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Georg Haderer - Ohnmachtspiele

===Buchdaten===
Autor: Georg Haderer
Titel: Ohnmachtspiele
Verlag: Haymon
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3852186306
Seiten: 320
Einband: HC
Kosten: 19,90€
Genre: Krimi
Serie: Schäfer-Krimi 2

===Genehmigter Klappentext===
Georg Haderers zweiter Schäfer-Krimi – ein fesselndes Spiel mit Wahn und Wirklichkeit: Nebel, Kälte, Innenpolitik … als ob Major Schäfer nicht schon genug mit seinen Depressionen und Angstzuständen zu kämpfen hätte, treten ihm auch noch der Wiener November und ein reformwütiger Innenminister in die Rippen. Wie soll Schäfer unter diesen Bedingungen arbeiten – zumal in der Gerichtsmedizin neben zwei ertrunkenen Frauen auch noch die mumifizierte Leiche eines Drogensüchtigen liegt. Unfall, Unfall, Überdosis, so soll es in den Ermittlungsakten stehen, wenn es nach dem Polizeipräsidenten geht – nur keine überflüssigen Ermittlungen. Doch dass nicht nur mit dem toten Junkie etwas faul ist, steht für den sturen Schäfer fest. Bei seinen Untersuchungen entdeckt er Zusammenhänge, die auf einen Serientäter schließen lassen, der sich seine Opfer nach dem Schema eines Kartenspiels aussucht. Mit seiner Theorie steht Schäfer innerhalb der Polizei weitgehend alleine da – was ihn aber nicht daran hindert, mit seinen Ermittlungen in die Offensive zu gehen …
Atemberaubende Spannung, rabiate Gesellschaftsanalyse und durchgeknallte Komik – Georg Haderers neuer Krimi zeichnet mit Nachdruck das Bild eines unmenschlichen Systems, das sich nur mehr an Quoten und Machterhalt orientiert.

===Meine Meinung===
Ohnmachtsspiele ist der zweite Titel des Krimi-Autoren Georg Haderer. Der erste Teil, Schäfers Qualen, war mir, bis ich diesen Teil in den Händen hielt, völlig unbekannt. Nach meinem letzten Krimi-Erlebnis, war ich wirklich gespannt, ob es sich diesmal um einen klassischen Krimi handeln würde.

Am Anfang sieht es alles andere als nach einen typischen Krimi aus. Zwar gibt es mehrere Leichen, aber es sieht eher nach Unfall, Überdosis oder Selbstmord aus. Durch die Unterbesetzung der Wiener Polizei sollen diese Fälle auch schnell abgeschlossen werden. Lediglich der dargestellte Selbstmord einer Frau aus einer angesehenen Familie soll aufgeklärt werden. Schließlich geht es doch um das Image der Polizei, aber auch um Statistiken. Schäfer wäre aber nicht Schäfer, wenn er nicht jeden Fall sein gleiches Interesse entgegen bringen würde und ehe er es sich versieht befindet er sich in einem vertrackten Serienmörder-Fall. Wenn ihm seine Kollegen nur glauben würden, wäre alles einfacherer.

So wie auch Schäfer erst nach und nach das Puzzle zusammensetzt, wurde auch ich als Leser nach und nach an den Krimi herangeführt. Den absurden Prolog über zwei frühreife Jungen, konnte ich anfangs sogar gar nicht mit der nachfolgenden Geschichte verbinden. Nach dem kurzen und verwirrenden Prolog wurde ich gleich zum ersten Mordfall geleitet. Für Schäfer ist es ebenfalls der erste Mordfall nach einer langen Pause. Da ich Schäfer im ersten Teil nicht kennenlernen durfte, fühlte ich mich ins kalte Wasser geworfen. Aber auch ohne „Schäfers Qualen“ zu kennen, kann dieses Buch ohne Probleme gelesen werden. Schließlich steht Schäfer in diesem Fall mit seiner depressiven und forschen Art im Augenmerk des Lesers. Aber ich musste feststellen, dass sich erst nach der Hälfte des Buches ein wirklich komplettes Bild vor meinen Augen gefestigt hat. Georg Harderer hat mit Schäfer eine sehr komplexe Figur ins Leben gerufen, die definitiv nicht mit einer kurzen bildhaften Einführung beschrieben werden kann. Aus diesem Grund empfand ich dies auch nicht tragisch. Seine Kollegen hingegen sind schon nach einigen Seiten abgerundet und stecken voller Witz, Herz und Charme.

Die Wendungen und die Verbindung zwischen den einzelnen Fällen, habe ich sehr genossen. Endlich ein typischer Krimi, der durch den Serienmörder schon einen leichten Hang zu einem Thriller bekommen hat. Dazu verwendet der Autor einen bildhaften, einfachen und fesselnden Stil, der eine authentische Stimmung in einem Mord-Dezernat schafft. Trotzdem musste ich mich an einigen Passagen zusammenreißen, um nicht einige Absätze zu überspringen. Neben den Mordfällen und der Rückkehr von Schäfer, geht es auch um die Rationalisierung des Personals. Kosten müssen überall gespart werden. Daher ist es schön zu lesen, dass dieses Thema in diesem Krimi aufgegriffen wurde. In meinen Augen wurde es aber zu ausführlich behandelt. Stellenweise wurde der Mittelteil durch diese Einbauten arg in die Länge gezogen. Zwar ist dies alltäglich und wie ich finde sehr realistisch umgesetzt worden, aber durch den Umfang wirkte es zu viel.
Besonders gelungen fand ich den Schluss dieses Krimis. Die Auflösung der Fälle ist gut durchdacht und lässt keine Fragen offen. Für mich war der Schluss auf jeden Fall überraschend.
Zusammen gibt diese Thematik mit den Mordfällen ein gut durchdachtes Gesamtkonzept ab. Ich konnte es trotz der langgezogenen Stellen nur schwerlich aus der Hand legen. Georg Harderer ist mit der Figur Schäfer ein sympathischer Charakter gelungen, der mit seiner depressiven Art, seinem trockenen Humor und der Willensstärke in den Bann zieht.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der einen realistischen, gut durchdachten und spannenden Krimi in Verbindung mit einer aktuellen Thematik lesen möchte. Auch wer den ersten Teil nicht kennt, wird an diesem zweiten Teil seine Freude haben und Schäfer schnell in sein Leser-Herz schließen.

===Bewertung===
Auf Grund einiger langatmiger Passagen bekommt das Buch lediglich vier Sterne. Ansonsten ist die Kombination aus Krimi und aktueller Thematik authentisch, spannend und in keiner Weise gekünstelt.

===Leseprobe===
http://www.haymonverlag.at/autorenframe.php3?autorid=261&TITNR=630



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