Peter Mayle - Hotel Pastis

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===Buchdaten===
Autor: Peter Mayle
Titel: Hotel Pastis
Originaltitel:
Verlag: Knaur
Erschienen: 2000
ISBN-13: 978-3426617427
Seiten: 463
Einband: TB
Kosten: gebraucht ab 3€ auf dem Flohmarkt
Serie: -

===Klappentext===
Wer hätte nicht schon einmal daran gedacht, dem Strapazeösen Alltag den Rücken zu kehren, ein ganz neuer Mensch zu werden, kurz: Auszugsteigen? Simon Shaw, erfolgreicher und gestresster Werbermanager und frisch geschieden, hat Job und Privatleben gründlich satt. Ein Kurzurlaub in der Provence und die Bekanntschaft mit der reizvollen und lebensklugen Nicole bringen plötzlich die große Veränderung, auf die er unbewusst gehofft hatte, denn Nicole macht ihm ein unwiderstehliches Angebot: Aus einer alten Gendarmerie in dem verschlafenen Ort Brassière-les-Eglises im Lubéron könnte man ein hinreißendes, romantisches Hotel zaubern!

===Meine Meinung===
Als ich das Buch damals auf dem Flohmarkt gekauft habe, wollte ich einfach etwas Abwechslung zum tristen Wetter haben und dazu ein lockeres, südliches Buch lesen. Die Cover-Farben sind in fröhlichen und leuchtenden Farben.

Zu Hause blätterte ich durch und wunderte mich, dass hinten ein richtiges Wörterbuch Französisch-Deutsch enthalten war. Ich spreche kein Wort dieser Sprache und wusste, dass ich es wohl brauchen würde. Trotzdem war ich schon nach 50 Seiten des Buches sehr genervt, als ich merkte, dass kein französisches Wort im Text auch nur übersetzt oder erklärt wird. Ich war tatsächlich gezwungen immer nach hinten zu blättern. Das hält beim Lesen nicht nur unnötig auf, sondern nervt auch. Bei mir ging der gesamte Lesefluss und damit das Vergnügen verloren. Kaum war ich in der Geschichte, musste ich auch schon wieder blättern und da ist es nicht schwer, wieder aus dem Rhythmus zu kommen. Wer die Sprache beherrscht dürfte sicherlich mehr Freude daran haben. Mir persönlich wäre eine im Text enthaltene Übersetzung lieber gewesen.

Die Geschichte beginnt in London, wo der gestresste Geschäftsmann von seinem Butler überredet wird, dass er eine Auszeit braucht. Butler sind schon etwas altbacken und langweilig. Trotzdem können sie auch lustig sein. In diesem Fall aber leider nicht und genauso wieder Butler steif ist, ist auch das Buch bis zu letzten Seite recht sparsam an Unterhaltung. Es plätschert einfach so vor sich hin. Leider kommt dabei weder Spannung noch das gewisse Etwas auf. Im Grunde reihen sich kleine Begebenheiten aneinander, aber es ist weder heiter, noch spannend, noch ironisch oder eine andere Eigenschaft, die ein gutes Buch ausmacht. Er geht auf alle Punkte eines Hotelaufbaus ein. Vom Bau, bis hin zu Personal, Einrichtung oder sogar Kochrezepten. Dabei fließt das französische Flair und die Personen mit ein. Mir persönlich fehlt aber der Pepp. Das Cover sprühte vor Leben und Farben, die im Buch aber nicht ansatzweise umgesetzt werden.
Die Charaktere sind schwach gestaltet. Einmal der reiche Hintergrund und dann der diebische, arme Hintergrund. Ich konnte mich weder mit der einen noch der anderen Seite identifizieren oder die Gedankengänge und Handlungen nachvollziehen. Für mich wahren die Figuren nicht bis zum Schluss durchdacht und passen teilweise gar nicht in die Geschichte.

Bis zum Schluss fand ich das Buch einfach nur noch total öde. Daher hab ich mich einfach nur schnell durch gequält und konnte es nach drei Tagen aus der Hand legen.

Empfehlen kann ich das Buch persönlich nicht. Für mich war es kein Erlebnis, sondern eher eine Zumutung. Da es aber ein Bestseller war, muss das Buch etwas haben, was andere Leser fasziniert. Dementsprechend kann ich es jedem empfehlen, der es einfach versuchen will. Meinungen sind zum Glück unterschiedlich.


===Bewertung===
Von mir bekommt das Buch zwei Sterne. Die Idee mag nett sein, aber das viele französisch, die nicht durchdachten Charaktere und die flache nicht ausgereifte Story, verdienen nicht mehr. Lediglich das Cover finde ich total klasse.

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Melissa P. - Mit geschlossenen Augen

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===Buchdaten===

Autor: Melissa P.
Titel: Mit geschlossenen Augen
Untertitel: Das erotische Tagebuch
Verlag: Goldmann
Erschienen: 2004
ISBN-13: 9783442457656
Seiten: 160
Einband: TB
Kosten: 7,95Euro
Serie: - 

===Klappentext===
Siebzehn Jahre ist sie alt, als Melissa P. in Italien ihre unglaubliche Geschichte veröffentlicht: In Tagebuchform erzählt die junge Sizilianerin von ihren ersten sexuellen Erlebnissen. Es ist der heimliche erotische Bericht eines frühreifen Mädchens, das extreme und demütigende Erfahrungen gemacht hat - immer getrieben von der drängenden Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe. Ein faszinierendes, erschütterndes, schonungslos ehrliches Buch.

===Meine Meinung===
Das Cover des Buches spricht mich nicht unbedingt an. Zwar mag ich solche schwarz-weiß Photographien, aber ich habe den Zusammenhang zum Inhalt einfach nicht sehen können und irgendwo ist immer einer.

Das Buch ist in Form eines Tagesbuches geschrieben. Ein Datum und gegebenenfalls ein Datum geben Aufschluss darauf, wann Melissa dies erlebt hat. Dem Tagebuch vertraut sie all ihre Gedanken, Wünsche und Erlebnisse an.

Melissa ist nach außen ein braves Mädchen, das zur Schule geht und sich im Grunde ihres Herzens nur Anerkennung und Liebe durch einen Mann wünscht. Dieses Tagebuch ist Zeuge für den steinigen und kranken Weg den sie dafür gehen musste.

Der Einstieg in ihr Leben beginnt in zarten Alter von 15 Jahren und ich als Leser durfte über ersten Erfahrungen im Bereich der Selbstbefriedigung erfahren. Auf einer Party lernt sie ihren ersten Sex-Partner kennen, der sie zum Oralverkehr benutzt. Als sie mehr will, lässt er sie zappeln und knüpft diese an Bedienungen. Der Sex ist für sie nur Mittel zum Zweck. Sie hat immer die Hoffnung, dass sie den Mann durch guten Sex auch ihre andere Seite zeigen kann und sich daraus Liebe entwickelt. Nachdem dieser Junge ihren Wunsch nicht erfüllt, lässt sie sich auf alle erdenklichen Abenteuer ein. Sado-Maso, Sex mit alten und verheirateten Männern, Gruppensex, lesbische Erfahrungen oder nur das Zusehen bei Schwulen-Sex. Sie lässt sich vergewaltigen, demütigen und gibt alles was sie geben kann.
Der Stil ist auf eine Art und Weise poetisch, wenn es um Landschaften oder die Natur geht.Auf der anderen Seite ist die Wortwahl sehr provokativ und vulgär, wenn es um den sexuellen Akt geht. Mich hat der Stil, der Inhalt im Vergleich zu dem Alter der Autorin sehr schockiert. Gerade wenn man bedenkt, dass es sich um eine Biographie handelt. Es ist teilweise entsetzlich und abstoßen, was sie alles mit sich hat machen lassen.
Es gab keinen roten Faden und in der Regel hat sie hauptsächlich ihre Sex-Abenteuer aufgeschrieben oder Dinge die sich mit der ersehnten Liebe befassten. Daher gibt es keinen roten Faden. Ständig wechseln die Partner, dann taucht ein vertrauter Name wieder auf,um bald wieder zu verschwinden.
Das Lesen war interessant, aber mehr als einmal muss ich das Buch nicht lesen. Nach der Hälfte war ich einfach nur noch abgestoßen, zu welchen verrückten Aktionen sie sich hinreißen lässt, in der Hoffnung liebe zu bekommen. Ich kann ja verstehen, wenn sie mit vielen unterschiedlichen Männern geschlafen hätte, aber bei jedem das perverse Luder heraushängen zu lassen, muss doch nicht sein. So zeigt man nicht, dass man nur Liebe will. Da es sehr detailliert ist, kann man schon fast pornographisches Tagebuch dazu sagen. Gelesen habe ich in zwei Stunden, da ich wissen wollte, ob sie die Liebe findet, die sie von Anfang an wollte.

===Bewertung===


Von mir bekommt das Buch lediglich drei Sterne, da ich es einfach nur abschreckend, pervers und unreif finde.
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Annette Weber - Im Chat war er noch so süß

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 ===Buchdaten===


Autor: Annette Weber
Titel: Im Chat war er noch so süß
Verlag: K.L.A.R
Erschienen: 2006
ISBN-13: 9783834600653
Seiten: 94
Einband: TB
Kosten: 6,90€
Serie: -

===Eigene Inhaltsangabe===
Sarah ist 14 Jahre alt. Ihre Eltern fahren in Urlaub, ihr Bruder verliebt sich in ihre beste Freundin. Ihre allerbeste Freundin schnappt sich Sarahs heimliche große Liebe. Für Sarah sind die Sommerferien alles andere als rosig. Über einen guten Freund kommt sie zum Chatten und lernt „Sonnenkönig“ kennen. Er ist charmant, sieht nett aus und versteht sie. Ungereimtheiten werden ausgeblendet und als das erste Treffen auch noch wunderschön ist, wird sie total leichtsinnig.



===Meine Meinung===
Die Thematik ist sehr wichtig. Gerade heutzutage ist das Internet ein großes Medium um viele zu erreichen, zum Recherchieren oder Leute kennenzulernen. Es gibt kaum noch Personen, die nicht einmal in ihrem Leben gechattet haben. Ich selbst habe zu genüge Erfahrungen in Chats oder auf Single-Seiten gesammelt. Es ist nicht alles Gold was glänzt, daher ist es wichtig gerade Mädchen früh aufzuklären.
Das Cover mit der verschwommenen Tastatur passt gut zu dem Titel, denn das Internet ist auch nicht immer klar und deutlich.

Der Einstieg in die Geschichte beginnt mit einer kleinen Einführung von Sarah. Sie versucht dem Leser deutlich zu machen, dass sie intelligent ist und weiß, dass sie Fehler gemacht hat, die sie normalerweise sogar gesehen hätte, wäre sie nicht so verliebt gewesen. Sie will zeigen, dass es jeden treffen kann, egal wie aufgeklärt die Person ist. Diesen Ansatz finde ich sehr wichtig und gut gewählt, sonst könnte man immer sagen, ich wäre nicht so dumm. Nur gerade das kann keiner behaupten.

Nun wird ein kleines Gerüst aufgebaut. Ich durfte Sarah und ihre verzwickte Situation kennenlernen. Für jeden Leser ist danach verständlich, wie einsam sie sich fühlt, warum sie in den Chat geht und trotz aller Vernunft und Aufklärung, ihre Bedenken vergisst. Die ersten Minuten im Chat zeigen auf, wie begehrt junge Mädchen sind, das einige Seiten unübersichtlich sind, andere über einen Privatchat verfügen und man genug Leute kennenlernen kann. Sie geht auch darauf ein, dass die Personen im Chat in der Regel nicht die sind, für die sie sich ausgehen. Pädophile, Lügner sind häufig vertreten. Am Anfang ist sie noch mehr als vorsichtig und sagt sich immer, dass er total schleimt und übertreibt. Trotzdem freut sie sich so über die ungekannte Aufmerksamkeit, dass sie leichtsinniger wird und ihm sogar ein Foto schickt. Zwar ist sie nicht besser, da sie das einer Freundin nimmt, einen falschen Namen angibt, aber dadurch wird gezeigt, wie leicht Lügen entstehen. Das kurz darauf ein geisteskranker ihre Freundin, dessen Identität sie verwendet hat, belästigt, nimmt sie zwar deutlich wahr, kann aber eins und eins nicht zusammen zählen. Im Gegenteil. Statt noch vorsichtiger und abgeschreckter zu sein, trifft sie ihren Traummann und macht alles falsch. Von der Theorie genau das, was wirklich passieren kann. Leichtsinnig in das Auto steigen, zu einem völlig unbekannten Ort fahren. Bis zu dem Punkt ein komplett nachvollziehbarer Jugendroman. Doch der Schluss hat mich arg enttäuscht und nur den Kopf schütteln lassen. Abfüllen und zu einer einsamen Stelle abschleppen, ist noch logisch. Das dann der Perverse von ihrer Freundin dahintersteckt, den anderen Mann gekauft hat, um so an sie zu kommen. Sorry, aber das war mir eine Nummer zu absurd. Das Buch soll doch aufklären und abschrecken. Da sollte es real klingen und nicht ein so seltenes Beispiel wählen. Ich selber habe so viele Dates über das Internet gehabt. Die Naivität kann ich daher auch gut nachvollziehen, wenn man sich ein Wunschbild aufbaut. Älter, falsches Foto, falsche Angaben, verheiratet, nur auf Sex aus und vieles mehr. Ich kenne das aus eigener Erfahrung und weiß, wie schwer es ist, eine Lüge wirklich wahrzunehmen und wie ungern man auf Unstimmigkeiten achten will. Gerade in den Anfängen fehlt der Weitblick. Der kommt erst mit der Erfahrung.
Die Thematik ist sehr kurz gehalten und hätte komplett ausgebaut werden müssen. Einmal versetzt werden, dann die schlechte Erfahrung, aber auch das Aufzeigen, dass es ehrliche Chatter und das Finden der Liebe dort gibt, hätte eingebaut werden müssen. Zwar schreckt es ab, aber durch das schlecht gewählte Beispiel, denkt sich jeder, mir kann so was nicht passieren. Das Beispiel, sie wird beim zweiten Date abgeschleppt und dann von ihm in der Wohnung eingesperrt und von ihm vergewaltigt oder kann vor der Vergewaltigung durch einen Zufall fliehen, wäre besser gewesen, als der böse zweite Mann.
Der Stil ist sehr jugendlich und wir die jungen Leser sicherlich ansprechen. Gerade da Sarah aus ihrer Sicht die Geschichte erzählt. Das Buch eignet sich für den Unterricht Klasse 7-10 wie angegeben wurde. Vom Alter her passt diese Angabe, aber vom Stil her würde ich es nur Klasse 6-7 empfehlen. Es hat wenig Seiten, ist sehr groß geschrieben und zeigt nur eine Perspektive und zwar die der totalen Abschreckung. Zwar bietet das dann ein gutes Diskussionsthema, aber keinen langen Lesestoff. Ich persönlich hatte das Buch nach 45 Minuten durchgelesen. Nach 4-5 Schulstunden ist damit das Buch durchgearbeitet. Aus meiner Schulzeit weiß ich aber, das man meist fast einen Monat für ein gutes Buch braucht.

Empfehlen kann ich das Buch als Einstieg, als kurze Aufklärung und Information. Eltern können dem Kind zeigen, was passieren kann, sollten aber definitiv mit ihm darüber reden. Ohne ein Gespräch bringt das Buch in meinen Augen nicht viel. Sonst schreckt es nur ab oder zieht die Gefahr ins Lächerliche.


===Bewertung===
Die Idee ist gut, die Umsetzung wohl eher eine Frage des Geschmacks. Mich hat es nicht ganz überzeugt. Daher gibt es lediglich drei Sterne.

FRAGE AN EUCH: Hattet ihr schon mal ein Internet-Date?



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Lewis Perdue - Die Da-Vinci Verschwörung

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===Buchdaten===
Autor: Lewis Perdue  
Titel: Die Da-Vinci-Verschwörung
Originaltitel: The Da Vinci Legacy
Verlag: Ullstein
Erschienen: 2006
ISBN-13: 978-3548264080
Seiten: 384
Einband: TB
Kosten: 8,95€
Serie: -

===Klappentext===
Ein Da-Vinci-Experte auf der Suche nach einem verschollenen Codex, eine mächtige religiöse Bruderschaft und ein Geheimnis, das die Welt in ihren Grundfesten erschüttern könnte? Die Übereinstimmungen sind frappierend: Hat Dan Brown abgeschrieben? Ein amerikanisches Gericht klärt derzeit, ob sein Bestseller Sakrileg als Plagiat bezeichnet werden kann.

===Meine Meinung===
Durch den Prozess, den der Autor mit Dan Brown geführt hat, wollte ich natürlich wissen, was dran ist. Welches Buch basiert nicht auf einem anderen älteren Buch. Da ich sehr viele alte Werke lese, sehe ich oft Ähnlichkeiten zu neueren Werken. Namen, Orte und der Stil werden etwas geändert, sind aber von der Thematik her gleich. Daher kann ich den Wirbel nicht ganz nachvollziehen. Durch die Amazon-Rezensionen wird schnell deutlich, dass der Wirbel höchst wahrscheinlich entstanden ist, weil dieses Werk eher langweilig sein soll und nicht so hervorragend umgesetzt wurde, wie „Sakrileg“.

Der Einstieg beginnt gleich mit einem Mord in einer Kirche. Danach lernte ich eine der Hauptcharakteren kennen. Dieser Teil zog sich sehr in die Länge, auch wenn er auf seiner Reise mehrere verstorbene Personen aufsucht und sich ein Mordschema abzeichnet. Es war interessant zu lesen, aber wirklich gefesselt hat es mich erst deutlich später. Nach 150 Seiten wird es immer spannender und eine tödliche Aktion folgt der Nächsten. Ebenso zeichnet sich die Verschwörung und deren Ausmaße immer deutlicher ab. Was den Inhalt betrifft, habe ich schon deutlich schlechtere Werke gelesen. Die ganze Kritik bei Amazon konnte ich nicht nachvollziehen. Zwar habe ich das Gegenstück von Dan Brown nur im Kino gesehen und kann mich mit dem Stil und der Umsetzung nicht auseinandersetzen oder Vergleiche ziehen. Mir hat das Lesen Spaß gemacht.

Der Stil ist illustrativ, spannend und gut strukturiert. Die Charaktere, Orte und Situationen werden bis ins kleinste Detail beschrieben, sodass ich keine Probleme hatte mir alles vorzustellen und dem Geschehen zu folgen. Die Verschwörungstheorie an sich ist nicht besonders ausgereift und fand ich teilweise sehr an den Haaren herbeigezogen, aber bei welcher Verschwörungstheorie würde ein normal Sterblicher anders denken. Lediglich die Kapitelaufteilung fand ich wirklich störend. Das Buch hat 22 Kapitel. Am Anfang sind diese noch vermehrt und im Verlauf kann es zu größeren Lücken bis zum nächsten Kapitel kommen. Wenn man erstmal gefesselt ist, stört es weniger, da ich das Buch ab diesem Punkt eh ungern aus der Hand gelegt habe. Durch die wenigen Kapitel kommt es aber auch innerhalb eines Kapitels zu Orts- oder Personenänderungen. Gerade bei einer langatmigen Passagen, die ich doch mal gerne überspringe, wenn man von Vance weggeht und die Hintergrundfiguren langweilige Gespräche führen, war es mir einmal passiert, dass ich den Anschluss verpasst habe und durch Blättern erst wieder den Einstieg fand. Danach habe ich das Überspringen gelassen.

Gelesen habe ich das Buch an fünf Tagen. Wobei ich davon 3 Tage bis Seite 150 gebraucht habe und erst danach richtig im Geschehen war.

Empfehlen kann ich das Buch jedem, der einmal einen Vergleich ziehen möchte, von Dan Brown nicht überzeugt ist oder gerne solche Thriller liest.



===Bewertung===
Wegen der Sprünge, manchmal langweiligen Gespräche und den ersten 150 Seiten bekommt das Werk lediglich vier Sterne. Mehr kann ich nicht abziehen, da ich es ja zum Schluss regelrecht verschlungen habe.

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Morris L. West - In den Schuhen des Fischers

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===Buchdaten===
Autor: Morris L. West
Titel: In den Schuhen des Fischers
Originaltitel: The Shoes of the Fisherman
Verlag: Knaur
Erschienen: 1978
ISBN-13: 978-3426601303
Seiten: 309
Einband: TB
Kosten: Im Paket 1,00€
Serie: -

===Buchangabe===
Zur Zeit des Kalten Kriegs: Nach zwanzig Jahren in einem sibirischen Arbeitslager ist der katholische Erzbischof Kiril Lakota wieder auf freiem Fuß und unterwegs nach Rom, wo er vom Papst zum Kardinal ernannt wird. Als der Papst stirbt, wird Lakota zu seinem Nachfolger gewählt. Doch der neue Papst Kiril leidet an Selbstzweifeln nach seiner Zeit in Gefangenschaft, und weiß wenig über die Welt, die im zu Füßen liegen soll. Durch einen beispielgebenden Verzicht der Kirche auf materielle Güter versucht er, einen neuen Weltkrieg zu verhindern.

===Meine Meinung===
„Das Meisterwerk“ aus der Feder von Morris L. West habe ich recht gerne gelesen. Trotzdem konnte ich mich nicht zu diesem Buch durchringen. Ich interessiere mich weniger für Päpste und hatte daher wenig Lust auf dieses Thema. Da es nun aber gekauft war und im Regal stand, musste es irgendwann gelesen werden. Zu diesem Buch gibt es einen gleichnamigen Film, der schon zu den Klassikern zählt.

Der Einstieg in die Geschichte beginnt mit dem Tod des alten Papstes. Das ist in meinen Augen ein guter Einstiegspunkt. Leider fand ich den Stil sehr schwer, sodass ich starke Schwierigkeiten hatte dem Inhalt weiterhin zu folgen. Das lag aber auch an der Wahl der Perspektive. Diese sprang ständig zwischen dem päpstlichen Tagebuch Kyrills und der Außenperspektive. Leider sind die Sprünge für mich oftmals nicht auf den ersten Blick sichtbar gewesen und stellte es somit erst beim Lesen des weiteren Textes fest. Regelmäßig wird auch abgeschweift auf die Liebesgeschichte von Herrn Faber. Erwähnenswert, aber doch nicht so ausführlich. Für mich war dieses Werk bis zum Schluss ein Kampf und das Ende enttäuschend, wenn man sieht, dass dieser Mann auch nur ein Mensch ist und ihn kleine Dinge schon so aus der Bahn werfen.

Trotzdem schreibt der Autor authentisch und haucht den Figuren leben ein. Ich habe mir nach dem Buch noch den Film angesehen und kann sagen, dass ich mir die Figuren genau so vorgestellt hatte. Außerdem fand ich diese 1963 entwickelte Idee brillant, wenn man bedenkt, dass einige Jahre später ein solcher Papst kam. Faszinierende Fantasie oder doch Hellseher?!

Der Film fasst die im Buch langgezogenen Passagen besser zusammen, dadurch ist man vom Inhalt eher gefesselt. Beim Buch war ich oft in Versuchung einige Seite zu überblättern.

Gelesen habe ich das Buch an drei Tagen, die für mich ein harter Kampf waren. Hätte ich es aber pausiert oder neben einem anderen Buch gelesen, ich hätte es wohl aufgegeben.

Empfehlen kann ich das Buch nur jemanden, der es wirklich lesen will. Ansonsten kann ich eher zum Film raten.

===Bewertung===
Da mich das Buch von der Perspektive, den teilweise langen Passagen und dem Stil nicht sonderlich überzeugt hat, gibt es lediglich zwei Sterne.



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Rolf Brednich - Die Maus im Jumbo-Jet

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===Buchdaten===
Autor: Rolf Brednich
Titel: Die Maus im Jumbo-Jet
Untertitel: Neue sagenhafte Geschichten von heute
Verlag: Beck
Erschienen: 1992
ISBN-13: 978-3406510922
Seiten: 147
Einband: TB
Kosten: 1,00€ im Paket
Serie: -
   
===Klappentext===
Eine Frau verschwindet in einer Pariser Modeboutique in der Umkleidekabine und ist trotz intensiver Nachforschungen nicht mehr aufzufinden. Fünf Jahre später wird sie auf den Philippinen gesehen - an Armen und Beinen verstümmelt als besondere Attraktion eines Wanderzirkus. Solche Geschichten liest man in der Sensationspresse oder hört sie von Bekannten, die wiederum Bekannte haben, die sich für die Wahrheit verbürgen. Die spektakulären, skurrilen und verblüffenden "Vorfälle" sind jedoch oft nie wirklich passiert. Es sind "internationale Wandersagen", die mehr über unsere Ängste, Wunschträume und Vorurteile Aufschluß geben als über die Realität. Insofern freilich sind sie "wahr". Sie sind kein Abbild der Wirklichkeit, sondern ein Spiegel unserer selbst. Rolf Wilhelm Brednich hat als erster im deutschen Sprachraum solche "modernen Sagen" gesammelt und in seinem Buch "Die Spinne in der Yucca-Palme" veröffentlicht. Er hat daraufhin eine Flut von Leserzuschriften mit neuen Hinweisen auf "sagenhafte Geschichten" erhalten. "Die Maus im Jumbo-Jet" ist der Nachfolgeband von "Die Spinne in der Yucca-Palme". Die neuen Geschichten, vom verschwundenen Hotelzimmer, vom vergifteten Brautkleid, von der Meisterwurz oder von der unfreiwilligen Organspende sind merkwürdig witzig und manchmal grausig. Und alle sind absolut wahr!

===Inhaltsverzeichnis===
I. DDR-Geschichten
II. Auto und Verkehr
III. Die Tücken des ganz alltäglichen Lebens
IV. Urlaub und Fremde
V. Sexualität
VI. Essen und Trinken
VII. Tiere
VIII. Unerwartete Todesfälle
IX. Merkwürdige Zufälle

===Meine Meinung===
Die auf dem Klappentext erwähnten Beispiele hatten mich so neugierig gemacht, dass ich hohe Erwartungen an das Werk hatte.
Das super lange Vorwort mit vielen Quellenangaben ließen die Vorfreude sinken. Zumindest ging ich davon aus, dass damit dieser Teil abgehakt sei. Das Inhaltsverzeichnis, welches sich ganz hinten im Buch befindet, wurde von mir erst am Ende wahr genommen. Daher war ich erstaunt, als ich die Überschrift DDR gelesen habe. Die erste Geschichte war sogar noch sehr amüsant und auch nachfolgende Geschichten hatten einen gewissen Reiz. Zu jedem Hauptthema gibt es viele kleine Geschichten. Die Meisten sind nicht länger als eine halbe Seite. Neugierig blickte ich nach dem ersten Lesen auf die etwas kleine Schrift unter dem Text. Wieder Quellenangaben. Diesmal woher die Geschichte genau stammt, wer davon irgendwie gehört hat oder in welcher anderen Form die Geschichte vorgekommen ist. Es gibt Quellenangaben, die sind deutlich länger als der eigentliche Inhalt.
Also fing ich an, diesen Teil meist zu überspringen und mich lediglich auf die Begebenheiten zu konzentrieren. Die Idee an sich ist wirklich gelungen und die Geschichten sind auch in einem bildhaften, einfachen Stil. Nachdem der vierte Ostdeutsche einfach ein Paket, Kind oder ähnliches mitgenommen hat mit der Begründung das hatte er ja damals nicht, war ich schon etwas genervt. Aber nicht nur das. Manche Geschichten gibt es in Variante a zu lesen, gefolgt von Variante b. Zwei Seiten später kommt wieder was ähnliches. Mir kam langsam die Frage auf, sind dem Autoren die Ideen ausgegangen, hätte er es nicht kompakter verfassen können oder doppelte / ähnliche gänzlich weglassen.
An sich sind die Geschichten teilweise super lustig. Das Auto, dass nach einem Rasierschaumbad seinen Lack verliert. Ein Reicher will einparken, der Parkplatz wird von einem kleinen Twingo geklaut, wofür das Auto einmal platt gedrückt wird. Die lieben Ostdeutschen, die alles klauen, weil sie es nie hatten. Das Mädchen, das eine Maus mit an Bord eine Flugzeuges nimmt.

Vieles klingt sehr real und nicht unbedingt nach einer Sage. Trotzdem war ich als Leser sehr enttäuscht und fand die Geschichten nach der x-ten Wiederholung oder Abwandelung einfach nur gähnend langweilig.

Gelesen habe ich das Buch an einem Tag, da es doch recht dünn ist.

Empfehlen kann ich das Buch, wenn man merkwürdige Geschichten gerne liest. Es ist auf jeden Fall was anderes, als man sonst kennt.

===Bewertung===
Von mir bekommt es wegen der langen Quellenangaben und Infos nur drei Sterne.



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Suzanne Bernard - Die Kupplerin

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===Buchdaten===
Autor: Suzanne Bernard
Titel: Die Kupplerin
Originaltitel: -
Verlag: Goldmann
Erschienen: 1998
ISBN-13: 978-3442437238
Seiten: 221
Einband: TB
Kosten: 1,00€ auf dem Flohmarkt
Serie: -

===Klappentext===
Südfrankreich 1347: Die Bordellbesitzerin Marion eilt auf abenteuerlichen Wegen an das Krankenbett ihres einstigen Geliebten Yvain, der nach langen Wanderjahren zurückgekehrt ist. Doch bedrohlich breitet sich die Pest immer weiter aus und versetzt das Land in Angst und Schrecken.

===Meine Meinung===
Das Cover ist für einen historischen Roman sehr ansprechend. Eine altertümlich gezeichnete nackte Frau, die auf einem Diwan liegt. Dunkle Farben passen zum historischen Hintergrund. In meinen Augen passt das Cover zum Inhalt, wie er im Klappentext steht.

Schon nach den ersten Seiten kam jedoch der Schock und ich war kurz davor das Buch bei Seite zu legen. Die Namen sind teilweise unaussprechbar. Andere Namen sind hingegen einfach nur schwach. Einen Priester den Namen „Engel“ zu geben ist einfach nur traurig. Da eine Geschichte aber nicht nur aus Namen besteht, hab ich einfach mal darüber hinweggesehen.
Der nächste Schock jedoch betraf den Stil. Wenn dieser nicht stimmt, macht das Lesen absolut keinen Spaß. Gleich am Anfang werden die Mädchen aus dem Bordell beschrieben. Wenn man bedenkt, dass Marion später zu ihrem Geliebten reist, sind diese Informationen eigentlich nebensächlich. Da durch diese Beschreibung Marions Schönheit erklärt wird, ist es okay. Wie die Freudenmädchen allerdings beschrieben werden, hat mich nur den Kopf schütteln lassen. Zuerst wird der Name genannt und danach bekommt jedes Mädchen einen Spitznamen, zum Beispiel die Perverse. Logischerweise kommt danach ihre Beschreibung. Wer jetzt aber vom Äußeren, ihrem Charakter oder ihren Vorlieben ausgeht, liegt falsch. Eine langweilige und überflüssige Schilderung, wie sie gerade im Bett liegt, kommt als Erklärung. Der Bezug zum Spitznamen fehlt. Diese unnötigen Informationen ziehen sich über das gesamte Buch hinweg. Bei vielen Informationen oder Charakteren versuch ich mir alles zu merken. Schließlich werden diese Sachen meist nicht grundlos eingeführt. Hier ist es aber in der Regel der Fall. Mir fiel es wahnsinnig schwer zu unterscheiden, welche Informationen wirklich relevant für das Buch waren und welche einfach nur ein Lückenfüller darstellten. Charaktere wurden eingeführt und verliefen sich im Sand oder starben schon nach einigen Seiten. Total irrelevant in meinen Augen. Würde man jedoch diese Passagen alle streichen, wäre das Buch höchstens 120 Seiten lang.

Vom Grundgedanken her ist die Geschichte total fesselnd, prickelnd und ansprechend. Gerade das Zeitgeschehen während der Pest, finde ich sehr interessant. Das der geschichtliche Aspekt mit Erotik gepaart wird, spricht auch einen weiteren Käuferkreis an. Jedoch finde ich diese Sinnlichkeit streckenweise sogar primitiv und billig.

Überraschende Wendungen, große Spannungskurven oder fesselnde Erlebnisse sind jedoch nicht vorhanden. Irgendwie wirkt alles naiv, dümpelt flach vor sich hin. Gerade von einer Autorin, die in ihrem Land so bekannt sein soll, hätte ich mir mehr erhofft. Die Thematik bietet so viele gute Möglichkeiten.

Da ich zumindest wissen wollte, wie das Buch ausgeht und da es so wenig Seiten hat, habe ich einfach zügig in zwei Tagen durchgelesen.

Empfehlen kann ich das Buch aber nicht. Mich persönlich hat es nicht überzeugt. Anderen kann es sicherlich gut gefallen. Bücher sind bekanntlich eine Frage des Geschmacks.

===Bewertung===
Für mich ist das Buch lediglich einen Stern wert. Durch lange und unnötige Passagen zieht sich das Buch. Es beinhaltet kaum Spannung oder fesselt auf eine andere Art. Zu der Thematik gibt es deutlich bessere Werke.





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Irmgard Keun - Das Mädchen,mit dem die Kinder nicht verkehren durften

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===Buchdaten===


Autor: Irmgard Keun

Titel: Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften
Originaltitel: -
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 1984
ISBN-13: 978-3546000277
Seiten: 189
Einband: TB
Kosten: ab 3,00€ bei Amazon
Serie: -

===Eigene Inhaltsangabe===
Ein Schulmädchen, erzählt über Begebenheiten aus ihrer Schulzeit 1918. Das Mädchen, welches ihren Namen nicht verrät, weiß gar nicht, warum sie in der Schule einen Tadel nach dem anderen erhält. Auch daheim verursacht das Kind so manchen großen Krach. Auf Grund der Streiche, Ideen und Ehrlichkeiten des Mädchens dürfen viele Kinder nicht mit ihm verkehren. Doch nicht nur als zehnjährige erlebt sie so manches, sondern man erfährt viel buntes über Jahre verteilt.

Da wäre der Tod ihrer Direktorin und der nicht verstandene Tadel, nur weil sie nach der Todesursache fragt und dabei nicht in Tränen ausbricht. Oder der Brief an den Kaiser, der ihren Vater nur Ärger bringt, da sie kindlich, ehrlich und naiv über den Krieg berichtet. In anderen Geschichten ist sie Bandenmitglied, färbt ihre Erzfeindin komplett blau ein, bekommt ein Brüderchen, klebt die Tapeten in der alten Wohnung mit Abziehbildern voll oder schmeißt mit ihrem Vater Wasserbomben aus dem Fenster




===Meine Meinung===
Das Cover fand ich sehr ansprechend. Ein brav wirkendes Mädchen, dass spitzbübisch lächelt. Es passt zu dem Titel und lässt auf spannende Geschichten hoffen.

Der Einstieg in die Geschichte geht sehr schnell von statten. Das kleine Mädchen wird so farbenfroh, authentisch und frech geschildert, wodurch ich sie schon nach einigen Sätzen ins Herz geschlossen hatte. Leider wird am Anfang nicht deutlich, in welcher Zeit diese Geschichten spielen und wie alt das Mädchen ist. Erst im Verlauf des Buches klären sich diese Fragen und man merkt, dass es sich in der Zeit des ersten Weltkrieges abspielt.

Das Buch ist in mehrere Geschichten unterteilt, welche vorne auch im Inhaltsverzeichnis übersichtlich vorgestellt werden. Die Überschriften passen zum Inhalt, sodass ein kleine Richtungsweisung vorhanden ist. Jedes Kapitel geht um die 20 Seiten und beinhaltet ein Hauptthema und mehrere lustige Nebenthemen. Die Streiche und Ärgernisse, welche sie ausheckt oder auch versehentlich begeht sind in der Regel sehr lustig und haben mich als Leser äußert amüsiert. Dabei beschreibt die Autorin alles aus Sicht des jungen Mädchens und man erkennt deutlich die Naivität, welche dahinter steckt. Dabei versucht sie lediglich die Welt der Erwachsenen zu verstehen. Auch wenn es schon recht alt ist, ist der Grundgedanke immer noch der Gleiche. Beim Lesen hatte ich stellenweise das Gefühl, das ich „Madita“ von Astrid Lindgren lese.

Der Schreibstil ist erfrischend, aber veraltet. Man merkt deutlich bei einigen Wörten oder Sätzen, dass es schon älter. Dadurch wirken aber die Charaktere einfach authentischer. Die Cousine meines Stiefsohnes, 9 Jahre, hat das Buch abends etwas gelesen und war begeistert. Dementsprechend haben auch junge Leser keine Probleme mit der Sprache, wie man vielleicht annehmen könnte.

Wenn man die Zeitspanne mit den Autorendaten vergleicht, wird schnell klar, dass die Autorin sich selbst beschreibt und somit genau weiß, wovon sie schreibt.

Nachdem ich mich erstmal in die Zeit und das Mädchen hineinversetzt hatte, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe es in zwei Stunden durch gelesen. An vielen Stellen konnte ich schmunzeln, lachen oder sogar Lachtränen vergießen. Wie man merkt, sind es zwei heitere Stunden gewesen.

Empfehlen kann ich das Buch jedem. Wer gerne Astrid Lindgren liest, seinen Kindern eine Freude machen will oder selbst ein schönes Buch lesen will, sollte es sich holen. Auch wenn man es schon antiquarisch bezeichnen kann.

===Bewertung===
Das Buch ist zwar alt, aber für mich ein absolutes Highlight, welches fünf Sterne verdient. Realistisch, lustig und doch nachdenklich wird die Sichtweise eines Kindes um 1918 beschrieben. Ich bin froh, dass ich durch den Kauf auf diese Rarität aufmerksam geworden bin.




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Dee Brown - Du folgtest dem Falken, Amayi

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===Buchdaten===
Autor: Dee Brown
Titel: Du folgtest dem Falken, Amayi.
Unterltitel: Eine indianische Familiensaga
Verlag: Knaur
Erschienen: 1999
ISBN-10: 3426011662
Seiten: 482
Einband: TB
Kosten: 0,50€ im Paket
Serie: -

===Klappentext===
Die Geschichte von Amayi, der stolzen Häuptlingstochter der Creek Indianer, ist eine faszinierende Reise zurück nach Amerika als die Indianer noch mit den weißen Siedlern kämpften. Die schöne Amayi (deren wohl bekanntester Name Creek Mary ist) heiratet einen Weißen um des Friedens Willen zwischen ihren Stämmen und den Siedlern. Doch auch durch Verbindungen und Versprechen wird der Frieden zwischen den so verschiedenen Völkern nicht gewahrt. Der blutige Krieg zwischen den Ureinwohnern und den brutalen weißen Männern fordert seine Opfer. Creek Mary heiratet schließlich den Häuptling eines bekannten Stammes und kämpft für ihre Heimat. Amayis Weg führt durch die Freiheit der Jugend bis zur Dunkelheit des Krieges weiter auf dem Weg nach Osten. Creek Mary ist heute noch eine hochangesehene Frau bei den Ahnen der Indianern und ihre Geschichte ist mehr als nur mitreißend.

===Meine Meinung===
Das Cover des Buches ist sehr schlicht gehalten. Ein dunkles Braun als Hintergrundfarbe. Vorne die Fotographie einer jungen, hübschen Indianerin. Der Klappentext klang im Grunde interessant, ließ bei mir aber die Frage aufkommen: Legende oder wahre Begebenheit? Diese Frage habe ich bis zum Ende des Buches leider nicht herausbekommen.

Vorne im Buch befindet sich sowohl eine Landkarte, als auch ein Stammbaum. Dadurch kann man den Inhalt des Buches besser nachvollziehen und hat einen guten Überblick.

Der Einstieg in die Geschichte beginnt mit der Ankunft des Reporters bei Dane. Dieser ist ein Enkel von Creek Mary und erzählt dem Autoren ihre Geschichte. Immer Abschnittsweise bekommt das Leben von Mary Konturen, bis es einen Gesamtüberblick bildet. Von der Jugend über die Hochzeit mit einem Weißen bis hin zu ihrer Hochzeit mit einem anderen Stammeshäuptling. Es zeigt wie stark die Frauen in der damaligen Zeit waren. Die Stammesgeflogenheiten, Namen und das harte Leben waren mir völlig fremd und werden sehr gut beschrieben. Man benötigt keine Vorkenntnisse zu dem Buch. Nebenbei geht es immer wieder in die Gegenwart zurück. Die Sprünge sind zwar mitten im Kapitel, sodass man etwas aufpassen sollte, aber sie sind durch einen neuen Absatz abgegrenzt. Kapitel selbst gibt es sehr viele. Für Leseratten, welche unterwegs in der Bahn lesen, gibt es alle zehn Seiten ein Kapitel. Dadurch kann man immer gut eine Pause einlegen.

Besonders interessant fand ich die ganzen Beschimpfungen, welche sich die Indianer von den Weißen angeeignet haben. Zum Beispiel Wundarsch für Arschloch. Fand ich mehr als witzig und mein Mann ist von dem Ausdruck begeistert. Bei anderen kommt aber die Frage auf, ob wirklich damals schon solche Worte verwendet wurden.

Der Autor hat einen Stil gewählt, der sehr gut zu dem Thema passt. Die historischen Aspekte, Landschaft, Figuren, der Lebensstil und Emotionen werden nicht nur farbenfroh, authentisch und informativ geschilder, sondern es der Text ist auch gut strukturiert. Ich wurde in eine mir völlig fremde Welt entführt.

Gelesen habe ich das Buch an zwei Tagen, da ich einfach Zeit hatte und die Geschichte so interessant ist.

Empfehlen kann ich das Buch jedem, der gerne historische Bücher über Indianer liest.


===Bewertung===
Von mir bekommt das Buch fünf Sterne. Die Geschichte ist authentisch, packend und interessant.



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David Ellis - Die Schuldigen

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===Buchdaten===
Autor: David Ellis
Titel: Die Schuldigen
Originaltitel: Life Sentence
Verlag: Aufbau
Erschienen: 2004
ISBN-13: 978-3352007095
Seiten: 448
Einband: TB
Kosten: 8,90€ damals und heute 2,00€ auf dem Flohmarkt
Serie: -

===Klappentext===
Jon Soliday, ein junger Anwalt, führt ein Leben auf der Überholspur. Sein Freund und Förderer Grant Tully ist Senator und hat beste Aussichten, Gouverneur zu werden. Doch dann laufen die Dinge aus dem Ruder. Soliday, der den Wahlkampf des Senators leitet, wird erpreßt: Er soll 250.000 Dollar zahlen, damit niemand ein dunkles Geheimnis aus seiner Vergangenheit erfährt. Ausgerechnet als er neben der Leiche eines angesehenen Anwalts steht, taucht ein Sicherheitsmann auf. Soliday begreift, daß man ihm eine Falle gestellt hat. Irgend jemand möchte gefährliche Dinge wieder ans Tageslicht bringen, die fünfundzwanzig Jahre zurückliegen

===Meine Meinung===
Das Cover des Buches finde ich sehr ansprechend. Die vier hohen Säulen und der blaue Himmel darüber, zeigen für mich Justiz und Freiheit. In gelber Schrift steht der Verlag, der Autor und das Genre. In einer silbernen und erhöhten Schrift sticht der Titel besonders hervor.

Der Klappentext lässt auf einen spannenden Thriller schließen. Laut Handelsblatt:“ Rasant erzählt, voller Rätsel und überraschender Wendungen. Ein ausgefeilter Plot“. Klingt sehr vielversprechend.

Der Einstieg beginnt mit einem Einbruch. Der Hausbewohner, ein Anwalt, wird im Schlaf überrascht und erschießt den Einbrecher. Fängt also schon mal mit viel Tempo und Spannung an. Dieser Teil wird in der dritten Person erzählt, was mein Lieblingserzähltstil ist Nach dieser guten Einleitung geht es in der Ich-Form weiter. Hierbei schlüpft man in die Rolle von Jon. Nach einer kleinen Umdenkphase war ich schon mitten im Geschehen. Ich bekam einen kleinen Einblick wer der Hausbewohner war und in welcher Verbindung er mit Jon stand. Beide waren im Wahlkampf des Senators tätig. Womit wir schon beim Hauptproblem des Buches angelangt wären. Politik. Ich war noch die der große Fan von Politik, hatte aber in diesem Fall einfach die Hoffnung, dass mehr auf das Geheimnis gesetzt wird und der Wahlkampf eher am Rande steht. Diese Einschätzung war jedoch falsch. Mittels Rückblende erfährt der Leser vom Geheimnis, welches in meinen Augen definitiv spannend ist. Leider wird der dadurch entstehende Spannungsaufbau ständig von den langezogenen Politikeinlagen unterbrochen, geht verloren und muss neu aufgebaut werden. Am Anfang habe ich mich durchgekämpft, da es aber immer häufiger zum Thema wurde, fing ich an, diese Passagen zu überspringen. Da vom Aufbau nicht klar gezeigt wird, wo dieser Part aufhört, muss man sehr genau überblättern, um nicht den Anschluss zum spannenden Teil zu verpassen. Dadurch geht das Lesevergnügen etwas unter.

Der Stil ist gemischt. Einerseits ist packend, bildhaft und fachlich wie ein Grisham, aber auf der anderen Seite ist es langweilig und langatmig, wenn es um den politischen Aspekt geht. Alles in allem sind die Charaktere sehr lebendig und authentisch beschrieben. Orte, Situationen und Emotionen sind bildhaft geschildert. Dadurch konnte ich mir alles gut vor meinem inneren Auge vorstellen.

Gelesen habe ich das Buch, mit ungefähr 40% überspringen, denn so hoch ist der Politik-Anteil so hoch, an vier Tagen. Durch das Überblättern macht das Lesen oftmals keinen Spaß und ich habe einfach mehr Pausen eingelegt.

Empfehlen kann ich das Buch Leseratten, die sich auch für politische Themen interessieren. Ansonsten könnte es schnell frustrierend werden, wie in meinem Fall.

===Bewertung===
Eine nette Idee, die durch zuviele langweilige Passagen unterbrochen wird. Lediglich die Charaktere sind ein Highlight. Ein Buch das keine Fragen unbeantwortet lässt und über ein ansprechendes Cover verfügt.

 


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