünf Freunde gehalten. Kreuzfahrt, ein Dieb an Bord – es passt nicht zu den damaligen Helden.

Vom Alter her, sind die Werke geeignet für Leser ab 10 Jahren. Wer gut lesen kann oder jemanden zum Vorlesen hat, kann das Buch auch wesentlich früher lesen. Da es sehr einfach geschrieben ist, keine schweren Worte oder lange Sätze beinhaltet. Viele kurze Sätze, unzählige Details und einige Zeichnungen helfen dem Leseanfänger sehr gut.

Empfehlen kann ich das Buch nur bedingt. Fünf Freunde sind für mich unverzichtbar für Kinder. Aber die neuen Abenteuer haben mit den alten und bekannten fünf Freunden nicht zu tun. Ständig geht es um richtige Verbrecher, lahme Gefahren und wenig Spannung. Man sollte sich bei den neuen Abenteuern überlegen, ob man sie lesen möchte.

===Bewertung===
Der Charme der alten Bände konnte in diesen modernen Umsetzungen nicht überleben. Ich erkenne die Charaktere nur an Hand der Namen wieder. Wenig Spannung und fantasielose Verbrechen verdienen nur drei Sterne.
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Anita Hintz - Galgenwald Bd 2. Das Witchboard

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Mein Galgenwald Exemplar

===Buchdaten===
Autor: Anita Hintz
Titel: Galgenwald Bd. 2 - Das Witchboard
Verlag: BoD
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3842340466
Seiten: 152
Einband: TB
Kosten: 9,90€
Genre: Gruselroman
Serie: Galgenwald

===Genehmigter Klappentext===
Als Laura ihre Freundin Ina übers Wochenende zu sich einläd, hat diese ein sonderbares Brett im Gepäck.Stolz erklärt Ina ihr, dass es sich bei dem Brett um ein Witchboard handelt und man damit Kontakt mit den Toten aufnehmen kann.Ina überredet Laura und trotz ihrer Angst willigt Laura ein.Unheimliche Dinge geschehen und niemals hätten sich die Freundinnen ausgemalt, wie gefährlich die Benutzung dieses Brettes werden kann.Serienbuch / Gruselroman für Jugendliche

===Meine Meinung===
Auch im zarten Alter von 27 kann ich mich noch immer für Gruselromane à la Fearstreet begeistern. Nachdem ich schon den ersten Teil der Galgenwald-Reihe gelesen und für spannend befunden hatte, war ich nach der dort enthaltenen Leseprobe schon richtig gespannt auf den zweiten Band.
Diesmal durfte ich Laura und ihre Freundin Ina nach Hannbach begleiten. Die 14jährigen Protagonisten verbringen das Wochenende zusammen. Lauras Mutter ist nicht da, sodass die Mädchen sturmfrei haben. Ina hat die Gelegenheit genutzt und das Hexenbrett ihrer verstorbenen Oma heimlich mitgebracht. Sie überzeugt Laura mit dem Brett Geister zu befragen. Doch die Geisterbefragung endet auf mysteriöse Weise und unheimliche Dinge passieren. Laura und Ina wissen, dass sie einen großen Fehler gemacht haben und die Geister wieder an den richtigen Ort bringen müssen, sonst kann dies schwerwiegende Konsequenzen mit sich ziehen.
Die Galgenwald-Bücher sind eine Reihe voller Spannung und Gruselfaktoren. Daher fand ich den Einstieg seitens der Autorin ideal gewählt. Gleich zu Beginn des Buches wurde mir als Leser beschrieben, wie der Wald zu seinem Namen gekommen ist. Der dort gewählte Schreibstil ist kindgerecht und steckt voller Details. Für mich persönlich plätscherte diese Einführung jedoch etwas dahin. Einerseits ist diese Vorgeschichte wichtig, um die Angst vor diesem Wald zu verstehen, aber ich fühlte mich nicht gepackt. Am Ende dieser Vorgeschichte hatte ich schon Bedenken, ob meine Einschätzung mit „Fearstreet“ gerechtfertigt sei.
Auch wer den ersten Teil der Galgenwald-Reihe nicht kennt, braucht keine Angst haben. Der erste Teil ist abgeschlossen und hat nichts mit der vorliegenden Geschichte zu tun. Wer jedoch den ersten Teil kennt, braucht die Vorgeschichte zum Galgenwald nicht noch einmal lesen, da diese identisch zum ersten Teil ist.
Nach dieser kurzen Einführung beginnt die Hauptgeschichte. Ina ist schon bei ihrer Freundin angekommen und sie freuen sich riesig auf ihr gemeinsames Wochenende. Anita Hintz gelingt ein guter Einstieg, der lebendig und authentisch wirkt. Lediglich die Beschreibung der Figuren fällt anfangs gänzlich weg. Erst einige Seiten später bekam ich als Leser zumindest ein paar Details zum Aussehen der Figuren. Ich persönlich stelle mir beim Lesen alles vor meinem inneren Auge vor. Ohne eine Beschreibung von Figuren fällt mir dies immer sehr schwer. Zudem fällt es mir schwerer mich in die Charaktere hineinzuversetzen, wenn ich sie nicht richtig sehe. Trotzdem gelang es mir hier im Verlauf des Buches mich in die sympathischen Figuren zu versetzen.
Kindgerecht beschreibt die Autorin den Umgang mit einem Hexenbrett. Gedankengänge, Gefühle und Charakterzüge werden von ihr liebevoll und detailliert geschildert. Dabei zeigt sie genau, wie naiv manche Kinder mit dieser Thematik umgehen und das dies nicht so harmlos ist, wie manche denken. Ob dies wirklich funktioniert, sei einmal dahingestellt. Ich persönlich habe es nie ausprobiert und möchte es auch gar nicht wissen. Trotzdem ist diese okkulte Welt reizvoll, aber auch gefährlich. Anita Hintz vermittelt dem jungen Leser, dass es besser ist, bevor man etwas ausprobiert, sich genau darüber informiert. Man sollte lieber etwas später ausprobieren, als sich nur halbherzig informieren. Manchmal lassen sich Gefahrenquellen dadurch vermeiden. Dies bezieht sich nicht nur auf okkulte Dinge, sondern auf jedem Lebensbereich.
Dieses lehrreiche versucht die Autorin in einer spannenden Geschichte zu vermitteln. Während der erste Teil noch stark an Fear Street erinnerte, kommt mir bei diesem Buch hier eher Gänsehaut in meine Gedanken. Auf den ersten Blick wirkt die Geschichte sehr kindgerecht und für einen Erwachsenen weniger spannend. Auf der unterbewussten Ebene ist es jedoch sehr spannend, denn als bei uns das Telefon mitten an einer spannenden Stelle klingelte, saß ich senkrecht und mit Herzklopfen auf dem Sofa. Trotzdem ist es eher etwas für jüngere Leser. Mein sieben Jahre alter Stiefsohn bekam die Geschichte vorgelesen. Während des Lesens musste ich sogar abbrechen, da er sich zum Schluss immer mehr gefürchtet hat. Daher ist das vorgegeben Alter von 10 Jahren schon angebracht. Leser in diesem Alter können mit dem Gruselfaktor eher umgehen. Es zeigt aber, dass Anita Hintz den Geschmack, den Grusel- und Spannungsfaktor der Kinder trifft.
Aus diesem Grund kann ich das Buch jedem empfehlen, der gerne Bücher von R.L. Stine liest. Diese dürften hier nicht enttäuscht werden.


===Bewertung===
Anita Hintz ist mit dem zweiten Teil der Galgenwald-Reihe eine gute Fortsetzung gelungen. Kindgerechte Spannung und Gruselfaktoren gepaart mit einem interessanten Thema ergeben eine gute Alternative zu Büchern wie „Gänsehaut“. Lediglich die etwas blassen Charaktere sorgen für einen Punktabzug. Vier Sterne für den zweiten Band.

===Von der Autorin genehmigte Leseprobe===
Laura rannte in ihr Zimmer und warf sich bäuchlings aufs Bett. Sie presste ihr Gesicht ins Kopfkissen und lachte. Ratlos stand Ina neben dem Bett und stemmte ihre Hände in die Hüften.
Was?“, fragte sie.
Laura sah in das Gesicht ihrer Freundin und prustete erneut los.
Was? Was? Was?“, rief Ina und zog Laura das Kopfkissen weg.
Sie warf es auf Lauras Kopf und fragte noch einmal: „Was? Sag mir sofort, worüber du lachst.“
Kichernd und mit hochrotem Kopf setzte sich Laura im Schneidersitz aufs Bett.
Hast du das Gesicht von meiner Mam gesehen? Als du gesagt hast einen Freund zu haben sei Sünde. Da war sie kurz geschockt“, lachte Laura.
Mit einem schuldbewussten Gesichtsausdruck starrte Ina ihre Freundin an.
Oh. Das wollte ich nicht.“
Das hat noch keiner geschafft“, lachte Laura.
Meinst du Daniela ist nun böse auf mich?“, fragte Ina.
Erstaunt sah Laura sie an.
Böse? Mam, auf dich? So ein Blödsinn.“
Lachend warf sie das Kopfkissen auf Ina. „Das hat sie doch schon längst wieder vergessen. Aber ihr Gesichtsausdruck. Er war einmalig. Einfach köstlich. Den werde ich sicher mein Leben lang nicht mehr vergessen.“
Ina grinste verlegen. „Ich sollte mich wohl beim Nächsten mal bei ihr entschuldigen.“
Ach was. Ich sagte doch, sie denkt schon nicht mehr daran“, meinte Laura grinsend.
Ina kniete sich auf den Boden und öffnete ihre Tasche. Sie holte ein dickes Album heraus und zog den Reisverschluss wieder zu.
Schau mal was ich da habe“, sagte sie im geheimnisvollen Ton und setzte sich damit zu Laura aufs Bett.
Ein Fotoalbum? Sagtest du nicht etwas von Gruseln lehren?“, fragte Laura enttäuscht.
Ganz vorsichtig öffnete Ina die erste Seite des Albums. Laura schrie mit einer lauten panischen Stimme auf und Ina fuhr erschrocken zusammen.
Man ist das gruselig“, lachte Laura.
Herrgott, was soll das? Hör auf, so kindisch zu sein! Kannst du auch mal ernst bleiben?“, sagte Ina mit wütender Stimme. „Ich möchte dir was zeigen.“
Also gut. Was willst du mir zeigen?“



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Enid Blyton - Fünf Freunde und die versteckten Perlen

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===Buchdaten===
Autor: Enid Blyton
Titel: Fünf Freunde und die versteckten Perlen
Verlag: CBJ
Erschienen: 2004
ISBN-13: 978-3570125588
Seiten: 158
Einband: HC
Kosten: 8,00€ neu auf Amazon
Genre: Abenteuerbuch für Kinder
Serie: Fünf Freunde

===Zitierter Klappentext===
Tante Fanny ersteigert einen Lehnstuhl, ein hübsches Stück, aber keine wertvolle Antiquität. Dennoch: Der Stuhl muss etwas Besonderes haben. Wieso sonst setzt der Kramladenbesitzer Ernest Perry alles daran, das Möbel in seinen Besitz zu bringen? Georg wittert einen neuen Fall und liegt goldrichtig. Beim Reinigen des Stuhls entdeckt Anne eine wunderschöne Perlenkette – und einen Brief. Darin vererbt die verstorbene Besitzerin den Schmuck ihrer treuen Freundin. Die Fünf Freunde machen sich auf die Suche nach der alten Lady, aber auch Perry nimmt die Verfolgung auf, und hinter ihm steht eine Gruppe Dunkelmänner.“


===Meine Meinung===
Als Kind habe ich die Bücher von Enid Blyton verschlungen. Ich hatte nicht nur Bücher, sondern auch diverse Hörspielkassetten der „Fünf Freunde“. Aus den alten 21 Bänden, sind nun schon viele weitere hinzugekommen. Die alten Bücher habe ich auch jetzt als Erwachsener gerne gelesen, doch wie sind nun die neuen Abenteuer.

Der Einstieg beginnt mit einer kleinen Einführung der fünf Freunde. Wie gewohnt beschreibt Enid Blyton ihre Protagonisten gewohnt detailliert, aber übertreibt es nicht, um Fans der fünf Freunde nicht zu langweilen. Diesmal geht es jedoch nicht auf ein übliches Abenteuer auf der Felseninsel oder auf einen gemütlichen Bauernhof, sondern in diesem Jugendbuch verreisen die Freunde mit Onkel Quentin. Überraschend, da ich bis jetzt noch nie so etwas gelesen hatte.
Auch sonst wirkte dieses Abenteuer anders als mir bisher bekannte Abenteuer dieser Reihe. Sonst legte Enid Blyton viel wert auf idyllische Schauplätze in der Natur. Diesmal ist es eine Großstadt. Stadt mit dem Fahrrad oder zu Pferd sind sie diesmal mit der U-Bahn unterwegs. Die gesamte Situation wirkt moderner. Dies ist nicht schlecht, aber einfach unerwartet. Schließlich verbindet man dies nicht unbedingt mit den bekannten Abenteuern. Genauso ging das bekannte Bild der Figuren unter. In den alten Büchern hatte jeder eine gewisse Rolle übernommen, die hier einfach kaum noch deutlich sind. George will zwar immer noch gerne ein Junge sein, ist aber wesentlich direkter. Nach wenigen Seiten hatte ich mich aber mit der neuen Version angefreundet.
Ich muss aber sagen, dass ich viele Handlungen weniger gut nachvollziehen konnte. Vieles wirkte einfach grob durchdacht, die Details müssen stimmen, aber nicht unbedingt die beste Möglichkeit sein. Nehmen wir Perry als Beispiel. Die Kinder begegnen ihm mehrfach im gesamten Buch, als es jedoch darum geht ihm auf die Schliche zu kommen, können sie stets unerkannt in den Laden spazieren. Lediglich ab und an dient eine minimale Verkleidung als Tarnung. Dadurch ging in meinen Augen die Spannung stellenweise einfach verloren. Auch das Geheimnis selbst empfand ich hier weniger gut. Es ist zwar kindgerecht, stimmig und logisch aufgelöst, aber man erwartet etwas anderes. Ich habe sogar das „woher er von den Perlen wusste“ nicht verstanden.

Sämtliche Handlungen werden von Zeichnungen unterstützt. Diese passen sich der Situation auf der Seite an und helfen den Kind alles visueller zu verstehen.

Vom Alter her ist das Buch für Kinder ab 10 Jahren geeignet. Mein Stiefsohn ist sieben und liebt die Abenteuer. Auch ich habe schon wesentlich früher Bücher von den fünf Freunden.

Auch wenn dies neuen Abenteuer etwas abgeänderter sind, als die eigentlichen fünf Freunde, kann ich nicht sagen, dass sie schlecht sind. Daher kann ich dieses Buch auch jedem empfehlen.


===Bewertung===
Die neuen Abenteuer der fünf Freunde machen ihrem Namen alle Ehre.Mir persönlich ist es aber eine Note zu modern. Daher bekommt das 40te Abenteuer lediglich vier Sterne.

===Leseprobe===
http://www.amazon.de/gp/product/product-description/3570125580/ref=dp_proddesc_0?ie=UTF8&n=299956&s=books
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Florian Höltgen - Marks Welt

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Meine Ausgabe von Marks Welt vorm Lesen. 

===Buchdaten===
Autor: Florian Höltgen
Titel: Marks Welt
Verlag: BoD
Erschienen: 2008
ISBN-13: 978-3837041477
Seiten: 107
Einband: TB
Genre: Jugendbuch
Serie: -

===Genehmigter Klappentext===
Mark wacht in einer fremden Welt auf. Er hat keine Ahnung, wie er hier hergekommen ist. Er weiß nur, dass ihm diese Welt ganz und gar nicht gefällt. Etwas Gefährliches lauert hier. Doch einen Ausweg findet Mark nicht – lediglich etwas zu Schreiben. Also setzt er sich hin und schreibt seine Situation nieder. Möglicherweise liest ja irgendjemand irgendwann, was er geschrieben hat – und vielleicht kann dieser Jemand ja auch helfen … Ramona und Dominik jedenfalls versuchen genau das. Denn Mark ist nach einer Party nicht mehr ansprechbar. Das verwirrende Zeug, das er ihnen schreibt, versetzt sie immer mehr in Angst. Der Dealer Dirk scheint die letzte Hoffnung zu sein. Ob er weiß, was zu tun ist? Oder verfolgt er nur seine eigenen Ziele? Drei Freunde, zwei Welten und ein Drogencocktail, der alles zerstört. »Ein unglaublich fesselnder Jugendroman über eine reale Bedrohung« (Alex Seinfriend)

===Meine Meinung===
Marks Welt“ ist Jugendroman von Florian Höltgen, der bisher mit Jugendbücher zum Thema „Homosexualität“ bekannt geworden ist. Mit dem vorliegenden Buch begibt er sich auf Neuland.

Das Cover dieses Buches passt genau zum Inhalt. Ein Inhalt der viel mehr in Schulen behandelt werden sollte.

Marks Welt“ hat mich in eine traurige Welt entführt. Mark ist ein schwacher Charakter, der gerade dabei ist sich selbst zu entdecken. Doch sein Weg ist von Selbstmordgedanken, Alkoholeskapaden und seinen ersten Drogenversuchen gepflastert. Einen Weg, den viele Jugendlichen durchleben müssen, um zu sich selbst zu finden und ihre Grenzen kennenzulernen. Anfangs wird er immer von seiner besten Freundin Ramona unterstützt und später ist auch Dominik immer dabei ihm den Kopf zu retten. Auf einer Schulfeier konsumiert Mark Drogen. Ein Cocktail auf den sein Körper schlecht reagiert. Statt einen normalen Trip zu erleben, wird er in einer fremden Welt gefangen gehalten. Ramona, Dominik und Dirk, der Dealer, versuchen ihn aus dieser Welt zu befreien und ihn in die Realität zu geleiten.

Der Autor wählte für dieses Thema einen Aufbau, der am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig ist. Durch sein Inhaltsverzeichnis wird dies jedoch schnell verständlich. Gleich zu Anfang wurde ich in Marks Welt entführt, wie er sie in seinen Briefen schildert. Über eine Rückblende, welche nun von Ramona erzählt wird, habe ich nach und nach etwas über Marks Leben und seine Freundschaft mir Ramona und Dominik erfahren. Immer wieder durfte ich einen Blick in Marks Welt werfen. Dabei hat Florian Höltgen einen Stil verwendet, der Jugendliche in den Bann zieht. Auf moderne und jugendliche Weise versucht er den Leser die Thematik „Drogen“ zu vermitteln.
Die Protagonisten hätte er detaillierter beschreiben können. Wobei sein Augenmerk auf Mark gerichtet war. Ramona wird als liebe und verliebte Freundin dargestellt. Dominik hingegen ist schön. Dirk nur Drogendealer. Ich konnte mir als Vielleserin kein richtiges Bild vor Augen führen, da weder auf Alter, noch aufs Aussehen richtig eingegangen wurde.
Die Phasen, welche Mark durchlebt hat, aber auch seine Freunde, konnte ich als Leser sehr gut nachempfinden.
Florian Höltgen zeigt mit diesem Buch auf verständliche, authentische Art, wie schnell nur ein Experiment mit Drogen nach hinten losgehen kann. Diese Welt, in der Mark steckt, beschreibt der Autor jedoch bis ins kleinste Detail. Er erschüttert damit regelrecht.

Dieses Buch im Schulunterricht gelesen, könnte viele Jugendliche vor den Erfahrungen mit Drogen bewahren, denn die bedrohliche Angst, dass auch sie so enden könnten, ist gegenwärtig. Jedoch sollte der Autor für diesen Schritt sein Buch überarbeiten. Um seine Aussage auch langhaltig beim Leser im Gehirn einzubrennen, bedarf es einem Werk, welches keine gravierenden Fehler enthält. Mehrfach verwechselt der Autor Namen. Da ist zum Beispiel eine Unterhaltung zwischen Dominik und Ramona, wo plötzlich Mark böse guckt. Mark ist aber gar nicht vor Ort und wird im Anschluss auch gesucht, da sein Aufenthaltsort unbekannt ist. Ältere Leser, wie ich, können über solche Makel hinwegsehen, aber Jugendliche nehmen dies als Aufhänger, um den Autoren nicht ernst zu nehmen.

Zudem ist der Schluss etwas zu individuell gestaltet. Fand ich es schon komisch, dass sich ein Dealer um seinen Käufer kümmert, wird der blutige und brutale Schluss noch merkwürdiger. Ich bekam teilweise das Gefühl, dass Florian Höltgen nach einem erschreckenden Ende gesucht hat und sich nicht anders zu helfen wusste. Weniger wäre hier besser gewesen und hätte realistischer gewirkt. So klang es einfach zu unglaubwürdig. Gerade bei einem solchen Thema sollte es glaubwürdig, wie eine Biographie vermittelt werden.

Trotz einiger Makel ist das Buch erschütternd und kann Jugendliche vor Drogen abschrecken. Daher kann ich es empfehlen. Schließlich ist die Kernaussage, dass Drogen nicht nur Spaß bedeuten, gut vermittelt worden.

===Bewertung===
Marks Welt“ ist ein guter Ansatz für ein so wichtiges Thema. Durch kleinere Makel und einen recht individuellen Abschluss zeigt sich, dass der Autor Neuland betreten hat. Kleinere Schönheitsmakel, wie Namensverwechslung, unrealistischer Schluss und gesichtslose Figuren sorgen für drei Sterne.

===Vom Autor genehmigte Leseprobe===
Seite 60-61: „Er ist einfach nicht da, das heißt es“, maulte Dominik mich an. „Und er blutet ganz offensichtlich. Das trägt nicht gerade zu meiner Beruhigung bei.“ Dann sah er mich auffordernd an. „Komm schon, hilf mir suchen.“ „Aber was ist, wenn er irre geworden ist und ein Messer hat und...“ Mark sah mich mit einem bösen Blick an. „ Er war gestern schon irre und hat er uns da etwa mit einem Messer angefallen?“ Dominik hatte recht, ich war langsam kurz davor, durchzudrehen. Ich ärgerte mich über mich selbst, über meine ungeheure Dummheit, über meine Panik.Voller Wut auf misch selbst lief ich an Dominik vorbei und begann nach Mark zu suchen.
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Shulamit Lapid - Lokalausgabe

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Meine Ausgabe von Lokalausgabe
  
===Buchdaten===
Autor: Shulamit Lapid
Titel: Lokalausgabe
Verlag: btb
Erschienen: 1996
ISBN-13: 978-3442720361
Seiten: 311
Einband: TB
Kosten: ab 3,01€ gebraucht beiBooklooker
Genre: Krimi
Serie: -

===Zitierter Klappentext===

"Lisi Badichi war keine Frau, die man groß bemerkte, obwohl man sie auch nicht gerade leicht übersehen konnte - nicht mit ihren großen platten Füßen, die aussahen wie die Flossen eines Seehundes, und ihrem großen Busen, der jeden, der es vielleicht vergessen haben könnte, daran erinnerte, daß es so etwas wie Schwerkraft auf der Welt gab." Das Märchen vom häßlichen Entlein, neu und unsentimental erzählt von einer Autorin aus Israel.


===Meine Meinung===
Batya Gur war mir ein Begriff. Genau mit dieser Autorin wird Shulamit Lapid verglichen. Wer mit einer so bekannten Autorin verglichen wird, sollte wirklich einiges zu bieten haben. Die Protagonistin Lisi stellte ich mir vom Klappentext her einfach herrlich vor. Ich war richtig gespannt auf dieses Buch.

Shulamit Lapid entführte mich vom ersten Moment an in die Welt von Lisi. Ich lernte dir Protagonistin, ihre Arbeit, ihre Familie, ihren Werdegang und ihren aktuellen Auftrag kennen. Von der Menge der Informationen völlig ausreichend. Die Umsetzung war jedoch enttäuschend. Es wirkte total schleppend und unrealistisch. Eine Reporterin, 30 Jahre alt und Jungfrau. Bei dem Äußeren passend. Genauso verständlich ist ihre Angst vorm ersten Männerkontakt. Als dann plötzlich aber eingeworfen wird, dass sie vergewaltigt wird, wurde ich hellhörig. Man wird doch nicht vergewaltigt, nimmt es wie als kleines Übel hin und schreibt darüber nicht mal in der Zeitung. Zudem wird dieser wichtige Punkt einfach so nebenbei erzählt. Gut, dachte ich, immerhin ist ihre Angst so verschwunden und vielleicht wollte sie es ja auch ein bisschen.Schließlich wurde nicht näher drauf eingegangen, als das sie mitgeht und es ohne große Gegenwehr passiert. Einige Seiten später fragte ich mich allerdings, ob die Autorin überhaupt zwischen spannenden und nebensächlichen Passagen unterscheiden kann. Die Frau, auf dessen Party sie am Abend noch gewesen war, wird umgebracht. Wieder nur ganz nebenbei ohne „oh mein Gott“, „Wieso“ oder „was ist passiert“ eingeworfen und auch kaum ausgeführt. Welcher Journalist verhält sich so. Dieses Muster ist während des gesamten Krimis konstant vorhanden. Während mir Lisi anfangs noch sympathisch erscheint, werden die anderen Figuren nur oberflächlich eingeworfen. Sie waren logisch konzipiert und ich wusste genau wie sich weiterentwickeln würden. Trotzdem wirkte es oberflächlich und ich lernte sie nie richtig kennen.
Genauso habe ich bei einem Krimi Spannung erwartet. Diese kam in diesem Buch fast gar nicht vor. Jede Spannung wurde durch das Nebenbei-Erwähnen gänzlich verschluckt. Ironisch, vielleicht auch an manchen Stellen humorvoll.
Ich persönlich konnte mit diesem merkwürdigen Krimi nicht viel anfangen. Ein Mord der nicht spannend ist, empfinde ich als langweilig. Die Hoffnung, dass es im Verlaufe besser werden würde, wurde enttäuscht. Für mich war es ein Kampf und nach ¾ des Buches habe ich aufgegeben. Eine Geschichte bis zum Schluss zu lesen, bei der es die Autorin nicht schafft, dass ich wissen möchte wie es endet, ist in meinen Augen eher schwach.

Empfehlen kann ich das Buch nicht unbedingt, da aber die Meinungen diesbezüglich auseinander gehen und bei Amazon auch viele durchweg positive Meinungen vorhanden sind, sollte jeder selber entscheiden, ob er zugreift.

===Bewertung===
Eine gute Grundidee, die durch die Tatsache, dass alles nebensächlich erzählt wird, einfach schlecht umgesetzt wurde. Blasse Charaktere, keine Spannung und die Handlung war vorhersehbar. Nach meinem Abbruch bei 75% des Buches kann ich ihm nur einen Stern geben.

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George Bach - Streiten verbindet

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===Buchdaten===
Autor: George Bach, Peter Wyden
Titel: Streiten verbindet.
Untertitel: Spielregeln für Liebe und Ehe
Verlag: Fischer
Erschienen: 1997
ISBN-13: 978-3596113019
Seiten: 295
Einband: Taschenbuch
Genre: Sachbuch
Serie: -

===Zitierter Klappentext===

Ein wirklich anregendes Buch - keineswegs nur für Paare, die mitten in einer Krise leben, sondern für jeden, der lebendige Beziehungen zu einem anderen Menschen braucht, um sich wohl zu fühlen.



===Meine Meinung===
„Streiten verbindet“ ist im Fischer-Verlag erschienen und wird trotz seines Alters immer wieder neu aufgelegt. Der Grundsatz dieses Werkes ist, das Streit zwischen zwei Personen, wie Ehepaaren, etwas Gutes mit sich bringt. Er hilft den Paaren Meinungen und Gefühle auszutauschen. Dadurch können Probleme besser bewältigt werden. Trotzdem gilt beim Streiten: Jeder Streit muss fair verlaufen. Und genau an diesem Punkt setzt dieses Buch an.

Auch ich kaufte das Buch, um mir Tipps und Anregungen zum richtigen Streiten zu holen. Richtig Streiten und dadurch seine Beziehung verbessern, wer möchte das nicht. Leider eskalieren die meisten Streits, sodass ich wirklich neugierig war, wie Streiten ohne Eskalation möglich ist.

Gleich zu Anfang des Buches befindet sich ein Inhaltsverzeichnis, damit der Leser einen besseren Überblick erhält. Die Autoren haben 15 Kapitel verfasst, um mich als Leser mit den Techniken des fairen Streitens vertraut zu machen. Dabei wird neben üblichen Streits auch auf Aggression im Geschlechtsverkehr, innerhalb der gesamten Familie oder mit Kindern eingegangen.

An vielen Beispielen, sogar im direkten Dialog mit einer exakten Beschreibung der gegenwärtigen Situation wurde mir gezeigt, wie ein Streit bei verschiedenen Paaren verläuft. Jedoch konnte ich persönlich nicht entdecken, wie ich diesen Streit verbessern könnte. Es werden Dialoge aufgezeigt, aber ich persönlich hätte mir schlechte Beispiele für einen Streit und gleich im Anschluss Beispiele für den richtigen Streit gewünscht. Auch sonst hatte ich mir mehr erhofft. Zwar erkenne ich immer wieder Streitaspekte, die jeder sicherlich aus seiner Partnerschaft her kennt. Aber es nützt mir persönlich nichts, wenn ich darauf hingewiesen werde, dass man sich streiten muss und seine Gefühle nicht in sich hineinfressen sollte. In den Beispielen habe ich als Leser den Spiegel vors Gesicht gehalten bekommen, aber mir wurden nur die negativen Streits aufgezeigt, welche Folgen dieser Verlauf haben kann, aber wie man es verbessert, wird nicht deutlich.
Mir fehlte bei den vielen Beispielen und umfangreichen Einführungen der Beispiele das Fachwissen. Auch wenn sich viele Leser beschweren, dass manche Bücher zu fachlich sind und sie wenig verstanden haben. Dadurch habe ich stets das Gefühl etwas zu lernen und das der Autor weiß wovon er schreibt. Den Inhalt, wie es in dieser Lektüre vorzufinden ist, hätte jeder Laie, der sich viel streitet und sich selber gesagt hat, dass er sich ändern muss, nicht laut werden darf, sondern sachlich diskutieren muss, hätte dieses Buch schreiben können.

Die Kapitel sind nicht nur unübersichtlich, sondern es fehlt gänzlich an Struktur. Wer sich die Kapitelüberschrift merkt, wird schon nach ein oder zwei Seiten merken, dass die Autoren stets abschweifen und die Überschrift mit dem eigentlichen Inhalt stellenweise wenig zu tun hat.

Zudem macht der Autor ständig Werbung für eine Therapie, zeigt aber auf, wie unprofessionell viele Kollegen sind. Wer also wirklich was für seine Beziehung tun möchte, müsste am Besten zu ihm kommen. Wenn man bedenkt, wann der Autor geboren wurde, bezweifle ich doch stark, dass diese Eigenwerbung noch nützlich ist.

Mich persönlich hat das Buch nicht überzeugt. Die Thematik interessiert mich ehrlich, aber da ich für mich nichts herausziehen konnte, kann ich es auch nicht empfehlen.

===Bewertung===
Streiten verbindet, aber was nützt dieser Titel, wenn ich nicht weiß, wie es mich mit meinem Partner verbindet. Ein Sachbuch sollte lehrreich sein, aber wenn man nichts mitnehmen kann, kann man auch einen Roman lesen. Daher gibt es für die Idee zwei Sterne.

  
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Kathy Reichs - Tote lügen nicht

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===Buchdaten===
Autor: Kathy Reichs
Titel: Tote lügen nicht
Verlag: Blanvalet
Erschienen: 2000
ISBN-13: 978-3442352265
Seiten: 544
Einband: TB
Kosten: 9,00€, gebraucht ab 1,50€
Genre: Thriller
Serie: Temp Brennan
===Zitierter Klappentext===

Tempe Brennan hat einen Knochenjob. Als forensische Anthropologin am gerichtsmedizinischen Institut von Montreal landen täglich die unterschiedlichsten Leichen auf ihren Labortisch. Als aber die dreiundzwanzigjährige Isabelle Gagnon mißbraucht, erdrosselt und zerstückelt in Müllsäcken aufgefunden wird, drängen sich Tempe alte, grauenvolle Bilder auf. Sie beginnt zu recherchieren, was sie auf die Spur eines psychopathischen Serienkillers bringt - und ihn auf ihre...




===Meine Meinung===
„Tote lügen nicht“ ist der erste Teil der „Tempe Brennan“ - Reihe aus der Feder von Kathy Reichs. Inzwischen hat dieser Auftakt schon zehn Jahre auf dem Buckel. Das Cover des Buches ist schlicht gehalten. Die angerichteten Knochenteile fallen auf Grund der Farbe kaum auf. Der Klappentext ließ jedoch Spannung pur erahnen.

Der Einstieg in das Buch verschlug mir am Anfang die Sprache. Zwar war mir bewusst, dass jeder Autor sich mit seinen Büchern steigert, aber dass es einen so großen Unterschied zu späteren Teilen gibt, hätte ich nicht erwartet. Andere Teile habe ich regelrecht an einem Tag verschlungen.

Kathy Reichs stellte mir die Protagonistin Tempe Brennan von Anfang an als sympathische Figur vor. Während des ersten Kapitels wurde ich mit ihrer Arbeit, ihrem vorherigen Leben und ihrer Wahlheimat vertraut gemacht. Obwohl ich Tempe schon aus neueren Romanen kannte, hatte ich das Gefühl sie jetzt erst richtig kennenzulernen. Binnen weniger Seiten wurde ich mit ihr zusammen zum ersten Tatort geführt. Mein erster Gedanke war nur: Das fängt richtig spannend an. Wer schon ein anderes Buch von dieser Reihe kennt, weiß, dass neben vieler Knochen Tempe oft in Gefahr gerät und sich die Fälle stets am Ende nach einem grandiosen Höhepunkt logisch aufklären. In diesem Fall findet Brennan eine zerstückelte Leiche. Für sie ist schon bald klar, dass es sich um einen Serienmörder handeln muss. Wie überzeugt man jedoch die Polizei, die keine Zusammenhänge entdecken kann? Von der Theorie her ist der Inhalt gut durchdacht, packend und detailliert. Genau dieser letzte Punkt ist störend. Jeder noch so kleine Arbeitsschritt von Tempe wird von der Autorin genau beschrieben. Wer sich für Anthropologie interessiert, wird darin aufgehen. Mir persönlich war es einfach zu viel. Kathy Reichs verliert sich regelmäßig in diesen Beschreibungen. Ich musste zwar immer wieder feststellen, das die Autorin wirklich weiß wovon sie redet und viele Punkte, wie das Rotlicht-Viertel gut recherchiert hat, aber ich wurde erschlagen von den Details. Für mich wirkten die ersten 300 Seiten einfach nur gähnend langweilig. Kam es einmal zu einem Spannungsanstieg, ging es genauso schnell wieder in flachere Bahnen. Neben den zähflüssigen Beschreibungen verwendet die Autorin häufig französische Vokabeln. Es ist für die Stadt typisch, aber oftmals werden Sätze nicht übersetzt. Gerade als Laie verstand ich oftmals gar nicht, was es bedeutet. Auch wenn viele heute französisch sprechen, gibt es noch viele Personen, die diese Sprache nicht beherrschen und nur englisch in der Schule gelernt haben.

Nachdem ich mich jedoch durch die ersten 300 Seiten gekämpft hatte, kam Kathy Reichs in den Stil, den ich an ihr Liebe. Detailliert, aber spannend. Ich spürte einen regelrechten Spannungsanstieg, der sich diesmal bis zum Schluss aufbaute. Dieser Schluss war brillant aufgelöst und lässt keine Fragen offen.

Die späteren Werke von Kathy Reichs, wie „Knochen zu Asche“ würde ich jeder Zeit empfehlen. Bei diesem Werk bin ich jedoch nicht komplett überzeugt. Die vielen langen Beschreibungen und Details ziehen sich zu sehr hin. Der Biss, den ich von ihr sonst kenne, fehlte im ersten Teil den gesamten Anfang über. Wer dieses Buch zuerst liest, wird sicherlich enttäuscht werden.

===Bewertung===
Würde „Tote lügen nicht“ um die Hälfte gekürzt werden, wäre es ein absolut würdiger Start in die sonst so gelungene Reihe. Es wirkt authentisch, die Charaktere, Emotionen und Schauplätze sind lebendig und individuell. Viele Beschreibungen erinnern mich jedoch eher an Kaugummi, welches sich in die Länge zieht. Daher gibt es nur drei Sterne.
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Jehan Sadat - Ich bin eine Frau aus Ägypten

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===Buchdaten===
Autor: Jehan Sadat
Titel: Ich bin eine Frau aus Ägypten
Verlag: Heyne
Erschienen: 1991
ISBN-13: 978-3453045996
Seiten: 432
Einband: TB
Kosten: 8,95€
Genre: Biographie
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Jehan Sadats Geschichte ist die ehrliche und leidenschaftliche Schilderung eines Lebens als emanzipierte Mohammedanerin, Patriotin, Ehefrau und Mutter, eine Autobiographie aus der Welt des Islam, die in ihrer Art einzigartig ist. Jehan Sadat ist die erste Frau des modernen Ägyptens, die in ihrem Land und weltweit eine bedeutende Rolle spielte - und das aus eigener Kraft.“

===Meine Meinung===
„Ich bin eine Frau aus Ägypten“ so heißt der Titel der Autobiographie von Jehan Sadat. Sie gilt bis heute als First Lady von Ägypten. Trotz seines Alters zeugt dieses Werk von Stärke, Mut und wahrer Liebe. Auch heute noch können Frauen an diesem Beispiel etwas lernen.

Jehan Sadat war vor meiner Geburt 1983 eine bedeutende Frau. Mir persönlich sagte der Name nichts. Meine Mutter hingegen ist von dieser Frau fasziniert gewesen und kaufte sich gleich nach der Veröffentlichung ihr Werk. Inzwischen steht es fast 20 Jahre in unserem Buchregal und ich lese es immer wieder und das gerne.

Als Leser werde ich eine völlig fremde Welt getragen. Zum einen ist die Kultur in Ägypten eine völlig andere Kultur, als in Deutschland. Zum anderen spielt das Buch von 1933-1981, also eine Zeit, die ich persönlich nur aus Büchern, Erzählungen und dem Fernsehen kenne.

Der Einstieg in das Leben von Jehan Sadat beginnt mit dem 6.10.1981. Die ist der Tag, an dem ihr Mann einem Attentat zum Opfer fällt. Ein Tag, der Jehan ihr bisheriges Leben zurück ins Gedächtnis ruft. An dieser Stelle wurde ich als Leser mit einem Zeitsprung zurück zu ihrer Geburt gebracht. Von diesem Moment an durfte ich chronologisch ihr Leben verfolgen. Ihre behütete Kindheit, die Hochzeit mit Anwar, die Zeiten voller Armut, den Werdegang zur First Lady bis hin zu dem schrecklichen Tag, als das Buch beginnt.

Jehan Sadat ließ mich auf eine emotionale und einfache Art und Weise an ihrem Leben, den historischen Fakten, aber auch an ihrer Ehe teilhaben. Diese Frau ist ein gute Beispiel für eine perfekte Ehefrau. Modern, lustig, ehrlich, entwaffnend und unterstützend. Egal was ihr Mann auch gemacht hat, sie stand immer hinter ihm, bekam dies im Gegenzug auch selbstverständlich zurück. So etwas zu lesen macht stark für die eigene Partnerschaft. Doch auch sonst ist das Leben dieser Frau beispielhaft. Wie sie andere Menschen unterstützt, eine gute Mutter für ihre Kinder ist und dabei eine Gelassenheit ausstrahlt, es ist faszinierend.
Viele Autobiographien sind langweilig geschrieben. Diese hier zeigt, das es auch anders geht. Jehan Sadat schafft es vom ersten Satz an zu fesseln. Der Text beinhaltet keine Spannung, wie ein Thriller, trotzdem vermag sie ihr Leben in bunten Farben zu schildern. Sie beschreibt jedes noch so wichtige Detail, damit ich ihr Verhalten, ihre Denkweisen und ihre Gefühle wirklich gut verstehen konnte. Dabei befasst sie sich nicht nur mit positiven Erlebnissen sondern lässt auch Rückschläge nicht aus. Nicht mal bei einer First Lady geht alles glatt.
Das Besondere an diesem Buch ist, das die Autorin auch den Koran zitiert und die Bedeutung der zitierten Verse erklärt. Sie zeigt die einfache Sichtweise auf den Koran und macht ihr für Leser wie mich zugänglicher.
Dazu gibt es viele Fotos, die ihre Hochzeit, ihren Mann, das Leben in Ägypten und die Landsleute präsentieren.

Trotz der Tatsache, das ich das Buch schon mehrfach gelesen habe, habe ich es verschlungen. Zwei Tage habe ich dafür benötigt, ohne das es mir langweilig wurde. Ich durfte an vielen Passagen feststellen, wie der Inhalt im Gehirn verankert war, so sehr konnte ich mich an das Geschehen erinnern.

Das alles spricht sehr für das Buch und daher kann ich es aus vollstem Herzen empfehlen. Wer das Land, seine Kultur, den Koran, die Entwicklung, eine moderne ägyptische Frau und eine perfekte Ehefrau kennenlernen will, sollte sich dieses Buch kaufen.

===Bewertung===
Authentisch, bewegend und voller Fakten, das ist „Ich bin eine Frau aus Ägypten“. Es ist eine Autobiographie, die voller Leben steckt und durch ihren einfach Stil fasziniert. Von mir bekommt dieses Werk fünf Sterne.

===Leseprobe===
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Eva Marebu - Der magische Skarabäus

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===Buchdaten===
Autor: Eva Marebu
Titel: Der magische Skarabäus
Verlag: arsEdition
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3760736747
Seiten: 304
Einband: HC
Kosten: 14,95€
Genre: Kinderbuch
Serie: -


===Verlasangabe===
»Der magische Skarabäus« ist ein fesselnder Jugendroman mit einem Mix aus Fantasy und ägyptischer Geschichte. Das Buch nimmt den Leser mit auf eine spannende Zeitreise in die Ära Tutanchamuns. Eine furiose Jagd durch Raum und Zeit, eine Geschichte zwischen Historie, Mythos und Fantasie und ein Mädchen auf der Suche nach der Wahrheit. Aus diesem Stoff webt Autorin
Eva Marebu eine ganz besondere Abenteuergeschichte.

Alles beginnt mit einem seltsamen Brief, den Paula an ihrem 12. Geburtstag erhält: Der Absender ist angeblich ihr Großvater. Doch warum hat sie noch nie von ihm gehört? Weshalb wurde das Schreiben in der ägyptischen Stadt Luxor aufgegeben?

Und was hat es mit dem Skarabäus auf sich, von dem im Brief die Rede ist? Rätsel und Geheimnisse halten Paula nicht auf, und schon bald ahnt sie: Der magische Skarabäus ist das Tor zu einem fernen Ort – und in eine längst vergangene Zeit. Paula begibt sich auf eine atemberaubende Zeitreise!

Doch wer die Geister der Vergangenheit weckt, begibt sich in große Gefahr. Und die ägyptischen Dämonen kann Paula nur mit der Hilfe der Götter besiegen…

===Meine Meinung===
Der magische Skarabäus“ von Eva Marebu ist schon optisch ein absolutes Highight. Dieses glänzende Cover mit dem Skarabäus drauf sieht wunderschön aus.

Das Erstlingswerk von Eva Marebu ist ein Kinderbuch für Leser zwischen 10-12 Jahren. Die Protagonistin Paula lebt zusammen mit ihrer Mutter. An ihrem zwölften Geburtstag bekommt sie einen merkwürdigen Brief von ihrem unbekannten Großvater. Dieser besagte Großvater ist schon vor ihrer Geburt bei einer Ausgrabung in Ägypten spurlos verschwunden. Den Skarabäus, den er ihr mit diesem Brief schenkt, ist keine billige Fälschung, sondern stammt aus der Zeit von Tutanchamun. Durch Zufall findet sie heraus, dass sie mit einer sanften Berührung des Skarabäus in der Zeit reisen kann. Schon bald findet sie das Geheimnis um das Verschwinden ihres Großvaters heraus. Zusammen mit Niko begibt sie sich ins alte Ägypten, um die Unschuld ihres Großvaters vor den Göttern zu beweisen.

Der Einstieg in dieses Kinderbuch fiel mir persönlich sehr leicht. Paula ist eine liebenswerte Person, die freundlich, ergeizig und mutig präsentiert wird. Jedes Mädchen in diesem Alter kann sich problemlos mit ihr identifizieren. Auch männliche Leser finden in dem pfiffigen Niko eine Figur zum Identifizieren. Die Autorin verwendet für ihr Werk einen bildhaften Erzählstil. Jeder einzelne Charaktere steckt voller Leben. Die völlig fremden Schauplätze wurden authentisch wiedergegeben, sodass ich mir alles direkt vor meinem Auge vorstellen konnte. Von Anfang an weiß es die Autorin zu fesseln. Kleinere Wendungen, die Gefahren und der ägyptische Hintergrund überzeugen selbst einen erwachsenen Leser wie mich.

Das vorliegende Werk ist eine Mischung aus Fantasie, Magie und vielen historischen Fakten bezüglich der Zeit von Tutanchamun. Als Kind haben wir in Paulas Alter ebenfalls die ägyptischen Götter in der Schule durchgenommen. Aus diesem Grund kam mir vieles bekannt vor. Doch auch wer sich in dieser Welt noch nicht auskennt, braucht keine Angst vor diesem Werk haben. Eva Marebu hat nicht nur wunderschöne Zeichnungen der Götter in ihr Werk eingebaut, sondern die wesentlichen Götter am Ende des Buches noch einmal genauestens erklärt. Um den Leser die damalige Zeit anschaulicher zu gestalten, wurde sogar eine Zeichnung des Tempels eingefügt. Ich konnte als Leser viele Einblicke in die Kultur, das Leben, die Arbeit und sogar in die Agrar-Wirtschaft zur Zeit von Tutanchamun bekommen. Außerdem konnte ich viel über die Götter und ihre Position in der Götterwelt erfahren. Wer auf eine kindgerechte Art etwas über diese Kultur lernen möchte, landet hier keinen Fehlgriff.

Ich habe meinem siebenjährigen Stiefsohn aus diesem Buch etwas vorgelesen und er war vom Spannungsfaktor und dem Lehrfaktor begeistert. Er selber hätte das Buch aber nicht lesen können, da er mit den vielen fremden Begriffen und schweren Worten noch nicht viel hätte anfangen können. Ich musste ihm vieles erklären. Daher kann ich ruhigen Gewissens behaupten, dass die angegebene Altersgruppe von 10 Jahren angebracht ist.

Empfehlen kann ich dieses Buch jedem. Egal ob Lehrer, Kind, Jugendlicher oder sogar einfach nur jung gebliebenen Erwachsenen, wie mich. Wer sich für das alte Ägypten interessiert, sollte es lesen.

===Bewertung===
Der magische Skarabäus ist nicht nur lehrreich, sondern vermittelt dies in einer spannenden und kindgerechten Geschichte. Tutanchamun, ägyptische Götter und ein Hauch von Magie verzaubern jung und alt. Von mir gibt es fünf Sterne.

===Leseprobe===
http://www.arsedition.de/_download/leseproben/3674.pdf



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Zach / Bauer - Morbus Dei: Die Ankunft

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===Buchdaten===
Autor: Bastian Zach, Matthias Bauer
Titel: Morbus Dei: Die Ankunft
Verlag: Haymon
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3852188461
Seiten: 296
Einband: TB
Kosten: 9,95€
Genre: historischer Roman
Serie: -

===Genehmigter Klappentext===
Ein einsames Bergdorf vor 300 Jahren: Von einem Schneesturm überrascht, verschlägt es den Deserteur Johann List in diese abgeschiedene, von Furcht und Aberglaube beherrschte Gegend. Schnell ist ihm klar, dass mit dem Dorf etwas nicht stimmt, dass ein düsterer Schatten über den Bewohnern liegt – Tiere werden getötet, Menschen verschwinden, vermummte Gestalten lauern in den finsteren Wäldern. Als Johann sich in die Tochter eines Bauern verliebt, beschließt er, mit ihr das Dorf zu verlassen. Doch noch bevor sie verschwinden können, eskaliert die Situation und ein Kampf auf Leben und Tod beginnt ...

===Meine Meinung===
Schon das Cover dieses Taschenbuches ist ein wahrer Blickfang. Düster blickt den Leser eine Figur entgegen. Ein magisches Symbol ist hervorgehoben. Dazu ein unheimlicher Titel und ein vielversprechender Klappentext. Kurz gesagt, ich freute mich riesig auf ein spannendes Buch.

Der Prolog verursachte mir ein riesiges Fragezeichen auf dem Kopf. Nicht ganz zwei Seiten, die Angst aufkommen ließen. Danach ging es mit der eigentlichen Geschichte weiter. 1703 flieht Johann schwerverletzt von einem Bauern und kommt in das unheimliche Dorf mitten in Tirol. Elisabeth und ihr Großvater pflegen ihn gesund. Als Dank und aus Zuneigung zu Elisabeth verdingt er sich als Knecht bei Jakob, dem tyrannischen Vater von Elisabeth. Schnell merkt er, dass es nicht nur der kälteste Winter seit Jahren ist, sondern das im Dorf etwas unheimliches vor sich geht. Als eine Kuh verschwindet, erfährt Johann zum ersten Mal von den Ausgestoßenen. Um die Situation gefährlich zu zuspitzen kommt noch ein Trupp bayrischer Soldaten ins Dorf.

Während des gesamten Lesen stellte ich mir die Frage, in welches Genre ich diese Lektüre einteilen sollte. Es ist kein typisch, historischer Roman, aber als Horror oder Thriller kann man das Werk definitiv auch nicht bezeichnen. Es ist aber ein gelungener Mix, der von der ersten Minute den Leser packt. Ich wurde in eine Welt entführt, die nicht nur 300 Jahre zurück liegt, sondern düster, mystisch und voller Glaube steckt. Die historischen Fakten rund um das Leben in dieser Zeit wurden mir perfekt vermittelt. Ich konnte den Glauben an Gott und die harten Lebensbedingungen für ein kleines Dorf ohne Schwierigkeiten nachvollziehen. Alleine durch den harten Winter wirkt das Buch noch realistischer und spannender.

Nicht nur die Situation, sondern auch die Charaktere wurden vom Autoren-Duo authentisch, lebendig und voller eigener Charakterzüge beschrieben, dass ich jeden direkt vor meinem inneren Auge sehen konnte. Viele wurden sympathisch gestaltet, andere wiederum sind tyrannisch und eher unsympathisch.

Die beiden Autoren verwenden in allen Bereichen einen bildhaften und detaillierten Sprachstil. Dabei achten sie darauf den Leser in keiner Weise zu langweilen. Trotz der vielen Details wirkt es nie in die Länge gezogen, sondern die Spannung baut sich immer mehr auf bis sie am Ende in einem überraschenden Schluss aufgeht. Der Schluss lässt mich auf eine Fortsetzung hoffen.

Einmal angefangen, konnte ich dieses Werk nicht mehr aus der Hand legen. Das Böse, die düstere Umgebung und der verwirrende Prolog sind auf Grund der realistischen und historischen Rahmenbedingungen fesselnd. Ich habe das Buch an zwei Tagen durchgelesen.

Wer also auf der Suche nach einem Buch voller düsterer Atmosphäre ist, das historische Genre bevorzugt und dabei noch etwas zum Nachdenken mag, sollte sich dieses Buch kaufen.

===Bewertung===
Viele Bücher sind gut, aber nur wenige Bücher sind so gut. Düster, spannend, authentisch und detailliert. Dem Autoren-Duo ist ein grandioser Genre-Mix gelungen, der jeden Leser überzeugt. Dafür gibt es fünf Sterne.


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Bernhard Aichner - Die Schöne und der Tod

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===Buchdaten===
Autor: Bernhard Aichner
Titel: Die Schöne und der Tod
Verlag: Haymon
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3852188270
Seiten: 256
Einband: TB
Kosten: 9,95
Genre: Krimi
Serie: -

===Genehmigter Klappentext===
Bernhard Aichners Krimi-Debüt - eine abgründige, schräge und spannende Story rund um einen Totengräber, einen Fußballstar im Ruhestand und eine verschwundene Leiche: Dass Emma, seine erste große Liebe, plötzlich wieder in sein Leben platzt, und dass er ihre Schwester Marga, die sich vom Hausdach gestürzt hat, auf dem Dorffriedhof begraben muss - das würde der Totengräber Max Broll noch hinnehmen. Aber dass jemand Margas Leiche aus dem noch frischen Grab entführt, das geht entschieden zu weit. Als Max Broll die Sache, gegen den Willen der Polizei, selbst in die Hand nimmt, beginnt für ihn ein Wettlauf um Leben und Tod.

===Meine Meinung===
Das Cover von „Die Schöne und der Tod“ ist einfach nur ansprechend. Der schwarze Hintergrund mit dem bezaubernden Gesicht und den sinnlichen Lippen passt perfekt zu diesem Buch. Der Klappentext tut das Übrige und hat mich sofort überzeugt.

Bernhard Aichner war mir bis zu diesem Buch ein völlig unbekannter Autor. Nach einem ersten Durchblättern des Buches, war mein erster Gedanke: Das kann ja was werden. Der Grund dafür ist Aufbau seiner Dialoge. Anführungszeichen gibt es keine. Stattdessen sieht es mit den Bindestrichen eher wie eine Aufzählung aus. Wer was spricht, muss beim genauen Lesen herausgefunden werden. Auf den ersten Blick wirkte dies anstrengend.

Auf den zweiten Blick faszinierte mich jedoch die Phantasie des Autoren. Als Max Vater schwer krank wird, verzichtet er auf seinen Job und seine große Liebe, Emma. Inzwischen lebt er in einem idyllischen Dorf und hat die Arbeit seines Vaters, als Totengräber übernommen. Dieses neue Leben gerät aus den Fugen, als sich Emma plötzlich bei ihm meldet. Ihre Schwester hat Selbstmord begangen und er soll sie nun beerdigen. Doch damit nicht genug, denn plötzlich verschwindet ihre Leiche spurlos. Max und seine Freunde begeben sich in Lebensgefahr, um das Rätsel der verschwunden Leiche zu lösen.

Auf ein solches Thema zu kommen, zeugt von Phantasie. Gerade der Anfang bedarf einiger Eingewöhnungszeit. Gleich zu Beginn wurde ich regelrecht mit dem ungewohnten Dialog überfallen. Die Figuren, aber auch die Situation wurde noch gar nicht vorgestellt. Ich fühlte mich ins kalte Wasser geworfen und musste mehrfach den Dialog lesen. Es dauerte aber nicht lange, bis mir die Figuren durch ihren individuellen Charme ans Herz gewachsen waren. Wer diese chaotische Bande nicht sympathisch findet, der wird an diesem Buch keine Freude haben.
Der Protagonist Max ist kein Polizist oder Detektiv, sondern ein ganz normaler Mensch, der auf die absurdesten Ideen kommt, um den Dieb der Leiche zu finden. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft ich lauthals losgelacht oder einfach nur geschmunzelt habe. Dieser Krimi ist einfach nur amüsant.

Bernard Aichner hat einen Krimi konzipiert, der voller Humor und Spannung steckt. Dabei hat er auf jedes winzige Detail geachtet. Seine Charaktere sind individuell und menschlich. Auch die Situationen, Schauplätze und Emotionen wurden authentisch dargestellt. Ich hatte stets das Gefühl mitten im Geschehen zu sein. Durch die vielen Details konnte ich alles direkt vor meinem Auge sehen. Wer jetzt aber davon ausgeht, dass der Autor dabei lange Sätze verwendet, der täuscht sich. Nicht nur bei den Dialogen, sondern auch im normalen Text, setzt der Autor auf staccato. Viele kurze Sätze, die aber voller Details stecken.

Bis zum Schluss ist der Inhalt so abgedreht, spannend und witzig, dass er auf seine Art und Weise fesselnd ist. Ich habe stets nach dem Motiv gegrübelt und wurde mit diesem Ende völlig überrascht. Das Ende fängt so leicht an, explodiert wie ein Feuerwerk, um sanft auszuklingen. Ich empfinde es als grandios und gut durchdacht.

===Bewertung===
Das 256-seitige Buch kann ich jedem empfehlen, der gerne Krimis liest. Es ist zwar ein gewöhnungsbedürftiger Krimi, der die volle Aufmerksamkeit des Lesers fordert, aber ich finde, dass es sich lohnt. Lediglich die exotischen Dialoge erschweren das Lesen. Daher bekommt das Buch nur vier Sterne.

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