Susanne Nort - Zwischen den Toren

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===Buchdaten===
Autor: Susanne Nort
Titel: Zwischen den Toren
Untertitel: Weltenwanderer 14
Verlag: Arcanum
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3-939139-44-7
Seiten: 58
Einband: Heft
Kosten: 4,95
Genre: Fantasy
Serie: Weltenwanderer

===Genehmigter Klappentext===
Alana, Tochter der Tore, besitzt die Gabe, die Seelen Sterbender zum Todestor zu begleiten oder sie von dort zurückzurufen. An ihr ist es, die Rückkehr des Verlorenen in die Welt der Lebenden zu verhindern. Doch als Alana gezwungen wird, die Seele des ersten Kriegslords Jarell zurückzuholen, statt ihren sterbenden Vater zu begleiten, machen Zorn und Verbitterung sie unvorsichtig und angreifbar. Die Hinterlist des Verlorenen scheint aufzugehen …

Zwischen den Toren von Susanne Nort ist der vierzehnte Band der Reihe „Weltenwanderer“.

Werden Sie zu einem Wanderer zwischen den Welten und lassen Sie sich verzaubern von der Vielfalt der unterschiedlichen Einblicke, von dem Ideenreichtum der Autorinnen und Autoren!

===Weltenwanderer===
Die Reihe Weltenwanderer ist keine übliche Fantasy Reihe eines Autoren, sondern setzt sich aus verschiedenen Fantasy-Geschichten zusammen. Jede Geschichte stammt aus einer anderen Feder. Somit haben weder Figuren, Orte oder Situationen mit einem anderen Werk etwas zu tun. Alle Werke stammen aus einem Wettbewerb und werden nun nacheinander veröffentlicht.

===Meine Meinung===
„Zwischen den Toren“ ist der 14. Band der Weltenwanderer-Reihe im ArcanumVerlag. Es handelt sich hierbei um Geschichten verschiedener Autoren, die bei einem Wettbewerb ausgewählt wurden.

Die Geschichte beginnt mit der jungen Alana und dem Tag, an dem sie zum ersten Mal ihre Fähigkeiten entdeckt. Erst Jahre später, kommt es zu einem erneuten Versuch ihre Kräfte einzusetzen. An diesem Tag beschließen die Eltern ihre Tochter zu den Töchtern der Tore zu bringen. Nachdem sie gelernt hat mit ihrer Gabe umzugehen, muss sie an die Front. Zwischen zwei Königreichen ist der Friedensvertrag ausgelaufen und dieser wurde nicht verlängert. Als der erste Kriegslord tödlich verletzt wird, muss sie helfen ihn zurück zu seinem Körper zu führen. Doch bei der Rückführung setzt sich der Geist des Verlorenen in ihm fest und sorgt für viel Chaos in der menschlichen Welt.

Beim Lesen dieser Geschichte schoss mir mehrfach der Name Marion Zimmer Bradley in den Kopf. Erst kürzlich habe ich wieder ein Werk aus ihrer Feder gelesen und finde, dass Susanne Nort viel mit dieser Autorin gemeinsam hat. Bei beiden Autoren steht eine weibliche Protagonistin und deren Gefühlswelt im Vordergrund. Zudem ist der Schreibstil genauso bildhaft und leichtverständlich.

„Zwischen den Toren“ hat mich in eine Welt geführt, die von der ersten bis zur letzten Seite gut durchdacht ist. Diese Welt steckt voller Magie, aber auch realen Bedingungen. Da sind die Sterbenden, die Alana zurückführen kann, aber eben auch Krieg, Bauern, Könige, Macht und Tod. Diese Mischung empfinde ich als passend und interessant.
Der romantische Aspekt, den ich von Anfang an erwartete, wurde nie ausgeführt. Alana ist eine liebenswürdige, hilfsbereite Figur, die ich sofort in mein großes Leser-Herz geschlossen habe. Ihre Beweggründe, Emotionen und Handlungen sind authentisch und ließen sie sympathisch wirken. Dann ist da der zweite Kriegslord, dem sie helfen möchte, den Verlorenen zu bannen. Schon nach dem ersten Streit bin ich davon ausgegangen, dass sich hier etwas anbahnen wird. Aber das erwartete Happy End kommt überraschend in einer anderen Form. Dadurch verleiht die Autorin ihrem Werk noch mehr Realität.

Auch wenn der Heftroman nur sehr kurz ist, empfand ich die Geschichte durchaus fesselnd und musste sie in einem Zug durchlesen. Wer bei einem Heftroman, wie ich, im ersten Moment an Kitsch a la Cora denkt, der täuscht sich. Diese Geschichte hätte ohne Aufzufallen bei einer Anthologie von Fantasy-Autoren wie Marion Zimmer Bradley, Mercedes Lackey oder Wolfgang Hohlbein dabei sein können. Mir hat die Qualität dieses Werkes gefallen. Teilweise ist „Zwischen den Toren“ sogar spannender, als andere Kurzgeschichten mit der gleichen Länge von bekannten Autoren. Nicht jeder Autor kann eine Fantasy-Geschichte mit so wenig Seiten so interessant vermitteln. Oftmals wirkt es gekürzt, es bleiben Fragen offen oder die Geschichte wird künstlich in die Länge gezogen. Das ist hier nicht der Fall.

Aktuelle Themen, wie zum Beispiel „Gleichberechtigung“ baut die Autorin auf faszinierende Weise in ihre Geschichte mit ein.

Viele wird sicherlich immer noch die Form abschrecken, aber ich kann nur sagen, dass ich diesen Heftroman ohne Einschränkung empfehlen kann. Wer gerne Fantasy-Romane im Stil von Marion Zimmer Bradley liest, sollte sich diesen Band der Weltenwanderer definitiv zulegen.

===Bewertung===
Ein Heftroman, der an die großen Autoren heranreicht, verdient in meinen Augen fünf Sterne. Die Figuren sind liebenswert und lebendig. Jede Situation ist gut durchdacht, wirkt an keinem Punkt in die Länge gezogen und ließ mich in eine fremde Welt eintauchen. Für mich überraschend und gut.


===Leseprobe===
Unter nachfolgendem Link, können die ersten fünf Textseiten gelesen werden:


 
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Terry Brooks - Das Zauberlabyrinth

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===Buchdaten===
Autor: Terry Brooks
Titel: Das Zauberlabyrinth
Originaltitel: the tangle box
Verlag: Goldmann
Erschienen: 1995
ISBN-13: 978-3442246236
Seiten: 378
Einband: TB
Kosten: 3,01€ bei Amazon gebraucht
Genre: Fantasy
Serie: Landover


===Klappentext===
Ein weiterer Band aus der weltweit erfolgreichen Landover-Saga: Der Zauberer Horris Kew, der vor langer Zeit aus dem Königreich Landover verbannt worden war, ist zurückgekehrt - und mit ihm ein mächtiger böser Geist. Er lässt Ben Holiday in einem Labyrinth der Ungeheuer verschwinden, doch Ben setzt alles daran, Landover zu retten.

===Zur Reihe===
Ben Holiday ist ein Anwalt aus unserem Chicago. Aus einem Weihnachtskatalog hat er sich das magische Königreich Landover gekauft. Dort lebt er nun als König und wird von seinen treuen Freunden dem Hofschreiber, einem Kobold-Boten und einem Hofmagier unterstützt. Später kommt diesen Freunden noch seine Frau Willow hinzu. Dies ist der vierte Teil.

===Meine Meinung===
Dieses Werk habe ich lange vor mir hergeschoben. Zum einen fand ich das Cover wirklich ansprechend und auf der anderen Seite ist es der vierte Teil. Die vorherigen Teile waren mir ungekannt und ich hatte schon meine Bedenken, ob ich einen guten Einstieg finden würde.

Meine Bedenken konnte ich schnell über Bord werfen. Zwar werden bekannte Charaktere einfach ohne große Vorstellung dem Leser „vorgeworfen“, aber nach und nach ergeben kleine Rückblenden oder Informationen ein komplettes Bild. Ich hatte am Ende dieses Werkes nicht das Gefühl, dass mir Vorkenntnisse gefehlt haben, die Figuren mir fremd waren oder ich die Geschichte lieber im Gesamtbild gelesen hätte. Im Gegenteil empfand ich die Geschichte einzeln sogar hervorragend zu lesen. Dieses Gefühl wird von Terry Brooks durch einen ausführlichen, bildhaften und einfachen Stil untermauert. An keiner Stelle hatte ich das Gefühl zu viele oder zu wenig Informationen aus dem Text ziehen zu können. Ich konnte mir Situationen, Emotionen, Figuren und Orte richtig vor meinem inneren Auge vorstellen. Um sich Orte besser vorstellen zu können, befindet sich sogar am Buchanfang und am Ende des Buches eine genaue Karte von Landover. Dadurch konnte ich Wege einfach besser nachvollziehen.

Anfangs ist die Geschichte sehr linear. Der böse Zauberer kehr zurück nach Landover und kommt zum König, der gerade erfahren hat, dass er Vater wird. Ab diesem Punkt wird die Geschichte geteilt. Einerseits durfte ich Willow auf ihrer Reise durch die Welten begeleiten und die Geburt ihres Kindes miterleben. Dann wurde ich durch Sprünge auf die Reise von Ben, der Hexe und des Drachens mitgeschickt. Zum anderen wird aber auch die Situation in Landover nach dem Verschwinden des Königs anschaulich geschildert. Jeder Ort wurde wunderbar beleuchtet, sodass ich keine Fragen mehr hatte. Die Sprünge sind durch Absätze oder neue Kapitel für den Leser sehr klar zu erkennen.

Die anfängliche Spannung wird im Mittelteil konstant weitergeführt, da vieles jedoch vorhersehbar ist, kommt sie nicht so deutlich hervor. Am Ende kommt es zu einem kleinen Showdown der voller Spannung steckt, aber auch sehr schnell wieder verschwunden ist. Mich persönlich hat dieser Schluss nicht überrascht, empfand ihn aber als passend.

Gelesen habe ich an diesem Werk drei Tage und bin zu dem Fazit gekommen, dass dieses Buch empfehlenswert ist. Die Welt, welche Terry Brooks mit Landover schafft ist einfach so faszinierend und die Charaktere so liebevoll, dass das Lesen einfach nur Spaß macht. Auch wenn das Buch schon älter ist und man nicht die vorherigen Teile kennt, ist es in meinen Augen top.

===Bewertung===
Eine Fantasie-Welt, die bis ins kleinste Detail durchdacht ist; niedliche Gestalten, die nicht doppelt vorkommen; Witz, Spannung und Abwechslung machen dieses Werk zu dem was es ist. Ein fünf Sterne-Buch.


   
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Scott McBain - Die Geheimloge

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===Buchdaten===
Autor: Scott McBain
Titel: Die Geheimloge
Originaltitel:
Verlag: Knaur
Erschienen: 2003
ISBN-13: 978-3426618622
Seiten: 640
Einband: TB
Kosten: 9,95€
Genre: Thriller
Serie: -

===Zitierter Klappentext===

Das Kollegium, eine elitäre Geheimgesellschaft, die sich der Bewahrung des Weltfriedens verschrieben hat, muss einen neuen Meister erwählen. Diesem Ziel dient ein Wettbewerb, der sich über ein Jahr erstreckt. Doch die fünf Auserwählten kennen die Regeln nicht. Einzig der Hinweis auf ein prachtvoll gearbeitetes chinesisches Kästchen leitet sie. Schnell zeigt sich, dass die fünf Anwärter zu fast allem bereit sind, um als Sieger aus dem Spiel um die Meisterschaft hervorzugehen ...“




===Die Spieler===
Rex - Berater des Globalen Forums für Nuklearforschung
Tanya - Beraterin der Europäischen Computerunion
Sebastien - Spezialist für Finanzmärkte
Ivan - Spion, der sich als Politiktheoretiker und Ökonom ausgibt
Andrew - UN-Berater in Militärfragen

===Meine Meinung===
Der Klappentext dieses Buches klang in meinen Augen sehr vielversprechend. Auch wenn ich kein großer Fan von Verschwörungen bin, übte „Die Geheimloge“ einen gewissen Reiz auf mich aus. Dabei ging es mir weniger um den politischen Aspekt, sondern eher um das Spiel.

Der Einstieg beginnt mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten. Ein Spion innerhalb seiner Regierung hat wichtige Dokumente an Russland verkauf. Seine Hoffnung, den Drahtzieher der Aktion zu finden, besteht in Zusammenhang mit dem Meister einer Geheimloge. Dieser unterstützt viele Oberhäupter, in ihrem Kampf für Weltfrieden. Als dann die Geheimloge einen neuen Meister wählen muss, werden fünf Spieler ausgewählt, die in einem Wettkampf als Sieger hervorgehen müssen, um die Position zu erlangen. Die klingt in einer Welt voller Korruption und Macht leichter als es in Wirklichkeit ist. Die Spielregeln sind streng geheim und schnell wird klar, dass hier über Leichen gegangen wird.

Mir wurde als Leser eine realistische Welt gezeigt, die authentischer hätte nicht sein können. Der Wunsch nach Macht und Weltfrieden ist allgegenwärtig. Genauso lese ich ständig in der Zeitung von Korruption in höchsten Ebenen. Nicht nur das Umfeld, sondern auch die Charaktere wurden detailliert und mit unterschiedlichen Charakterzügen ausgestattet. Für jeden Leser ist mindestens eine Figur vorhanden, mit der er sich identifizieren kann. Die Denkweisen und Handlungen waren für mich allesamt schlüssig. Wodurch der Lesespaß definitiv vorhanden war.

„Die Geheimloge“ ist ein Thriller und für mich beinhaltet diese Genre Spannung. In der Zusammenfassung klingt es in meinen Ohren nach Spannung pur. Dem ist aber nicht so. Das der Einstieg in eine solche umfangreiche Thematik anfangs nicht sehr leicht fällt, ist verständlich. Durch den bildhaften und leichten Stil des Autors gelang es mir jedoch leicht in diese Welt einzutauchen. Auf Grund des Klappentextes habe ich mir immer den Anfang des Spiels herbeigesehnt. Dementsprechend empfand ich den Einstieg mit dem Präsidenten zwar von Interesse, aber doch recht langatmig. Gerade wenn der Leser am Anfang die Zusammenhänge noch nicht überblicken kann, wirkt es für mich zähflüssig. In meinen Augen wird dieser anfängliche zähflüssige Inhalt im Verlauf der Lektüre nicht besser. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Sämtliche überraschenden Wendungen und Spannungshöhepunkte, die theoretisch zahlreich vertreten sind, gehen einfach in diesem langgezogenem Inhalt unter. Nicht mal der lebendige Stil, kann die vielen und teilweise unnötigen Informationen überdecken.
Nach 400 Seiten hatte ich keine Lust mehr. Trotzdem habe ich mich an fünf Tagen durch „Die Geheimloge“ gekämpft. Dieser Kampf hat sich nicht mal durch ein spannendes Ende gelohnt. Die Idee hinter diesem Buch finde ich eigentlich sehr gut gewählt. Ich denke mal, wäre der Autor nicht abgeschweift und hätte viele unnötige Längen eingebaut, hätte es mir definitiv besser gefallen. Für mich sind es rund 200 Seiten zu viel.

Da es sich hier aber um einen Bestseller mit Platz 1 handelt, ist es definitiv eine Frage des Geschmacks. Von mir gibt es persönlich keine Empfehlung. Wer allerdings Interesse an diesem Buch hat, sollte verschiedene Meinungen darüber lesen, denn die Meinungen über dieses Buch sind sehr gespalten.

===Bewertung===
Der Stil ist unglaublich gut. Er verleiht dem Inhalt ein großes Maß an Lebendigkeit und wirkt dadurch sehr authentisch. Jedoch ist es stellenweise sehr zähflüssig, langatmig und lässt die Spannung dabei untergehen. Von mir bekommt es aus diesem Grund nur zwei Sterne.
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Peter David - Herr Apropos von Nichten

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===Buchdaten===
Autor: Peter David
Titel: Herr Apropos von Nichten
Originaltitel: Sir Apropos of Nothing
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 2004
ISBN-13: 978-3404204939
Seiten: 701
Einband: TB
Kosten: 8,95€
Genre: Fantasy
Serie: -

===Zitierter Klappentext===

Sie waren finstre, stürmische Ritter ... und als sie sich eines Abends mit einem hilflosen Frauenzimmer in einer Taverne vergnügten, ahnten sie nicht, dass das Produkt ihres zwielichtigen Verhaltens sich Jahre später bitter an ihnen rächen würde. Der Name dieses "Produkts" lautet Apropos: Er ist ein Lump, ein Schuft, ein Halunke ... und das sind noch seine besten Eigenschaften. Faul in den Beinen doch fix im Geiste, das ist Herr Apropos von Nichten. Hier ist seine Geschichte. Er muss sich nicht nur mit seinen Vätern herumschlagen, sondern auch mit einem verrückt gewordenen Phönix, einem mörderischen Einhorn, mutierten Harpyen und – o Graus – einer Prinzessin, die möglicherweise eine psychotische Giftmischerin sein könnte.“

===Meine Meinung===
Herr Apropos von Nichten ist der erste Teil der Apropos-Trilogie. Der Autor selbst ist eher durch seine Star Trek, Spiderman oder Hulk Werke bekannt. Doch auch Herr Apropos von Nichten soll ein Werk sein, das seinesgleichen sucht. Nachdem Klappentext erwartete ich ein lustiges Abenteuer mit einem charmanten Helden und viel Fantasie-Figuren. Schnell wurde ich aber eines besseren belehrt. Wer hier ein typisches Fantasie-Werk erwartet, wird überrascht sein wie ich. Es ist eine Mischung aus klassischer Fantasie, Humor und einem blutrünstigen Ritteroman.

Als Leser durfte ich an der Stelle ins Geschehen steigen, als Apropos einen Ritter getötet hat. In einer Rückblende sollte ich jedoch den Umstand zum Tod des Ritters erfahren. Mehr der Zufall als das Talent haben Apropos das Leben gerettet. Nach dieser Einführung wurde ich gleich zurück in seine Vergangenheit gelotst. Nach und nach wurde mir von Apropos seine Lebensgeschichte erzählt. Seine Mutter, die für Ritter schwärmte, wurde mit ihm durch eine Vergewaltigung schwanger. Danach machte sie sich die neu erworbenen Fähigkeiten zum Hauptverdienst, um ihren Sohn, einen Krüppel zu finanzieren. Ja, Apropos ist kein starker Held, sondern durch ein lahmes Bein behindert. Zudem kämpft er nur, wenn es wirklich notwendig ist und ist auch sonst eher unsympathisch. Auf seiner Reise zum König Isteria, um Gerechtigkeit zu fordern, begegnet er nicht nur Königen, Rittern, sondern Prinzessinnen, Einhörner, Phönixe und vielen anderen Figuren.

Eigentlich ist das Buch von Anfang bis Ende voller Spannung und Humor. Es gibt Schilderungen, bei denen ich lauthals loslachen konnte. Die Schilderungen sind allesamt detailliert und stecken voller Leben, sodass ich mir den gesamten Roman vor meinem inneren Auge sah. Jeder einzelne Charaktere hatte etwas Besonderes an sich, dass ihn trotzdem immer sympathisch erscheinen ließ. Die einzige Ausnahme bildet der Protagonist. Apropos konnte während der gesamten Geschichte nicht einen Funken Sympathie erhaschen. Im Gegenteil durch diesen egoistischen Hauptcharaktere hatte ich oftmals sogar Lust das Buch abzubrechen. Auf der einen Seite wollte ich immer Mitleid mit diesem armen Pechvogel haben, da mir die gesamte Lebensgeschichte von Apropos einfach im Herzen weh tat. Auf der anderen Seite steht aber ein total mieser Charakter. Egoistisch und heuchlerisch. Auch wenn ich es durch seine Erlebnisse in der Kindheit verstehen kann, empfand ich Apropos einfach nur als Schuft. Trotzdem hat sich das Durchhalten gelohnt, denn die Wendung, welche Apropos in dem Buch durchlebt, ist im gewissen Maße schon lesenswert. Das zeigt zumindest die Vielseitigkeit des Autors. Die zahlreichen Ideen, Wendungen und Spannungskurven sind einfach nur bemerkenswert. Es gibt kaum eine Passage, wo nicht etwas passiert. Entweder wird etwas spannendes, emotionales oder lustiges eingebaut. Mit einem sympathischen Charaktere hätte das Lesen deutlich mehr Spaß gemacht.

Der Text selber hat mich stark überrascht. Die Schrift ist sehr groß, wie in einem Kinderbuch, und verteilt sich daher auf 701 Seite. Dadurch lässt es sich flüssiger lesen und strengt die Augen nicht so an. 31 Kapitel sorgen für gute Pausen beim Lesen.
Das englische Original kenne ich nicht, und kann daher nichts zu den Übersetzungskünsten sagen. Ich weiß nicht, ob Witze, Namen oder alles genau übersetzt wurde, oder viele Anspielungen einfach untergehen. Eines weiß ich jedoch sehr genau, und zwar das der Übersetzer definitiv Probleme mit seinem Korrektur-Programm hatte. Ich habe noch kein Buch gesehen, dass auch einem renommierten Verlag kommt, und so viele Rechtschreibfehler beinhaltet. Selbst unbekannte Autoren in kleinen Verlagen, die kein gutes Lektorat haben, sind sorgfältiger.

Nachdem ich das Buch in fünf Tagen durchgelesen hatte, bin ich am Ende sehr unentschlossen, was die Empfehlung angeht. Bis zum Schluss konnte ich mich mit dem Protagonisten Apropos und seinem Egoismus anfreunden. Auch wenn das restliche in meinen Augen stimmig und interessant ist.

===Bewertung===
Herr Apropos von Nichten ist interessant, aber konnte mir durch seinen unsympathischen Charaktere und die vielen Rechtschreibfehler nur drei Sterne abverlangen. Ein Antiheld mit einem lieben Charakter hätte mir in dieser Rolle besser gepasst. Aber dies ist eine Frage des Geschmacks.
   
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Enid Blyton - Fünf Freunde und das Burgverlies

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===Buchdaten===
Autor: Enid Blyton
Titel: Fünf Freunde und das Burgverlies
Verlag: Bertelsmann
Erschienen: 1985
ISBN-13: 978-3570212325
Seiten: 189
Einband: HC
Kosten: 8,00€ neu bei Amazon.de
Genre: Kinderbuch Abenteuers
Alter: ab 10
Serie: Fünf Freunde
===Eigene Inhaltsangabe===
Endlich Ferien für die fünf Freunde. Gemeinsam fahren Anne, Julius, Richard, George und ihr Hund Tim auf den Funstein-Hof. Schon die ersten Minuten versprechen unheilvolles. Die Zwillinge vom Hof wirken total böse und der amerikanische Feriengast mit seinem Sohn sind richtig unausstehlich. Doch die fünf Freunde wären nicht die fünf Freunde, wenn sie nicht auch die Situation meistern würden. Nachdem sie der Situation Herr geworden sind, stecken sie schon im nächsten Abenteuer. Auf dem Gelände von Hof Funstein stand zur Zeit der Normannen eine Burg samt Burgverlies und allen Schätzen. Ob da noch etwas zu finden ist, nachdem die Burg damals abgebrannt ist?

===Meine Meinung===
Fünf Freunde sind jedem Kind ein Begriff. Auch heute im erwachsenen Alter lese ich immer noch sehr gerne die Bücher von Enid Blyton. Dieses Abenteuer habe ich früher als Kind nicht als Kassette gehabt und war dementsprechend neugierig, worum dieses Abenteuer gehen würde.

Der Einstieg ist wie bei allen anderen Teilen der fünf Freunde einfach gehalten. Wer die fünf Freunde noch nicht kennt, bekommt auf den ersten Seiten einige Worte zu den einzelnen Charakteren gesagt. Diese sind sparsam, aber bildhaft gewählt, sodass jeder weiß was gemeint , aber nicht gelangweilt ist. Als Leser durfte ich bei der Ankunft auf dem Funstein-Hof einsteigen. Was ich dort sehr auffallend fand, war das die fünf Freunde getrennt angereist sind und ausnahmsweise einmal nicht erklärt wurde, warum dies der Fall ist. Auf dem Hof durfte ich ein deutliches Klischee von einen Amerikaner erleben. Verfressen, ohne Kultur, lässt sich bedienen und ist hinter allem her was er günstig erwerben kann, aber mehr Geld wert ist. Alte Schätze oder Raritäten sind gern gesehen. Dies ist sehr amüsant zu lesen und brachte sogar mir das eine oder andere Lächeln auf die Lippen. Natürlich mögen die braven fünf Freunde so etwas überhaupt nicht leiden und gehen energisch dagegen an. Dadurch wird dem Leser gezeigt, das zwei Feinde zu Freunden werden können, wenn sie gegen einen noch größeren Feind zusammenarbeiten. Ansonsten steckt das Buch voller Abenteuer, wie ich es von den fünf Freunden gewohnt bin. Natur, ein Rätsel, Hilfsbereitschaft und dazu noch ein fataler Fehler, der nach Spannung schreit. Für mich ein gelungenes Abenteuer, das zwar etwas leichtsinnig geschrieben ist, aber bis zur letzten Seite voller Humor und Spannung steckt. Wer dieses Abenteuer liest, bekommt gleich die Lust selber so etwas zu erleben. Kinder können sich perfekt mit einer der Figuren identifizieren und wer hätte nicht gerne einen wohlgerateten Julius als Sohn?! Trotzdem sollten Eltern gerade jüngeren Lesern erklären, dass solche Abenteuer, wie in diesem Fall tödliche Folgen haben können. Eine Höhle erforschen, während oben gebohrt wird, kann zum Einsturz führen und gerade bei so alten Gängen ist der rettende Ausweg nicht immer vorhanden. Es sollte sich also durch eine Person die draußen wartet oder durch Erwachsene stets abgesichert werden.

Das Buch selbst verfügt über viele Kapitel, sodass jüngere Leser immer wieder gute Pausen einlegen können. Jedes Kapitel ist mit Zeichnungen ausgestattet, die zur Szene auf der Seite passen und hübsch anzusehen sind. Bei der mir vorliegenden Ausgabe wurde das Buch eingedeutscht. Es ist von DM die Rede, Namen werden ins deutsche übersetzt und auch die Titel, wie Frau und Herr sind nicht mehr typisch. Einerseits für Kinder leichter zu verstehen, aber es nimmt den typisch englischen Charme und Kinder hätten dadurch etwas über das alte England lernen können.

Vom Alter her dürften es geübte Leser ab sieben Jahren sicherlich verstehen. Die Kassetten sind in dem Alter schließlich auch sehr begehrt. Leider ist das Buch recht dick und beinhaltet viele schwere Wörter, die es Leseanfängern etwas erschweren. Daher ist das vorgegebene Alter von 10 Jahren gut gewählt. In dem Alter ist ein flüssiges Lesen gewährleistet.

Empfehlen kann ich dieses Abenteuer jedem, der gerne Bücher von Enid Blyton liest. Trotz des hohen Alters haben sie nichts an ihrem ursprünglichen Charme verloren und sind nach wie vor voller Spannung und Faszination für Kinder.

===Bewertung===
Von mir erhält das Buch volle fünf Sterne. Es steckt voller spannender Abenteuer und lustigen Begebenheiten. Dabei wirkt es in keinem Satz künstlich oder gestellt, sondern sehr authentisch.

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Anita Hintz - Lebenswege

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===Buchdaten===
Autor: Anita Hintz
Titel: Lebenswege
Untertitel: Kurzgeschichten rund um das Leben
Verlag: BoD
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3839181393
Seiten: 104
Einband: TB
Kosten: 7,90€
Genre: Jugendbuch
Alter: ab 14
Serie: -


===Eigene Inhaltsangabe===
Das Buch beinhaltet zwölf Kurzgeschichten, die sich um alltägliche Punkte von Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen drehen.

  • Das Erbe - Eine Frau erbt ihr Elternhaus und zieht mit ihrer Familie in das Haus. Zum ersten Mal spricht sie über ihre verstorbene Schwester. Doch war wirklich ihre Schwester die Bosheit in Person?
  • Ein kleiner Kerl ganz groß - In die Schule gehen macht keinen Spaß, wenn man immer geärgert wird. Sein einziger Freund, ist der schrullige, alte Nachbar. Als der Anführer seiner Tyrannen ihn zu einer Mutprobe auffordert, nimmt er diese nur zu gern an.
  • Was ist los mit Juliana? - Die neue Freundin ihres Sohnes ist gerade zu ihnen gezogen. Sie ist total still und kommt kaum aus dem gemeinsamen Zimmer. Durch einen Zufall erfährt die Mutter den wahren Grund für ihr Verhalten.
  • „Fahrausweise bitte!“ - Ein Jugendlicher, dessen Eltern Hartz IV bekommen, und dessen Vater gewalttätig ist, zeigt, dass Kinder sich dem Verhalten der Eltern anpassen, als er ohne Fahrschein erwischt wird.
  • Bis dass der Tod uns scheidet – Sie heiratet jung, gibt ihre Ausbildung auf und hinterfragt keinen seiner Wünsche. Erst nach einigen Jahren fängt sie an zu fragen und merkt schnell, dass dies gefährlich für sie ist.
  • Reiner Zufall - Rainer Zufall so nennt man sein Kind doch nicht. Nach Jahren voller Spott und Schikanen ist er heilfroh, als er seine Frau kennenlernt und er mit der Hochzeit den Namen Silie annehmen kann. Als dann ein Kind unterwegs ist, willigt er ein, als seine Frau allein den Namen aussuchen will.
  • Die alte Taubenfrau - Endlich Ruhe haben, dass ist sein einziger Wunsch. Wäre nicht die Nachbarin gegenüber mit ihren nervigen Tauben. Immer nimmt er sich vor, ihr die Meinung zu sagen, aber er kommt immer nur bis zu ihrer Tür. Als sie jedoch eines Tages nicht mehr die Tauben füttert, merkt er, wie sehr sie ihm doch fehlt.
  • Nadine - Als Ärztin auf einer Kinderstation ist sie immer froh, wenn sie mal einen Tag frei hat. An einem solchen Tag wird sie im Park von Nadine angesprochen. Ihre Mutter ist mit einem anderen Mann weg und ihr Vater kümmert sich lieber um den Alkohol. Trotzdem bringt sie das Kind zurück.
  • Verlorene Routine - Immer pünktlich verlässt er das Büro. Ausgerechnet heute klemmt das Tor und er verpasst den Bus. Wie es der Zufall will, wird ausgerechnet der Bus in den er nun einsteigt überfallen.
  • Dumm gelaufen - Es sollte ein gut geplanter Einbruch werden. Alles wird von den Jugendlichen bis ins Detail geplant, aber Pläne funktionieren bekanntlich nie ohne Probleme.
  • Rojan und der alte Mann - Ihre Mutter weckt sie mitten in der Nacht. Sie müssen fliehen vor dem Krieg. Auf dem Weg zur rettenden Grenze müssen ihre Kinderaugen den Tod eines anderen kleinen Jungen mitansehen, und kurz vor der Grenze kommt es zum Fliegerangriff.
  • Achtlos weggeworfen - Drei Jugendliche aus unterschiedlichen Verhältnissen besaufen sich. Als einer der drei Jungen mit Geld für den Jahrmarkt ankommt, kommt nur der Jüngste nicht mit. Am nächsten Tag müssen alle aufs Revier, denn ein Mord ist geschehen.

===Meine Meinung===
„Lebenswege“ ist eine Lektüre mit 12 Kurgeschichten der Autorin Anita Hintz. Das Cover stellt eine asphaltierte Straßenkreuzung dar, die einen landschaftlich, schönen Hintergrund hat. Ein perfekt gewähltes Cover, das im Kontrast zu einem gewöhnungsbedürftigen Klappentext steht. Ich wusste als Leser nicht, für welche Zielgruppe die Geschichten geschrieben sind und musste feststellen, dass der Klappentext in sich wiederholt klang. „Kurzgeschichten rund um das Leben. Zwölf erfundene Kurzgeschichten vom Leben“ ist irgendwie doppeltgemoppelt.

Die zwölf Kurzgeschichten können unterschiedlicher nicht sein. Die Protagonisten der einzelnen Geschichten reichen von kleinen Kindern, über Jugendliche bis hin zu jungen Erwachsenen. Genauso ist die Auswahl der Themen breit gefächert. Eine dunkle Vergangenheit, gewalttätige Eltern, eine schlechte Kindheit, Hänseleien und vieles mehr sorgen für immer neue Situation aus dem Leben.
Anita Hintz verwendet für jede Geschichte einen einfachen, jugendlichen Stil. Situationen, Emotionen und Figuren werden bildhaft und authentisch beschrieben. In jeder Kurzgeschichte konnte ich mir alles vor meinem Auge vorstellen. Bei manchen Geschichten hatte ich jedoch das Gefühl, dass sie etwas aus der Luft gegriffen waren. Für mich waren rund 70% der Geschichten wie aus dem Leben. Einfach Kurzgeschichten, die jedem hätten passieren können. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich ein Mädchen im Park treffe, sie dann vom Vater ins Koma geprügelt wird, ihre Mutter von ihm ermordet wurde, ich meinen Arbeitskollegen innerhalb von einigen Monaten nach diesem Tag heirate, das Mädchen aufwacht und wir sie adoptieren. Das ist nur eine der Geschichten, die wie aus einem Märchen oder Kitsch-Roman klingen. Aber genau dieser Mix aus Märchen und Realität macht dieses Buch zu etwas Besonderem. Es ist wirklich das erste Mal, dass mir Kurzgeschichten mit verschiedenen Themen ohne die gleiche Hauptcharaktere ausnahmslos gefallen haben.

Auch nachdem Lesen konnte ich nicht genau einordnen für welche Zielgruppe dieses Buch geschrieben wurde. Da die Figuren aber alle eher jünger sind, würde ich es persönlich eher als Jugendbuch ansehen. Aber auch Erwachsene werden an diesem Werk ihre Freude haben. Mir haben diese aussagekräftigen Geschichten allesamt gefallen.

Nach der ersten Geschichte konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Durch die großen Zeilenabstände eignet sich diese Lektüre auch für ältere Menschen oder Leseanfänger. Einige der Geschichten habe ich sogar meinem Stiefsohn vorgelesen, um ihn zu zeigen, wie man sich durchsetzen kann. Aus diesem Grund denke ich, dass sich zum Beispiel Geschichten wie „Ein kleiner Kerl ganz groß“ auch für den Schulunterricht eignen, um über dieses Thema zu diskutieren. Jedoch sollte das Buch nicht komplett von Grundschülern gelesen werden, da manche Geschichten doch voller Gewalt stecken, auch wenn es lehrreich ist.

Empfehlen kann ich das Buch jedem Jugendlichen, Eltern, Lehrern oder anderen Interessierten. Es ist eine gute Auswahl an gelungenen Kurzgeschichten, die ihresgleichen sucht.


===Bewertung===
Nicht jeder Autor kann Kurzgeschichten schreiben. Anita Hintz gehört zu den wenigen Talenten. „Lebenswege“ vereint Witz, Spannung und lehrreiches mit einzigartigen Charakteren und steckt diese in Themen, wie aus dem Leben gegriffen. Für mich fünf Sterne.

===Genehmigte Leseprobe===
Christian sagte zu Jan: „ Du musst eine Mutprobe bestehen, dann gehörst du zu uns. Du musst morgen bei dem alten Mann klingeln, der den großen Garten mit den vielen Apfelbäumen hat und ihn nach Äpfeln für uns fragen und dann wirst du vor den Augen des Alten auf einen Baum klettern und für dich einen Apfel holen. Wir beobachten alles vom Zaun aus.“
Am nächsten Tag trafen sich alle vor dem Haus des Bauern. Die Jungs standen am Zaun vom Bauer Huber und sahen staunend zu, wie der Alte und Jan an der Haustüre plauderten und lachten.


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Enid Blyton - Fünf Freunde jagen die Entführer

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===Buchdaten===
Autor: Enid Blyton
Titel: Fünf Freunde jagen die Entführer
Verlag: Bertelsmann
Erschienen: 1980
ISBN-13: 978-3570033234
Seiten: 189
Einband: HC
Kosten: 8,00€ neu
Genre: Kinderbuch Abenteuers
Alter: 10
Serie: Fünf Freunde
===Eigene Inhaltsangabe===
Die fünf Freunde sind mitten in den Ferien. Anne, Georg, Julius, Richard und der Hund Tim. Diesmal bekommen die fünf Freunde Gesellschaft von Berta, einem jungen amerikanischen Mädchen. Ihr Vater steckt mit Georges Vater mitten im Bau einer neuen Erfindung. Nach einem Drohbrief, dass Berta entführt werden soll, um an die Pläne zu kommen, versteckt er Berta bei den fünf Freunden. Zusammen mit ihrem Hund kommt Berta dort an und wird sogleich als Toni verwandelt, um die Entführer auf die falsche Fährte zu locken. Doch diese sind nicht dumm und lassen nicht eher locker, bis sie die vermeintliche Berta gefangen haben. In Wirklichkeit haben sie jedoch George erwischt, die alles daran setzt gefunden zu werden

===Meine Meinung===
Diesen Band der fünf Freunde hatte ich schon in meiner Jugend auf Kassette und konnte damals fast jedes Wort mitsprechen. Dementsprechend war ich neugierig, wie das Buch dazu sein würde.

Der Einstieg beginnt mit dem Kennenlernen der fünf Freunde. Wer die Fünf noch nicht kennt, bekommt einen kurzen, aber informativen Einblick. Kenner der Reihe werden hingegen nicht mit unnützen Informationen genervt. Auf knapp zwei Seiten sind alle Details in die Geschichte eingebunden. Danach dürfte jeder Leser wissen, wer hinter jedem Charakter steckt. Anschließend wurde ich gleich ins Abenteuer geworfen. Schon nach wenigen Seiten ist klar, dass Berta sich dort verstecken muss. Am Anfang wird dies nicht ganz so ernst genommen, wie es eigentlich sollte. Auch wenn aus Berta Toni wird, werden andere Faktoren gar nicht bedacht. Dieser Teil dümpelt gemächlich vor sich hin, bis zu dem Teil als die Entführer zum ersten Mal greifbar werden. Ab diesem Punkt geht die Spannungskurve schlagartig nach oben. Immer häufiger erscheinen die Entführer und am Ende gelingt ihnen sogar eine Entführung, wenn auch die falsche Person. Bis zur Lösung, wer die Entführer sind, ist das Buch durchweg fesselnd. Zwar ist das Ende etwas unlogisch, da jeder als erstes die Polizei verständigen würde, anstatt zu essen und zu schlafen, aber es gibt schlimmeres.
Ansonsten ist die Geschichte von Anfang bis Ende gut durchdacht und sehr authentisch. Als Kind gibt es immer eine Person mit der man sich identifizieren kann. In meinem Fall war dies immer George.
Die Charaktere und Situationen wie sie im Buch beschrieben wurden, kommen in der Kassette ebenfalls vor. Ich muss sagen, dass ich dies genauso umgesetzt hätte. Da ich zuerst die Kassette gehört hatte, konnte ich auch wenn es Jahre zurückliegt, genau die Stimmen beim Lesen vorstellen. So macht das Lesen noch viel mehr Spaß. Leider ist das Buch gerade in der Mitte wesentlich langgezogener als die Kassette. In diesem Fall sogar etwas zu detailliert. Mir persönlich hat bei diesem Band die Kassette besser gefallen, da dort die Spannung kaum abgesunken ist, nachdem Berta dort ankam. Die Geschichte selbst war so einprägsam, dass ich mich nach Jahren immer noch an wunnevoll und den Kohlenkeller erinnern konnte.

Das Buch selber verfügt über 22 Kapitel, sodass Leseratten immer wieder pausieren können und nicht mit zu viel Text überfordert werden. In jedem Kapitel kommen Zeichnungen vor, die den Inhalt für die Kinder noch einmal direkt veranschaulichen sollen. Damit können Kinder ihre Fantasie anregen, aber auch sehen, dass sie den Inhalt verstanden haben.

Vom Alter her können Kinder, die gut lesen können, das Buch sicherlich schon ab 7 Jahren lesen. Mein Stiefsohn hört die Kassetten rauf und runter, dabei versteht er die Handlung sehr gut. Lediglich die Bücher sind ihm von den Wörtern her einfach zu schwer und es ist einfach zu dick. Daher ist das Alter von 10 Jahren, welches angegeben ist, schon besser, denn in dem Alter ist ein flüssiges Lesen eigentlich gewährleistet.

Empfehlen kann ich dieses Abenteuer jedem, der gerne Bücher aus der Reihe „Fünf Freunde“ liest. Auch nach all den Jahren ist es immer noch bemerkenswert, wie gut diese Abenteuer ankommen.

===Bewertung===
Obwohl ich schon lange aus der Zielgruppe gewachsen bin, liebe ich nach wie vor die Abenteuer der fünf Freunde. Aus diesem Grund bekommt dieses Werk fünf Sterne. Es ist spannend, authentisch und sehr lustig geschrieben.



   
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Enid Blyton - Fünf Freunde im Nebel

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===Buchdaten===
Autor: Enid Blyton
Titel: Fünf Freunde im Nebel
Verlag: Bertelsmann
Erschienen: 1988
ISBN-13: 978-3570033272
Seiten: 189
Einband: HC
Kosten: 8,00€ neu bei Amazon
Genre: Kinderbuch Abenteuerwelt
Alter: ab 10
Serie: Fünf Freunde

===Eigene Inhaltsangabe===
Anne, George und ihr Hund Tim verbringen ihre Ferien auf dem Reiterhof. Zu allem Ärger ist dort Henry, ein Mädchen, das wie George lieber ein Junge sein möchte. Nach einer wirklichen schlimmen Woche für George, erreicht sie die freudige Nachricht, dass Julius und Richard ebenfalls für eine Woche vorbeikommen. Gemeinsam nähern sie sich Henry und einem Zigeuner Jungen namens Schnüffel an. Dieser erzählt ihnen von der Gruselheide und das die Zigeuner nun dorthin reisen. Als der Hof unerwartet neue Kinder erhält, beschließen die fünf Freunde Schnüffel zu besuchen und in der Heide zu zelten. Schnell merken die Kinder, dass die Zigeuner ein Geheimnis verbergen. Als mitten in der Nacht ein Flugzeug geheimnisvolle Pakete abwirft und der unheimliche Nebel aufzieht, wissen die fünf Freunde, dass sie in großer Gefahr sind.

===Meine Meinung===
Das Abenteuer „Fünf Freunde im Nebel“ war für mich indirekt ein erstes Mal. Zwar hatte ich den Film schon vor Jahren einmal gesehen und konnte mich beim Lesen bruchstückhaft an gewisse Punkte erinnern, aber im Grunde habe ich in meiner Kindheit weder die Kassette noch das Buch gehabt.

Der Einstieg in die Geschichte beginnt mit der ersten Ferienwoche auf dem Ponyhof. Die Leser erfahren etwas über die fünf Freunde. Dabei wird darauf geachtet, das Leser ohne Vorkenntnisse genug über die Charaktere erfahren, Fans der Reihe aber nicht gelangweilt werden. Nebenbei wird der Leser mit der aktuellen Situation vertraut gemacht. Getrennte Ferien der Jungen und Mädchen, Krankheit des Vaters und natürlich Henry als böse Konkurrenz. Schon nach einigen Seiten sind die fünf Freunde wieder vereint und George ist sozusagen gezwungen sich mit Henry anzufreunden. Wie sie bald merkt, ist dies gar nicht so schlimm, wie anfangs vermutet. Schon beim ersten Mal, als der Name Gruselheide erwähnt wird, wurde mir klar, dass dort das Abenteuer wartet. Dementsprechend war ich schon gespannt, in welcher Verbindung dies mit der alten Geschichte stand. Seit der Seite, als eingeführt wurde, wie die Heide zu ihrem Spitznamen gekommen ist, baute sich in dem Buch langsam die Spannung auf. Dabei handelt es sich um eine kindgerechte Spannung, die keine Angst oder Alpträume verursachen wird. Der Stil von Enid Blyton trägt einiges dazu bei. Er ist sehr bildhaft, steckt voller Details und Leben, und ist komplett stimmig. Am Ende gibt es keine offenen Fragen oder Unstimmigkeiten. Lediglich eine Frage, was damals mit den Männern geschah, wird auch am Ende nicht geklärt. Diese Erklärung hätte ich eigentlich bei den fünf Freunden erwartet, auch wenn es schwer ist einen Fall, der fast 90 Jahre zurückliegt, aufzuklären.
Neben der eigentlichen Geschichte können junge Leser auch etwas lernen. Nur weil ein anderes, fremdes Kind ähnlich wie man selbst ist, braucht man keine Angst davor haben oder sie als Konkurrenz ansehen. Jeder Mensch ist individuell und wer einen vorher mochte, wird einen auch mit einer ähnlichen Person in der Nähe nicht weniger gern haben. Im Gegenteil die gleichen Charaktere könnten sich sogar perfekt ergänzen und gute Freunde werden.

Das Buch selbst in viele Kapitel unterteilt, sodass Kinder nicht mit zu langen Texten überfordert werden. Dazu wird jedes Kapitel durch nette Zeichnungen, die zum Inhalt der aktuellen Seite passen, unterstützt. Dadurch können Kinder in ihrer Fantasie den Figuren und Orten bessere Konturen geben.

Die Geschichte fand ich persönlich so gut geschrieben, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte und es an einem Tag durchlesen musste. Anschließend habe ich mir die Folge auf der Kassette angehört und kann nur sagen, dass ich es mir zum einen genauso vorgestellt habe und zum anderen, das die Geschichte dort doch recht gekürzt und etwas abgewandelt erscheint.

Vom Alter her denke ich, dass gute Leser das Buch auch schon mit sieben Jahren lesen könnten, da es weder beängstigend noch zu gewalttätig ist. Empfohlen ist das Alter 10, damit der Text auch flüssig selber gelesen werden kann.

Ich persönlich empfehle dieses Buch jedem Jungen und Mädchen, das die Abenteuer der Fünf Freunde gerne mag. Diese Geschichte ist gut durchdacht und sehr spannend geschrieben.

===Bewertung===
Von mir bekommt die mitreißende Geschichte um die fünf Freunde im Nebel fünf Sterne. Es ist bildhaft, authentisch und spannend bis zur letzten Seite. Genau das Richtige für kleine Leseratten.


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Amy Herrick - Mann mit Flügeln

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===Buchdaten===
Autor: Amy Herrick
Titel: Mann mit Flügeln
Verlag: dtv
Erschienen: 1994
ISBN-13: 978-3423119207
Seiten: 262
Einband: TB
Kosten: gebraucht für 1,50€
Genre: Frauenliteratur
Serie: -
   
===Eigene Inhaltsangabe===
Sarah gehört zu den wenigen Menschen, die Engel und Außerirdische sehen können. Diese Begabung stellt sie schon in ihrer Jugend fest, als sie in der Nachbarwohnung einen Mann mit Flügeln sieht. Zusammen mit ihrer Freundin Robin und ihrem Bruder Fred wird sie immer älter. Während Fred ein verrückter Wissenschaftler wird, heiratet Robin noch während der Highschool und rückt dem Wahnsinn jeden Tag näher. Sarah hingegen durchlebt den alltäglichen Stress mit ihren Liebhabern, dem Jurastudium, muss sich nebenbei um Robin und ihre geisteskranken Ideen kümmern und erlebt dabei viele zauberhafte Dinge, die ihr den Alltag erleichtern.

===Meine Meinung===
Der Klappentext hatte es mir vom ersten in der Hand halten angetan. Daher konnte ich es gar nicht erwarten, bis ich dieses Buch endlich lesen konnte.

Der Einstieg in das Leben von Sarah beginnt während ihrer Jugend, als sie zum ersten Mal einen Engel sieht. Zeitgleich kommt die durchgedreht Robin in ihr Leben und ihr Bruder wird vom hässlichen Entlein zum bezaubernden Schwan. Schon im ersten Kapitel wurde ich von einem anschaulichen, faszinierend leichten und humorvollen Stil überzeugt. Die Protagonistin Sarah wurde mir als lebensfrohe, leicht hässliche Figur mit viel Fantasie und einem großen Herz dargestellt. Nicht nur Sarah, sondern auch die anderen Figuren haben einen einzigartigen Charakter bekommen und sind somit lebendig und wurden von mir sofort ins Herz geschlossen. Die realen Begebenheiten, wie zum Beispiel die Schulzeit, das erste Mal Sex, das Collage, die Zeit nach dem Studium oder die Schwangerschaft wirken authentisch, so als könnte ich dies alles selbst erleben oder hätte. An vielen Stellen hatte ich sogar das Gefühl, direkt in der Szene als Außenstehender zu stehen, und sie live zu erleben. So realistisch vermittelt die Autorin Situationen. Lediglich die Situation, in der sie Robin kennenlernt, fand ich als nicht durchdacht und das wo sie doch zu den realen Situationen zählt. Sarah ist dort fast 13 Jahre alt und wird von Jungen, die drei oder vier Jahre jünger als sie sind, angegriffen, die sie vergewaltigen wollen. 9 und 10 jährige kommen doch nicht auf solche Gedanken. Doch diese realen Begebenheiten sind gespickt mit fantasievollen Dingen. Der Engel ist nur ein Beispiel für die Kreativität von Amy Herricks. Im Verlaufe der Geschichte folgen Außerirdische Schwämme, ein Urknall Frosch, ein schwarzes Loch, Geistern und vieles mehr. An Einfällen und lustigen Ideen mangelt es in diesem Roman nicht. Anfangs bin ich jedoch davon ausgegangen, dass es sich einfach um die Fantasie eines Teenagers handelt. Im weiteren Verlauf der Geschichte fragte ich mich jedoch immer häufiger, wie eine Autorin auf solche Ideen kommt und was sie damit bezwecken will. Die Geschichte um Sarah ist auch ohne diese besonderen Erlebnisse eine hinreißende und fesselnde Story. Durch die Fantasie wirkt es stellenweise allerdings unglaubwürdig, gerade wenn sie schon Erwachsen ist.

Die Geschichte ist in einzelne Kapitel unterteilt, die immer einen neuen Abschnitt in Sarahs Leben darstellen. In einem Kapitel ist sie noch 13 und im nächsten ist sie dann schon 16. Genauso verhält es sich mit den fortlaufenden Kapiteln.

Die Geschichte um Sarah ist so sympathisch und mitreißend geschrieben, dass ich sie trotz der unglaublichen Erlebnisse nicht aus der Hand legen konnte. Aus diesem Grund habe ich es an einem Tag durchgelesen.

Empfehlen kann ich die Geschichte jedem, der eine humorvolle und lebendige Geschichte, mit einem leichten Fantasie-Anteil lesen möchte.

===Bewertung===
Von mir bekommt das Buch, wegen dem nicht erklärten Fantasie-Anteil und der einen nicht durchdachten Situation lediglich vier Sterne. Ansonsten ist es eine mitreißende Geschichte, die voller Leben steckt.
   
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Alan Bard Newcomer - Sirenklänge

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===Buchdaten===
Herausgeber: Alan Bard Newcomer
Titel: Sirenenklänge
Untertitel: Neue Fantasy-Stories von Marion Zimmer Bradley und vielen anderen
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 1990
ISBN-13: 978-3404201457
Seiten: 221
Einband: TB
Kosten: 1,00€ gebraucht ersteigert
Genre: Fantasy Anthologie
Serie: -
   

===Eigene Inhaltsangabe===
Diese Anthologie besteht aus sechs einzelnen Geschichten.

Mercedes Lackey – Der Weg des Gleichgewichts
Ein Magier hat sich entschieden die Seiten zu wechseln. Martis hat nun die Aufgabe ihren ehemaligen Schüler zum Guten zurückzuführen oder ihn zu töten. Begleitet wird sie durch den Schwerkämpfer Lyran.

Mercedes Lackey – Drachenzähne
Martis und Lyran sind seit dem Kampf gegen ihren Schüler ein ungleiches Liebespaar, dass nun in ein neues Abenteuer muss. Diesmal sind es Kinder die eine Macht beherrschen, ihr aber nicht gewachsen sind.

Marion Zimmer Bradley – Die Hündin
Eigentlich ist Lythande eine Frau, die sich aber als Mann ausgibt. Schließlich dürfen nur Männer Magier sein. Eines Tages trifft sie einen alten Freund, der ihr anbietet ihn zu einer alten Schenke zu begleiten, um dort zu nächtigen. Als sie nachts aufwachen sind beide in Hunde verwandelt.

Marion Zimmer Bradley – Jäger der Finsternis
Lythande ist wieder unterwegs, als sie an einen Gasthof kommt, wo Gäste in Schweine verwandelt werden. Hinaus kann sie nicht, denn dort wartet der Jäger der Finsternis auf sie und ihre Seele. Im Haus muss sie jedoch um ihr menschliches Dasein bangen.

Jennifer Roberson – Von der Ehre des Löwen
Zwei Könige bekriegen sich über Jahre, bis sie beschließen Frieden zu schließen. Besiegelt soll dies durch die Hochzeit ihrer beiden Kinder werden. Doch diese sind alles andere als begeistert.

Ru Emerson – Die Wahl der Liebe
Liatt wird von einem Magier verfolgt, dem sie einen bösen, aber gerechten Streich gespielt hat. Nun hat er sie gefunden und will ihren Tod. Dämonen unterstützen ihn bei seinem Werk.

===Meine Meinung===
Eigentlich bin ich nicht sonderlich der Fan von Kurzgeschichten. Kaum habe ich mich an einen Charakter oder eine Situation gewöhnt, ist sie auch schon zu Ende. Bei einer Anthologie von verschiedenen Autoren bekomme ich zwar einen guten Überblick über das jeweilige Können, kann mich aber nicht direkt an einen Stil gewöhnen.

Der Titel Sirenenklänge klang vielversprechend und Marion Zimmer Bradley ist eine interessante Autorin. Leider ist der Titel sehr irreführend, denn keine einzige Geschichte heißt Sirenenklänge oder geht auch nur um dieses Thema. Darauf hatte ich mich allerdings gefreut. Die Geschichten der vier Autoren befassen sich im Grunde mit Magiern. Theoretisch ist dies auch nicht schlecht, aber dem Titel nach hätte ich lieber etwas über Sirenen gelesen.

Die Storys sind zwar von unterschiedlichen Autoren, aber zwei Autoren verfassten jeweils zwei fortlaufende Geschichten. Dadurch war es mir möglich gerade kennengelernte Charaktere erneut in Aktion erleben zu dürfen. Das ist aber nicht unbedingt ein klarer Vorteil. Ich würde sogar eher vom Gegenteil sprechen. Schon die erste Geschichte bedeutete einen mühsamen Einstieg. Einer der Charaktere benutzte in der wörtlichen Rede immer die dritte Person. Gerade beim Lesen verwirrt dies, trotz der Kenntnis. Es klang nicht merkwürdig, sondern auch geschwollen und total überzogen. Zwar sind die Charaktere voller Leben und Eigenschaften, aber sie konnten mich nicht überzeugen. Diese in einem weiteren Teil erneut zu treffen, war zwar angenehm, da ich mich nicht neu einstellen musste, aber eben doch enttäuschend. Genauso war es auch bei der nächsten Autorin. Die Geschichte mag vielleicht nett gewesen sein und ließ sich auch locker lesen. Aber ich wurde nicht mitgerissen.
Lediglich die letzte Geschichte von Ru Emerson empfand ich als überraschend, interessant und sogar teilweise spannend. Das lag aber sicherlich auch daran, dass dies die längste Geschichte war und fast die Hälfte des Buches eingenommen hat. Bei den anderen war es gar nicht möglich, einen solchen Handlungsablauf aufzubauen.
Die restlichen fünf Geschichten waren definitiv nett, aber mehr auch nicht. Spannung kam zwar vor, wurde aber innerhalb von zwei Seiten aufgebaut, behandelt und abgebaut. Selbst Kampfszenen oder die Auseinandersetzungen mit dem Hauptgegner, sind einfach nur kurz, unspektakulär und nur mit einem Hauch von Spannung. Oftmals verpufft die Spannung schon vor der Auseinandersetzung. Die Ideen und Ansätze waren in meinen Augen vielversprechend. Durch die wenigen Seiten wurde aber an Details gespart. Es wirkte lieblos und fesselte in keinster Weise. Das ganze Drumherum wurde einfach übersprungen. Ich wurde als Leser mitten in dieser Situation hinein katapultiert und diese wurde einfach nur linear abgearbeitet. Das ist in meinen Augen kein Lesegenuss. Ich entwickelte das Gefühl einfach abgefertigt zu werden wie an einem Bahnhof. Die Bahn angekündigt, sie kommt langsam mit quietschenden Rädern eingefahren, es wird hektisch beim Ein- und Aussteigen, und schon ist man wieder unterwegs. Womit wir bei der nächsten Geschichte wären.

Dieses Buch klang in meinen Augen sehr lesenswert und ich wurde von den Geschichten, ausgenommen einer Kurzgeschichte, enttäuscht. Nicht jeder Autor schafft es einer Kurzgeschichte genauso viel Leben einzuhauchen, wie einem Roman. Dafür muss auf wenigen Seiten einfach zu viel passieren. Das ist in jedem Genre der Fall. Ich finde aber, wenn das Talent zu Kurzgeschichten nicht gegeben ist, sollte man die Finger lieber davon lassen. Von Marion Zimmer Bradley weiß ich zum Beispiel, dass ihre anderen Werke durch Länge und Details bestechen. Das kann sie in den kurzen Seiten aber nicht einsetzen. Aus diesem Grund hab ich mich drei Tagen durch diese Lektüre gekämpft. Der Kampf hat sich bei der letzten Geschichte gelohnt, aber das macht noch lange keine gute Anthologie aus.

Empfehlen kann ich das Buch nicht wirklich. Ich bin enttäuscht und ein Buch wegen einer einzigen Geschichte zu empfehlen, empfinde ich als unzureichend.

===Bewertung===
Die Anthologie besticht durch bekannte Fantasy-Autoren, kann jedoch durch langweilige, merkwürdige und holprige Umsetzungen nicht überzeugen. Lediglich die letzte Geschichte ist lohnenswert. Aus diesem Grund bekommt das Buch lediglich zwei Sterne von mir.



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Sophie Hannah - Still, Still

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===Buchdaten===
Autor: Sophie Hannah
Titel: Still, Still
Originaltitel: Little Face
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 2009
ISBN-13: 978-3404159796
Seiten: 400
Einband: TB
Kosten: 8,95€
Genre: Psychothriller
Serie: -



===Eigene Inhaltsangabe===
Alice ist vor kurzem Mutter geworden und zum ersten Mal unterwegs. Als sie nach Hause kommt und in die Wiege blickt, sieht sie in ein fremde Gesicht. Die Haustür stand offen und ihr ist sofort klar, das irgendjemand ihr Baby gegen ein fremdes getauscht hat. Sie alamiert sofort die Polizei. Doch weder diese, noch ihr Mann glauben ihr. Lediglich ihre Schwiegermutter hegt Zweifel an der Echtheit ihres Enkelkindes und unterstützt Alice. Und dann verschwindet Alice mit dem fremden Kind. Wurde sie entführt, ermordet wie die erste Ehefrau ihres Mannes?!?

===Meine Meinung===
„Still, Still“ ist ein Psycho-Thriller, der sich mit den Ängsten werdender oder neuer Mütter beschäftigt. Geschrieben wurde dieses Buch von Sophie Hannah, einer mir bis dahin unbekannten Autorin.
Eine frischgebackene Mutter, die ihre Haustür offen und ihren Mann schlafend vorfindet, und dann in das Gesicht eines fremden Babys blickt. Keiner der ihr wirklich glaubt. Das ist alles andere als eine triviale Kost.
Durch den Klappentext war ich auf diesen Augenblick zum Glück vorbereitet und dadurch wurde es für mich erst ab dem zweiten Kapitel spannend. Im ersten Kapitel durfte ich allerdings die Protagonistin Alice kennenlernen. Auf den ersten Blick wirkt sie abhängig von der Liebe ihres Mannes und ihrer Schwiegermutter, doch später ändert sich dieser Eindruck zusehends. Neben Alice lernte ich ihren Mann und ihre Schwiegermutter kurz kennen. Eine kurze, aber bildhafte Einführung der wesentlichen Charakteren, wie ich fand.
Das erste Kapitel endet geschickt mit dem Blick in die Wiege. Als Leser war ich sehr überrascht, als es gar nicht an dieser Passage im nächsten Kapitel weiterging, sondern ich mich auf dem Polizeirevier wiederfand. Die Autorin versucht durch einen Zeitsprung mit jedem Kapitel immer mehr Spannung aufzubauen. Alice erzählt aus einer Ich-Perspektive alle Erlebnisse vom Anfang an. Während ich in den Polizei-Kapiteln einige Wochen später mich mit der Suche nach der verschwundenen Alice befassen durfte. Durch Zeitangaben mit jedem neuen Kapitel wusste ich stets an welchem Zeitpunkt ich mich in der Geschichte befand. Mit jedem neuen Kapitel wurde die Geschichte immer mysteriöser. Als Leser habe ich mir ständig die Frage gestellt, ob sie verrückt ist, ihr Mann vielleicht dahintersteckt oder aber doch die Schwiegermutter. Während des Verlaufs versucht Sophie Hannah geschickt den Leser auf eine falsche Fährte zu locken, und ich muss gestehen, dass ich ihr anfänglich sogar gefolgt bin, obwohl mir dies zu einfach klang. Zum Schluss hin wendet sich jedoch dieses Blatt und immer deutlicher wurde mir der eigentliche Grund von Alice verschwinden und ihrer „falschen Tochter“ vor Augen geführt.
Das Ende ist jedoch ein Schock. Im gesamten Verlauf überzeugt das Buch durch Logik, Spannung und Emotionen. Ich war regelrecht gefesselt und konnte es nur schwer aus der Hand legen. Ich erwartete einen ebensolchen Schluss, und wurde sehr enttäuscht. Der Schluss selbst ist für mich nur schwerlich nachvollziehbar gewesen. Ich habe selten so etwas absurdes, unlogisches und an den Haaren herbeigezogenes gelesen. Man könnte meinen, zwei Autoren wären hier am Werke gewesen. Zudem wird die Theorie sowohl von Simon, als auch Alice erklärt, sodass ich es sogar teilweise noch als langweilig empfand. In meinen Augen sollte ein solches Werk keinen unlogischen und langweiligen Schluss haben, sondern das Highlight sein.

Ich habe das Buch an zwei Tagen verschlungen, da ich mich so sehr auf den Schluss gefreut habe, und dann eine solche Enttäuschung. Der Anfang ist so gut, dass ich das Buch sofort jedem empfehlen würde, aber durch den Schluss, stehe ich definitiv nicht mehr voll und ganz hinter diesem Buch. Hier sollte jeder selber einmal entscheiden, ob er das Geld wirklich investieren will.

===Bewertung===
Es fängt authentisch, spannend und packend an. Lebhafte Charaktere, bildhafte Emotionen, farbenfrohe Orte und eine grausame Thematik machen das Buch zu einem guten Psychothriller. Der Schluss jedoch sticht negativ aus diesem Schema hervor. Er ist unlogisch, schlecht und langweilig. Diese ungewohnte Kombination bekommt aus diesem Grund nur vier Sterne.

===Leseprobe===
http://www.weltbild.ch/1/pprod.read/page.html?h=2 93c131018&lm=
20090909160407&trbid=401140&b=036442
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Georg Haderer - Ohnmachtspiele

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===Buchdaten===
Autor: Georg Haderer
Titel: Ohnmachtspiele
Verlag: Haymon
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3852186306
Seiten: 320
Einband: HC
Kosten: 19,90€
Genre: Krimi
Serie: Schäfer-Krimi 2

===Genehmigter Klappentext===
Georg Haderers zweiter Schäfer-Krimi – ein fesselndes Spiel mit Wahn und Wirklichkeit: Nebel, Kälte, Innenpolitik … als ob Major Schäfer nicht schon genug mit seinen Depressionen und Angstzuständen zu kämpfen hätte, treten ihm auch noch der Wiener November und ein reformwütiger Innenminister in die Rippen. Wie soll Schäfer unter diesen Bedingungen arbeiten – zumal in der Gerichtsmedizin neben zwei ertrunkenen Frauen auch noch die mumifizierte Leiche eines Drogensüchtigen liegt. Unfall, Unfall, Überdosis, so soll es in den Ermittlungsakten stehen, wenn es nach dem Polizeipräsidenten geht – nur keine überflüssigen Ermittlungen. Doch dass nicht nur mit dem toten Junkie etwas faul ist, steht für den sturen Schäfer fest. Bei seinen Untersuchungen entdeckt er Zusammenhänge, die auf einen Serientäter schließen lassen, der sich seine Opfer nach dem Schema eines Kartenspiels aussucht. Mit seiner Theorie steht Schäfer innerhalb der Polizei weitgehend alleine da – was ihn aber nicht daran hindert, mit seinen Ermittlungen in die Offensive zu gehen …
Atemberaubende Spannung, rabiate Gesellschaftsanalyse und durchgeknallte Komik – Georg Haderers neuer Krimi zeichnet mit Nachdruck das Bild eines unmenschlichen Systems, das sich nur mehr an Quoten und Machterhalt orientiert.

===Meine Meinung===
Ohnmachtsspiele ist der zweite Titel des Krimi-Autoren Georg Haderer. Der erste Teil, Schäfers Qualen, war mir, bis ich diesen Teil in den Händen hielt, völlig unbekannt. Nach meinem letzten Krimi-Erlebnis, war ich wirklich gespannt, ob es sich diesmal um einen klassischen Krimi handeln würde.

Am Anfang sieht es alles andere als nach einen typischen Krimi aus. Zwar gibt es mehrere Leichen, aber es sieht eher nach Unfall, Überdosis oder Selbstmord aus. Durch die Unterbesetzung der Wiener Polizei sollen diese Fälle auch schnell abgeschlossen werden. Lediglich der dargestellte Selbstmord einer Frau aus einer angesehenen Familie soll aufgeklärt werden. Schließlich geht es doch um das Image der Polizei, aber auch um Statistiken. Schäfer wäre aber nicht Schäfer, wenn er nicht jeden Fall sein gleiches Interesse entgegen bringen würde und ehe er es sich versieht befindet er sich in einem vertrackten Serienmörder-Fall. Wenn ihm seine Kollegen nur glauben würden, wäre alles einfacherer.

So wie auch Schäfer erst nach und nach das Puzzle zusammensetzt, wurde auch ich als Leser nach und nach an den Krimi herangeführt. Den absurden Prolog über zwei frühreife Jungen, konnte ich anfangs sogar gar nicht mit der nachfolgenden Geschichte verbinden. Nach dem kurzen und verwirrenden Prolog wurde ich gleich zum ersten Mordfall geleitet. Für Schäfer ist es ebenfalls der erste Mordfall nach einer langen Pause. Da ich Schäfer im ersten Teil nicht kennenlernen durfte, fühlte ich mich ins kalte Wasser geworfen. Aber auch ohne „Schäfers Qualen“ zu kennen, kann dieses Buch ohne Probleme gelesen werden. Schließlich steht Schäfer in diesem Fall mit seiner depressiven und forschen Art im Augenmerk des Lesers. Aber ich musste feststellen, dass sich erst nach der Hälfte des Buches ein wirklich komplettes Bild vor meinen Augen gefestigt hat. Georg Harderer hat mit Schäfer eine sehr komplexe Figur ins Leben gerufen, die definitiv nicht mit einer kurzen bildhaften Einführung beschrieben werden kann. Aus diesem Grund empfand ich dies auch nicht tragisch. Seine Kollegen hingegen sind schon nach einigen Seiten abgerundet und stecken voller Witz, Herz und Charme.

Die Wendungen und die Verbindung zwischen den einzelnen Fällen, habe ich sehr genossen. Endlich ein typischer Krimi, der durch den Serienmörder schon einen leichten Hang zu einem Thriller bekommen hat. Dazu verwendet der Autor einen bildhaften, einfachen und fesselnden Stil, der eine authentische Stimmung in einem Mord-Dezernat schafft. Trotzdem musste ich mich an einigen Passagen zusammenreißen, um nicht einige Absätze zu überspringen. Neben den Mordfällen und der Rückkehr von Schäfer, geht es auch um die Rationalisierung des Personals. Kosten müssen überall gespart werden. Daher ist es schön zu lesen, dass dieses Thema in diesem Krimi aufgegriffen wurde. In meinen Augen wurde es aber zu ausführlich behandelt. Stellenweise wurde der Mittelteil durch diese Einbauten arg in die Länge gezogen. Zwar ist dies alltäglich und wie ich finde sehr realistisch umgesetzt worden, aber durch den Umfang wirkte es zu viel.
Besonders gelungen fand ich den Schluss dieses Krimis. Die Auflösung der Fälle ist gut durchdacht und lässt keine Fragen offen. Für mich war der Schluss auf jeden Fall überraschend.
Zusammen gibt diese Thematik mit den Mordfällen ein gut durchdachtes Gesamtkonzept ab. Ich konnte es trotz der langgezogenen Stellen nur schwerlich aus der Hand legen. Georg Harderer ist mit der Figur Schäfer ein sympathischer Charakter gelungen, der mit seiner depressiven Art, seinem trockenen Humor und der Willensstärke in den Bann zieht.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der einen realistischen, gut durchdachten und spannenden Krimi in Verbindung mit einer aktuellen Thematik lesen möchte. Auch wer den ersten Teil nicht kennt, wird an diesem zweiten Teil seine Freude haben und Schäfer schnell in sein Leser-Herz schließen.

===Bewertung===
Auf Grund einiger langatmiger Passagen bekommt das Buch lediglich vier Sterne. Ansonsten ist die Kombination aus Krimi und aktueller Thematik authentisch, spannend und in keiner Weise gekünstelt.

===Leseprobe===
http://www.haymonverlag.at/autorenframe.php3?autorid=261&TITNR=630



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Kurt Bracharz - Der zweitbeste Koch

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===Buchdaten===
Autor: Kurt Bracharz
Titel: Der zweitbeste Koch
Verlag: Haymon
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3852186344
Seiten: 180
Einband: HC
Kosten: 17,90€
Genre: Krimi
Serie: -

===Genehmigter Klappentext===
Hunger ist bekanntlich der beste Koch. Der zweitbeste ist ein Chinese namens Wang Li. Das glaubt zumindest der Wiener Gourmetkritiker Xaver Ypp, weshalb er auch sehr verärgert ist, als es plötzlich heißt, Wang Li habe das Land verlassen. Und Ypp hat noch mehr Probleme: Sein Chef hält ihn schon lange für zu konservativ und drückt ihm zu allem Überfluss noch die Ausbildung eines pubertierenden Geschmacksgenies aufs Auge. Schlechte Karten für Ypp, der bald auch noch Opfer eines Überfalls wird: Als er die Probe eines ungewöhnlichen Stückchens Fleisch aus Wang Lis ehemaligem Restaurant untersuchen lassen will, beginnt die Angelegenheit vom Kuriosen ins Kriminelle abzugleiten und nimmt dabei immer rasanter Schussfahrt auf ...
Nach seinen kultigen Erfolgskrimis in den 90er Jahren hat Kurt Bracharz sich mit seinem neuen Krimi viel Zeit gelassen – doch das Warten hat sich definitiv gelohnt: angenehm pikant, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Nervenkitzel und in typisch amerikanischer Krimimanier: hartgesotten.


===Meine Meinung===
Als ich das Buch zum ersten Mal gesehen habe, war mir der Autor dieses Werkes nicht bekannt. Auch wenn ich in meiner Lese-Laufbahn schon unzählige Kriminalromane gelesen habe, war von diesem recht bekannten Autoren noch nichts dabei. Der Klappentext ließ jedoch auf ein kulinarisches Erlebnis schließen. Als gelernte Gastronomin erfreue ich mich stets über solch kulinarische Highlights.

Der Einstieg in diesen Krimi empfand ich als gewöhnungsbedürftig. Erwartet man doch von den ersten Seiten an in das Verbrechen involviert zu werden. In diesem Fall wird der Leser ausführlich mit dem Protagonisten Xaver Ypp bekannt gemacht. Dieser Charakter ist ein älterer Herr, der für eine Zeitung den Gastronomie-Teil schreibt. Zudem durfte ich als Leser seine Kollegen und den angehenden Nachwuchs-Star Quentin kennenlernen. Dieser soll von Xaver angelernt werden. Das geht natürlich am Besten in einem Gourmet-Tempel. Vor Ort stellt Xaver das abrupte Verschwinden des zweitbesten Kochs fest. Die Vermutungen von Xaver gehen von der Ermordung bis zum Kanibalismus.
An dieser Stelle ging ich davon aus, dass ich nun endlich in den spannenden Verwicklungen über die Aufdeckung von Wang Li angekommen war. Die Ernüchterung folgte umgehend. Zwar befasst sich das Buch nach und nach mit der Aufklärung, beinhaltet jedoch zum größten Teil den kulinarischen Aspekt. Ich durfte Einblicke in Rätsel der hohen Mathematik erhalte, bekam die ungewöhnlichsten Speisekreationen vorgelegt und wurde mit Drogenerlebnissen, tödlichen Lebensmitteln und verdächtigen Käfigen im Zoo konfrontiert. Andere Krimis konzentrieren sich auf Spannung, hier befasst sich der Autor mit sehr ungewöhnlichen Nebensträngen. Diese sind in meinen Augen allerdings total unterhaltsam. Zwischenzeitlich war ich der kulinarischen Seite so fasziniert, dass ich ganz vergessen habe, dass es sich um einen Krimi handelt. Ich konnte etwas über die kulinarischen Eigenheiten in der fernöstlichen Küche erleben, die ich so nie erfahren hätte. Durch kleinere Überfälle, einen Bruder beim Geheimdienst oder den Tod seiner Frau, versucht Kurt Bracharz immer wieder daran zu erinnern, dass es eigentlich ein Kriminalroman ist. Zum Schluss wird dieser Aspekt immer deutlicher in den Vordergrund gestellt. Der Schluss näherte sich und wurde ruckartig und überraschend eingeleitet. Mit einer solchen Wendung hätte ich nur teilweise gerechnet. Dieser Höhepunkt voller Spannung dauerte nur kurz an, um danach wieder der kulinarischen Unterhaltung zu weichen.

Der Autor schreibt nicht nur bildhaft, sondern herrlich erfrischend. Der Lesefluss wird an keinem Punkt unterbrochen oder gestört. Nachdem ich die anfänglichen Schwierigkeiten mit den Namen überwunden hat, empfand ich den Stil nur noch angenehm. Ich konnte mich in die verschiedenen Situation, Charaktere und Emotionen gut hineinversetzen und war nach den ersten Seiten bis zum Schluss gefesselt.

Auch wenn ich persönlich dieses Buch nicht als eigentlichen Krimi bezeichnen würde, sondern eher kulinarische Unterhaltung mit Krimi-Einwurf, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Ich habe diese Geschichte an einem Tag durchgelesen.

Empfehlen kann ich dieses skurrile Werk jedem, der sich für die fernöstliche Küche interessiert. Diese wird in dieser Lektüre deutlich aufs Korn genommen. Leser sollten sich vor dem Kauf jedoch bewusst machen, dass der Kiminal-Anteil jedoch höchstens 20 Seiten in Anspruch nimmt und auf eine recht gewöhnungsbedürftige Art und Weise zum Ende kommt.

===Bewertung===
Mich hat „Der zweitbeste Koch“ königlich amüsiert, auch wenn ich enttäuscht war, dass es nicht wirklich in die Kategorie Kriminalroman fällt. Das Buch ist authentisch, lustig und voller unerwarteter Einfälle und Wendungen. Von mir bekommt das „kulinarische“ Krimi-Highlight vier Sterne. Abzug gibt es für die irreführende Einteilung.


===Leseprobe===
http://www.haymonverlag.at/suchframe.php3?suchbegriff=der+zweitbeste+koch


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Peter Pitsch - W-E-L-T

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===Buchdaten===
Autor: Peter Pitsch
Titel: W-E-L-T
Verlag: Tordenfjord Verlag
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3939948384
Seiten: 158
Einband: TB
Kosten: 9,95€
Genre: Thriller
Serie: -

===Genehmigter Klappentext===
Wahnsinn, Einsamkeit, Leidenschaft, Todesangst - WELT. Die Machenschaften omnipotenter Ärzte durchleuchtend, legt Pitsch eine grausige Wahrheit frei. Kraft unvorhersehbarer Szenarien bricht sein Thriller mit den Stereotypen des Genres. W-E-L-T ist bizarrer Trip durch die zerklüfteten Schluchten unserer Seele und gleichsam eine Allegorie auf die Verlorenheit des modernen Menschen. "Der neue Pitsch .... thrillt!"

===Meine Meinung===
Als ich das Buch zum ersten Mal in den Händen hielt, wusste ich ehrlich gesagt nicht, was mich erwarten würde. Der Autor war mir bis zu dem Zeitpunk unbekannt und der Klappentext verwirrte mich mehr, als das er Aufschluss gab. Trotzdem war meine Neugierde geweckt.

Der Einstieg in das Buch verschlug mir im ersten Moment die Sprache. Peter Pitsch verwendet einen gehobenen Sprachstil, der einige Sätze zur Eingewöhnung bedarf. Eine solche Wortgewandtheit wirkte anfangs sehr erschlagend auf mich. Doch nicht nur der Stil besticht durch Komplexität, sondern gleichfalls der Inhalt.

Peter Pitsch lässt einen Menschen ohne Gedächtnis, völlig abgemagert und verwahrlost, in sein Leben zurückkehren. Der Privatdetektiv, den seine Mutter für seine Suche engagiert hat, stößt zusammen mit seiner Ex-Freundin auf dubiose Machenschaften seines damals behandelnden Arztes. Auf den Weg zurück zu seinem Gedächtnis, wird der Leser an Charaktere herangeführt, die bei mir einen kalten Schauer auslösten. Ein cholerischer Zuhälter, der seine Dame krankenhausreif prügelt; ein Krankenpfleger der sich an wehrlosen Patienten vergreift; Ärzte die auf kleine Jungen stehen und korrupte Persönlichkeiten kreuzen seinen Weg. Die zwei Erzählperspektiven vom Detektiv und dem verschwundenen Sohn laufen anfangs noch parallel, ergeben aber schon bald einen Zusammenhang, der zu einem absolut unfassbaren Schlussakt führt.

Ich durfte als Leser in eine Welt voller Korruption, abartigen Sexfantasien und unglaublicher Gewalt eintauchen. Dem Autoren ist es gelungen eine düstere Welt zu erschaffen, die mit der Realität sehr viel zu tun hat. Es ist schockierend, wie authentisch und zum Greifen alles formuliert ist. Ich konnte mir nicht nur alles bis ins kleinste Detail bildhaft vorstellen, sondern hatte das Gefühl eine Biographie zu lesen oder wirklich hautnah dabei zu sein. Auch wenn der Autor nur die düsteren Seiten unserer Welt aufzeigt, wurde mir als Leser doch bewusst, dass es keine Fantasie-Welt ist, sondern unsere derzeitige Welt. Die erschaffenen Charaktere sind nicht nur Unikate, sondern stecken voller Leben. Es ist faszinierend diese Figuren zu beobachten. Es ist aber auch beängstigend, wenn ich bedenke, wie krankhaft und realistisch viele Charaktere einfach dargestellt werden.
Diese Kombination mit dem gehobenen Stil machen dieses Werk zu etwas Einzigartigem. Ich habe schon Bücher dieses Genres gelesen und dieses Ergebnis schafft mit seinen wenigen Seiten mehr Spannung und Angst, als Bestseller mit dem doppelten Umfang.

Auch wenn das Buch schwer zu lesen ist, lohnt sich die Mühe, denn dieses Buch ist ein absolutes Highlight am Thriller-Himmel. Ich selbst brauchte für die wenigen Seiten drei Tage. Vieles musste ich doppelt lesen, um es genau zu verstehen. An anderen Punkten brauchte ich erstmal Abstand, um die Grausamkeit und Abartigkeit hinter manchen Handlungssträngen zu verarbeiten.

Ich kann jedem Leser empfehlen, sich dieses Buch zu kaufen. Wer einfach gerne mal wieder einen guten Thriller lesen will, der sich von den üblichen Standard-Themen positiv abhebt, sollte nicht lange überlegen. Mich hat der Autor mit diesem Werk überzeugt.

===Bewertung===
Die Mischung aus Spannung, Realität, Grausamkeit und Wahnsinn machen das Buch zu dem was es ist – ein gelungener Thriller. Die Charaktere und Handlungsstränge sind bildhaft und logisch bis ins kleinste Detail durchdacht. Für mich 158 lohnende Seiten eines gehobenen Thrillers.


===Leseprobe===
Unter dem Nachfolgenden Link befindet sich eine Leseprobe: http://www.tordenfjord.de/buecher/Welt.html


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Manfred Kluge - Das Leben genießen. Ein heiteres Lesebuch

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===Buchdaten===
Autor: Manfred Kluge
Titel: Das Leben genießen
Untertitel: Ein heiteres Lesebuch
Verlag: Heyne
Erschienen: 1994
ISBN-13: 978-3453075702
Seiten: 330
Einband: TB
Kosten: 0,50€ auf dem Flohmarkt
Genre: Humor / Satire
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Humor, Witz und gute Laune – das ist das Motto dieses heiteren Lesebuchs, das Erzählungen, Satiren und Glossen bekannter Schriftsteller enthält. Wer gerne lacht und Spaß versteht, kommt hier voll auf seine Kosten.


===Meine Meinung===
Bei 37 Geschichten zu Themen wie Hochzeit, Tafelfreuden, Familie, Gauner oder Tieren, konnte ich eigentlich nur Lachtränen erwarten. Schließlich waren mir die meisten Autoren, wie Erich Kästner, Ephraim Kishon, Roald Dahl, Kurt Tucholsky und Willy Breinholst bekannt. Die Werke dieser Autoren haben mich stets begeistert. Was sollte also an dieser Sammlung falsch sein.

Ich kann es euch sagen – Lachen, Schmunzeln oder Lächeln ist hier so selten wie ein zehn Euro Schein auf der Straße. Es ist möglich, aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering. 37 Geschichten und bei lediglich zwei Storys musste ich Lächeln. Viele sind sehr nett verfasst in einem lockeren Stil, aber als heiter würde ich sie persönlich nicht titulieren. Es gibt sogar Geschichten, wie zum Beispiel „Die exakte Wissenschaft von der Ehe“, welche ich als langweilig bezeichnen würde. Vielen Geschichten fehlt es an einer klassischen Wendung, einem Höhepunkt oder an Biss. Es ist lesbar, aber kein Buch, wo ich sagen würde, ich muss weiter lesen bzw. möchte ich in der Wanne lesen. Es gibt Sammlungen, die ich regelrecht verschlungen habe. Jede Geschichte passte hinein, war witzig oder spannend.

Vom Sprachstil her sind die Geschichten sehr unterschiedlich. Viele sind älteren Semesters und das merkt man ihnen auch an. Es kann gut sein, dass damals ein anderes Verständnis von Humor existierte.

Ich mag nicht unbedingt Kurzgeschichten, da schon nach dem Kennenlernen, die Charaktere verschwinden. In diesem Fall sind die meisten Geschichten um die sechs bis zehn Seiten lang. Es gibt auch welche mit nur drei oder vier Seiten, aber viele sind auch deutlich länger. Von der Länge her finde ich sie gut. Nur die Auswahl ist in meinen Augen schlecht getroffen worden. Ich musste mich regelrecht zwingen das Buch nicht abzubrechen. Ehrlich gesagt, habe ich manche Geschichten, welche nur langweilig waren, sogar nur noch im Schnelldurchgang gelesen. Dieses Buch habe ich nur noch nebenher gelesen, weil einzig und allein, wäre es zu eintönig geworden. Die wenigen Highlights reißen das Ruder nicht rum. Daher habe ich zehn Tage an dieser Lektüre verbracht.

Wer einfach mal auf dem Klo sitzt und statt einer Zeitung eine Geschichte lesen will, wird mit dem Buch viel Freude haben. Ansonsten kann ich nur sagen, lasst die Finger davon.

===Bewertung===
Von mir bekommt das Buch zwei Sterne. Diese gibt es für meine beiden Lachgeschichten von Kästner und Breinholst. Der Rest verdient leider keiner Sterne. Ein Buch, welches man definitiv nicht lesen muss.


   
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Thomas Klinkert - Einführung in die französische Literataurwissenschaft

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===Buchdaten===
Autor: Thomas Klinkert
Titel: Einführung in die französische Literaturwissenschaft
Untertitel: Grundlagen der Romanistik
Verlag: ESV
Erschienen: 2008
ISBN-13: 9783503098255
Seiten:255
Einband: TB
Kosten: 17,80€
Genre: Sachbuch
Serie: -
===Zitierter Klappentext===
Der Band bietet eine fundierte Einführung in die wichtigsten Bereiche der französischen Literaturwissenschaft. Dazu gehören ebenso die Frage nach Bedeutung und Funktion von Literatur wie die Grundbegriffe der Zeichentheorie und der sprachlichen Kommunikation. Anhand von ausgewählten Beispielen wird die Entwicklung der französischen Literatur im Rahmen der Mediengeschichte erläutert. Die Theorie der literarischen Gattungen erschließt sich über detaillierte Analysen narrativer, dramatischer und lyrischer Texte, deren einzelne Schritte gut nachvollziehbar dargestellt sind.

===Inhaltsverzeichnis im Überblick===
  • Was ist Literatur
  • Grundbegriffe der Zeichentheorie
  • Literatur und ihre medialen Voraussetzungen
  • Theorie und Geschichte der literarischen Gattungen
  • Narrative und dramatische Texte
  • Lyrische und Poetische Texte
  • Beispielanalyse

===Meine Meinung===
Das Buch richtet sich eigentlich an Studienanfänger oder Studierende im Hauptstudium für Französische Literaturwissenschaft. Auch wenn ich nicht in diese Kategorie falle, habe ich mich für die Rezension dieses Werkes beworben. Als absoluter Büchernarr finde ich es wichtig, sich auch mit dem Hintergrund und dem Fachlichen zu beschäftigen. Aus diesem Grund konnte ich es kaum erwarten, bis ich endlich dieses Buch in den Händen hielt.

Das Buch befasst sich mit den unterschiedlichsten Aspekten der Literatur und bezieht sich dabei auf viele französische Textbeispiele, welche für Personen ohne Kenntnisse der Sprache noch einmal separat übersetzt werden.

Der Leser dieses Werkes wird über die verschiedenen Ebenen einer Geschichte, die Analyse lyrischer Texte, die Zeitstruktur, Formen der Rede, Figuren oder auch über die Verbindung zwischen Geschichte, Handlung und Konflikt bei dramatischen Texten informiert. Am Ende eines jeden Kapitels gibt es eine hilfreiche Zusammenfassung des gesamten Abschnitts. Diese Zusammenfassung sticht durch die Hervorhebung eines grauen Kästchens hervor. Wer für eine Klausur lernen will, kann sich nur über diese präzise und lehrreichen Zusammenfassungen an den gesamten Inhalt erinnern lassen. Für Studenten sicherlich ein lehrreicher Aspekt. Doch auch für Personen, die nicht studieren ist dieses Buch lehrreich. Wer einmal selbst ein Buch schreiben möchte, findet dort gute Ansätze, wie aus dem Gedanken ein gutes Buch entstehen kann. Zwar sind dies nur kleine Ansätze und beinhaltet nur ein winziges Spektrum an Informationen zur Literatur. Trotzdem wird soviel Fachwissen vermittelt, dass man die Literatur, welche in diesem Buch behandelt wird, mit ganz anderen Augen sieht.

Der Inhalt selbst ist nicht zu trocken formuliert, setzt aber ein gewisses Grundverständnis voraus. Ich selbst hatte vor dem Lesen noch sehr wenig Ahnung. Nachdem ich diese Fachlektüre beendet hatte, konnte ich die Aspekte rund um narrative, dramatische und poetische Texte besser verstehen. Durch die vielen Beispiele bekommt dieses Fachbuch leben eingehaucht und wird sehr anschaulich. Mir haben die Beispiel sehr beim Verständnis des Inhalts geholfen. Es beinhaltet Blickwinkel, die ich in diesem Zusammenhang vorab niemals in Erwägung gezogen hätte.

Mich persönlich hat dieses Werk sehr begeistert und mir sehr viel neues Wissen vermittelt. Da ich das Buch ohne jegliche Vorkenntnisse, trotz einführendem Vorwort, nur mit viel Nachschlagen wirklich genau verstehen konnte, habe ich es an vier Tagen durchgelesen. Auch wenn es auf den ersten Blick schwer verständlich klingt, nimmt man jedoch am Ende sehr viel Fachwissen über französische Literaturwissenschaften, wenn man es so überhaupt noch nennen darf, mit.

Empfehlen kann ich das Buch jedem, der sich für französische Literaturwissenschaften, Literatur im Allgemeinen oder narrative, dramatische oder poetische Texte interessiert.

===Bewertung===
Von mir erhält das Buch fünf Sterne. Die Vermittlung des Wissens basiert auf einem mühsamen, aber bildhaften Text. Das Ergebnis ist ein vergrößerter Wissensumfang auf diesem Gebiet.



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